KW 51 / 2009: Epidemiologische Informationen

Q-Fieber in BelgienNachdem in den benachbarten Niederlanden der größte je bekannte Q-Fieber-Ausbruch in Europa abläuft, werden jetzt auch aus Belgien einzelne Bauernhöfe mit infizierten Tieren gemeldet. Es handelt sich aktuell, nach Auskunft der belgischen Gesundheitsbehörden, um zwei Bauernhöfe, je einer in Flandern und einer in Wallonien, in denen infizierte Ziegen nachgewiesen wurden. Aktuell ist die Situation nach den Angaben der Behörden unter Kontrolle.
Reisende nach Belgien weisen ein ungleich geringeres Risiko auf als Reisende in die Niederlande. Trotzdem sollte jeder direkte Kontakt mit Ziegen und Aufenthalte auf Bauernhöfen mit Ziegen momentan vermieden werden (ProMED, 11. Dezember 2009).
Meningokokken-Meningitis in Demokratischer Republik KongoIn der Provinz Tshopo (einem Teil der ehemaligen nordöstlichen Provinz Orientale) melden die Behörden aus der Hauptstadt Kisangani ein Ausbruch mit Meningokokken C. Betroffen sind mehr als 100 Schüler des Maikazo Technik-Instituts. Mindestens 10, nach anderen Informationen bereits bis zu 17 Schüler sind an der Infektion verstorben. Alle bisher diagnostizierten Patienten sind Schüler der genannten Schule. Das Maikazo-Technik-Institut wurde nun auf Anordnung der Behörden vorübergehend geschlossen. Kisangani liegt im sog. Meningokokken-Gürtel Afrikas. Reisende in die Region sollten bei Aufenthalten mit engere Kontakten (Haushaltskontakte) zur einheimischen Bevölkerung eine tetravalente Meningokokken-Impfung (ACWY) durchführen (ProMED, 14. Dezember 2009).
Meningokokken-Meningitis in BrasilienIm brasilianischen Bundesstaat Bahia wird eine erhöhte Meningokokken-Aktivität beobachtet. Nach den verfügbaren Zahlen wird ein Anstieg der Erkrankungszahlen um ca. 20% und der Todeszahlen um 40% im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres berichtet. Betroffen sind insbesondere die Städte Salvador, Victoria da Conquista und Irece. In vier weiteren Regionen (Nazareth, Porto Seguro, Formosa do Rio Preto, Antonio Cardoso e Itacare) wird eine erhöhte Aktivität beschrieben. Es handelt sich vermutlich um Meningokokken der Serogruppe C, wobei dies für den Großteil der Fälle nicht bestätigt ist. Reisende nach Bahia und insbesondere in die genannten Regionen sollten bei engeren Kontakten mit der einheimischen Bevölkerung (Haushaltskontakte) eine tetravalente Meningokokken-Impfung (ACWY) durchführen (ProMED, 13. Dezember 2009).
Masern in SimbabweAus dem südafrikanischen Simbabwe wird ein Masern-Ausbruch gemeldet. Nach den verfügbaren Informationen sind mehrere Provinzen des Landes betroffen. Zur Zahl der Erkrankten wurden keine Angaben gemacht. Nach den Behörden des Landes finden sich die meisten Erkrankten in einer religiösen Gruppe, die Impfungen grundsätzlich ablehnt. Um eine weitere Ausbreitung in der Bevölkerung zu vermeiden, haben nun die Behörden ein nationales Impfprogramm für alle Kinder unter fünf Jahren initiiert. Reisende nach Simbabwe sollten eine ausreichende Immunität gegen Masern aufweisen (ProMED, 15. Dezember 2009).
Trichinose in WeißrusslandIn der weißrussischen Stadt Baranovichi, in der Provinz Brest im Westen des Landes, sind Mitglieder von zwei Familien an Trichinose erkrankt. Als Infektionsquelle konnte Wildschweinfleisch identifiziert werden. Das wohl infizierte Wildschwein war von einem der Familienmitglieder gejagt worden und das Fleisch ohne weitere Untersuchungen zum Verzehr zubereitet worden. Wildschweinfleisch stellt in einigen Ländern Osteuropas (u.a. Russland, Weißrussland) die häufigste Infektionsquelle für Trichinose beim Menschen dar. Nachdem Jagd-Aufenthalte in den osteuropäischen Ländern sich immer größerer Beliebtheit erfreuen, sollten Jäger und Reisende in die Regionen nur Wildschweinfleisch aus bekannter Quelle und nach ordnungsgemäßer Fleischbeschau verzehrt werden (ProMED, 15. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in MalaysiaIn Malaysia sind in diesem Jahr bereits mehr als 38.000 Menschen am Dengue-Fieber erkrankt. 79 Patienten sind an hämorrhagischen Manifestationsformen verstorben. In den letzten Wochen wird jetzt wieder ein zunehmender Anstieg der Erkrankungsfälle in verschiedenen Regionen des südostasiatischen Staats gemeldet. Innerhalb einer Woche waren danach mehr als 780 neue Erkrankungsfälle diagnostiziert worden. Ein Anstieg der Erkrankungszahlen wurde in 7 malaysischen Bundesstaaten Kedah (189% Anstieg), Negeri Sembilan (59% Anstieg), Johor (46% Anstieg), Terengganu (36% Anstieg), Sabah (7% Anstieg) und Perak (6% Anstieg) beobachtet. Auch aus Kuala Lumpur and Putrajaya wird ein Anstieg der Erkrankungsfälle (5%) gemeldet. Reisende nach Malaysia und insbesondere in die genannten Provinzen sollten einen ganztägigen Stechmückenschutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 15. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in AustralienSeit November 2009 wird in Nordaustralien ein neuer Dengue-Fieberausbruch beobachtet. Nach Informationen der zuständigen Behörde sind bisher 10 Erkrankungsfälle gemeldet worden. Es ist jedoch von einer Dunkelziffer von Fällen auszugehen. Betroffen ist die Region von Townsend. Die Behörden befürchten eine weitere Ausbreitung des Virus, da einige Erkrankungsfälle in der Umgebung von Townsville auftraten, in denen bisher keine Dengue-Virusübertragung und auch kein direkter Bezug zu bekannten Übertragungsgebieten nachgewiesen werden konnte. Nachdem die Regenzeit jetzt beginnt, gehen die Behörden davon aus, dass der aktuelle Ausbruch (Dengue-Virus, Serotyp 1) möglicherweise noch heftiger verlaufen wird, als der Ausbruch des letzten Jahres (2008/2009; rund 1.000 Erkrankungsfälle), der als der heftigste der letzten 50 Jahre gilt. Weiterhin steigt hier das Risiko von hämorrhagischen Fieberformen, da der vorherige Ausbruch durch Dengue-Virus vom Serotyp 3 verursacht war und jetzt die Konstellation einer Zweitinfektion mit einem von der Erstinfektion verschiedenen Virustyp möglich geworden ist. Reisende nach Nord-Queensland und insbesondere nach Townsville und Cairns sollten in Gebieten mit Stechmücken-Populationen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in MexikoIm west-mexikanischen Bundesstaat Jalisco wurden in der letzten Novemberwoche mehr als 220 neue Fälle von Dengue-Fieber, darunter 51 Fälle mit hämorrhagischen Manifestationen gezählt. Insgesamt wurden damit in diesem Jahr allein in Jalisco mehr als 4.600 Fälle von Dengue-Fieber diagnostiziert mit knapp 700 Fällen Dengue Hämorrhagischem Fieber. Am meisten betroffen sind die Gemeinden von Puerto Vallarta, Tlaquepaque, Zapopan und
Tonala. Die meisten Fälle von Dengue Hämorrhagischem Fieber wurden in der Hauptstadt des Bundesstaats, Guadalajara, registriert. Die Behörden gehen von einer weiteren Ausbreitung und Intensivierung der Dengue-Virusaktivität aus, da traditionell in den Weihnachtstagen eine starke Reiseaktivität an die Touristenresorts einsetzt. Reisende nach Mexiko und insbesondere in den gesamten zentralen und südlichen Teil des Landes sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Dezember 2009).
Hepatitis C in KasachstanNach Angaben einer Gruppe von Eltern wurden bis zu 150 Kinder mit Leukämie im Rahmen der Therapie mit Hepatitis C infiziert. Ursache ist nach den Angaben mit Hepatitis C-Virus kontaminiertes Blut, das an die Kinder verabreicht wurde. Das zentrale Institut für Bluttransfusionen in Kasachstan bestreitet die Anschuldigung, kontaminiertes Blut zur Verabreichung freigegeben zu haben. Der Streit wird jetzt vor Gericht ausgetragen werden. Das Beispiel zeigt, dass die Transfusions-Standards in verschiedenen Ländern teilweise mit unseren Standards nicht vergleichbar sind. Grundsätzlich sollten in Ländern der zweiten und dritten Welt Aktivitäten vermieden werden, die ein Risiko von Krankenhausaufenthalten oder von Bluttransfusionen aufweisen (ProMED, 14. Dezember 2009).
Brucellose in den USAIm US-amerikanischen Bundesstaat Idaho sind mindestens zwei Rinder in einer Herde mit Brucellose entdeckt worden. Bisher besitzt der Bundesstaat den Status Brucellose-frei zu sein. Bei Auftreten einer Brucellose-Infektion bei einem Rind in einer weiteren Herde würde Idaho seinen Status verlieren, was massive Einschränkungen in der Vermarktung von Rindern bedeuten würde. Brucellose kommt im Westen der USA auch in Wildtieren (u.a. Bisons, Hirschen) vor. Der Erreger wird in großen Mengen im Rahmen des Geburtsvorgangs ausgeschieden. Insbesondere die Nachgeburt enthält große Mengen des Erregers. Infizierte Tiere können den Erreger, Brucella abortus über lange Zeit, vermutlich lebenslang über die Milch ausscheiden. Kontaminierte Milch führt bei Genuss zur Brucellose des Menschen. Aktuell besteht keine Gefahr einer Infektion, da alle Rinder getestet werden. In infizierten Herden werden alle Rinder sofort geimpft. Reisende in den Westen der USA sollten sich von Tod- und Nachgeburten von Wildtieren und von Rindern fernhalten (ProMED, 15. Dezember 2009).
H
antavirus-Kardiopulmonales Syndrom in den USA Im östlichen Nevada County im US-Bundesstaat Kalifornien sind zwei Personen am Hantavirus Kardiopulmonalen Syndrom erkrankt. Beide haben nach Auskunft der Behörden die Infektion mit Sin Nombre-Virus überlebt. Die genaueren Umstände der Infektionen werden aktuell untersucht. Hantaviren werden von Nagetieren mit Urin und Exkrementen ausgeschieden. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme des Virus als Aerosol mit Virus-kontaminiertem Staub Sin Nombre-Virus wird dabei ausschließlich von der Hirschmaus (Peromyscus maniculatus) übertragen. Die kalifornischen Gesundheitsbehörden empfehlen jeden direkten oder indirekten Kontakt mit Nagetieren zu vermeiden. Weiterhin sollten um Behausungen alle Nagetiere begünstigenden Faktoren (Schutz, Nahrung) entfernt werden (ProMED, 14. Dezember 2009).
Usutu-Virus-Infektion in ItalienAus Italien wird über zwei Infektionen mit Usutu-Virus bei Menschen berichtet. Beide waren an einer Menigoenzephalitis erkrankt. Bei beiden lag ein immunologisches Grundleiden, bzw. eine Immunsuppression vor. Ein Patient hatte ein diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom. Die Diagnose erfolgte mittels PCR-Nachweis im Blut und im Liquor. Der zweite Patient entwickelte nach orthotopischer Lebertransplantation eine Meningoenzephalitis. Aus dem Plasma dieses Patienten konnte Usutu-Virus isoliert werden. Es handelt sich um den erstmaligen Nachweis einer Neuropathogenität von Usutu-Virus beim Menschen. Bisher war nur ein einziger Fall einer Usutu-Virusinfektion in der Literatur beschrieben, ein fieberhafter Infekt mit einem Exanthem in der Zentralafrikanischen Republik. Das Beispiel zeigt erneut, dass Viren mit einem geringen Pathogenitätspotential bei immunsupprimierten Patienten zu schweren Infektionen führen können. Reisende mit Immunsuppression sollten in tropischen Ländern eine besonders sorgfältige individuelle Prophylaxe gegen Ektoparasiten durchführen (ProMED, www.eurosurveillance.org).
Schlafkrankheit in UgandaIn Uganda kommt es zunehmend zu einer Überlappung und Vermischung der Verbreitungsgebiete der beiden Formen der Schlafkrankheit, der westafrikanischen Form (Gambische Form der Schlafkrankheit) und der ostafrikanischen (rhodesischen Form). Als Ursache für die Ausbreitung der rhodesischen Form nach Norden wird der unkontrollierte Handel mit infizierten Rindern genannt. Nachdem beide Formen einen unterschiedlichen klinischen Verlauf nehmen können (westafrikanische Form entwickelt chronische Verlaufsformen) und auch unterschiedlich diagnostiziert und therapiert werden, sehen Experten nun zunehmende Probleme bei der Bekämpfung der Schlafkrankheit in Afrika. Reisende in die bekannten epidemischen Gebiete sollten Maßnahmen zum Schutz vor Tsetse-Fliegen durchführen (ProMED, 17. Dezember 2009).
Q Fieber in den NiederlandenAufgrund des größten bekannten Q Fieber-Ausbruchs in Europa sollen nun auf Anweisung der niederländischen Veterinärbehörden die Ziegenbestände in den infizierten Bauernhöfen gekeult werden. Insgesamt handelt es sich um 60 Bestände in der südniederländischen Provinz Nord-Brabant mit einer Gesamtzahl von mehr als 35.000 Tieren. Insgesamt sind bisher in den Nierlanden mehr als 2.200 Menschen am Q Fieber erkrankt. Sechs Patienten sind an der Infektion verstorben. Q Fieber führt beim Menschen typischerweise zu einer atypischen Pneumonie. In seltenen Fällen kann Q Fieber zu einer chronischen Endokarditis führen, die schwer therapierbar ist und häufig zu einem Herzklappen-Ersatz führt. Reisende in die Provinz Nord-Brabant sollten aktuell keine Bauernhöfe mit Ziegenbeständen besuchen. Im Fall einer Pneumonie nach Aufenthalt in den Niederlanden sollte Q Fieber differenzialdiagnostisch ausgeschlossen werden (ProMED, 17. Dezember 2009).
Milzbrand bei Drogenabhängigen in SchottlandIm schottischen Glasgow sind mindestens zwei Personen an Milzbrand erkrankt. Ein Patient ist an der Infektion verstorben. Bei einem dritten Patienten mit entsprechender Symptomatik läuft aktuell noch die bestätigende Diagnostik. Alle drei Patienten entstammen dem Drogenmilieu. Die Behörden gehen davon aus, dass die Infektion durch kontaminiertes Heroin oder durch ein kontaminiertes Streckungsmittel im Heroin übertragen wurde. Aktuell laufen entsprechende Ermittlungen durch die Polizei. Der Ursprung des Heroins und damit möglicherweise des Milzbrands ist bisher unbekannt. Reisende Drogenabhängige nach Glasgow sollten aktuell unbedingt auf den Kauf und die Verabreichung von Heroin aus Glasgow verzichten, da unbekannt ist, wie viel kontaminiertes Drogenmaterial sich noch im Umlauf befindet (ProMED, 17. Dezember 2009).
Masern bei Interkontinentalflug von London nach NeuseelandDie neuseeländischen Behörden weisen auf einen Fall von Masern hin, der bei einem Säugling aufgetreten ist, der am 7. Dezember aus London nach Auckland (Flug NZ1) und von dort aus weiter nach Christchurch geflogen war. Bei dem Säugling wurden nun die Masern diagnostiziert. Die Mitreisenden in den angrenzenden Sitzreihen (insgesamt 86 Flugreisende in den beiden Flügen) werden nun ausfindig gemacht und kontaktiert, um den Masern-Status festzustellen und ggf. noch eine Postexpositionsprophylaxe durchzuführen. Grundsätzlich sollten alle Reisende eine Immunität gegen Masern aufweisen (ProMED, 17. Dezember 2009).
Mumps in EnglandDie Gesundheitsbehörden warnen nochmals gemeinsam mit den Behörden einzelner Universitäten davor, dass die Zahl der Mumpsfälle bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Jahr 2009 in England stark angestiegen ist. So wurde in der Region von Manchester eine Verneunfachung der Erkrankungszahlen gegenüber 2008 (315 Fälle in 2009 gegenüber 36 Fällen in 2008) beobachtet. Entsprechend ähnliche Zahlen weisen auch andere Regionen Englands auf. In den Grafschaften Cumbria, Lancashire, Merseyside und Cheshire wurde jeweils eine Verdreifachung der Erkrankungszahlen beobachtet. Betroffen sind insbesondere Studenten im Alter unter 25 Jahren, die nur eine einmalige Masern-Mumps-Röteln-Impfung in der Kindheit verabreicht bekommen haben. Die Zahlen zeigen, dass es sich nicht um einen lokal begrenzten Ausbruch handelt, sondern um eine Geschehen, dass in großen Teilen des Landes abläuft. Die Gesundheitsbehörden und die Universitätsverwaltungen weisen nun alle Studenten darauf hin, in den Weihnachtsferien eine MMR-Impfung durchführen zu lassen, soweit keine zwei MMR-Impfungen vorliegen. Reisende nach England, insbesondere Schüler und Studenten nach England, sollten einen ausreichenden Immunschutz gegen Mumps aufweisen (ProMED, 17. Dezember 2009).
Tsutsugamushi-Fieber in IndienIn dem im Nordosten Indiens gelegenen Bundesstaat Meghalaya sind innerhalb nur einer Woche etwa 60 Menschen an Tsutsugamushi-Fieber erkrankt und 6 Patienten daran verstorben. Tsutsugamushi-Fieber ist eine fieberhafte Allgemeininfektion, die durch Rickettsien-ähnliche Organismen verursacht wird. In schweren Fällen treten Nierenversagen. Meningoenzephalitis oder Leberversagen auf. Die Übertragung erfolgt durch Milben (sog. Trombiculidenlarven), die sich in bestimmten Vegetationstypen (bestimmte Grastypen) aufhalten und abgestreift werden. Tsutsugamushi-Fieber kommt in weiten Teilen Südostasiens und Indiens vor. Es handelt sich vermutlich um eine häufige Infektion, die selten und dann meist nur bei besonders schweren Verlaufsformen diagnostiziert wird. Reisende im gesamten Verbreitungsgebiet des Tsutsugamushi-Fiebers sollten Maßnahmen zum Schutz vor Milbenlarven (Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 17. Dezember 2009).
Östliche Pferdeenzephalitis in den USAAus dem US-Bundesstaat North Carolina sind zwei Pferde an Östlicher Pferdeenzephalitis verendet. Die Pferde kamen aus dem County Carteret und hier aus der Region von Newport. Die zwei Pferde waren bereits im Oktober an der Infektion verendet. Mittlerweile dürfte die Kälte die Stechmückenaktivität zum Erliegen gebracht haben, so dass jetzt keine Gefahr einer Infektion mehr besteht. Insgesamt waren in diesem Jahr in der Region der Stadt Newport drei Pferde an der Östlichen Pferdenzephalitis verendet. Ein menschlicher Erkrankungsfall war in der Region im Jahr 2009 aufgetreten. Die Behörden weisen nun alle Bewohner der betroffenen Region darauf hin, dass alle Pferde, soweit nicht geschehen, gegen die Östliche Pferdeenzephalitis geimpft werden sollten und dass mit Beginn der Stechmückenaktivität im kommenden Jahr die Bewohner alle Maßnahmen zum individuellen Schutz vor Stechmücken-Stichen durchgeführt werden, da unklar ist, wie die Aktivität sich in der neuen Saison entwickeln wird. Reisende in den Osten der USA sollten in Gegenden mit Stechmücken-Populationen ebenfalls eine individuelle Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 17. Dezember 2009).