Die Tollwut ist in weiten Teilen der Welt verbreitet. Deutschland gehört zu den Ländern Europas, in denen durch systematische Bekämpfung, vor allem durch orale Immunisierung der Füchse als Hauptvirusträger, die Tollwut bei Wild- und Haustieren nahezu vollständig ausgerottet werden konnte. In Osteuropa und anderen Teilen der Welt bleibt die Tollwut bei Wild- und Haustieren aber noch ein Problem.

Speichelübertragung durch Biss oder Hautverletzung
Die Übertragung erfolgt vom tollwütigen Tier über dessen Speichel, in der Regel durch einen Biss, ist aber auch über Hautverletzungen oder direkten Kontakt des infektiösen Speichels mit der Schleimhaut möglich. Überträger der Tollwut-Viren können Hunde, Füchse, Waschbären, Stinktiere, Schakale, Mungos, – aber auch Fledermäuse sein. Bei Ausbruch der Tollwuterkrankung führt diese fast immer zum Tod.

Für wen ist eine Tollwutimpfung wichtig?

  • Tierärzte, Jäger, Forstpersonal und alle Personen beim Umgang mit Tieren in Gebieten mit Wildtiertollwut
  • Personal in Laboratorien mit Tollwutrisiko
  • Reisende in Regionen mit hoher Tollwutgefährdung (z. B. durch streunende Hunde).
  • Eine Impfung, ggf. mit Gabe von Immunglobulin (passive Immunisierung), ist auch nach Kontakt mit virushaltigem Material (z. B. nach Bissverletzung) erforderlich. Fragen Sie hierzu unverzüglich Ihren Arzt oder das Gesundheitsamt.

Häufige Reaktionen bei der Tollwutimpfung
Der aktuell empfohlene Impfstoff enthält inaktiviertes (abgetötetes) Tollwutvirus und ist im Vergleich zu den früheren Impfstoffen gut verträglich.
Mögliche Nebenwirkungen: häufig (1-10 %) Rötung, Schmerzhaftigkeit und Schwellung an der Impfstelle, leichte bis mäßige Temperaturerhöhung, grippeähnliche Symptomatik oder Magen- Darm- Beschwerden. Gelegentlich Gelenksbeschwerden (Arthralgien und Arthritiden). Selten allergische Reaktionen.

Tollwut ist nach einem Biss nur kurz therapierbar
Tollwut ist eine virale Infektion durch Biss- oder Kratzwunden. An der Eintrittsstelle verharrt das Virus bis zu drei Tage, um sich zu vermehren. Dann breitet sich das Virus über das Zentralnervensystem in andere Organe aus. Gelangt es etwa durch einen Biss in die Blutbahn, kann die Verbreitung auch schneller erfolgen. Nur in den ersten Stunden nach der Verwundung kann eine postexpositionelle Tollwutimpfung noch wirken. Sobald das Virus das Gehirn erreicht, ist eine Impfung sinnlos.

Tollwutimpfung ist wirksamster Gesundheitsschutz
Die Tollwut-Viren führen zu Gehirnentzündung, Rückenmarksentzündung, Lähmungen, Delirium und weiteren schweren Schäden. Nach den ersten Symptomen tritt der Tod meist innerhalb von 10 Tagen ein. Bei den wenigen Überlebenden bleiben schwere Gehirnschäden. Die Tollwutimpfung ist die wirkungsvollste Methode, dieser Infektion vorzubeugen. Beachten Sie, dass diese Impfung zumindest bei den Risikogruppen nach 1-2 Jahren aufgefrischt werden muss.