KW 48 / 2009: Epidemiologische Informationen

Botulismus in Frankreich aus KanadaIn Südfrankreich sind drei Fälle von Botulismus aufgetreten. Es handelt sich um den Ausbruch in einer Familie, verursacht durch Toxin des Serotyps E. Als vermutliche Infektionsquelle konnte eine Packung vakuumverpackten geräucherten Weißfisches identifiziert werden, die tags zuvor verzehrt worden war. Der Fisch war einige Wochen vorher in Finnland gekauft worden und stammte ursprünglich aus Kanada und war dort auch verarbeitet worden. Geräucherter Weißfisch aus Kanada war schon häufiger Ursache für Fälle von Botulismus, u.a. in Finnland, Deutschland, den USA und Israel.
In diesem Fall scheint die längere Lagerung zur ausreichenden Produktion von Toxin eine Rolle gespielt zu haben. Botulinumtoxin E ist häufig bei Fischen zu finden und gilt als weniger toxisch als das Toxin A. ein Risiko besteht vor allem bei länger gelagerten vakuumverpackten Produkten (ProMED, 19. November 2009).
Mumps in IsraelIn mehreren jüdischen Talmudschulen in Israel treten gehäuft Mumps-Erkrankungsfälle bei Schülern auf. Es handelt sich um männliche Jugendliche. Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums sind bisher mehr als 100 Personen erkrankt. Alle Regionen Israels (u.a. Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Süd-Israel, Zentral-Israel) sind betroffen. Die Information deutet auf eine aktuell hohe Zirkulation des Mumps-Virus in Teilen der israelischen Bevölkerung hin. Reisende nach Israel sollten daher über einen ausreichenden Immunschutz (nachgewiesene Infektion oder zweimalige Impfung gegen Mumps) verfügen (ProMED, 19./20. November 2009).
Tollwut in IndienIn einer abgelegenen Region im Distrikt Kangra, im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh, wird von einer hohen Tollwut-Aktivität berichtet. In einer Ortschaft mit 400 Bewohnern sind innerhalb kurzer Zeit mehr als ein Dutzend Rinder und die gleiche Zahl Schafe an Tollwut verstorben. Eine nicht näher genannte weitere Zahl von Tieren zeigt Symptome der Infektion. Die Menschen haben daraufhin trotz mittlerweile mit Schnee bedeckter Pässe die Flucht angetreten und sind nach rund 75 km (in 3 Tagen) in die Nähe der Distriktstadt Palampur geflohen. Vier Menschen, die zurückgeblieben waren, zeigen mittlerweile Symptome der Tollwut. Über den/die Überträger der Tollwut wurden keine Angaben gemacht. Aktuell sind aufgrund der Wetterbedingungen Reisen in das betroffene Gebiet nicht mehr möglich. Insgesamt treten in Indien jährlich mehr als 30.000 Tollwut-Fälle bei Menschen auf. Reisende nach Indien sollten jeden direkten Kontakt mit Tieren vermeiden (ProMED, 20. November 2009).
Milzbrand im Palästinensisch-Autonomen GebietIn der Region von Nablus, in den Autonomen Palästinensischen Gebieten, ist ein Schaf an Milzbrand erkrankt und verendet. Es handelt sich um eine Herde von insgesamt 300 Tieren. Vor wenigen Tagen war das verendete Tier mit sechs weiteren Tieren in die Herde neu eingebracht worden. Es handelt sich um den ersten Fall von Milzbrand seit fünf Jahren. Nähere Informationen sind bisher nicht verfügbar. Reisende in die Region sollten jeden direkten Kontakt mit Kadavern von verendeten Tieren vermeiden. Fleisch sollten nur sehr gut durchgegart verzehrt werden (ProMED; 20. November 2009).
Flecktyphus in den USAIm US-Bundesstaat Texas wurde im Jahr 2008 ein Ausbruch von Flecktyphus beschrieben. Auch im Jahr 2009 wurde erneut eine erhöhte Aktivität der Rickettsiose registriert. Betroffen ist die Hauptstadt des Bundesstaats Austin und der dazu gehörige Trevis County. Dort wurden im Jahr 2008 insgesamt 53 Fälle der durch Flöhe übertragenen Rickettsiose registriert. Im Jahr 2009 wurden bisher ebenfalls rund 30 Fälle diagnostiziert. Dreiviertel der registrierten Erkrankungsfälle mussten in Krankenhäuser eingewiesen werden, rund ein Viertel der Erkrankungsfälle wurden auf Intensivstationen betreut. Todesfälle traten nicht auf. Häufigste Symptome waren Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Schüttelfrost, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Durchfall. Ein Exanthem wurde bei der Hälfte der Patienten beschrieben. Nur zwei Patienten war ein Flohstich oder Flohkontakt erinnerlich. Die texanischen Gesundheitsbehörden gehen von einer endemischen Situation in Austin aus. Reisende sollten jeden direkten Kontakt zu Opossums, Wild- und Haustieren vermeiden und Maßnahmen zum Schutz vor Ektoparasiten (persönliche Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 20. November 2009).
Pandemische Influenza in Saudi-Arabien (Hajj)Im Verlauf der bisherigen islamischen Pilgerperiode (Hajj) wurden 20 Fälle von pandemischer Influenza, bisher ausschließlich bei ausländischen Pilgern, nachgewiesen. Nach offiziellen Informationen sind bisher vier Pilger an der Infektion verstorben (eine Frau aus Marokko, je ein Mann aus dem Sudan und Indien, jeweils im Alter > 70 Jahre, ein 17jähriges Mädchen aus Nigeria). Die saudi-arabischen Gesundheitsbehörden betonen, dass sie gut auf einen potentiellen Ausbruch während der Hajj-Periode vorbereitet sind, trotzdem wird mittlerweile von allen Pilgern eine H1N1-Impfung vor Beginn der Reise gefordert. Diese sollte in einem internationalen Impfpass eingetragen werden, ebenso wie die für die Einreise geforderte Meningokokken-Impfung. Neben mehreren Laboratorien für die Diagnostik wurden 14 Krankenhäuser mit insgesamt rund 2.800 Betten, darunter rund 250 Intensivbetten und rund 300 Notfallbetten, aufgebaut. Reisende nach Mekka sollten den Empfehlungen der arabischen Gesundheitsbehörden folgen und vor Reiseantritt eine entsprechende H1N1-Impfung durchführen (ProMED, 20./22. November 2009).
Rift Valley Fieber in SüdafrikaIn der nördlichen Kapprovinz Südafrikas sind Mitte Oktober vier Menschen an Rift Valley Fieber erkrankt. Die Untersuchung der Patienten ergab einen neuen Genotyp des Virus, der am engsten mit Virusisolaten aus Namibia, dem Senegal und Zentralafrika verwandt ist, jedoch entfernter mit dem aktuell in anderen Teilen Südafrikas zirkulierenden Virustypen. Die Virusisolate aus den letzten Jahrzehnten zeigen nur eine geringe Variabilität. In Südafrika zirkulierende Virusstämme zeigen eine enge Verwandtschaft zu Isolaten aus Ostafrika, Madagaskar, Arabien und Mauretanien. Es ist daher von einer Neueinschleppung und beginnenden Ausbreitung des neuen Genotyps in Südafrika auszugehen. Rift Valley Fieber-Virus wird durch Stechmücken oder durch virushaltiges Fleisch und Blut (z.B. Schlachthöfe) und möglicherweise durch virushaltige Milch virämischer Haustiere übertragen. Reisende nach Afrika südlich der Sahara sollten einen individuellen Stechmückenschutz betreiben und jeden direkten Kontakt mit unbehandeltem Fleisch oder entsprechenden Tierprodukten vermeiden (ProMED, 20. November 2009).
Tollwut in RusslandIm Norden der russischen Hauptstadt Moskau wird eine erhöhte Tollwutaktivität berichtet. Drei Menschen sind nach Exposition mit potentiell tollwütigen Hunden in Krankenhäuser zur weiteren Behandlung, bzw. Durchführung einer Postexpositionsprophylaxe eingewiesen worden. Eine weitere, nicht genannte Zahl von Personen hatte nach Kontakt mit entsprechenden Tieren ebenfalls eine Postexpositionsprophylaxe verabreicht bekommen. Zwei Distrikte im Norden Moskaus wurden zu Tollwut-Quarantäne-Gebieten erklärt. Damit müssen alle Haustiere gegen Tollwut geimpft werden und dürfen für 60 Tage nicht ausgeführt werden. Der Status wird erst nach 60 Tagen nach dem letzten gemeldeten Tollwut-Fall aufgehoben werden. Reisende nach Moskau und vor allem in die Vorstädte Moskaus sollten jeden direkten Kontakt mit Tieren vermeiden und im Fall eines entsprechenden Kontaktes sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 21. November 2009).
Dengue-Fieber auf den Kapverdischen InselnDer Dengue-Fieber-Ausbruch auf den Kapverden breitet sich weiter aus. Mittlerweile sind fünf Inseln des Archipels (Brava, Fogo, Maio, Sal, Santiago) betroffen. Die Gesundheitsbehörden berichten von rund 17.000 Verdachtsfällen und bestätigten Fällen. Mittlerweile befinden sich Experten aus mehreren Ländern vor Ort, um den Ausbruch zu bekämpfen. Als Erreger wurden Dengue-Viren des Serotyps 3 identifiziert, die aus Westafrika nach den Kapverden eingeschleppt worden waren. Reisende auf die genannten Kapverdischen Inseln sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. November 2009).
Dengue-Fieber im SenegalDengue-Fieber tritt mittlerweile auch im Senegal epidemisch auf. Seit Mitte Oktober werden zunehmend Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber auch im Senegal beobachtet. Aktuell sind mehr als 50 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden. Es handelt sich um Infektionen durch den Virus-Serotyp 3, der sich auch in den benachbarten Ländern momentan epidemisch ausbreitet. Reisende nach Senegal sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. November 2009).
Dengue-Fieber in Sri LankaIn Sri Lanka breitet sich das Dengue-Fieber weiter aus. Insbesondere in der Stadt Vavuniya und der angrenzenden Region treten vermehrt Fälle von Dengue-Fieber auf. Dort sind bisher mehr als 1.000 Patienten gezählt worden. 13 Patienten werden aktuell im Krankenhaus behandelt, zwei Patienten, darunter ein dreijähriges Mädchen, sind an der Infektion verstorben. Eine Ursache für den Anstieg der Erkrankungszahlen und die geographische Ausbreitung der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion wird in der Zunahme der Flüchtlingslager und der dort herrschenden sanitären Bedingungen gesehen, die gute Bedingungen für Brutplätze von Stechmücken bilden. Reisende nach Sri Lanka sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. November 2009).
Dengue-Fieber in TaiwanInnerhalb einer Woche sind in Taiwan mindestens 70 neue Fälle von Dengue-Fieber diagnostiziert worden. Insgesamt wurden damit in diesem Jahr bereits knapp 400 Erkrankungsfälle auf der Insel gezählt worden. Betroffen ist insbesondere der Süden der Insel. Deshalb wird in der Stadt Kaohsiung und im gleichnamigen Distrikt von den Experten eine weitere Zunahme der Fälle und eine geographische Ausbreitung erwartet. Reisende in den Süden Taiwans sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. November 2009).
Dengue-Fieber in MexikoIn Mexiko sind in diesem Jahr bereits mehr als 100.000 Verdachtsfälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Rund 50.000 davon konnten diagnostisch bestätigt werden. Betroffen sind insbesondere die von starken Regenfällen heimgesuchten östlichen Bundesstaaten Veracruz und Tabasco. Auch im Bundesstadt Campeche wurden innerhalb einer Woche mehr als 1430 Erkrankungsfälle beobachtet, davon 20 Erkrankungsfälle mit dem Bild eines hämorrhagischen Dengue-Fiebers. Ein Patient ist dort an der Infektion verstorben. Aufgrund der Regenfälle der letzten Wochen erwarten die Behörden eine weitere Zunahme der Erkrankungsfälle in verschiedenen Landesteilen, jedoch insbesondere in den östlichen Bundesstaaten. Reisende nach Mexiko und insbesondere in Regionen mit hohen Stechmücken-Populationen sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. November 2009).
Oseltamivir-Resistenz gegen Influenza H1N1 in GroßbritannienIn einer Klinik in Cardiff wurde bei drei von fünf Patienten, die in der Abteilung für Patienten mit schweren Verlaufsformen therapiert worden waren, eine Oseltamivir-Resistenz festgestellt. Während entsprechende Stämme schon in anderen Regionen der Erde vereinzelt nachgewiesen werden konnten, handelt es sich hier um die erstmalige Übertragung entsprechend resistenter Stämme von Mensch zu Mensch. Insbesondere bei Patienten mit einer Suppression des Immunsystems können entsprechende Viren über längere Zeit ausgeschieden werden und unter einer Therapie mit Oseltamivir resistent werden. Eine Resistenz mit dem zweiten verfügbaren Neuraminidase-Hemmer Zanamivir ist dagegen bisher nicht beschrieben worden (ProMED, 20. November 2009).
Impfreaktionen auf Influenza H1N1-Impfung in KanadaAus der kanadischen Provinz Manitoba wird eine deutlich erhöhte Rate von schweren allergischen Nebenwirkungen nach Impfung mit dem Impfstoff gegen pandemische Influenza des Herstellers GlaxoSmithkline registriert worden. Während statistisch mit zwei entsprechenden Reaktionen bei Verabreichung einer Impfstoff-Charge entsprechender Größe zu rechnen wäre, traten sechs schwere allergische Impfkomplikationen auf. Daraufhin wurden alle noch nicht verimpften Impfstoffdosen der Charge vom Hersteller zurückgezogen. Nach Auskunft von GSK handelt es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme. In einer weiteren kanadischen Provinz seien dagegen bisher keine erhöhten Komplikationsraten auffällig geworden. Insgesamt seien nach Verimpfung von 6,6 Millionen Impfdosen in Kanada bisher 36 schwere Impfkomplikationen registriert worden. Ein Todesfall sei nach der Impfung aufgetreten, jedoch ist ein ursächlicher Zusammenhang mit der Impfung bisher nicht nachgewiesen (ProMED, 22. November 2009).
Gelbfieber in der ElfenbeinküsteIn der im Nordwesten der westafrikanischen Staates Elfenbeinküste gelegenen Provinz Denguele sind mindestens drei Menschen am Gelbfieber erkrankt. Bei weiteren zehn Patienten besteht ein Verdacht auf Gelbfieber. Daraufhin wurde im Rahmen einer Impfaktion die Bevölkerung der betroffenen Ortschaften geimpft. Weitere Informationen existieren nicht, insbesondere, ob es sich um einen urbanen oder sylvatischen Übertragungstyp handelt. Reisende in die Elfenbeinküste benötigen für die Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfung (ProMED, 17. November 2009).
Cholera in SambiaIm Distrikt Sinazongwe in der Südlichen Provinz des südafrikanischen Landes Sambia sind mindestens 30 Menschen an der Cholera erkrankt und darunter mindestens ein Mensch verstorben. Der Ausbruch scheint schon mindestens seit September dieses Jahres zu bestehen und konnte bisher nicht eingedämmt oder gestoppt werden. Nähere Informationen zur Ursache des Ausbruchs wurden nicht genannt, es ist jedoch von schlechten sanitär-hygienischen Bedingungen als einer Ursache auszugehen. Reisende in die genannte Region Sambias sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 18. November 2009).
Cholera in KeniaIn mehreren Landesteilen Kenias ist die Cholera aktuell aktiv. In der Eastern Provinz sind im Distrikt Marsabit mindestens 26 Menschen innerhalb eines Monats an der Cholera verstorben. Innerhalb weniger Tage wurden mehr als 40 Patienten gezählt, davon sind vier verstorben. Die Ursache für die Aktivitätssteigerung wird in den Überflutungen und die generell schlechte Hygiene in den Ortschaften genannt. Auf der zu kenianischen Coastal Province gehörenden Insel Lamu sind mindestens 36 Menschen an der Cholera erkrankt. Acht der Patienten sind verstorben. Die Erkrankungsfälle konzentrieren sich in erster Linie auf die Außenbereiche von Städten. Die Behörden haben alle Zusammenkünfte größerer Menschengruppen verboten. In der Central Province sind mindestens drei Menschen verstorben, während neun weitere Patienten in Krankenhäusern behandelt werden. Dort erkrankten weiterhin mindestens 250 Menschen nach Genuss von kontaminiertem Wasser aus dem Fluss Athi. Reisende in die genannten Regionen Kenias sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 18./25. November 2009).
Cholera in MalaysiaIm malaysischen Bundesstaat Terengganu wird ein Cholera-Ausbruch beobachtet. Die Gesundheitsbehörden berichten, dass die Situation sich verschärft hat und mittlerweile 185 Menschen an der bakteriellen Infektion erkrankt sind. Ein Patient ist bisher an der Cholera verstorben. Die lokalen Gesundheitsbehörden gehen von einem weiteren Anstieg der Erkrankungszahlen in den kommenden Wochen aus, da im Rahmen der Regenzeit weitere Regenfälle zu erwarten sind, die die gesamte hygienische Situation verschlechtern werden. Ein weiterer Choleraausbruch wird aus dem Bundesstaat Sabah gemeldet. Dort sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 18 Menschen erkrankt. Hier ist jedoch die Situation nach Angaben der Behörden unter Kontrolle. Reisende in den Bundesstaat Terengganu sollten in jedem Fall die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 18./25. November 2009).
Komplikationen nach Pneumokokken-KonjugatimpfungIn den Niederlanden sind innerhalb von zwei Wochen drei Säuglinge in zeitlichem Zusammenhang mit einer Impfung gegen Pneumokokken (Prevenar) verstorben. Alle drei Säuglinge waren mit der gleichen Impfstoffcharge geimpft worden. Es handelt sich um ein ungewöhnliches epidemiologisches Auftreten von Todesfällen nach Impfung, so dass die niederländischen Gesundheitsbehörden den weiteren Verkauf und die Verimpfung der Impfstoffcharge untersagt haben. Bisher gibt es keine Hinweise, dass der Impfstoff ursächlich am Tod der Säuglinge beteiligt ist. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die übrigen im Markt befindlichen Chargen des Impfstoffs sind nicht vom Anwendungsverbot betroffen (ProMED, 18. November 2009).
Masern in IrlandIn Irland sind im Verlauf des November 11 Fälle von Masern aufgetreten. Ein Kleinkind wird auf der Intensivstation einer Klinik aufgrund einer schweren Pneumonie intensivmedizinisch behandelt. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits 75 Fälle von Masern in Irland gezählt. Dies ist ein Anstieg um 50% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Die Infektionen finden sich insbesondere bei Reisenden, so dass eine weitergehende Zirkulation des Virus in der irischen Bevölkerung momentan selten ist. Der Schutz gegen Masern sollte bei jeder reisemedizinischen Beratung abgeklärt werden, da die Infektion weiterhin in großen Teilen der Welt und in vielen reisemedizinischen Zielen endemisch vorkommt (ProMED, 25. November 2009).
Japan-Enzephalitis in IndienDie Japan-Enzephalitis ist weiterhin in Teilen Indiens hochaktiv. Besonders betroffen sind die beiden indischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Bihar. In Uttar Pradesh sind bisher mehr als 470 Menschen an der durch Stechmücken übertragenen Infektion verstorben. Die Zahl der erkrankten Personen liegt höher als 1.500. In Uttar Pradesh wurden 23 Distrikte als endemisch für Japan-Enzephalitis erklärt. In Bihar sind bisher mindestens 30 Patienten an der Infektion verstorben. Mehr als 140 Patienten werden aktuell in Krankenhäusern therapiert. Die meisten Erkrankten und Todesfälle zählen zur Altersgruppe der Kinder unter 15 Jahren. Reisende in die genannten indischen Bundesstaaten oder verlängerten Aufenthalten in den entsprechenden Regionen sollten bei allen Aktivitäten mit erhöhter Exposition gegen Stechmücken eine Impfung vor Reisebeginn durchführen und eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. November 2009).
Leishmaniose in England aus PeruAnlässlich der Behandlung eines Fernsehjournalisten mit mukokutaner Form einer Leishmaniose wiesen Tropenmediziner des University College Londons Hospitals auf die deutlich angestiegene Rate von verschiedenen Tropenerkrankungen hin. Der Fernsehjournalist war nach einem Aufenthalt in Peru, im Rahmen von Filmaufnahmen, an der destruierenden Form der Leishmaniose im Gesicht erkrankt. Nach Angaben der Mediziner hat sich die Zahl der Erkrankungsfälle an Leishmaniose in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Sie empfehlen allen Reisenden in endemische Gebiete die Anwendung von Repellentien und Moskitonetzen zum Schutz vor Sandmücken (ProMED, 26. November 23009).
Hepatitis in PakistanIm Rahmen der Untersuchung aller Gefangenen in Gefängnissen Pakistans wurden fast 1.000 Sträflingen mit Hepatitis entdeckt. Die Form der Hepatitis wurde mitgeteilt, allerdings war die Rede von Impfungen der nicht betroffenen Gefangenen, so dass überwiegend von Hepatitis B-Fällen wohl auszugehen ist. Der am meisten betroffene Distrikt in Pakistan ist Ghotki, gefolgt von Jacobabad, Kambar-Shadhadkot und Khairpur. Reisende nach Pakistan sollten über eine ausreichende Immunität gegen Hepatitis B und Hepatitis A verfügen (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in NigeriaIn mindestens zwei nigerianischen Bundesstaaten ist die Cholera neu ausgebrochen. Im Bundesstaat Borno verstarben an einem Tag mindestens sechs Patienten an der Infektion. Insgesamt sind innerhalb eines Monats (Mitte Oktober bis Mitte November) im genannten Bundesstaat rund 800 Menschen erkrankt und knapp 80 bisher verstorben. Im Bundesstaat Taraba wird ebenfalls von einer erhöhten Cholera-Aktivität berichtet. Hier sind mindestens drei Patienten verstorben, während elf weitere Patienten sich in kritischem Zustand befinden. Reisende nach Nigeria und insbesondere in die beiden genannten Bundesstaaten sollten alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in ThailandIn der südthailändischen Provinz Pattani haben sich seit Mitte Oktober rund 100 Menschen an der Cholera infiziert. Bei nur einem Drittel der Infizierten zeigten sich so starke Symptome, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wurde. Etwa ein Viertel der Infizierten zeigte leichte Durchfälle, die restliche Hälfte der Infektionen verlief ohne Symptomatik. Betroffen sind insbesondere Fischer und ihre Familienangehörigen in der Region. Eine Untersuchung zeigte, dass weitere 60 von insgesamt 400 untersuchten Personen in der betroffenen Region positive Rektalabstriche aufwiesen, ohne dass sie jemals eine schwere Symptomatik aufgewiesen hätten. Als Infektionsquelle konnten Nahrungsmittel und Trinkwasser identifiziert werden, während der gefangene Fisch und auch das zum Kühlen des Fisches benutzte Eis frei von Bakterien waren. Das Risiko für Reisende wird als insgesamt gering eingeschätzt. Trotzdem sollten insbesondere in abgelegenen Regionen die empfohlenen Standards für Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachtet werden (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in Papua-NeuguineaIn Papua-Neuguinea breitet sich die Cholera aus. Mindestens eine weitere Region ist mittlerweile betroffen. Seit September 2009 werden in der Provinz Madang Fälle von Cholera registriert. Bisher sind mindestens 400 Menschen erkrankt und 10 Patienten verstorben. Ein zweiter Übertragungsfokus ist nun in der Provinz East Sepik entdeckt worden. Dort sind mindestens 70 (nach anderen Informationen 90) Menschen erkrankt und 3, bzw. 5 Menschen verstorben. Es wird vermutet, dass Reisende aus Madang den Erreger in East Sepik eingeschleppt haben, da ein reger Reiseverkehr auf dem Fluss Sepik zwischen beiden Provinzen herrscht. Reisende in die beiden genannten Provinzen Papua-Neuguineas sollten alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in SimbabweSeit dem erneuten Ausbruch (bzw. der erneuten Registrierung eines Ausbruchs) von Cholera in Simbabwe im September 2009 sind mehr als 140 Erkrankungsfälle und fünf Todesfälle registriert worden. Betroffen ist insbesondere die Provinz Mashonaland East, jedoch treten sporadische Fälle wohl landesweit auf. Nähere Informationen liegen aktuell nicht vor. Reisende nach Simbabwe sollten grundsätzlich alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in UgandaIn dem im Südwesten Ugandas gelegenen Distrikt Kasese ist die Cholera ausgebrochen. Betroffen ist eine Region am Lake Katwe. Dort sind mindestens zwei Personen in einem Fischerdorf erkrankt. Hier erfolgt die Einschleppung von Erkrankungsfällen aus dem angrenzenden Kongo. Ein weiterer Ausbruch im Bugiri Distrikt im Osten des Landes hat nach Angaben der Gesundheitsbehörden innerhalb einer Woche zehn Erkrankungs- und zwei Todesfälle zur Folge. Insgesamt verstarben seit September dieses Jahres 18 Menschen an der Cholera in Bugiri Distrikt. Als Ursache für den Ausbruch werden die starken Regenfälle der letzten Wochen genannt. Reisende nach Uganda sollten grundsätzlich alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 25. November 2009).
Cholera in TansaniaIn der Region des tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam breitet sich die Cholera aus. Mittlerweile ist von mindestens 211 Erkrankungsfällen die Rede. Am stärksten betroffen sind die Distrikte Temeke (73 Erkrankungsfälle) und Kinondoni (68 Fälle). Weitere Angaben wurden von den Behörden nicht gemacht. Die Cholera stellt üblicherweise ein geringes reisemedizinisches Risiko dar, trotzdem sollten Reisende nach Tansania grundsätzlich alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 25. November 2009).