KW 47 / 2009: Epidemiologische Informationen

Pandemische Influenza in der UkraineIn verschiedenen Teilen der Ukraine breitet sich das Virus der Pandemischen Influenza (H1N1) weiter aus. Aktuell wird von drei Todesfällen aus der Region von Donetsk. Insgesamt haben seit Beginn des Ausbruchs in der Ukraine allein im Bezirk Donetsk mehr als 65.000 Menschen einen Arzt aufgrund einer Infektion des Respirationstrakts aufgesucht, darunter mehr als ein Drittel Kinder. Nach offiziellen Angaben handelt es sich in der Mehrzahl der Fälle um eine Influenza vom pandemischen H1N1-Typ. Auch aus der Region Lviv, im Westen der Ukraine werden zunehmend Erkrankungs- und Todesfälle gemeldet.
Allerdings ist in der gesamten Ukraine die Situation unübersichtlich, da die offiziellen und halb-offiziellen Zahlen teilweise stark differieren. Insgesamt scheint das Risiko in der Ukraine aktuell hoch zu sein. Reisende in die Ukraine sollten über eine Impfung gegen saisonale und pandemische Influenza verfügen und die Maßnahmen der allgemeinen Händehygiene strikt befolgen (ProMED, 14./15. November 2009).
Ebola-Fieber in der Demokratischen Republik KongoIn der Provinz Kasai Occidental in der zentralafrikanischen Demokratischen Republik Kongo sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden seit Dezember 2008 13 Erkrankungsfälle und neun Todesfälle des Ebola-Fiebers registriert worden. Betroffen davon ist vor allem die kongolesische Stadt Kaluamba. Weiter Einformationen zur Übertragung (natürlich über Flughunde, Affenfleisch, nosokomial) wurden nicht gemacht. Die geringe Zahl von Infektionen über einen längeren Zeitraum lässt eine nosokomiale Übertragung wenig wahrscheinlich erscheinen, sondern es spricht mehr für sporadisch auftretende Erkrankungsfälle. In der gleichen Region waren 2007 ebenfalls Fälle von Ebola-Fieber aufgetreten. Reisende in die genannte Provinz und insbesondere nach Kaluamba sollten Maßnahmen zum Schutz vor direkten Kontakten mit potentiellen Patienten, mit Affenfleisch und mit Flughunden durchführen (ProMED, 13. November 2009).
Masern auf den PhilippinenIn Teilen der Philippinen wird eine erhöhte Masern-Aktivität beobachtet. Nach Angaben der philippinischen Gesundheitsbehörden sind in der Provinz Western Visayas 41 Fälle von Masern aufgetreten. Am schwersten betroffen sind die Region und die Stadt Iloilo mit insgesamt 33 Erkrankungsfällen. Im gesamten Jahr 2008 war in Western Visayas kein einziger Fall von Masern bekannt geworden. Reisende auf die Philippinen und insbesondere in die Provinz Western Visayas sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern verfügen (ProMED, 13. November 2009).
Dengue-Fieber- und Influenza-H1N1-Koinfektionen in VietnamIn tropischen Ländern wird zunehmend über Ko-Infektionen von Dengue-Fieber und pandemischer Influenza berichtet. In Vietnam ist ein dokumentierter Erkrankungsfall aufgetreten mit tödlichem Verlauf. Ein weiterer, früherer Erkrankungsfall war blande verlaufen. Auf der karibischen Insel Barbados sind acht Fälle entsprechender Ko-Infektionen dokumentiert, davon einer mit tödlichem Verlauf. Experten spekulieren nun, ob eine Dengue-Infektion den Verlauf der pandemischen Influenza negativ zu schwereren Verläufen beeinflussen könnte. Grundsätzlich sollten daher Reisende in Dengue-endemischen Regionen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe und eine gute Händehygiene durchführen und vor Reisebeginn in Regionen mit hoher Influenza-Inzidenz ggf. eine Impfung durchführen lassen (ProMED, 13. November 2009).
Pandemische H1N1-Influenza in AfrikaDie pandemische Influenza vom Typ H1N1 breitet sich weltweit aus. Mittlerweile werden die ersten Erkrankungsfälle aus Afrika gemeldet. In der Demokratischen Republik Kongo (mehrere Schulen in Brazzaville), in Ruanda (bei drei amerikanischen Staatsbürgern) und in Nigeria (amerikanische Staatsbürger) wurden erste, noch weitgehend einzelne Erkrankungsfälle registriert. Aussagen zur durchgeführten Diagnostik liegen nicht vor. In der Afrika vorgelagerten Insel Madagaskar hat sich das Influenza-Virus von der Hauptstadt Antananarivo aus mit mehr als 500 bestätigten Erkrankungsfällen über die gesamte Insel ausgebreitet. Zumindest Reisende nach Madagaskar sollten über einen Impfschutz gegen die pandemische Influenza verfügen. (ProMED, 13. November 2009).
Mumps in den USAIn den USA ist der größte Mumpsausbruch seit 2006 im Gange. Betroffen sind bisher die US-Bundesstaaten New York und New Jersey im Osten der USA. Bisher konnten 179 Erkrankungsfälle diagnostiziert werden. Die Erkrankung breitet sich seit August in den beiden genannten Bundesstaaten aus. Weiterhin kam es zu 15 Erkrankungsfällen in Quebec, Kanada. Betroffen sind in erster Linie Kinder und Jugendliche einer religiösen Gemeinschaft. Darüber hinaus gibt es bisher nur wenige Erkrankungsfälle. Reisende nach New York oder New Jersey sollten trotz des geringen Infektionsrisikos außerhalb der religiösen Gemeinschaft grundsätzlich über einen Immunschutz gegen die Mumps verfügen (ProMED, 13. November 2009).
Pandemische Influenza in AfghanistanIn Afghanistan sind innerhalb weniger Wochen 11 Patienten an der pandemischen Influenza H1N1 verstorben. Insgesamt wird aktuell von knapp 800 Patienten gesprochen, davon rund 450 bei Afghanen und der Rest bei Ausländern. Rund 90% der Erkrankungsfälle wurden bei militärischem Personal diagnostiziert. Die Situation in der zivilen Bevölkerung ist aufgrund der mangelnden medizinischen Versorgung unklar. Betroffen ist in erster Linie Kabul und die Provinzen Kandahar, Herat, Balkh, Bamiyan und Nangarhar. Reisende nach Afghanistan sollten einen Immunschutz gegen das pandemische Influenzavirus H1N1 aufweisen (ProMED, 15. November 2009).
Dengue-Fieber im SenegalIm Senegal sind bisher mindestens 19 Verdachtsfälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Zehn der Fälle sind bisher diagnostisch bestätigt. Der Ausbruch war bei einem senegalesischen Patienten entdeckt worden, der in Italien lebt und im Senegal zu Besuch war. Es handelt sich um den ersten Ausbruch von Dengue-Fieber im Senegal seit mindestens 2 Jahrzehnten. Erreger ist ein Dengue-Virus vom Serotyp 3. Der Ausbruch im Senegal (oder Westafrika) scheint Ausgangspunkt für den ersten jemals dokumentierten Dengue-Fieberausbruch auf den Kapverdischen Inseln zu sein. Reisende in den Senegal und die angrenzenden Länder Westafrikas sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. November 2009).
Dengue-Fieber in der Dominikanischen RepublikNach offiziellen Angaben der Gesundheitsbehörden scheint der Höhepunkt der aktuellen Dengue-Fieber-Epidemie überschritten zu sein. Die Zahl der täglich gemeldeten Erkrankungsfälle nimmt langsam ab. Insgesamt ist bisher von rund 5.000 diagnostizierten Erkrankungsfällen, darunter 325 hämorrhagische Verlaufsformen und 44 Todesfällen, die Rede. Die Gesundheitsbehörden schätzen jedoch, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankungsfälle mindestens zehnmal höher liegt. Reisende in die Dominikanische Republik sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. November 2009).
Dengue-Fieber in ParaguayIn Puentesino in der paraguayanischen Provinz Concepcion sind mindestens 20 Erkrankungsfälle mit Dengue-Fieber aufgetreten. Die betroffene Region liegt an der Grenze zu Brasilien. Das verantwortliche Dengue-Virus gehört dem Serotyp 1 an und wurde vermutlich aus Brasilien importiert, wo dieses Virus aktuell ebenfalls zirkuliert. Die Ursache für den Ausbruch wird in den hohen Stechmücken-Populationen in der betroffenen Stadt gesehen. In der Hauptstadt Paraguays werden ebenfalls hohe Stechmücken-Indizes in einzelnen Vorstädten gefunden, so dass die Behörden eine Gefahr für eine Ausbreitung der Virusinfektion in weitere Teile Paraguays befürchten. Reisende in das brasilianisch-paraguayanische Grenzgebiet sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. November 2009).
Dengue-Fieber in IndonesienIm Norden der indonesischen Insel Sumatra wird eine erhöhte Dengue-Aktivität beobachtet. Innerhalb eines Monats stieg die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle um 200% an. Im Oktober waren 43 Fälle diagnostiziert worden. Betroffen ist der Norden Sumatras und hier insbesondere die Stadt Medan. Als Ursache werden zum einen die einsetzenden Regenfälle genannt, zum anderen das zunehmende Müllproblem in der Stadt, was zu idealen Brutplätzen für Stechmücken führt. Die Behörden gehen von einem weiteren Anstieg der Virusaktivität aus. Reisende in den Norden Sumatras sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. November 2009).