Für die Malaria gibt es inzwischen mehrere hier zugelassene Medikamente, deren Verordnung individuell den Bedürfnissen des Reisenden entspricht: Z.B. Resochin®, Paludrin®, Lariam®, Malarone®, Riamet® und in Ausnahmefällen das Antibiotikum Doxycyclin *.

Abhängig von der Malariahäufigkeit im Reiseland, der Aufenthaltsdauer, des individuellen Gesundheitszustandes und der Reiseart gibt es folgende Möglichkeiten zum Umgang mit dem Problem Malaria:

Nichts tun und auf die lokalen Gesundheitssysteme vertrauen
Mitnahme eines Notfallmittels
Prophylaktische Einnahme von Medikamenten
Prophylaktische Einnahme von Medikamenten und zusätzliche Mitnahme eines Notfallmittels

Die alleinige Mitnahme eines Notfallmedikaments zur Behandlung einer ausgebrochenen Malariaerkrankung (Stand-by) kann erwogen werden wenn:

die Wahrscheinlichkeit einer Malariaerkrankung sehr gering ist
der Aufenthalt im Malariagebiet nur kurz oder sehr lang ist
Kontraindikationen für Prophylaxemedikamente bestehen.

Dies sollten Sie ausführlich mit dem Arzt erörtern.

Nach Einnahme eines Malariamedikaments zur Selbstbehandlung sollten Sie sich so bald wie möglich, jedoch spätestens nach Rückkehr, in ärztliche Behandlung begeben.
Generell sollte bei allen Erkrankungen während und nach Reisen in die Tropen und Subtropen ein Tropenmediziner aufgesucht werden.

Merksätze:

Wenn Fieber über mehr als 2 Tage auftritt sofort zum Arzt.
Wenn kein Arzt erreichbar ist sofort mit der Notfalltherapie beginnen.
Bei weiterbestehendem Fieber muss immer sofort ein Arzt oder eine Klinik aufgesucht werden

* Beachten Sie bitte die Beipackzettel der Medikamente. Die Markennamen sind beispielhaft angeführt. Bezüglich der Dosierung und sonstigen Einnahmeempfehlungen für Malariamedikamente für Prophylaxe und Therapie bzw. Stand By-Mitnahme verweisen wir auf unsere entsprechenden Patienteninformationen, die sie jederzeit bei uns erhalten können. Pati0311

Der Malaria-Erreger:

Es gibt drei verschiedene Arten der Malaria, die durch unterschiedliche Erreger ausgelöst werden:

Malaria tertiana Plasmodium vivax/ovale
Malaria quartana Plasmodium malariae
Malaria tropica Plasmodium falciparum

Die Erreger werden durch die Mückenart Anopheles übertragen. Die Gefahr gestochen zu werden ist abends und nachts besonders groß. Die Erreger machen erst in der Mücke und dann im Menschen einen Entwicklungszyklus durch. Dort vermehren sie sich nach einer sogenannte Leberphase in den roten Blutkörperchen. Diese werden dabei zerstört, was zum Fieberanfall führt.

Die Diagnose von Malaria:

Malaria kann relativ schnell und sicher aus einem Blutausstrich oder dem sogenannten „dicken Tropfen“ diagnostiziert werden. Die Auswertung des gefärbten Präparats bedarf jedoch einiger Übung. Meist kennen sich die Ärzte in den Malariaregionen jedoch gut mit der Diagnostik aus. Der Selbsttest auf Malaria ist relativ schwierig durchzuführen und nicht absolut sicher.

Die Verbreitung von Malaria:

Die Malaria ist in den meisten tropischen und subtropischen Regionen unserer Welt verbreitet. Weltweit erkranken jährlich 200 Mio., mehr als 1 Mio. stirbt an dieser Krankheit. Betroffen ist in mehr als 100 Ländern unserer Welt hauptsächlich die Bevölkerung dort und weniger die Touristen.
Nach Deutschland werden jährlich etwa 1000 Fälle eingeschleppt, die zum größten Teil durch vernünftige Vorbeugung vermeidbar wären.

Die Krankheit:

Das hauptsächliche Krankheitssymptom der Malaria ist Fieber, frühestens 5 Tage nach möglicher Ansteckung im Malariagebiet (Inkubationszeit). Jedoch verlaufen die Fieberschübe nur bei der Malaria tertiana und quartana in regelmäßigen, zwei- bzw. dreitägigen Abständen. Die Malaria tropica kann dagegen auch nur grippeähnliche Symptome mit kontinuierlichem Fieber vortäuschen. Anfänglich können die Symptome mild sein.

Somit ist während und nach Tropenaufenthalt jede unklare, fieberhafte Erkrankung solange auf Malaria verdächtig, bis diese sicher ausgeschlossen ist.

In den meisten Fällen tritt die Malaria bis spätestens 6 Wochen nach Aufenthalt auf. Bei der Malaria tertiana sind auch wesentlich spätere Ausbrüche möglich, jedoch selten.
Geben Sie Ihrem Arzt immer einen Hinweis auf vorangegangene Reisen und insbesondere Tropenaufenthalte, wenn Sie fieberhaft erkranken.

Während die Malaria tertiana und Malaria quartana zwar sehr unangenehm, jedoch meist gutartig verlaufen, kann die Malaria tropica unbehandelt ab dem 5. Tag des Ausbruchs zum Tode führen.

Jedoch gilt immer noch: Jede Malaria ist behandelbar und ausheilbar, wenn man nur rechtzeitig daran denkt und sie richtig behandelt.

Leider kann man eine Malaria aufgrund des Krankheitsbildes allein nicht sicher bestätigen oder ausschließen. Eine Malaria wird allgemein als schwere Krankheit empfunden. Wenn Sie also in den Tropen unklar fieberhaft erkranken, sich sehr schlecht fühlen, ohne daß eine Ursache wie Erkältung oder Durchfälle ersichtlich ist, müssen Sie an die Möglichkeit einer Malaria denken.
Im Zweifelsfall sollten Sie möglichst bald einen Arzt aufsuchen. Vorsicht ist besonders bei ungewöhnlichen Krankheitsverläufen geboten.

Malaria-Prophylaxe und Therapie:

Am besten sollten Sie es gar nicht erst zu einer Malaria kommen lassen. Insekten können neben der Malaria noch andere unangenehme Krankheiten übertragen.

Durch konsequenten Schutz vor Stichen können Sie das Malariarisiko auf ein Zehntel vermindern.

Anwendung von Mückenschutzmittel, ggf. auch an der Kleidung
Tragen von bedeckender Kleidung, hell, ggf. stichdicht
Verwendung eines Moskitonetzes (ggf. tränken mit Mückenschutzmittel)
Kein Licht im Zimmer bei offenem Fenster
Ggf. Mückenschutzspray im Schlafzimmer

Durch die medikamentöse Vorbeugung können Sie eine Erkrankung an Malaria mit hoher Wahrscheinlichkeit, leider aber nicht absolut sicher, vermeiden. Wichtig ist die zuverlässige Einnahme und besonders die 1 bzw. 4-wöchige Einnahme nach Verlassen des Malariagebietes.

Jede Malariaerkrankung im Urlaub bedeutet eine Gefährdung des Reisenden und eine deutliche Beeinträchtigung des Erholungswertes. Entsprechend dieser Vorgaben und unter Berücksichtigung möglicher Nebenwirkung von Malariamedikamenten sollte die Prophylaxeempfehlung ganz individuell angepasst werden.