KW 6 / 2009: Epidemiologische Informationen

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Cholera in Yunnan
Chinesische Gesundheitsbehörden melden, dass im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan Mitte Januar ein Cholera-Ausbruch zu verzeichnen war. In Verlauf des Ausbruchs erkrankten 20 Personen an der Cholera, bei weiteren 27 Personen konnte der Erreger, Vibrio cholerae vom Serotyp O139, im Stuhl nachgewiesen werden. Als Infektionsquelle konnte ein Begräbnisfest ausgemacht werden. Alle Erkrankten hatten das Begräbnis besucht.

Von den insgesamt 588 Teilnehmern waren 47 infiziert worden. Die genaue Infektionsquelle wurde nicht mitgeteilt. Generell sollten Reisende in den südost- und ostasiatischen Raum die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Amöbenruhr auf den Philippinen
In der philippinischen Provinz Bukidnon, im Norden der Insel Mindanao, sind mindestens 6 Menschen an Amöbenruhr verstorben. Nach Auskunft der lokalen Gesundheitsbehörden ist rund die Hälfte der Bevölkerung einer der betroffenen Ortschaften an der Amöbenruhr erkrankt. Der Ausbruch begann Ende Dezember des letzten Jahres. Infektionsquelle des Ausbruchs könnte das Wasser einer Quelle sein, die weder chloriert noch in sonstiger Weise sanitärhygienisch geschützt oder überwacht wird. Entsprechende Ausbrüche mit hohen Erkrankungs- und Todeszahlen durch Amöbenruhr sind ungewöhnlich. Möglicherweise sind andere enteropathogene Erreger am Ausbruch beteiligt. Reisende auf die Philippinen sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Durchfall auf Fidschi
Von den Fidschi-Inseln wird ein Ausbruch von Durchfall-Erkrankungen gemeldet. Die Gesundheitsbehörden sprechen von mehr als 100 Erkrankungsfällen, die innerhalb kurzer Zeit in der Zentralregion und hier insbesondere in Rewa, Tailevu und Naitasiri auftraten. Nach einer Überschwemmung werden aktuell auch ansteigende Zahlen in der Westregion gemeldet. Die betroffenen Regionen liegen auf Viti Levu, der Hauptinsel der Fidschi-Inseln. Angaben über die Ursache(n) wurden bisher nicht mitgeteilt. Reisende auf die Fidschi-Inseln und insbesondere auf Viri Levu sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Leptospirose auf Fidschi
Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden wird auf Fidschi eine erhöhte Aktivität der Leptospirose beobachtet. Es wird über mindestens 3 Erkrankungen berichtet, die in den von Überschwemmungen betroffenen Ortschaften Rewa, Tailevu und Naitasiri in der Zentralregion der Hauptinsel Viti Levu auftraten. Genauere Informationen sind aktuell nicht verfügbar. Die Leptospirose wird durch Nagetiere übertragen, die chronisch mit dem jeweiligen Leptospiren-Typ infiziert sind und über den Urin ausgeschieden werden. Leptospirose-Ausbrüche nach Überschwemmungen werden häufig beobachtet. Die Nager flüchten aus den überschwemmten Bauten und kontaminieren Quell-, Fluss- und/oder Grundwasser. Reisende in überschwemmten Regionen und besonders aktuell auf den Fidschi-Inseln sollten jeden direkten Hautkontakt mit Wasser vermeiden und natürliches Wasser nur in abgekochtem Zustand verwenden (ProMED, 5. Februar 2009).

Masern in Australien
Im australischen Bundesstaat Victoria wird eine erhöhte Masern-Aktivität beobachtet. Seit Jahresbeginn wurden bereits 11 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Im gesamten Vorjahr waren nur 2 Erkrankungsfälle zur Meldung gelangt. Betroffen sind aktuell Jugendliche und Erwachsene. Genaue Informationen zu etwaigen Indexfällen oder zum Impfstatus der betroffenen Patienten sind nicht bekannt. Zur medizinischen Reisevorbereitung sollte generell eine Kontrolle des vorhandenen Masern-Schutzes gehören und dieser ggf. durchgeführt oder vervollständigt werden (ProMED, 5. Februar 2009).

Salmonellose in Nordamerika
Ein Salmonellose-Ausbruch wird aktuell aus Nordamerika berichtet. Besonders betroffen sind die USA, einzelne Fälle treten jetzt auch in Kanada auf. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen der größten Ausbrüche der letzten Jahre. Als Ursache konnte Erdnuss-Butter der amerikanischen Firma Peanut Corp. Of America identifiziert werden. Die Aktivitäten der Hersteller-Firma zur Eindämmung des Ausbruchs werden von der Behörde als tadelnswert und kriminell bezeichnet. Aktuell sind mehr als 550 Personen in mindestens 43 US-Bundesstaaten und in Kanada erkrankt. Der Ausbruch begann Mitte Dezember. Betroffen sind Produkte einer Reihe von großen Nahrungsmittel-Herstellern, u.a. Kellogg, Little Debbie oder Starbucks. Bis zur endgültigen Aufklärung und der Entfernung der kontaminierten Produkte vom Markt sollten Nahrungsmittel mit Erdnuss-Butter vermieden werden (ProMED, 4. Februar 2009).

Milzbrand in der Mongolei
Chinesische Quellen berichten über einen Milzbrand-Ausbruch in der mongolischen Khovsgol Provinz. Die Provinz liegt im äußersten Norden der Mongolei, an der Grenze zu Russland. Betroffen sind bisher Tiere. Menschliche Erkrankungsfälle sind nicht bekannt. Nähere Angaben zur Infektionsquelle oder dem Übertragungsweg sind nicht bekannt. Nachdem es sich bisher um sporadische Fälle zu handeln scheint und aktuell dort strenger Winter herrscht, könnte es sich um kontaminiertes Futter als Infektionsquelle handeln. Reisende sollten grundsätzlich jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED; 4. Februar 2009).

Hepatitis A bei Ägypten-Reisenden
In mehreren europäischen Ländern wurde bei Reiserückkehrern aus Ägypten eine Hepatitis A diagnostiziert. Erkrankungsfälle werden aus Frankreich, Belgien und aus Deutschland gemeldet. Alle Fälle sind sicher oder wahrscheinlich im Laufe von Nil-Kreuzfahrten assoziiert. Die europäischen Gesundheitsbehörden weisen auf das aktuell erhöhte Infektionsrisiko hin und fordern eine verstärkte Hepatitis A-Aufklärung und -Impfaktivität bei Reisenden nach Ägypten (ProMED, 4. Februar 2009).

Fugu-Vergiftung in Japan
7 Männer befinden sich in Krankenhäusern, nachdem sie in Tsuruoka in der Präfektur Yamagata in Japan Kugelfisch gegessen haben. 2 Patienten befinden sich in kritischem Zustand. Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden handelte es sich bei dem Restaurant um einen in der Zubereitung dieser Spezialität unerfahrenen Koch. Der Restaurant-Besitzer gibt zu, keine Lizenz für die Zubereitung des Fufu oder Kugelfischs zu besitzen. Bei Fufu handelt es sich um speziell zubereiteten rohen Kugelfisch. Kugelfische enthalten das hochgiftige Neurotoxin Tetrodotoxin. Dieses kann zu Nervenschäden mit Muskellähmungen und zum Tod führen. Durch falsche Zubereitung kann es zur Kontamination des Fleisches mit Tetrodotoxin-haltigem Gewebe kommen. Der Verzehr führt zu neurologischen Symptomen, die abhängig von der aufgenommenen Toxinmenge unterschiedliche Ausmaße aufweisen und zum Tod führen können. Eine ursächliche Therapie ist nicht bekannt. Reisende nach Japan sollten ausschließlich in lizenzierten Restaurants Fugu verzehren (ProMED, 29. Januar 2009).

Gelbfieber in Venezuela
Im venezolanischen Bundesstaat Aragua konnte der Tod von mindestens 8 Affen auf Infektionen mit Gelbfieber zurückgeführt werden. Bisher gibt es keine menschlichen Erkrankungsfälle. Die Gesundheitsbehörden sehen im Tod der Affen Anzeichen für eine erhöhte Aktivität des silvatischen Gelbfieber-Naturzyklus und empfehlen der Bevölkerung der betroffenen Region dringend zur Impfung gegen Gelbfieber. Aragua liegt im nordzentralen bereich Venezuelas. Die letzten bekannten menschlichen Gelbfieber-Fälle resultieren aus dem Jahr 2005. Reisende in die Regenwald-Regionen Venezuelas sollten über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 30. Januar 2009).

Mumps in Wales
In Wales ist eine Reihe von Kindern an Mumps erkrankt. Betroffen sind die beiden Inseln Gwynedd und Anglesey an der Nordwestküste von Wales. Mindestens 16 Erkrankungsfälle traten bisher auf, davon 10 bei Schulkindern, die von der Schule nach Hause geschickt wurden, nachdem Symptome der Erkrankungen auftraten. Es handelt sich überwiegend um ältere Schulkinder, die vermutlich nur eine einzige Mumps-Impfung bekommen haben. Die Mumps-Impfviren sind gegenüber Temperatureinflüssen äußerst empfindlich und resultieren in einer Impfeffektivität nach einer MMR-Impfung von rund 70%. Die zweite MMR-Impfung soll die vorhandene Impflücke weitgehend schließen. Reisende auf die genannten Inseln sollten über eine Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 31. Januar 2009).

Milzbrand in Uruguay
In Uruguay sind zwei Farmarbeiter mit Haut-Milzbrand in Krankenhäuser eingewiesen worden. Die Erkrankungen traten in Durazno, rund 180 km nördlich der Hauptstadt Montevideo auf. Die Erkrankungen waren nach direktem Kontakt mit erkrankten, bzw. verendeten Rindern aufgetreten. Nach Angaben der Behörden tritt Milzbrand in Uruguay endemisch auf. Reisende nach Uruguay sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten oder verendeten Tieren vermeien (ProMED, 30. Januar 2009).

Marburg Fieber im Jahr 2008 in den USA
Die CDC haben mitgeteilt, dass im Jahr 2008 ein Fall von Marburg Fieber in den USA diagnostiziert werden konnte. Es handelt sich um einen Reiserückkehrer aus Uganda. Der Patient stellte sich mit einem fieberhaften Infekt vor. Die Infektion erfolgte vermutlich in der sog. Python-Höhle im Maramagambo Forest des Queen Elizabeth Parks in West-Uganda. In dieser von Fledermäusen bevölkerten Höhle waren früher schon Fälle von Marburg-Fieber bei Besuchern aufgetreten. Die Höhle ist seit August 2008 für Besucher geschlossen. Der Patient überlebte die Infektion und wurde geheilt entlassen. Die Diagnose wurde erst retrospektiv durch serologische Untersuchungen gestellt. Das Beispiel zeigt, dass hinter einem fieberhaften Infekt auch ein virales hämorrhagisches Fieber verborgen sein kann. Grundsätzlich sollten fieberhafte Patienten, insbesondere aus Afrika, solange als verdächtig auf ein virales hämorrhagisches Fieber angesehen werden, bis das Gegenteil nachgewiesen ist (ProMED, 2. Februar 2009).

Mumps in Mazedonien
In der Republik Mazedonien sind allein im Januar 2009 mehr als 230 Erkrankungsfälle von Mumps aufgetreten. Betroffen sind mindestens 12 Städte des Balkanstaats. Ein Teil davon wurde mit Komplikationen (Orchitis, Meningitis) auch in Krankenhäuser eingewiesen. Betroffen sind überwiegend Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Dabei handelt es sich um die Altersgruppe, die nur eine einmalige Mumps-Impfung im Rahmen der MMR-Kinderimpfungen erhalten hatte. Diese weisen eine Effektivität für Mumps von rund 70% auf. Reisende nach Mazedonien sollten über eine ausreichende Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 1. Februar 2009).

Tollwut auf Bali, Indonesien
Die Gesundheitsbehörden der indonesischen Touristeninsel Bali warnen vor einem Tollwut-Ausbruch, der mittlerweile über die gesamte Insel verbreitet ist. Während im Dezember und Januar wöchentlich einige Tollwut-exponierte Personen in die Ambulanzen der Krankenhäuser kamen, werden aktuell bis zu 10 Personen mit möglicher Tollwut-Exposition gezählt. Betroffen sind mittlerweile auch Touristenzentren, wie z.B. Kuta. Bisher sind 6 Menschen am aktuellen Tollwut-Ausbruch verstorben. Mehr als 24.000 Hunde wurden bisher geimpft, mehr als 1.000 streunende Hunde getötet. Reisende nach Bali sollten jeden direkten Haut- und Schleimhautkontakt mit Hunden vermeiden. Im Fall eines Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 1. Februar 2009).

Hepatitis A in Lettland
Im Rahmen eines Hepatitis-Ausbruchs in Lettland sind bisher mehr als 1.000 Patienten diagnostiziert worden. Allein im Januar des Jahres 2009 wurden mehr als 200 Neuerkrankungen im Zentrum für Infektionskrankheiten in Riga gezählt. Der Ausbruch scheint schon im September letzten Jahres begonnen zu haben. Als Ursache für den Ausbruch werden viele Faktoren angeführt, u.a. die Abnahme der Immunität in der Bevölkerung durch eingeschränkte Viruszirkulation im Rahmen verbesserter Hygiene-Maßnahmen, die Einschleppung durch Einwanderer oder die Viruszirkulation in Subpopulationen der Bevölkerung (u.a. Drogenabhängige). Reisende nach Lettland sollten über eine ausreichende Immunität gegen Hepatitis A verfügen (ProMED, 1. Februar 2009).

Legionellose in en Vereinigten Arabischen Emiraten
In einem Fünf-Sterne-Hotel in Dubai am Persischen Golf sind 3 Gäste an Legionellose erkrankt. Einer der Patienten ist an der Infektion verstorben. Die genaue Ursache und Infektionsquelle sind noch unbekannt. Einzige Gemeinsamkeit der drei Erkrankungsfälle ist der gemeinsame Aufenthalt im Hotel, wobei bisher intensive Untersuchungen im Hotel zu keiner Infektionsquelle führten. Reisende mit Symptomen eines Infekts des tiefen Respirationstrakts, die aus Dubai zurückkehren und im Westin Dubai Mina Seyahi Hotel nächtigten, sollten auf Legionellose untersucht werden (PRoMED, 5. Februar 2009).

Dengue Fieber in Mexiko
Im mexikanischen Bundesstaat Sonora, im Nordwesten Mexikos, sind in diesem Jahr bereits 5 Fälle von Dengue Fieber aufgetreten. Die Erkrankungen wurden in Alamos und Nogales diagnostiziert. Die lokalen Gesundheitsbehörden betonen, dass eine Übertragung trotz der aktuell niedrigen Temperaturen stattfinden können und empfehlen allen Bewohnern Mückenbekämpfungs-Maßnahmen durchzuführen und eine persönliche Stechmücken-Expositionsprophylaxe anzuwenden. Reisende nach Mexiko und aktuell in den gesamten mittelamerikanischen Raum sollten Maßnahmen der persönlichen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. Februar 2009).

Dengue Fieber in Honduras
Im mittelamerikanischen Staat Honduras sind in diesem Jahr schon mehr als 400 Menschen am Dengue Fieber erkrankt. Dies bedeutet einen Anstieg um 100 Fälle im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rund 20 Erkrankungsfälle verliefen mit hämorrhagischen Symptomen, der Rest als klassisches Dengue Fieber. Nach den Angaben der Behörden wurden mehr als 1 Million US Dollar bereitgestellt für die Bekämpfung der Aedes aegypti-Stechmücken, insbesondere in den größeren Städten des Landes. Reisende nach Honduras sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. Februar 2009).

Dengue-Fieber in Singapur
Im südostasiatischen Stadtstaat Singapur sind im Januar 2009 rund 50% mehr Erkrankungsfälle mit Dengue Fieber registriert worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aktuell ist von mehr als 500 Erkrankungsfällen im Januar 2009 die Rede im Vergleich zu rund 350 Fällen im Januar 2008. Im benachbarten Malaysia wurde eine doppelt so hohe Zahl von Dengue-Erkrankungen gezählt wie im Vorjahr. Die singapureischen Behörden vermuten, dass die erhöhte Aktivität im Nachbarland auch einen Einfluss auf den Anstieg der Erkrankungszahlen in Singapur aufweist. Reisende nach Singapur und die benachbarten Regionen Malaysias sollten auch in den Großstädten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED; 4. Februar 2009)
Epidemiologische Informationen ( 06. KW )

Cholera in Yunnan
Chinesische Gesundheitsbehörden melden, dass im Südwesten der chinesischen Provinz Yunnan Mitte Januar ein Cholera-Ausbruch zu verzeichnen war. In Verlauf des Ausbruchs erkrankten 20 Personen an der Cholera, bei weiteren 27 Personen konnte der Erreger, Vibrio cholerae vom Serotyp O139, im Stuhl nachgewiesen werden. Als Infektionsquelle konnte ein Begräbnisfest ausgemacht werden. Alle Erkrankten hatten das Begräbnis besucht. Von den insgesamt 588 Teilnehmern waren 47 infiziert worden. Die genaue Infektionsquelle wurde nicht mitgeteilt. Generell sollten Reisende in den südost- und ostasiatischen Raum die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Amöbenruhr auf den Philippinen
In der philippinischen Provinz Bukidnon, im Norden der Insel Mindanao, sind mindestens 6 Menschen an Amöbenruhr verstorben. Nach Auskunft der lokalen Gesundheitsbehörden ist rund die Hälfte der Bevölkerung einer der betroffenen Ortschaften an der Amöbenruhr erkrankt. Der Ausbruch begann Ende Dezember des letzten Jahres. Infektionsquelle des Ausbruchs könnte das Wasser einer Quelle sein, die weder chloriert noch in sonstiger Weise sanitärhygienisch geschützt oder überwacht wird. Entsprechende Ausbrüche mit hohen Erkrankungs- und Todeszahlen durch Amöbenruhr sind ungewöhnlich. Möglicherweise sind andere enteropathogene Erreger am Ausbruch beteiligt. Reisende auf die Philippinen sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Durchfall auf Fidschi
Von den Fidschi-Inseln wird ein Ausbruch von Durchfall-Erkrankungen gemeldet. Die Gesundheitsbehörden sprechen von mehr als 100 Erkrankungsfällen, die innerhalb kurzer Zeit in der Zentralregion und hier insbesondere in Rewa, Tailevu und Naitasiri auftraten. Nach einer Überschwemmung werden aktuell auch ansteigende Zahlen in der Westregion gemeldet. Die betroffenen Regionen liegen auf Viti Levu, der Hauptinsel der Fidschi-Inseln. Angaben über die Ursache(n) wurden bisher nicht mitgeteilt. Reisende auf die Fidschi-Inseln und insbesondere auf Viri Levu sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 5. Februar 2009).

Leptospirose auf Fidschi
Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden wird auf Fidschi eine erhöhte Aktivität der Leptospirose beobachtet. Es wird über mindestens 3 Erkrankungen berichtet, die in den von Überschwemmungen betroffenen Ortschaften Rewa, Tailevu und Naitasiri in der Zentralregion der Hauptinsel Viti Levu auftraten. Genauere Informationen sind aktuell nicht verfügbar. Die Leptospirose wird durch Nagetiere übertragen, die chronisch mit dem jeweiligen Leptospiren-Typ infiziert sind und über den Urin ausgeschieden werden. Leptospirose-Ausbrüche nach Überschwemmungen werden häufig beobachtet. Die Nager flüchten aus den überschwemmten Bauten und kontaminieren Quell-, Fluss- und/oder Grundwasser. Reisende in überschwemmten Regionen und besonders aktuell auf den Fidschi-Inseln sollten jeden direkten Hautkontakt mit Wasser vermeiden und natürliches Wasser nur in abgekochtem Zustand verwenden (ProMED, 5. Februar 2009).

Masern in Australien
Im australischen Bundesstaat Victoria wird eine erhöhte Masern-Aktivität beobachtet. Seit Jahresbeginn wurden bereits 11 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Im gesamten Vorjahr waren nur 2 Erkrankungsfälle zur Meldung gelangt. Betroffen sind aktuell Jugendliche und Erwachsene. Genaue Informationen zu etwaigen Indexfällen oder zum Impfstatus der betroffenen Patienten sind nicht bekannt. Zur medizinischen Reisevorbereitung sollte generell eine Kontrolle des vorhandenen Masern-Schutzes gehören und dieser ggf. durchgeführt oder vervollständigt werden (ProMED, 5. Februar 2009).

Salmonellose in Nordamerika
Ein Salmonellose-Ausbruch wird aktuell aus Nordamerika berichtet. Besonders betroffen sind die USA, einzelne Fälle treten jetzt auch in Kanada auf. Nach Angaben der Behörden handelt es sich um einen der größten Ausbrüche der letzten Jahre. Als Ursache konnte Erdnuss-Butter der amerikanischen Firma Peanut Corp. Of America identifiziert werden. Die Aktivitäten der Hersteller-Firma zur Eindämmung des Ausbruchs werden von der Behörde als tadelnswert und kriminell bezeichnet. Aktuell sind mehr als 550 Personen in mindestens 43 US-Bundesstaaten und in Kanada erkrankt. Der Ausbruch begann Mitte Dezember. Betroffen sind Produkte einer Reihe von großen Nahrungsmittel-Herstellern, u.a. Kellogg, Little Debbie oder Starbucks. Bis zur endgültigen Aufklärung und der Entfernung der kontaminierten Produkte vom Markt sollten Nahrungsmittel mit Erdnuss-Butter vermieden werden (ProMED, 4. Februar 2009).

Milzbrand in der Mongolei
Chinesische Quellen berichten über einen Milzbrand-Ausbruch in der mongolischen Khovsgol Provinz. Die Provinz liegt im äußersten Norden der Mongolei, an der Grenze zu Russland. Betroffen sind bisher Tiere. Menschliche Erkrankungsfälle sind nicht bekannt. Nähere Angaben zur Infektionsquelle oder dem Übertragungsweg sind nicht bekannt. Nachdem es sich bisher um sporadische Fälle zu handeln scheint und aktuell dort strenger Winter herrscht, könnte es sich um kontaminiertes Futter als Infektionsquelle handeln. Reisende sollten grundsätzlich jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED; 4. Februar 2009).

Hepatitis A bei Ägypten-Reisenden
In mehreren europäischen Ländern wurde bei Reiserückkehrern aus Ägypten eine Hepatitis A diagnostiziert. Erkrankungsfälle werden aus Frankreich, Belgien und aus Deutschland gemeldet. Alle Fälle sind sicher oder wahrscheinlich im Laufe von Nil-Kreuzfahrten assoziiert. Die europäischen Gesundheitsbehörden weisen auf das aktuell erhöhte Infektionsrisiko hin und fordern eine verstärkte Hepatitis A-Aufklärung und -Impfaktivität bei Reisenden nach Ägypten (ProMED, 4. Februar 2009).

Fugu-Vergiftung in Japan
7 Männer befinden sich in Krankenhäusern, nachdem sie in Tsuruoka in der Präfektur Yamagata in Japan Kugelfisch gegessen haben. 2 Patienten befinden sich in kritischem Zustand. Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden handelte es sich bei dem Restaurant um einen in der Zubereitung dieser Spezialität unerfahrenen Koch. Der Restaurant-Besitzer gibt zu, keine Lizenz für die Zubereitung des Fufu oder Kugelfischs zu besitzen. Bei Fufu handelt es sich um speziell zubereiteten rohen Kugelfisch. Kugelfische enthalten das hochgiftige Neurotoxin Tetrodotoxin. Dieses kann zu Nervenschäden mit Muskellähmungen und zum Tod führen. Durch falsche Zubereitung kann es zur Kontamination des Fleisches mit Tetrodotoxin-haltigem Gewebe kommen. Der Verzehr führt zu neurologischen Symptomen, die abhängig von der aufgenommenen Toxinmenge unterschiedliche Ausmaße aufweisen und zum Tod führen können. Eine ursächliche Therapie ist nicht bekannt. Reisende nach Japan sollten ausschließlich in lizenzierten Restaurants Fugu verzehren (ProMED, 29. Januar 2009).

Gelbfieber in Venezuela
Im venezolanischen Bundesstaat Aragua konnte der Tod von mindestens 8 Affen auf Infektionen mit Gelbfieber zurückgeführt werden. Bisher gibt es keine menschlichen Erkrankungsfälle. Die Gesundheitsbehörden sehen im Tod der Affen Anzeichen für eine erhöhte Aktivität des silvatischen Gelbfieber-Naturzyklus und empfehlen der Bevölkerung der betroffenen Region dringend zur Impfung gegen Gelbfieber. Aragua liegt im nordzentralen bereich Venezuelas. Die letzten bekannten menschlichen Gelbfieber-Fälle resultieren aus dem Jahr 2005. Reisende in die Regenwald-Regionen Venezuelas sollten über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 30. Januar 2009).

Mumps in Wales
In Wales ist eine Reihe von Kindern an Mumps erkrankt. Betroffen sind die beiden Inseln Gwynedd und Anglesey an der Nordwestküste von Wales. Mindestens 16 Erkrankungsfälle traten bisher auf, davon 10 bei Schulkindern, die von der Schule nach Hause geschickt wurden, nachdem Symptome der Erkrankungen auftraten. Es handelt sich überwiegend um ältere Schulkinder, die vermutlich nur eine einzige Mumps-Impfung bekommen haben. Die Mumps-Impfviren sind gegenüber Temperatureinflüssen äußerst empfindlich und resultieren in einer Impfeffektivität nach einer MMR-Impfung von rund 70%. Die zweite MMR-Impfung soll die vorhandene Impflücke weitgehend schließen. Reisende auf die genannten Inseln sollten über eine Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 31. Januar 2009).

Milzbrand in Uruguay
In Uruguay sind zwei Farmarbeiter mit Haut-Milzbrand in Krankenhäuser eingewiesen worden. Die Erkrankungen traten in Durazno, rund 180 km nördlich der Hauptstadt Montevideo auf. Die Erkrankungen waren nach direktem Kontakt mit erkrankten, bzw. verendeten Rindern aufgetreten. Nach Angaben der Behörden tritt Milzbrand in Uruguay endemisch auf. Reisende nach Uruguay sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten oder verendeten Tieren vermeien (ProMED, 30. Januar 2009).

Marburg Fieber im Jahr 2008 in den USA
Die CDC haben mitgeteilt, dass im Jahr 2008 ein Fall von Marburg Fieber in den USA diagnostiziert werden konnte. Es handelt sich um einen Reiserückkehrer aus Uganda. Der Patient stellte sich mit einem fieberhaften Infekt vor. Die Infektion erfolgte vermutlich in der sog. Python-Höhle im Maramagambo Forest des Queen Elizabeth Parks in West-Uganda. In dieser von Fledermäusen bevölkerten Höhle waren früher schon Fälle von Marburg-Fieber bei Besuchern aufgetreten. Die Höhle ist seit August 2008 für Besucher geschlossen. Der Patient überlebte die Infektion und wurde geheilt entlassen. Die Diagnose wurde erst retrospektiv durch serologische Untersuchungen gestellt. Das Beispiel zeigt, dass hinter einem fieberhaften Infekt auch ein virales hämorrhagisches Fieber verborgen sein kann. Grundsätzlich sollten fieberhafte Patienten, insbesondere aus Afrika, solange als verdächtig auf ein virales hämorrhagisches Fieber angesehen werden, bis das Gegenteil nachgewiesen ist (ProMED, 2. Februar 2009).

Mumps in Mazedonien
In der Republik Mazedonien sind allein im Januar 2009 mehr als 230 Erkrankungsfälle von Mumps aufgetreten. Betroffen sind mindestens 12 Städte des Balkanstaats. Ein Teil davon wurde mit Komplikationen (Orchitis, Meningitis) auch in Krankenhäuser eingewiesen. Betroffen sind überwiegend Jugendliche zwischen 15 und 20 Jahren. Dabei handelt es sich um die Altersgruppe, die nur eine einmalige Mumps-Impfung im Rahmen der MMR-Kinderimpfungen erhalten hatte. Diese weisen eine Effektivität für Mumps von rund 70% auf. Reisende nach Mazedonien sollten über eine ausreichende Mumps-Immunität verfügen (ProMED, 1. Februar 2009).

Tollwut auf Bali, Indonesien
Die Gesundheitsbehörden der indonesischen Touristeninsel Bali warnen vor einem Tollwut-Ausbruch, der mittlerweile über die gesamte Insel verbreitet ist. Während im Dezember und Januar wöchentlich einige Tollwut-exponierte Personen in die Ambulanzen der Krankenhäuser kamen, werden aktuell bis zu 10 Personen mit möglicher Tollwut-Exposition gezählt. Betroffen sind mittlerweile auch Touristenzentren, wie z.B. Kuta. Bisher sind 6 Menschen am aktuellen Tollwut-Ausbruch verstorben. Mehr als 24.000 Hunde wurden bisher geimpft, mehr als 1.000 streunende Hunde getötet. Reisende nach Bali sollten jeden direkten Haut- und Schleimhautkontakt mit Hunden vermeiden. Im Fall eines Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 1. Februar 2009).

Hepatitis A in Lettland
Im Rahmen eines Hepatitis-Ausbruchs in Lettland sind bisher mehr als 1.000 Patienten diagnostiziert worden. Allein im Januar des Jahres 2009 wurden mehr als 200 Neuerkrankungen im Zentrum für Infektionskrankheiten in Riga gezählt. Der Ausbruch scheint schon im September letzten Jahres begonnen zu haben. Als Ursache für den Ausbruch werden viele Faktoren angeführt, u.a. die Abnahme der Immunität in der Bevölkerung durch eingeschränkte Viruszirkulation im Rahmen verbesserter Hygiene-Maßnahmen, die Einschleppung durch Einwanderer oder die Viruszirkulation in Subpopulationen der Bevölkerung (u.a. Drogenabhängige). Reisende nach Lettland sollten über eine ausreichende Immunität gegen Hepatitis A verfügen (ProMED, 1. Februar 2009).

Legionellose in en Vereinigten Arabischen Emiraten
In einem Fünf-Sterne-Hotel in Dubai am Persischen Golf sind 3 Gäste an Legionellose erkrankt. Einer der Patienten ist an der Infektion verstorben. Die genaue Ursache und Infektionsquelle sind noch unbekannt. Einzige Gemeinsamkeit der drei Erkrankungsfälle ist der gemeinsame Aufenthalt im Hotel, wobei bisher intensive Untersuchungen im Hotel zu keiner Infektionsquelle führten. Reisende mit Symptomen eines Infekts des tiefen Respirationstrakts, die aus Dubai zurückkehren und im Westin Dubai Mina Seyahi Hotel nächtigten, sollten auf Legionellose untersucht werden (PRoMED, 5. Februar 2009).

Dengue Fieber in Mexiko
Im mexikanischen Bundesstaat Sonora, im Nordwesten Mexikos, sind in diesem Jahr bereits 5 Fälle von Dengue Fieber aufgetreten. Die Erkrankungen wurden in Alamos und Nogales diagnostiziert. Die lokalen Gesundheitsbehörden betonen, dass eine Übertragung trotz der aktuell niedrigen Temperaturen stattfinden können und empfehlen allen Bewohnern Mückenbekämpfungs-Maßnahmen durchzuführen und eine persönliche Stechmücken-Expositionsprophylaxe anzuwenden. Reisende nach Mexiko und aktuell in den gesamten mittelamerikanischen Raum sollten Maßnahmen der persönlichen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. Februar 2009).

Dengue Fieber in Honduras
Im mittelamerikanischen Staat Honduras sind in diesem Jahr schon mehr als 400 Menschen am Dengue Fieber erkrankt. Dies bedeutet einen Anstieg um 100 Fälle im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Rund 20 Erkrankungsfälle verliefen mit hämorrhagischen Symptomen, der Rest als klassisches Dengue Fieber. Nach den Angaben der Behörden wurden mehr als 1 Million US Dollar bereitgestellt für die Bekämpfung der Aedes aegypti-Stechmücken, insbesondere in den größeren Städten des Landes. Reisende nach Honduras sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. Februar 2009).

Dengue-Fieber in Singapur
Im südostasiatischen Stadtstaat Singapur sind im Januar 2009 rund 50% mehr Erkrankungsfälle mit Dengue Fieber registriert worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aktuell ist von mehr als 500 Erkrankungsfällen im Januar 2009 die Rede im Vergleich zu rund 350 Fällen im Januar 2008. Im benachbarten Malaysia wurde eine doppelt so hohe Zahl von Dengue-Erkrankungen gezählt wie im Vorjahr. Die singapureischen Behörden vermuten, dass die erhöhte Aktivität im Nachbarland auch einen Einfluss auf den Anstieg der Erkrankungszahlen in Singapur aufweist. Reisende nach Singapur und die benachbarten Regionen Malaysias sollten auch in den Großstädten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED; 4. Februar 2009)




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