Patienteninformation: Reisen mit Kindern
Mit den heutigen Verkehrsmitteln ist das Reisen mit Kindern relativ unkompliziert möglich. Die Beratung zur Reise muss hier ganz individuell erfolgen.
Reiseziel:Mit großer Sorgfalt sollte man ein dem Alter der Kinder angemessenes Reiseziel wählen. Auch hierbei kann der erfahrene Reisemediziner wertvolle Unterstützung leisten. Grundsätzlich soll man nicht nur seine eigenen Interessen sondern auch die des Kindes berücksichtigen. Es gibt meist Ziele, an denen beide Seiten Spaß finden und die Sicherheit des Kindes weitestgehend gewährleistet ist. Auch die ärztliche Versorgung am Zielort ist ein Gesichtspunkt bei Reisen mit Kindern.
Fliegen:Prinzipiell können Kinder jeglichen Alters fliegen. Besonders Kleinkinder haben oft Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich, weshalb man sie bei Start und Landung trinken lassen soll. Viel Flüssigkeit ist besonders wegen der trockenen Kabinenatmosphäre wichtig.
Gesundheitliche Gefährdung:Kleine Kinder sind besonders durch Austrocknung gefährdet. Damit sind Durchfallerkrankungen zu vermeiden und frühzeitig ein Arzt zu konsultieren, wenn es doch passiert.
Sonne und Hitze sind auch aus diesem Grund für Kinder besonders gefährlich. Neben der Anleitung zu vernünftigem Verhalten insbesondere im Bereich des Sonnenschutzes ist die Wahl einer nicht zu heißen Destination sinnvoll.
Malaria stellt eine besondere Gefährdung für Kinder dar. Gerade die mittelafrikanischen Länder stellen hier meist ein zu hohes Risiko für Kleinkinder dar.
Frühzeitig sollte man sich über die ärztliche Versorgung am Zielort infomieren.
Impfungen:Selbstverständlich sollten alle Kinder vor der Reise entsprechend dem Standardschema der STIKO geimpft sein. Darüber hinaus stellen sich die Indikationen für spezielle Reiseimpfungen dar.
Hier steht derzeit die
Tollwutimpfung im Focus. Die Impfstoffknappheit wird heuer noch überwunden werden. Kinder sind besonders tollwutgefährdet, da sie oft in unbeobachteten Momenten mit Hunden spielen.
Hepatitis A sollte großzügig geimpft werden. Die meisten Kinder sind bereits gegen Hepatitis B immunisiert.
Typhusimpfungen werden eher großzügiger empfohlen als bei Erwachsenen, da das Essverhalten von Kindern oft nicht ausreichend kontrollierbar ist.
Malariaprophylaxe:Kinder können und müssen in den entsprechenden Gebieten eine Malariaprophylaxe durchführen, da sie, wie oben ausgeführt, durch die Erkrankung besonders gefährdet sind. Die ausschließliche Mitnahme eines Notfallmedikaments, sog. stand-by-Strategie, ist bei Kindern eher problematisch, da im Verdachtsfall möglichst frühzeitig ein Arzt zu konsultieren ist.
Reisen mit Kindern ist sicher ein Höhepunkt im Familienleben, sollte aber mit der notwendigen Sorgfalt geplant werden.