KW 7 / 2009: Epidemiologische Informationen

Masern in NeuseelandIn einer Familie von Impfgegnern sind die Masern aufgetreten. Es handelt sich um eine Familie mit 4 Kindern. Vier Kinder waren nach einem Aufenthalt in Viet Nam erkrankt. Ein weiteres Kind erkrankte durch engen Kontakt mit der Familie. Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Masern in Neuseeland seit 1996 und um den ersten Fall von Masern in der betroffenen Region (Dunedin) seit 2001. Insgesamt waren im Vorjahr in Neuseeland nur 12 Erkrankungsfälle von Masern registriert worden.
Reisende in tropische und subtropische Länder sollten grundsätzlich im Rahmen der medizinischen Reisevorbereitung auch den Immunschutz gegen Masern überprüfen lassen (ProMED, 10. Februar 2009).
Chagas-Krankheit in Spanien aus LateinamerikaIn Spanien wird seit einiger Zeit ein kontinuierlicher Anstieg von Patienten mit Chagas-Krankheit beobachtet. Nach Angaben einer privaten Organisation waren im Jahr 2008 rund 450 Erkrankungsfälle der in erster Linie durch Raubwanzen übertragenen und nicht-meldepflichtigen Protozoen-Infektion in Spanien diagnostiziert worden. Die Erkrankungsfälle wurden in erster Linie in Katalonien, Madrid, Murcia und Valencia diagnostiziert. Die Erkrankungsfälle treten fast ausschließlich bei Einwanderern aus Lateinamerika auf. Jedoch sehen Experten zunehmend das Blutspendesystem Spaniens bedroht, da die Infektion auch durch kontaminiertes Blut übertragen werden kann. Daher fordern einige Experten eine Pflichttestung von Blutspenden auf Trypanosoma chagasi. Auch eine intrauterine Übertragung ist möglich und wird von spanischen Experten zunehmend befürchtet. Reisende mit Bluttransfusionen aus Spanien sollten ggf. eine entsprechende Nachuntersuchung durchführen. Von der mehr und mehr geübten Praxis, Operationen im billigeren Spanien durchzuführen, sollte abgeraten werden (ProMED; 9. Februar 2009).
Masern in AustralienDie Gesundheitsbehörden des australischen Bundesstaats Queensland warnen vor einem möglichen Masernausbruch. Das Auftreten von 2 Erkrankungsfällen bei jungen Erwachsenen veranlassen die Behörden zu dieser Warnung. Der Indexfall scheint sich außerhalb von Australien infiziert zu haben. Genauere Informationen wurden dazu nicht mitgeteilt. Ein zweiter junger Erwachsener hat sich am Indexfall infiziert. Aktuell ist unklar, ob evtl. weitere Infektionen auftreten. Die Gesundheitsbehörden informieren die Bevölkerung über die Anfangssymptome der Masern und mahnen zur Wachsamkeit. Reisende in tropische und subtropische Länder sollten grundsätzlich im Rahmen der medizinischen Reisevorbereitung auch den Immunschutz gegen Masern überprüfen lassen, nicht zuletzt auch zum Schutz der Bevölkerung des Gastlandes (ProMED, 10. Februar 2009).
Tollwut in MexikoAus der Region der Stadt Xichu im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato wird ein Tollwut-Ausbruch gemeldet. Betroffen sind bisher in erster Linie Rinder. Menschliche Erkrankungsfälle wurden bisher nicht bekannt. Der genaue Übertragungsmodus ist bisher nicht klar, jedoch ist vermutlich von einem Ausbruch vom urbanen Typ auszugehen, bei dem streunende oder verwilderte Hunde die Überträger sind. Für eine Übertragung durch infizierte Fledermäuse gibt es aktuell keine Hinweise. Die Behörden warnen nun die Bevölkerung, Fleisch von an Tollwut verendeten Rindern zu verzehren. Reisende in die Region des genannten Bundesstaats sollten alle Maßnahmen zum Schutz vor Bissen oder direktem Kontakt mit streunenden Hunden ergreifen. Im Fall eines entsprechenden Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 8. Februar 2009).
Masern in der SchweizIm Schweizer Kanton Vaud am Genfer See wird eine deutlich erhöhte Masern-Aktivität beobachtet. Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 50 Menschen an Masern erkrankt, dies ist die Zahl, die normalerweise in der Region im gesamten Jahr registriert wird. Ende Januar war in Genf ein Todesfall an Masern zu beklagen. Betroffen sind u.a. Schülerinnen und Schüler einer Steiner-Schule in der Stadt Crissier, sowie deren Geschwister. Mehr als 90% der Erkrankten sind nach den Angaben der Gesundheitsbehörden nicht gegen Masern geimpft. Reisende in den genannten Kanton, insbesondere Kinder und Jungendliche, sollten einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern aufweisen (ProMED, 8. Februar 2009).
Ethylenglykol-Vergiftung in NigeriaEin Sirup gegen Schmerzen beim Zahnen wurde als Ursache für einen Vergiftungsausbruch in Nigeria ermittelt. Es handelt sich um einen Saft, der Ethylenglykol (vermutlich als Süßungsmittel) enthält. Bisher sind den Behörden mindestens 111 Erkrankungsfälle zur Kenntnis gelangt, 84 Babys mussten die Einnahme des Safts bisher mit ihrem Leben bezahlen. Die Erkrankungsfälle traten landesweit auf. Der Saft wurde in Nigeria hergestellt. Es gibt bisher keine Hinweise, dass entsprechender Saft ins Ausland gelangt ist. Reisende nach Nigeria sollten bis zur weiteren Klärung keinen Saft gegen Schmerzen beim Zahnen kaufen oder benutzen (ProMED, 8. Februar 2009).
Leptospirose auf FidschiDie Zahl der an Leptospirose erkrankten Personen nimmt zu. Aktuell berichten die Gesundheitsbehörden von mindestens 9 Erkrankungsfällen und 2, möglicherweise sogar 3 Todesfällen. Die Todesfälle stammten aus Nadi. Die Behörden gaben nun eine Warnung heraus und forderten alle Bewohner der ozeanischen Inselgruppe auf, bei fieberhaften Infektionen sofort einen Arzt zur Abklärung und ggf. frühzeitigen antibiotischen Therapie aufzusuchen. Die Leptospirose wird in erster Linie in überschwemmten Regionen durch die im Wasser befindlichen Leptospiren übertragen. Infektion erfolgt durch kleinste Mikroverletzungen der Haut. Reisende in Überschwemmungsgebieten sollten versuchen jeden direkten Kontakt zwischen Haut und Wasser zu vermeiden (ProMED, 7. Februar 2009).
Mumps in EnglandIn der südwestenglischen Hafenstadt Plymouth wird in den letzten Wochen und Monaten eine verstärkte Mumps-Aktivität beobachtet. Betroffen sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 10 bis 30 Jahren. Insgesamt ist augenblicklich von mindestens 39 Erkrankungsfällen die Rede, die im vergangenen und in diesem Jahr aufgetreten sind. Die genannte Altersgruppe war nicht gegen Mumps, sondern nur gegen Masern und Röteln geimpft worden, da der MMR-Impfstoff erst 1988 in England eingeführt worden war. Reisende nach Plymouth und in die Umgebung der Stadt sollten über eine ausreichende Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 11. Februar 2009).
Meningokokken-Meningitis in Indien und BangladeschIm Nordosten Indiens ist eine hohe Meningokokken-Aktivität zu verzeichnen. Es ist von mehr als 2.000 Erkrankungsfällen und von mittlerweile mindestens 165 Todesfällen die Rede. Betroffen sind in erster Linie die indischen Bundesstaaten Meghalaya, Mizoram und Tripura. Am stärksten betroffen scheint der Bundesstaat Meghalaya zu sein mit bisher rund 140 Todesfällen. Aktuell werden erste Erkrankungsfälle auch aus Bangladesch gemeldet, so dass von einer Ausbreitung in östlicher Richtung auszugehen ist. Zum verursachenden Serotyp wurden bisher keine Angaben gemacht. Reisende in die genannten Regionen Indiens und nach Bangladesch sollten bei Haushaltskontakten mit der einheimischen Bevölkerung über einen Immunschutz gegen Meningokokken (ACWY) verfügen (ProMED, 11. Februar 2009).
Cholera in GhanaAus der Ostprovinz des westafrikanischen Landes Ghana wird ein Cholera-Ausbruch gemeldet. Die betroffene Region liegt im Südosten des Landes, an der Grenze zu Togo, wo ebenfalls über einen Cholera-Ausbruch berichtet wurde. Von 10. Dezember bis zum 4. Januar wurden 88 Erkrankungsfälle gezählt. Der Verantwortliche der ghanaischen Gesundheitsbehörde nennt als Gründe für den Cholera-Ausbruch u.a. den Mangel an sauberem Trinkwasser und die schlechte Umwelthygiene in den betroffenen Distrikten. Reisende nach Ghana und insbesondere in die Ostprovinz des Landes sollten alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt befolgen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue- Fieber in MalaysiaIn Malaysia haben sich die Erkrankungszahlen mit Dengue-Fieber in den ersten fünf Wochen des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt. Insgesamt ist von mehr als 6.600 Erkrankungsfällen und 18 Todesfällen die Rede. Am stärksten betroffen ist Selangor. Die Erkrankungszahlen gingen in der fünften Woche im Vergleich zur ersten Woche des Jahres zurück. Trotzdem ist die Aktivität der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion noch stark erhöht. Reisende nach Malaysia und insbesondere nach Selangor sollten augenblicklich die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe beachten (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in ThailandIn Thailand wurde von den nationalen Gesundheitsbehörden ein Krisenteam eingesetzt, um die deutlich erhöhte Dengue-Aktivität einzudämmen. Aktuell wurden in den ersten 5 Wochen des Jahres schon knapp 1.700 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres. Genauere Angaben zur Verbreitung oder ggf. Hotspots der Aktivität in Thailand wurden nicht mitgeteilt, so dass von einer weitgehend landesweiten Verbreitung auszugehen ist. Reisende nach Thailand sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (proMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in IndonesienIndonesien meldet aktuell, insbesondere in zwei Regionen des Landes, eine erhöhte Dengue-Aktivität. In Ost-Java sind im Januar 2009 mehr als 100 Erkrankungsfälle registriert worden. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben daraufhin den Dengue-Fieber-Notstand ausgerufen. In West-Sulawesi ist aktuell insbesondere der Distrikt Mamuju betroffen. Dort waren mindestens 26 Menschen erkrankt und ein Patient an der Infektion verstorben. Reisende nach Indonesien und insbesondere in die beiden genannten Regionen sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Sri LankaIn der Hauptstadt Sri Lankas wird ein starker Anstieg der Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber registriert. Aktuell ist von mehr als 110 Erkrankungsfällen und zwei Todesfällen bei Kindern innerhalb der Stadtgrenzen allein im Januar 2009 die Rede. Die Situation außerhalb der Hauptstadt ist aufgrund der politischen Verhältnisse weitgehend unklar. Die Gesundheitsbehörden fordern die Bevölkerung auf, alle Stechmücken-Brutplätze in und um die die Wohnungen und Wohnhäuser zu zerstören. Reisende nach Sri Lanka sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Neu-KaledonienIm pazifischen Inselstaat Neu-Kaledonien sind seit Jahresbeginn mehr als 500 Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber registriert worden. Damit wurde von den lokalen Gesundheitsbehörden der Status eines Dengue-Ausbruchs erklärt. Betroffen sind insbesondere die Hauptstadt Noumea und die südlich gelegenen Landesteile. Die Gesundheitsbehörden berichten über einen ungewöhnlich starken Anstieg der Erkrankungsfälle innerhalb der letzten Woche, so dass von einer Zunahme der Aktivität auszugehen ist. Reisende nach Neu-Kaledonien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Französisch-GuyanaDie Verwaltung der Provinz Cayenne, der Hauptstadt des südamerikanischen Landes Französisch-Guyana, erklärt, dass sich in den letzten Wochen die aktuelle Dengue-Situation zu einer epidemischen Lage entwickelt hat. Betroffen sind nach Angaben der Behörden insbesondere die Regionen von Kourou und St. Laurent du Maroni. Bisher wurden mehr als 425 Erkrankungsfälle gezählt. Gleichzeitig wird über einen Anstieg der Malariafälle berichtet. Reisende nach Neu-Kaledonien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Rio de Janeiro, BrasilienAus der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro wird eine hohe Dengue-Aktivität gemeldet. Aktuell wurden knapp 600 Erkrankungsfälle, darunter 6 Todesfälle gezählt. Betroffen sind insbesondere Personen mittleren Lebensalters. Aktuell beginnt die Karnevalszeit in Rio, so dass Reisende vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen sollten (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in BolivienAus Bolivien wird eine sehr hohe Dengue-Fieber-Aktivität gemeldet. Aktuell treten pro Tag etwa 1.000 Erkrankungsfälle auf. Bisher sind mindestens 12.000 Menschen erkrankt und 5 Todesfälle bei Patienten aufgetreten. Rund Dreiviertel der Erkrankungsfälle traten im Osten Boliviens im Department Santa Cruz auf. Der Rest wurde aus den Departements Beni, Cochabamba, Tarija, Pando, Chuquisaca, La Paz, Oruro und Potosi gemeldet. Reisende nach Bolivien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in PeruDie Regenwald-Region von Ucayali im Osten des Landes, an der Grenze zu Brasilien, wurde von den dortigen Gesundheitsbehörden zum Dengue-Notstandsgebiet erklärt. In der Tieflandregion herrschen augenblicklich aufgrund der in den Bergen ablaufenden Regenzeit heftige Überschwemmungen, die Stechmücken ideale Brutmöglichkeiten bieten und die Stechmücken-Bekämpfung sehr schwierig machen. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist bisher unklar. Auch genauere Zahlen von Erkrankten oder möglichen Todesfällen wurden nicht genannt. Reisende in das peruanische Tiefland sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Masern in Neuseeland
In einer Familie von Impfgegnern sind die Masern aufgetreten. Es handelt sich um eine Familie mit 4 Kindern. Vier Kinder waren nach einem Aufenthalt in Viet Nam erkrankt. Ein weiteres Kind erkrankte durch engen Kontakt mit der Familie. Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Masern in Neuseeland seit 1996 und um den ersten Fall von Masern in der betroffenen Region (Dunedin) seit 2001. Insgesamt waren im Vorjahr in Neuseeland nur 12 Erkrankungsfälle von Masern registriert worden. Reisende in tropische und subtropische Länder sollten grundsätzlich im Rahmen der medizinischen Reisevorbereitung auch den Immunschutz gegen Masern überprüfen lassen (ProMED, 10. Februar 2009).
Chagas-Krankheit in Spanien aus Lateinamerika
In Spanien wird seit einiger Zeit ein kontinuierlicher Anstieg von Patienten mit Chagas-Krankheit beobachtet. Nach Angaben einer privaten Organisation waren im Jahr 2008 rund 450 Erkrankungsfälle der in erster Linie durch Raubwanzen übertragenen und nicht-meldepflichtigen Protozoen-Infektion in Spanien diagnostiziert worden. Die Erkrankungsfälle wurden in erster Linie in Katalonien, Madrid, Murcia und Valencia diagnostiziert. Die Erkrankungsfälle treten fast ausschließlich bei Einwanderern aus Lateinamerika auf. Jedoch sehen Experten zunehmend das Blutspendesystem Spaniens bedroht, da die Infektion auch durch kontaminiertes Blut übertragen werden kann. Daher fordern einige Experten eine Pflichttestung von Blutspenden auf Trypanosoma chagasi. Auch eine intrauterine Übertragung ist möglich und wird von spanischen Experten zunehmend befürchtet. Reisende mit Bluttransfusionen aus Spanien sollten ggf. eine entsprechende Nachuntersuchung durchführen. Von der mehr und mehr geübten Praxis, Operationen im billigeren Spanien durchzuführen, sollte abgeraten werden (ProMED; 9. Februar 2009).
Masern in Australien
Die Gesundheitsbehörden des australischen Bundesstaats Queensland warnen vor einem möglichen Masernausbruch. Das Auftreten von 2 Erkrankungsfällen bei jungen Erwachsenen veranlassen die Behörden zu dieser Warnung. Der Indexfall scheint sich außerhalb von Australien infiziert zu haben. Genauere Informationen wurden dazu nicht mitgeteilt. Ein zweiter junger Erwachsener hat sich am Indexfall infiziert. Aktuell ist unklar, ob evtl. weitere Infektionen auftreten. Die Gesundheitsbehörden informieren die Bevölkerung über die Anfangssymptome der Masern und mahnen zur Wachsamkeit. Reisende in tropische und subtropische Länder sollten grundsätzlich im Rahmen der medizinischen Reisevorbereitung auch den Immunschutz gegen Masern überprüfen lassen, nicht zuletzt auch zum Schutz der Bevölkerung des Gastlandes (ProMED, 10. Februar 2009).
Tollwut in Mexiko
Aus der Region der Stadt Xichu im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato wird ein Tollwut-Ausbruch gemeldet. Betroffen sind bisher in erster Linie Rinder. Menschliche Erkrankungsfälle wurden bisher nicht bekannt. Der genaue Übertragungsmodus ist bisher nicht klar, jedoch ist vermutlich von einem Ausbruch vom urbanen Typ auszugehen, bei dem streunende oder verwilderte Hunde die Überträger sind. Für eine Übertragung durch infizierte Fledermäuse gibt es aktuell keine Hinweise. Die Behörden warnen nun die Bevölkerung, Fleisch von an Tollwut verendeten Rindern zu verzehren. Reisende in die Region des genannten Bundesstaats sollten alle Maßnahmen zum Schutz vor Bissen oder direktem Kontakt mit streunenden Hunden ergreifen. Im Fall eines entsprechenden Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 8. Februar 2009).
Masern in der Schweiz
Im Schweizer Kanton Vaud am Genfer See wird eine deutlich erhöhte Masern-Aktivität beobachtet. Seit Jahresbeginn sind schon mehr als 50 Menschen an Masern erkrankt, dies ist die Zahl, die normalerweise in der Region im gesamten Jahr registriert wird. Ende Januar war in Genf ein Todesfall an Masern zu beklagen. Betroffen sind u.a. Schülerinnen und Schüler einer Steiner-Schule in der Stadt Crissier, sowie deren Geschwister. Mehr als 90% der Erkrankten sind nach den Angaben der Gesundheitsbehörden nicht gegen Masern geimpft. Reisende in den genannten Kanton, insbesondere Kinder und Jungendliche, sollten einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern aufweisen (ProMED, 8. Februar 2009).
Ethylenglykol-Vergiftung in Nigeria
Ein Sirup gegen Schmerzen beim Zahnen wurde als Ursache für einen Vergiftungsausbruch in Nigeria ermittelt. Es handelt sich um einen Saft, der Ethylenglykol (vermutlich als Süßungsmittel) enthält. Bisher sind den Behörden mindestens 111 Erkrankungsfälle zur Kenntnis gelangt, 84 Babys mussten die Einnahme des Safts bisher mit ihrem Leben bezahlen. Die Erkrankungsfälle traten landesweit auf. Der Saft wurde in Nigeria hergestellt. Es gibt bisher keine Hinweise, dass entsprechender Saft ins Ausland gelangt ist. Reisende nach Nigeria sollten bis zur weiteren Klärung keinen Saft gegen Schmerzen beim Zahnen kaufen oder benutzen (ProMED, 8. Februar 2009).
Leptospirose auf Fidschi
Die Zahl der an Leptospirose erkrankten Personen nimmt zu. Aktuell berichten die Gesundheitsbehörden von mindestens 9 Erkrankungsfällen und 2, möglicherweise sogar 3 Todesfällen. Die Todesfälle stammten aus Nadi. Die Behörden gaben nun eine Warnung heraus und forderten alle Bewohner der ozeanischen Inselgruppe auf, bei fieberhaften Infektionen sofort einen Arzt zur Abklärung und ggf. frühzeitigen antibiotischen Therapie aufzusuchen. Die Leptospirose wird in erster Linie in überschwemmten Regionen durch die im Wasser befindlichen Leptospiren übertragen. Infektion erfolgt durch kleinste Mikroverletzungen der Haut. Reisende in Überschwemmungsgebieten sollten versuchen jeden direkten Kontakt zwischen Haut und Wasser zu vermeiden (ProMED, 7. Februar 2009).
Mumps in England
In der südwestenglischen Hafenstadt Plymouth wird in den letzten Wochen und Monaten eine verstärkte Mumps-Aktivität beobachtet. Betroffen sind insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 10 bis 30 Jahren. Insgesamt ist augenblicklich von mindestens 39 Erkrankungsfällen die Rede, die im vergangenen und in diesem Jahr aufgetreten sind. Die genannte Altersgruppe war nicht gegen Mumps, sondern nur gegen Masern und Röteln geimpft worden, da der MMR-Impfstoff erst 1988 in England eingeführt worden war. Reisende nach Plymouth und in die Umgebung der Stadt sollten über eine ausreichende Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 11. Februar 2009).
Meningokokken-Meningitis in Indien und Bangladesch
Im Nordosten Indiens ist eine hohe Meningokokken-Aktivität zu verzeichnen. Es ist von mehr als 2.000 Erkrankungsfällen und von mittlerweile mindestens 165 Todesfällen die Rede. Betroffen sind in erster Linie die indischen Bundesstaaten Meghalaya, Mizoram und Tripura. Am stärksten betroffen scheint der Bundesstaat Meghalaya zu sein mit bisher rund 140 Todesfällen. Aktuell werden erste Erkrankungsfälle auch aus Bangladesch gemeldet, so dass von einer Ausbreitung in östlicher Richtung auszugehen ist. Zum verursachenden Serotyp wurden bisher keine Angaben gemacht. Reisende in die genannten Regionen Indiens und nach Bangladesch sollten bei Haushaltskontakten mit der einheimischen Bevölkerung über einen Immunschutz gegen Meningokokken (ACWY) verfügen (ProMED, 11. Februar 2009).
Cholera in Ghana
Aus der Ostprovinz des westafrikanischen Landes Ghana wird ein Cholera-Ausbruch gemeldet. Die betroffene Region liegt im Südosten des Landes, an der Grenze zu Togo, wo ebenfalls über einen Cholera-Ausbruch berichtet wurde. Von 10. Dezember bis zum 4. Januar wurden 88 Erkrankungsfälle gezählt. Der Verantwortliche der ghanaischen Gesundheitsbehörde nennt als Gründe für den Cholera-Ausbruch u.a. den Mangel an sauberem Trinkwasser und die schlechte Umwelthygiene in den betroffenen Distrikten. Reisende nach Ghana und insbesondere in die Ostprovinz des Landes sollten alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt befolgen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue- Fieber in Malaysia
In Malaysia haben sich die Erkrankungszahlen mit Dengue-Fieber in den ersten fünf Wochen des Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt. Insgesamt ist von mehr als 6.600 Erkrankungsfällen und 18 Todesfällen die Rede. Am stärksten betroffen ist Selangor. Die Erkrankungszahlen gingen in der fünften Woche im Vergleich zur ersten Woche des Jahres zurück. Trotzdem ist die Aktivität der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion noch stark erhöht. Reisende nach Malaysia und insbesondere nach Selangor sollten augenblicklich die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe beachten (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Thailand
In Thailand wurde von den nationalen Gesundheitsbehörden ein Krisenteam eingesetzt, um die deutlich erhöhte Dengue-Aktivität einzudämmen. Aktuell wurden in den ersten 5 Wochen des Jahres schon knapp 1.700 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres. Genauere Angaben zur Verbreitung oder ggf. Hotspots der Aktivität in Thailand wurden nicht mitgeteilt, so dass von einer weitgehend landesweiten Verbreitung auszugehen ist. Reisende nach Thailand sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (proMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Indonesien
Indonesien meldet aktuell, insbesondere in zwei Regionen des Landes, eine erhöhte Dengue-Aktivität. In Ost-Java sind im Januar 2009 mehr als 100 Erkrankungsfälle registriert worden. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben daraufhin den Dengue-Fieber-Notstand ausgerufen. In West-Sulawesi ist aktuell insbesondere der Distrikt Mamuju betroffen. Dort waren mindestens 26 Menschen erkrankt und ein Patient an der Infektion verstorben. Reisende nach Indonesien und insbesondere in die beiden genannten Regionen sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Sri Lanka
In der Hauptstadt Sri Lankas wird ein starker Anstieg der Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber registriert. Aktuell ist von mehr als 110 Erkrankungsfällen und zwei Todesfällen bei Kindern innerhalb der Stadtgrenzen allein im Januar 2009 die Rede. Die Situation außerhalb der Hauptstadt ist aufgrund der politischen Verhältnisse weitgehend unklar. Die Gesundheitsbehörden fordern die Bevölkerung auf, alle Stechmücken-Brutplätze in und um die die Wohnungen und Wohnhäuser zu zerstören. Reisende nach Sri Lanka sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Neu-Kaledonien
Im pazifischen Inselstaat Neu-Kaledonien sind seit Jahresbeginn mehr als 500 Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber registriert worden. Damit wurde von den lokalen Gesundheitsbehörden der Status eines Dengue-Ausbruchs erklärt. Betroffen sind insbesondere die Hauptstadt Noumea und die südlich gelegenen Landesteile. Die Gesundheitsbehörden berichten über einen ungewöhnlich starken Anstieg der Erkrankungsfälle innerhalb der letzten Woche, so dass von einer Zunahme der Aktivität auszugehen ist. Reisende nach Neu-Kaledonien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Französisch-Guyana
Die Verwaltung der Provinz Cayenne, der Hauptstadt des südamerikanischen Landes Französisch-Guyana, erklärt, dass sich in den letzten Wochen die aktuelle Dengue-Situation zu einer epidemischen Lage entwickelt hat. Betroffen sind nach Angaben der Behörden insbesondere die Regionen von Kourou und St. Laurent du Maroni. Bisher wurden mehr als 425 Erkrankungsfälle gezählt. Gleichzeitig wird über einen Anstieg der Malariafälle berichtet. Reisende nach Neu-Kaledonien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Rio de Janeiro, Brasilien
Aus der brasilianischen Stadt Rio de Janeiro wird eine hohe Dengue-Aktivität gemeldet. Aktuell wurden knapp 600 Erkrankungsfälle, darunter 6 Todesfälle gezählt. Betroffen sind insbesondere Personen mittleren Lebensalters. Aktuell beginnt die Karnevalszeit in Rio, so dass Reisende vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen sollten (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Bolivien
Aus Bolivien wird eine sehr hohe Dengue-Fieber-Aktivität gemeldet. Aktuell treten pro Tag etwa 1.000 Erkrankungsfälle auf. Bisher sind mindestens 12.000 Menschen erkrankt und 5 Todesfälle bei Patienten aufgetreten. Rund Dreiviertel der Erkrankungsfälle traten im Osten Boliviens im Department Santa Cruz auf. Der Rest wurde aus den Departements Beni, Cochabamba, Tarija, Pando, Chuquisaca, La Paz, Oruro und Potosi gemeldet. Reisende nach Bolivien sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).
Dengue-Fieber in Peru
Die Regenwald-Region von Ucayali im Osten des Landes, an der Grenze zu Brasilien, wurde von den dortigen Gesundheitsbehörden zum Dengue-Notstandsgebiet erklärt. In der Tieflandregion herrschen augenblicklich aufgrund der in den Bergen ablaufenden Regenzeit heftige Überschwemmungen, die Stechmücken ideale Brutmöglichkeiten bieten und die Stechmücken-Bekämpfung sehr schwierig machen. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist bisher unklar. Auch genauere Zahlen von Erkrankten oder möglichen Todesfällen wurden nicht genannt. Reisende in das peruanische Tiefland sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. Februar 2009).