KW 49 / 2009: Epidemiologische Informationen

Salmonellose in GroßbritannienIn England und in Wales wird eine ungewöhnliche Aktivität eines Salmonellenstammes registriert. Es handelt sich um Salmonella enteritidis, Phagentyp 14b. Insgesamt wurden bereits mindestens 14 Ausbrüche mit insgesamt mehr als 440 Erkrankten gemeldet. Die Ausbrüche finden sich vorwiegend in Betreuungseinrichtungen. Bisher konnte eine mögliche gemeinsame Infektionsquelle nicht nachgewiesen werden. Die Behörden teilten jedoch mit, dass möglicherweise nicht sorgfältig zubereitete Eierspeisen für den Ausbruch verantwortlich sein könnten.
Bei Reiserückkehrern aus England und Wales mit Durchfall sollte eine Salmonellose ausgeschlossen werden (ProMED, 4. Dezember 2009).
Oseltamivir-Resistenz von Influenza H1N1-Virus in ItalienDas Virologische Institut der Poliklinik San Matteo in Padua berichtet über das erste Influenza H1N1-Virus mit einer Resistenz gegen das Medikament Oseltamivir. Die italienischen Gesundheitsbehörden teilen mit, dass es sich um den ersten Virusstamm mit einer entsprechenden Resistenz in Italien handelt. Entsprechende Untersuchungen zeigen, dass das Auftreten der Resistenz mit der Anwendung der Therapie assoziiert ist, während in Virusstämmen vor Einführung der Oseltamivir-Therapie keine entsprechende Resistenz nachweisbar war. Entsprechende Virusstämme treten bisher nur vereinzelt in den verschiedenen Ländern der Erde auf. Resistenzen spielen aktuell noch keine Rolle für die Therapie der Erkrankung (ProMED; 4. Dezember 2009).
Tritium-Kontamination in IndienIm indischen Bundesstaat Karnataka ist aus einem Atomkraftwerk radioaktives Wasser ausgetreten. Mindestens 55 Menschen sind durch Trinken des Wassers mit radioaktivem Tritium kontaminiert worden. Nach noch anhaltenden Untersuchungen war das Wasser von einem Arbeiter des Kraftwerks absichtlich mit der radioaktiven Substanz kontaminiert worden. Reisende sind von der Kontamination augenscheinlich nicht betroffen. Das Beispiel zeigt jedoch, dass entsprechende Einrichtungen potentielle Ziele für kriminelle oder terroristische Aktivitäten darstellen können und von Reisenden in instabilen Ländern gemieden werden sollten (ProMED, 4. Dezember 2009).
Milzbrand in den USAIn den USA sind in diesem Jahr Ausbrüche von Milzbrand in drei Bundesstaaten bekannt geworden. Während North und South Dakota bekannte endemische Regionen darstellen, in denen regelmäßig Ausbrüche stattfinden, waren kleinere Ausbrüche im US-Bundesstaat Texas eher ungewöhnlich. Dort verendeten im Rahmen eines Ausbruchs 12 Rinder und neun Hirsche und kurze Zeit später in einem anderen County ein Rind. Grundsätzlich gilt, dass jeder direkte Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermieden werden sollte (ProMED, 3. Dezember 2009).
Milzbrand in KanadaIn Kanada wurde 2009 eine ruhige Milzbrand-Saison beobachtet. Es erkrankten nur wenige Tiere, so in Alberta 13 Bisons im Wood Bison National Park, in der Provinz Saskatchewan, im Rahmen zweier kleiner Ausbrüche, insgesamt acht Rinder und in der Provinz Manitoba, im Verlauf von drei kleineren Ausbrüchen, insgesamt 18 Rinder und im Verlauf eines Ausbruchs bei Wildtieren drei Bisons und ein Wildschwein. Grundsätzlich gilt, dass jeder direkte Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermieden werden sollte (ProMED, 3. Dezember 2009).
Malaria in GeorgienDie Gesundheitsbehörden des Kaukasus-Staats Georgien teilen mit, dass in diesem Jahr sechs autochthone Erkrankungsfälle von Malaria tropica diagnostiziert worden sind. Nähere Informationen zu den genauen Lokalisationen im Land wurden nicht gemacht. In Georgien besteht ein gewisses Malariarisiko in den Grenzgebieten zu Armenien und Aserbaidschan und im Tiefland von Kolhida. Über Resistenzen gegen Chloroquin gibt es keine Informationen. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) besteht ein minimales Risiko im Süden des Landes. Eine Chemoprophylaxe wird generell nicht empfohlen. Es handelt sich ausschließlich um Plasmodium vivax, einen Erreger der Malaria tertiana (ProMED; 28. November 2009).
Gelbfieber in der Zentralafrikanischen RepublikIn der Zentralafrikanischen Republik sind vier Menschen an Gelbfieber erkrankt und davon drei verstorben. Die Erkrankungsfälle wurden im Rahmen des im zentralafrikanischen Land regulär stattfindenden Gelbfieber-Screenings nachgewiesen. Betroffen sind die Bezirke (Präfekturen) Ombella, Mpoko und La Lobaye. In der erstgenannten Präfektur traten im Frühjahr diese Jahres schon einzelne Erkrankungsfälle auf. Die Zentralafrikanische Republik liegt im Gelbfiebergürtel. Reisende in das afrikanische Land müssen bei der Einreise über eine in einem internationalen Impfpass dokumentierte gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in MalaysiaDer Gesundheitsministers Malaysias gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass dem südostasiatischen Land eine Dengue-Fieberepidemie droht. In Malacca und Penang seien bereits mehr als 800 Erkrankungsfälle registriert worden und drei Todesfälle zu beklagen. Allein in der letzten Woche seien rund 100 neue Fälle aufgetreten. Der Minister warnt, dass sich die Zahl der Erkrankten innerhalb eines Monats verdoppeln könne, soweit von der Bevölkerung nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Reisende nach Malaysia und insbesondere nach Malacca und Penang sollten augenblicklich eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in VietnamObwohl in Vietnam die Regenzeit vorbei ist und nun die trockene und kältere Winterzeit naht, treten weiterhin Neuinfektionen mit Dengue-Fieber auf. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Vietnam bereits mehr als 77.000 Erkrankungsfälle gezählt. Während in bisher hauptsächlich betroffenen Süden die Zahl der Erkrankungen zurückging, wurde im Norden des Landes ein Anstieg der Fallzahlen um das Vierfache registriert. Es zeigt sich eine deutliche Tendenz der Ausbreitung nach Norden zu. Reisende nach Vietnam sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in ParaguayDie Behörden von Paraguay melden einen Dengue-Fieberausbruch. Aktuell sind 52 Personen erkrankt. Allein in der vergangenen Woche sind mindesten 24 Neuerkrankungen diagnostiziert worden. Der Ausbruch ist aktuell auf die Region von Concepcion im Zentrum Paraguays begrenzt. Es konnte Dengue-Virus , Serotyp 1, identifiziert werden. Damit zirkuliert nach Ende letzten Jahres (Serotyp 3) ein neuer Serotyp in der Region mit dem erhöhten Risiko von hämorrhagischen Manifestationsformen. Reisende in die Region von Concepcion sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in BrasilienIm brasilianischen Bundesstaat Rondonia, an der Grenze zu Bolivien, droht ein Dengue-Fieberausbruch. Im November wurden mehr als 70 Erkrankungsfälle pro Woche diagnostiziert. Die lokalen Gesundheitsbehörden wandten sich nun mit einer Warnung an die Bevölkerung. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Erkrankungsfälle gezählt. Aktuell liegt das Epizentrum des Ausbruchs nahe der Stadt Cacoal. Reisende nach Rondonia und insbesondere in die Region von Cacoal sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
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Salmonellose in Großbritannien
In England und in Wales wird eine ungewöhnliche Aktivität eines Salmonellenstammes registriert. Es handelt sich um Salmonella enteritidis, Phagentyp 14b. Insgesamt wurden bereits mindestens 14 Ausbrüche mit insgesamt mehr als 440 Erkrankten gemeldet. Die Ausbrüche finden sich vorwiegend in Betreuungseinrichtungen. Bisher konnte eine mögliche gemeinsame Infektionsquelle nicht nachgewiesen werden. Die Behörden teilten jedoch mit, dass möglicherweise nicht sorgfältig zubereitete Eierspeisen für den Ausbruch verantwortlich sein könnten. Bei Reiserückkehrern aus England und Wales mit Durchfall sollte eine Salmonellose ausgeschlossen werden (ProMED, 4. Dezember 2009).
Oseltamivir-Resistenz von Influenza H1N1-Virus in Italien
Das Virologische Institut der Poliklinik San Matteo in Padua berichtet über das erste Influenza H1N1-Virus mit einer Resistenz gegen das Medikament Oseltamivir. Die italienischen Gesundheitsbehörden teilen mit, dass es sich um den ersten Virusstamm mit einer entsprechenden Resistenz in Italien handelt. Entsprechende Untersuchungen zeigen, dass das Auftreten der Resistenz mit der Anwendung der Therapie assoziiert ist, während in Virusstämmen vor Einführung der Oseltamivir-Therapie keine entsprechende Resistenz nachweisbar war. Entsprechende Virusstämme treten bisher nur vereinzelt in den verschiedenen Ländern der Erde auf. Resistenzen spielen aktuell noch keine Rolle für die Therapie der Erkrankung (ProMED; 4. Dezember 2009).
Tritium-Kontamination in Indien
Im indischen Bundesstaat Karnataka ist aus einem Atomkraftwerk radioaktives Wasser ausgetreten. Mindestens 55 Menschen sind durch Trinken des Wassers mit radioaktivem Tritium kontaminiert worden. Nach noch anhaltenden Untersuchungen war das Wasser von einem Arbeiter des Kraftwerks absichtlich mit der radioaktiven Substanz kontaminiert worden. Reisende sind von der Kontamination augenscheinlich nicht betroffen. Das Beispiel zeigt jedoch, dass entsprechende Einrichtungen potentielle Ziele für kriminelle oder terroristische Aktivitäten darstellen können und von Reisenden in instabilen Ländern gemieden werden sollten (ProMED, 4. Dezember 2009).
Milzbrand in den USA
In den USA sind in diesem Jahr Ausbrüche von Milzbrand in drei Bundesstaaten bekannt geworden. Während North und South Dakota bekannte endemische Regionen darstellen, in denen regelmäßig Ausbrüche stattfinden, waren kleinere Ausbrüche im US-Bundesstaat Texas eher ungewöhnlich. Dort verendeten im Rahmen eines Ausbruchs 12 Rinder und neun Hirsche und kurze Zeit später in einem anderen County ein Rind. Grundsätzlich gilt, dass jeder direkte Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermieden werden sollte (ProMED, 3. Dezember 2009).
Milzbrand in Kanada
In Kanada wurde 2009 eine ruhige Milzbrand-Saison beobachtet. Es erkrankten nur wenige Tiere, so in Alberta 13 Bisons im Wood Bison National Park, in der Provinz Saskatchewan, im Rahmen zweier kleiner Ausbrüche, insgesamt acht Rinder und in der Provinz Manitoba, im Verlauf von drei kleineren Ausbrüchen, insgesamt 18 Rinder und im Verlauf eines Ausbruchs bei Wildtieren drei Bisons und ein Wildschwein. Grundsätzlich gilt, dass jeder direkte Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermieden werden sollte (ProMED, 3. Dezember 2009).
Malaria in Georgien
Die Gesundheitsbehörden des Kaukasus-Staats Georgien teilen mit, dass in diesem Jahr sechs autochthone Erkrankungsfälle von Malaria tropica diagnostiziert worden sind. Nähere Informationen zu den genauen Lokalisationen im Land wurden nicht gemacht. In Georgien besteht ein gewisses Malariarisiko in den Grenzgebieten zu Armenien und Aserbaidschan und im Tiefland von Kolhida. Über Resistenzen gegen Chloroquin gibt es keine Informationen. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit (DTG) besteht ein minimales Risiko im Süden des Landes. Eine Chemoprophylaxe wird generell nicht empfohlen. Es handelt sich ausschließlich um Plasmodium vivax, einen Erreger der Malaria tertiana (ProMED; 28. November 2009).
Gelbfieber in der Zentralafrikanischen Republik
In der Zentralafrikanischen Republik sind vier Menschen an Gelbfieber erkrankt und davon drei verstorben. Die Erkrankungsfälle wurden im Rahmen des im zentralafrikanischen Land regulär stattfindenden Gelbfieber-Screenings nachgewiesen. Betroffen sind die Bezirke (Präfekturen) Ombella, Mpoko und La Lobaye. In der erstgenannten Präfektur traten im Frühjahr diese Jahres schon einzelne Erkrankungsfälle auf. Die Zentralafrikanische Republik liegt im Gelbfiebergürtel. Reisende in das afrikanische Land müssen bei der Einreise über eine in einem internationalen Impfpass dokumentierte gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in Malaysia
Der Gesundheitsministers Malaysias gab auf einer Pressekonferenz bekannt, dass dem südostasiatischen Land eine Dengue-Fieberepidemie droht. In Malacca und Penang seien bereits mehr als 800 Erkrankungsfälle registriert worden und drei Todesfälle zu beklagen. Allein in der letzten Woche seien rund 100 neue Fälle aufgetreten. Der Minister warnt, dass sich die Zahl der Erkrankten innerhalb eines Monats verdoppeln könne, soweit von der Bevölkerung nicht entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Reisende nach Malaysia und insbesondere nach Malacca und Penang sollten augenblicklich eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in Vietnam
Obwohl in Vietnam die Regenzeit vorbei ist und nun die trockene und kältere Winterzeit naht, treten weiterhin Neuinfektionen mit Dengue-Fieber auf. Insgesamt wurden in diesem Jahr in Vietnam bereits mehr als 77.000 Erkrankungsfälle gezählt. Während in bisher hauptsächlich betroffenen Süden die Zahl der Erkrankungen zurückging, wurde im Norden des Landes ein Anstieg der Fallzahlen um das Vierfache registriert. Es zeigt sich eine deutliche Tendenz der Ausbreitung nach Norden zu. Reisende nach Vietnam sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in Paraguay
Die Behörden von Paraguay melden einen Dengue-Fieberausbruch. Aktuell sind 52 Personen erkrankt. Allein in der vergangenen Woche sind mindesten 24 Neuerkrankungen diagnostiziert worden. Der Ausbruch ist aktuell auf die Region von Concepcion im Zentrum Paraguays begrenzt. Es konnte Dengue-Virus , Serotyp 1, identifiziert werden. Damit zirkuliert nach Ende letzten Jahres (Serotyp 3) ein neuer Serotyp in der Region mit dem erhöhten Risiko von hämorrhagischen Manifestationsformen. Reisende in die Region von Concepcion sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).
Dengue-Fieber in Brasilien
Im brasilianischen Bundesstaat Rondonia, an der Grenze zu Bolivien, droht ein Dengue-Fieberausbruch. Im November wurden mehr als 70 Erkrankungsfälle pro Woche diagnostiziert. Die lokalen Gesundheitsbehörden wandten sich nun mit einer Warnung an die Bevölkerung. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als 1000 Erkrankungsfälle gezählt. Aktuell liegt das Epizentrum des Ausbruchs nahe der Stadt Cacoal. Reisende nach Rondonia und insbesondere in die Region von Cacoal sollten eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Dezember 2009).