Varizellen sind weltweit verbreitet. In Deutschland werden etwa 700.000 Erkrankungen pro Jahr angenommen. Windpocken sind äußerst ansteckend und stellen eine Erstinfektion mit Varizellen-Zoster-Virus dar. Die Übertragung erfolgt über virushaltige Tröpfchen, die beim Atmen oder Husten ausgeschieden werden.

Ferner ist auch eine Übertragung durch virushaltigen Bläscheninhalt oder Krusten als Schmierinfektion möglich. Die Ansteckungsfähigkeit beginnt 1 bis 2 Tage vor dem Auftreten der Hauterscheinungen und endet 7 Tage nach Auftreten der letzten Bläschen. Die Herpes-Zoster-Erkrankung (Gürtelrose) ist durch eine Reaktivierung einer früheren Windpockenerkrankung bedingt. Sie ist weniger ansteckend als Windpocken. Windpockenerkrankungen weisen bei sonst gesunden Personen in der Regel einen gutartigen Verlauf auf und heilen im Normalfall ohne Narben ab.

Komplikationsreicher sind Erkrankungen im Erwachsenenalter. Bei Neugeborenen und immungeschwächten Personen entwickeln sich besonders schwere Krankheitsverläufe.

Impfung: Lebendimpfstoff, abgeschwächter Lebendvirus, Injektion in den Muskel. Die Impfung kann auch als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (MMRV) durchgeführt werden.

Wer soll sich impfen?

  • Alle Kinder im Alter von 11-14 Monaten
  • Ungeimpfte 9- bis 17-jährige, die noch keine Windpocken durchgemacht haben,
  • Seronegative Frauen mit Kinderwunsch
  • Empfängliche Patienten mit schwerer Neurodermitis,
  • Empfängliche Patienten, bei denen eine das Immunsystem schwächende Behandlung oder Organtransplantationen geplant sind,
  • Empfängliche Personen mit Kontakt zu Risikogruppen.

„Empfänglich“ bedeutet: bisher keine Windpockenerkrankung, keine Impfung und bei Laborbestimmung keinen Nachweis spezifischer Antikörper.

Zeitpunkt der Impfung: Eine Einzelimpfung bei Kindern vor dem vollendeten 13. Lebensjahr; bei Kindern ab 13 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen zwei Impfungen im Abstand von mindestens 6 Wochen.
Bei Verwendung des 4-valenten Impfstoffes MMRV sind immer 2 Impfinjektionen notwendig.

Häufige Impfreaktionen Gelegentliche Rötung und Schwellung an der Impfstelle – eher bei Erwachsenen nach der zweiten Impfung, leichtes Fieber.
Gelegentlich kann es zu Symptomen einer leichten „Impfkrankheit“ (Fieber mit einem schwachen windpockenähnlichen Hautausschlag) kommen. Alle diese Erscheinungen sind nur vorübergehend.