KW 46 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Tollwut in den USA
Aus verschiedenen Bundesstaaten der USA wird eine erhöhte Tollwut-Aktivität gemeldet. In Georgia und Maine wurden tollwütige Stinktiere in der Umgebung menschlicher Siedlungen gefangen, die Kontakt zu mehreren Haustieren (Hunde, Katzen) hatten. Im Bundesstaat South Carolina wurden mindestens 7 Menschen von einem tollwütigen Graufuchs angegriffen und verletzt. In Arizona hatte sich ein tollwütiger Fuchs am Arm einer Frau festgebissen und erst nach 2 km wieder losgelassen. In Arizona waren in diesem Jahr bisher schon 162 tollwütige Tiere diagnostiziert worden. Die Veterinärbehörden gehen davon aus, dass es das Jahr mit der Zahl tollwut-kranker Tiere in Arizona wird. In Kalifornien war ein Mexikaner an einem bisher nicht identifizierten Tollwut-Virustyp erkrankt und verstorben. Der Patient war von einem Fuchs gebissen worden. Das Virus war jedoch näher mit Fledermaus-Tollwutvirustypen verwandt. Grundsätzlich sollte jeder Kontakt mit Wild- oder Haustieren mit auffälligem Verhalten gemieden und im Fall eines Kontakts ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 8./9./10. November 2008).

Tollwut in Indonesien
In diesem Jahr sind auf der Insel Flores mittlerweile 3 Menschen an Tollwut verstorben, nachdem sie von tollwütigen Hunden gebissen worden waren. Letztes Opfer der Virusinfektion war ein 8jähriges Mädchen, das im September gebissen worden war und Anfang November verstorben ist. Grundsätzlich gelten die Länder Südostasiens als hochendemisch für Tollwut. In den meisten Fällen handelt es sich um den urbanen Übertragungstyp, d.h. die Übertragung erfolgt in erster Linie über Haustiere (Hunde, Katzen). Reisende nach Indonesien sollten jeden Kontakt mit Haus- oder Wildtieren mit auffälligem Verhalten vermeiden. Im Fall eines direkten Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 9. November 2008).

Japanische Enzephalitis in Indien
Im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh weitet sich der Ausbruch der Japan-Enzephalitis aus. Aktuell wird von mehr als 420 Todesfällen im Krankenhaus der Medizinischen Akademie der Stadt Gorakhpur berichtet. Aktuell ist jedoch weiterhin unklar, ob alle Todesfälle durch Japan Enzephalitis hervorgerufen wurden oder ob ein weiterer Erreger eine Rolle spielt. In den letzten 5 Jahren sind mehr als 3000 Menschen, vorwiegend Kinder, and der sog. Saharanpur-Enzephalitis verstorben, dessen Ursache bisher nicht abschließend geklärt werden konnte. Uttar Pradesh ist als Japan-Enzephalitis-endemisches Gebiet bekannt. Reisende dorthin sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen oder bei erhöhtem Expositionsrisiko eine Japan-Enzephalitis-Impfung durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Fledermaus-Tollwut in Kolumbien
In Kolumbien sind mindestens 11 Rinder an Fledermaus-Tollwut („Vampir-Tollwut“) verendet. Betroffen sind die Gemeinden San Onofre, Sheep, Coloso und Sucre. Überträger der Tollwut ist die Vampir-Fledermaus (Desmodus rotundus). Die Tollwut-Form kann auch auf den Menschen übertragen werden. Die Fledermäuse fliegen Warmblüter auf Weiden während der Nacht an. Sie ritzen die Haut mit ihren Zähnen auf und lecken das austretende Blut auf. Die Infektion erfolgt durch das mit dem Speichel ausgeschiedene Tollwut-Virus. Menschliche Erkrankungsfälle sind selten, treten jedoch insbesondere sporadisch bei Rinderhirten und Feldarbeitern auf. Für Reisende besteht insbesondere dann ein Risiko, wenn sie als Rucksack-Touristen auf freiem Feld campieren (ProMED, 10. November 2008).

Norovirus-Infektionen auf Kreuzfahrtschiff
In den USA ist auf einem Kreuzfahrtschiff ein Ausbruch mit Noroviren aufgetreten. Insgesamt jeder 8. Passagier erkrankte an Durchfall und Erbrechen. Es handelt sich um den ersten Ausbruch dieses Ausmaßes auf einem Kreuzfahrtschiff in den USA in diesem Jahr. Noroviren gelten als hochinfektiös und werden direkt fäkal-oral oder indirekt („Schmierinfektion“) über kontaminierte Gegenstände übertragen. Das Virus ist relativ stabil gegenüber Umwelteinflüssen und Desinfektionsmitteln. Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen werden immer wieder beobachtet, da hier viele Menschen eng auf begrenztem Platz zusammenleben müssen. Kreuzfahrt-Teilnehmer sollten über durchzuführende Hygiene-Maßnahmen informiert werden und diese strikt durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Dengue Fieber in Vietnam

Innerhalb von 6 Tagen wurden in den Krankenhäusern Hanois mindestens 180 Menschen mit Dengue Fieber eingewiesen und therapiert. Wichtigster Grund für den Dengue Fieber-Ausbruch soweit im Norden des Landes sind die schwersten Regenfälle seit mehr als 35 Jahren in der Region. Diese Regenfälle führten zu massiven Überschwemmungen, die ideale Brutplätze für Stechmücken bieten. Durch die hohen Stechmücken-Populationen wurde ein Dengue Fieber-Ausbruch in der nördlichen Region ausgelöst. Üblicherweise wird Dengue Fieber insbesondere im Süden Vietnams (u.a. Mekong-Delta) beobachtet. Reisende nach Vietnam sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Dengue Fieber in Pakistan

In der Provinz Punjab, in Zentralpakistan an der Grenze zu Indien, sind innerhalb von 2 Tagen mehr als 150 neue Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber in den Krankenhäusern eingewiesen worden. Insgesamt sind aktuell damit mehr als 430 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden. Reisende in die genannte Region Pakistans oder die angrenzenden Regionen Indiens (Punjab, Rajasthan) sollten über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Dengue Fieber in Pazifik-Region
Immer mehr Inseln im Südpazifik werden vom aktuellen Dengue Fieberausbruch ergriffen. Aktuell betroffen sind Samoa, Tonga, Kiribati, Neu-Kaledonien, Palau und Fidschi. Es gibt noch keine Informationen über den oder die verursachenden Virustypen. Nach inoffiziellen Informationen handelt es sich um einen bisher nicht in der Region aufgetretenen Serotyp der Dengue-Viren. Reisende sollten über das aktuelle Ausbruchsgeschehen informiert werden und eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Dengue Fieber in Mexiko

Im mexikanischen Bundesstaat Durango, etwa 500 km südlich der Hauptstadt Mexiko City sind mehr als 30 Menschen an Dengue-Fieber erkrankt. Hauptgrund für den Ausbruch der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion sind die vielen künstlichen Wasserbehältnisse, die ideale Vorraussetzungen als Brutplätze für Stechmücken bilden. Aktuell werden Maßnahmen zur Stechmücken-Bekämpfung eingeleitet und intensiv durchgeführt. Informationen über den oder die verursachenden Virus-Serotypen sind bisher nicht verfügbar. Es wurden auch bisher keine Informationen über hämorrhagische Verlaufsformen bekannt. Reisende in die genannte Region sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 11. November 2008).

Masern in Äquatorial-Guinea

Im westafrikanischen Land Äquatorial-Guinea sind innerhalb von 2 Wochen mindestens 10 Kinder an Masern verstorben. Nach Angaben des Ministeriums für Gesundheit sind aktuell mehrere hundert Kinder, hauptsächlich im Alter bis 9 Jahre, erkrankt. Mehrere Distrikte des Landes und auch die Hauptstadt Malabo sind vom Ausbruch betroffen. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist jedoch nicht bekannt. Der letzte bekannte Masern-Ausbruch liegt 7 Jahre zurück. Reisende nach Äquatorial-Guinea sollten über einen nachgewiesenen Masernschutz verfügen. Grundsätzlich sollte jeder Bewohner in Deutschland über einen Masernschutz verfügen. Die medizinische Beratung als Reisevorbereitung stellt eine gute Möglichkeit dar, auch den Impfschutz allgemein empfohlener Impfungen zu überprüfen und ggf. zu komplettieren (ProMED, 11. November 2008).

Mumps in England

In der Universität von Gloucestershire sind mindestens 10 Studenten an Mumps erkrankt. Die Behörden erwarten einen weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle. Die Universitätsverwaltung hat nun einen Brief an alle Studenten versandt mit der Aufforderung, sich bei fehlender Grundimmunisierung gegen Mumps möglichst rasch impfen zu lassen. Weiterhin wurden sie in dem Brief aufgefordert, alle Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen möglichst zu meiden. In den letzten Jahren wurden vermehrt Ausbrüche von Masern und Mumps in England beobachtet, da vor einigen Jahren die Masern-Impfung zu Unrecht in Verruf geraten war, Autismus zu verursachen. Damit sank die Populations-Immunität unter den für einen Populationsschutz notwendigen Wert. Reisende, insbesondere Schüler und Studenten nach England, sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern, Mumps und Röteln verfügen (ProMED, 8. November 2008).

Keuchhusten in USA
Im US-Bundesstaat South Dakota sind in 2 Schulen mindestens 17 Schüler am Keuchhusten erkrankt. Zum genauen Alter und zum Impfstatus der erkrankten Schüler wurden keine Aussagen gemacht. Die Keuchhusten-Immunität nimmt einige Jahre nach der Impfung oder auch nach natürlicher Infektion ab, so dass aktuell in Deutschland eine Auffrischung alle 10 Jahre (zusammen mit der Tetanus-Auffrischung) empfohlen werden sollte. Eine besondere Bedeutung hat die Immunisierung von Haushaltsangehörigen bei Neugeborenen, da Neugeborene und Säuglinge im ersten Lebensjahr besonders gefährdet sind. Reisende, insbesondere Schüler und Studenten in die USA, sollten über einen gültigen Keuchhusten-Impfschutz verfügen (ProMED, 7. November 2008).

Hämorrhagisches Fieber mit Renalem Syndrom in Russland
Im russischen Bezirk Lipetsk im europäischen Teil Russlands sind die ersten Fälle von Hämorrhagischem Fieber mit Renalem Syndrom in diesem Jahr aufgetreten. Betroffen sind ein 30jähriger Mann und ein 5jähriger Junge aus dem Distrikt Dankovsky. Im gleichen Bezirk war 2006/2007 ein großer Ausbruch der durch Hantaviren verursachten Infektion beobachtet worden. Es handelt sich vermutlich um Puumala-Virus, das durch Rötelmäuse übertragen wird. Reisende in die genannte Region Russlands sollten jeden direkten Kontakt mit Nagetieren oder deren Exkreten und Sekreten vermeiden (ProMED, 12. November 2008).

Syphilis in den USA
Im Genesee County des US-Bundesstaats Michigan wird in diesem Jahr ein deutlicher Anstieg der Syphilis-Inzidenz registriert. Insgesamt ist von mehr als 100 neu aufgetretenen Erkrankungen die Rede. Dies bedeutet die höchste Zahl von Erkrankungen seit mehr als 30 Jahren. In diesem Zusammenhang wurden erstmals auch wieder 5 kongenitale Übertragungen der Syphilis auf Neugeborene beobachtet. Die Gesundheitsbehörden haben nun Bekämpfungsprogramme initiiert, die zu einem leichten Abfall der Inzidenz führten. Grundsätzlich sollten Personen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und Intimkontakte nur unter Schutz („Safer Sex“) durchführen (ProMED, 12. November 2008).

Syphilis in Kanada

In der kanadischen Provinz Alberta wird in den letzten Jahren ein Anstieg der Erkrankungsfälle von Syphilis beobachtet. Beunruhigend ist, dass die sexuell übertragene Infektion nicht mehr nur auf sog. Risikopopulationen beschränkt ist. Zunehmend werden Infektionen bei Studenten, bei Verheirateten sowie verstärkt in der Homosexuellen-Szene diagnostiziert. In der ersten Hälfte des Jahres wurden in Alberta 92 Erkrankungsfälle neu diagnostiziert. Innerhalb der letzten 3 Jahre wurden 14 kongenitale Infektionen, davon 5 tödlich verlaufend, bei Neugeborenen nachgewiesen. Reisende nach Alberta mit häufig wechselnden Geschlechtpartnern sollten über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und Intimkontakte nur unter Schutz („Safer Sex“) durchführen (ProMED, 12. November 2008).

Poststreptokokken-Syndrom in Australien

Im Northern Territory in Australien ist ein Ausbruch einer Poststreptokokken-Glomerulonephritis zu beobachten. Betroffen ist eine Region rund 850 km südlich der Stadt Darwin. Die genaue Zahl der Erkrankten wurde nicht mitgeteilt. Betroffen sind in erster Linie australische Ureinwohner. Es wird angenommen, dass Hautinfektionen mit Streptokokken nicht adäquat therapiert werden und dadurch zu entsprechenden Folge-Erkrankungen führen können. Die Poststreptokokken-Glomeruloephritis wird als immunologische Folge-Erkrankung einer akuten Streptokokken Gruppe A-Infektion gesehen. Vor Einführung einer antibiotischen Therapie waren Folge-Erkrankungen (Glomerulonephritis, Endokarditis, Rheumatisches Fieber) häufig. Reisende in die Region mit Streptokokken-Infektionen sollten eine adäquate antibiotische Therapie durchführen (ProMED, 9. November 2008).

Dengue Fieber in Mali

Im westafrikanischen Staat Mali sind nach Angaben der dortigen amerikanischen Botschaft in den letzten 2 Wochen mehr als 70 Menschen mit Dengue Fieber diagnostiziert worden, zwei Patienten sind an hämorrhagischen Manifestationsformen verstorben. Bisher sind keine Angaben zu zirkulierenden Serotypen bekannt. Die Erkrankungen scheinen hauptsächlich im Nordwesten des Landes, im Tal des Senegal-Flusses, aufzutreten. In Westafrika wurden in den letzten Monaten vermehrt Dengue Fieber-Ausbrüche berichtet, so u.a. aus Burkina Faso, Senegal, Elfenbeinküste und Guinea. Es bleibt abzuklären, ob es sich in Mali um einen Virustyp handelt, der in benachbarten Ländern nachgewiesen wurde. Reisende in das Senegal-Tal Malis sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 14. November 2008).

Cholera in China

Auf der dem Festland vorgelagerten chinesischen Insel Hainan ist seit Ende Oktober ein Cholera-Ausbruch zu verzeichnen. Aktuell ist von mindestens 67 Erkrankungsfällen und rund 300 Verdachtsfällen die Rede. Ein 8jähriges Mädchen ist an der Cholera verstorben. Auch mehr als 70 Studenten an der Hainan Universität klagten vor wenigen Tagen über gastrointestinale Probleme. Hier steht die Diagnose jedoch noch aus und der Universitäts-Campus wurde geschlossen. Nach jetzt verfügbaren Informationen traten erste Fälle schon im Juni dieses Jahres auf. Als Ursache für den Ausbruch werden starke Regenfälle mit Überschwemmungen genannt. Reisende nach Hainan sollten alle Empfehlungen der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene strikt beachten (ProMED, 13. November 2008).

Cholera in Vietnam

Im Norden Zentral-Vietnams sind mehr als 35 Menschen an Gastrointestinal-Infektionen erkrankt. Davon wurde bei mindestens 11 Patienten Cholera diagnostiziert. Der erste Patient war am 2. November erkrankt. Es handelte sich um einen Fischer, so dass vermutet wird, dass die Index-Infektion durch kontaminierte Fische oder Meeresfrüchte erfolgte. Der Erreger konnte in der Wasserleitung der betroffenen Gemeinden nachgewiesen werden. Aufgrund der sanitären Verhältnisse (in der Region gibt es praktisch keine privaten Toiletten; Stuhl wird meist in der Nähe oder am Strand abgesetzt), befürchten die Gesundheitsbehörden eine weitere Ausbreitung der Infektion. Reisende in die genannte Region sollten alle Empfehlungen der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene strikt beachten (ProMED, 13. November 2008).

Cholera in der Demokratischen Republik Kongo

Ein Cholera-Ausbruch in den Flüchtlings-Camps im Osten der Demokratischen Republik Kongo breitet sich aus. Nach Angaben humanitärer Hilfsorganisationen treten erste Fälle der Infektion in den Provinzstädten Goma und Kibati auf. Aktuell ist von mehr als 90 Erkrankungsfällen in den beiden Städten die Rede. Die Behörden gehen von einem weitaus größeren Ausbruch in der gesamten östlichen Kongo-Region aus. Nach unbestätigten Informationen sind in den letzten Wochen hunderte Menschen an der Infektion verstorben. Aufgrund der aktuellen politischen Situation ist die Demokratische Republik Kongo keine Reiseregion. Humanitäre Helfer sollten jedoch über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und alle Maßnahmen der Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt befolgen (ProMED, 13. November 2008).

Adenovirus-Infektionen in Hongkong
In einem Kindergarten in Hongkong sind mehr als 30 Kinder an Respirationstrakt-Infektionen erkrankt. 5 Kinder mussten aufgrund der Schwere des Krankheitsbildes in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Betroffen sind Kinder im Alter von 4-5 Jahren. Der Kindergarten wurde daraufhin von den Behörden für eine Woche geschlossen. Der genaue Serotyp wurde nicht mitgeteilt. Alle Eltern wurden aufgefordert, alle Empfehlungen der persönlichen Hygiene zu befolgen. Die Schule wird komplett gereinigt und desinfiziert. Reisende, insbesondere mit Kindern, nach Hongkong sollten alle Empfehlungen der persönliche Hygiene befolgen (ProMED, 13. November 2008).

Angiostrongylus-Meningitis in Vietnam
In diesem Jahr wurde bereits bei 5 Kindern in Hanoi eine Meningitis durch den Ratten-Lungenwurm (Angiostrongylus cantonensis) diagnostiziert. Die Infektion äußert sich in Fieber, Kopfschmerzen, Erbrechen, ZNS-Anfällen und Schielen. Der natürliche Wirt entwickelt sich in Ratten. Die Eier werden mit deren Exkrementen ausgeschieden. Werden diese von Wasser- oder Landschnecken aufgenommen gelangen die Eier in die Schnecken und entwickeln sich dort zu Larven. Die Infektion der Ratte erfolgt, wenn diese eine larvenhaltige Schnecke aufnimmt. Die Larven entwickeln sich in der Ratte in adulte Würmer, die dann wieder Eier bilden, die ausgeschieden werden. Menschen infizieren sich durch den Genuss von rohen larvenhaltigen Schnecken oder auch Garnelen oder Schalentiere. In den meisten Fällen führt die Infektion nicht zu Symptomen selten entwickelt sich eine eosinophile Meningitis. Die Zunahme der schweren Komplikationen der Infektion könnte ein Hinweis auf eine zunehmende Rattenpopulation oder Veränderungen in den Essgewohnheiten der Bevölkerung (zunehmender Anteil von Weich- und/oder Schalentieren) sein. Grundsätzlich sollten Weich- und Schalentiere nur in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED, 13. November 2008).

Gnathostomiasis in Botswana

Im Okawango-Delta, im südwestafrikanischen Botswana, haben mindestens 8 Menschen eine Gnasthostomiasis erworben. Es handelt sich um die erste Beschreibung dieser Erkrankung in Botswana. Der einzige andere Nachweis der Erkrankung in Afrika stammte bisher aus Sambia. Die Patienten zeigten Übelkeit, Unwohlsein und teilweise schmerzhafte oder juckende Hautknoten. Gnathostoma spp. sind Nematoden. Natürliche Wirte dieser Würmer sind verschiedene Fleischfresser. Der Zyklus läuft über mehrere Zwischenwirte (Zooplankton, Schnecken, Fisch, Amphibien, Reptilien) ab. In diesen Tieren bilden sich im Muskelfleisch Zysten, die dann von Fleischfressern aufgenommen werden und sich zum Wurm entwickeln. Die entwickelten Würmer wandern im Körper und bilden v.a. in der Haut entsprechende Knoten. In seltenen Fällen können auch innere Organe (z.B. Augen, Gehirn) befallen werden, was zu schweren Krankheitsbildern mit Defektheilung führen kann. Im vorliegenden Fall erfolgte die Infektion der Patienten nachweislich durch den Genuss marinierter roher Fische (Brassen) aus dem Okawango-Fluss. Reisende in das Okwango-Delta sollten vorsichtig beim Genuss rohen Fisches sein und am besten Speisen nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 14. November 2008).



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