KW 52 / 2009: Epidemiologische Informationen

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Tollwut in den USA
In mehreren Bundesstaaten der USA wird weiterhin eine hohe Tollwut-Aktivität beobachtet. Im US-Bundesstaat West Virginia< wurden zwei weitere tollwütige Waschbären diagnostiziert. Damit wurden im betroffenen Greenbrier County in diesem Jahr bereits 43 Tollwut-positive Waschbären diagnostiziert. Im US-Bundesstaat Ohio wurde im Columbiana County ebenfalls ein tollwütiger Waschbär nachgewiesen. Es ist der zweite Tollwutfall im County nach einer tollwütigen Fledermaus. In Davidson County im Bundesstaat North Carolina ist ein Haushund nach dem Kampf mit einem Waschbären an Tollwut erkrankt und verendet. Weiterhin wird in Teilen der östlichen Bundesstaaten der USA eine hohe Tollwut-Aktivität beobachtet. Reisende sollten jeden direkten Kontakt mit auffälligen Wild- oder Haustieren vermeiden und im Falle eines entsprechenden Kontakts sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 20. Dezember 2009).

Mumps in den USA

In den US-Bundesstaaten New York, New Jersey und Connecticut wird der größte Mumps-Ausbruch in den USA seit mehr als 3 Jahren beobachtet. Insgesamt ist mittlerweile von mehr als 300 Erkrankungsfällen die Rede, davon mindestens 180 Fälle in New York. Auch aus Kanada werden mindestens 15 Erkrankungsfälle gemeldet, die mit dem aktuellen Ausbruch in Verbindung stehen. Ausgangspunkt des Ausbruchs war ein einzelner Camper, der die Erkrankung aus Europa einschleppte und allein schon mehr als 20 Personen infiziert hatte. Betroffen sind in erster Linie Personen, die nicht oder nur einmal geimpft worden waren. Reisende sollten grundsätzlich ihren Immunstatus gegen Masern, Mumps und Röteln im Rahmen der reisemedizinischen Vorbereitung überprüfen und ggf. vervollständigen. Vor allem bei Reisen in den Osten der USA sollte eine ausreichende Immunität gegen Mumps bestehen (ProMED, 19./20. Dezember 2009).

Hepatitis A in Australien

Im australischen Bundesstaat wurden in diesem Jahren bereits rund 60 Erkrankungsfälle von Hepatitis A diagnostiziert. Dies bedeutet eine Verdreifachung der Erkrankungszahlen im Vergleich zum Vorjahr. Nun wurde bei einem Angestellten der Lebensmittelabteilung eines Supermarkts eine Hepatitis A diagnostiziert. Die zuständigen Gesundheitsbehörden haben nun eine Warnung ausgegeben, dass es möglicherweise zu weiteren Infektionen kommen könnte, da die Patienten schon mehrere Tage vor Erkrankungsbeginn große Mengen des Virus ausscheiden. Australien gehört nicht zu den Ländern, für die eine Hepatitis A-Impfung empfohlen wird. Aktuell sollten Reisende in Southern Australia vorsichtig sein beim Verzehr von unbehandelten Nahrungsmitteln (ProMED, 21. Dezember 2009).

Tollwut in Israel

In Israel wurde in diesem Jahr bereits bei 56 Tieren Tollwut diagnostiziert. Dies ist eine Vervierfachung der Zahlen der Vorjahre. Die Veterinärbehörden zeigen sich beunruhigt, da zunehmend auch Haustiere (Hunde, Katzen) mit der Infektionskrankheit gefunden werden. Nach Angaben der Behörden liegt der Grund darin, dass die Tollwut aufgrund der geringen Fallzahlen der letzten Jahre aus dem Gedächtnis der Hunde- und Katzenhalter weitgehend verschwunden war und somit die Tiere nicht mehr geimpft worden waren. Die meisten Fälle von Tollwut bei Wildtieren treten im Norden auf. Insbesondere in Nord-Israel sollten Reisende jeden direkten Kontakt mit Wild- und Haustieren mit ungewöhnlichen Verhalten vermeiden und im Fall eines direkten Kontakts sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 21. Dezember 2009).

Dengue-Fieber in Malaysia
Im malaysischen Bundesstaat Sarawak wurde von den Gesundheitsbehörden ein Dengue-Fieberalarm ausgesprochen. Insgesamt mehr als 4.000 Erkrankungsfälle sind bisher registriert worden, davon knapp 900 allein in Miri City. Dort sind auch vier der bisher fünf nachgewiesenen Todesfälle durch Dengue-Fieber aufgetreten. In Miri City werden täglich acht bis zehn neue Patienten mit Dengue-Fieber in Krankenhäuser eingewiesen. Reisende nach Malaysia und insbesondere in den Bundesstaat Sarawak sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMed. 21. Dezember 2009).

Dengue-Fieber in Australien
Neue Untersuchungen zum aktuellen Dengue-Fieberausbruch im Norden Australiens zeigen, dass es sich um zwei unterschiedliche Ausbrüche handelt. Während bei neun Erkrankungsfällen Dengue-Virus vom Serotyp 1 nachgewiesen wurde, konnte bei zwei Fällen Dengue-Virus vom Serotyp 3 identifiziert werden. Damit zirkulieren aktuell mindestens zwei unterschiedliche Dengue-Viren in verschiedenen Regionen von Townsend, der betroffenen Stadt in Nord-Queensland. Die Behörden fordern nun wiederholt die Einwohner der betroffenen Stadtteile auf, jegliche Wasserbehältnisse zu entfernen und eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchzuführen (ProMED, 21. Dezember 2009).

Dengue-Fieber in Saudi-Arabien

Die Gesundheitsbehörden in Saudi-Arabien melden mindestens zehn Fälle von Dengue-Fieber. Die Fälle traten in Jeddah an der Westküste Saudi-Arabiens auf. Es handelt sich offenbar um autochthon aufgetretene Erkrankungsfälle. Als Ursache für den Ausbruch in Jeddah werden die starken Regenfälle und die daraus resultierenden Überschwemmungen genannt, die dort in den letzten Tagen auftraten. Betroffen ist insbesondere der Osten der Stadt. Nach den Angaben der lokalen Behörden ist die Situation unter Kontrolle. Reisende nach Jeddah sollten augenblicklich eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionskontrolle durchführen, soweit sie sich in Stadtteilen mit Stechmücken-Populationen aufhalten (ProMED; 21. Dezember 2009).

Dengue-Fieber in Bolivien
Nach Angaben des bolivianischen Gesundheitsministers besteht in der bolivianischen Provinz Pando die Gefahr eines Dengue-Fieberausbruchs, nachdem die Zahl der Erkrankungen in den letzten Wochen eine ansteigende Tendenz aufweist. Von den insgesamt 172 Erkrankungsfällen in der zweiten Jahreshälfte traten mehr als 140 in der Provinz Pando auf. Weitere Provinzen mit Erkrankungsfällen sind Santa Cruz, La Paz, Beni und Cochabamba. In den letztgenannten Provinzen wurden jedoch seit Anfang November keine neuen Erkrankungsfälle mehr registriert. Reisende in die bolivianische Provinz Pando sollten eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 221. Dezember 2009).

Dengue-Fieber in Brasilien
Im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso sind in diesem Jahr bereits acht Menschen am Dengue-Fieber verstorben. Das jüngste Opfer ist ein 40jähriger Professor in der Stadt Sinop, dessen Tod zu Demonstrationen führte, in denen die Stadtverwaltung zu effektiveren Maßnahmen gegen Stechmücken aufgefordert wurde. Die Stadt Sinop stellt einen Hotspot der Dengue-Virusübertragung in Mato Grosso dar mit einer Inzidenz von 1.500/100.000. Im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais erkrankten in diesem Jahr bereits mehr als 75.000 Menschen am Dengue-Fieber. Dies entspricht in etwa den Erkrankungszahlen des Vorjahres (Rückgang um 2,6%). Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden besteht aktuell besonders in den Regionen von Governador Valadares und Ipatinga ein Infektionsrisiko. Für rund weitere 20 Städte, darunter auch Belo Horizonte, wurde ein Alarmzustand ausgerufen, ohne dass es hier bisher zu konkreten Ausbruchssituationen gekommen wäre. Reisende in die genannten brasilianischen Bundesstaaten sollten ganztägig Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 21. Dezember 2009).

Hantavirus Kardiopulmonales Syndrom in den USA
Aus den USA werden in diesem Jahr bereits fünf Fälle von Hantavirus Kardiopulmonalem Syndrom bei Kindern gemeldet. Die Erkrankungen nahmen einen ähnlich schweren Verlauf wie bei Erwachsenen. Einer der fünf Patienten verstarb an der Infektion, die übrigen benötigten künstliche Beatmung und ein Patient extrakorporale Oxigenierung. Die Erkrankungsfälle traten auf in den US-Bundesstaaten Colorado (zwei Fälle), Washington, Kalifornien und Arizona. Nach den Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörden ist die nordamerikanische Form der Hantavirus-Infektionen für Kinder ähnlich gefährlich wie für Erwachsene. Kinder sollten daher ebenfalls auf die Gefahren im Umgang mit wilden Nagetieren und deren Exkrementen hingewiesen werden (ProMED, 23. Dezember 2009).

Milzbrand in Kenia
In der kenianischen Rift Valley Provinz ist ein Mensch am Milzbrand verstorben und mindestens drei weitere befinden sind zur Behandlung in einem Krankenhaus. 39 weitere Menschen hatten von dem kontaminierten Fleisch gegessen, die nun alle prophylaktisch therapiert werden. Der Ausbruch ereignete sich im Distrikt Trans Mara. Als Infektionsquelle wurde infiziertes Fleisch identifiziert. In der betroffenen Region war im Oktober dieses Jahres schon ein Mensch am Milzbrand verstorben und weitere 33 Personen erkrankt. Die Ursache in den immer wieder kehrenden Ausbrüchen in der Region wird im Verzehr von nicht beschautem Fleisch genannt. Die Bewohner verkaufen und verzehren immer wieder Fleisch von Kadavern, die in der Gegend gefunden werden. Die Behörden warnen die Bevölkerung eindringlich vor dem Verzehr von nicht beschautem Fleisch. Reisende nach Kenia sollten kein Fleisch unbekannter Herkunft verzehren und jeden direkten Kontakt mit Tierkadavern vermeiden (ProMED, 24. Dezember 2009).



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