KW 45 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Pest in Uganda
In den beiden Distrikten Arua und Nebbi im Nordwesten Ugandas sind 9 Fälle von Pest aufgetreten. 3 Patienten sind mittlerweile verstorben, weitere 5 Patienten sind in kritischem Zustand. Es wurden keine Angaben zur klinischen Form der Pest gemacht. Auch über das geographische Ausmaß und den Beginn des Ausbruchs wurden keine Informationen gemacht. Reisende in die genannte Region sollten jeden direkten Kontakt zu Nagetieren vermeiden und eine konsequente Ektoparasiten-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. November 2008).

Gelbfieber in Burkina Faso
In der Yatenga-Provinz, im Norden des westafrikanischen Landes Burkina Faso, sind 2 Erkrankungsfälle von Gelbfieber diagnostiziert worden. In beiden Fällen waren Kinder betroffen, im Alter von 7 Monaten und 6 Jahren. Die genannte Region zählte bisher nicht zu den hoch gefährdeten Gelbfieber-Regionen in Burkina Faso. Das nationale Gesundheitsministerium forderte nun Gelbfieber-Impfstoffdosen an, um die gefährdeten rund 366.000 Bewohner des Distrikts zu impfen. Reisende nach Burkina Faso und in die gesamte westafrikanische Region sollten bei Reisen nach Westafrika über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen. Für die meisten Länder Westafrikas gilt eine Gelbfieber-Pflicht-Impfung bei der Einreise (ProMED, 4. November 2008).

Dengue Fieber in Per

In der peruanischen Stadt Iquitos wird ein deutlicher Anstieg der Erkrankungsfälle von Dengue Fieber registriert. Aufgrund der einsetzenden Regenfälle erwarten die Behörden einen weiteren Anstieg und Ausbruch von Dengue Fieber im amazonischen Tiefland Perus. Die Behörden planen in der nahen Zukunft das Ausbringen von Insektiziden in mehr als 80.000 Häuser. Reisende in das amazonische Tiefland Perus sollten eine Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. November 2008).

Dengue Fieber in Curacao

Seit Juli dieses Jahres wird auf der karibischen Insel Curacao eine erhöhte Dengue-Virus-Aktivität beobachtet. Im September wurden 23 autochthone Erkrankungsfälle, im Oktober 32 Fälle diagnostiziert. Die Gesundheitsbehörden der Insel sprechen nun von einem Dengue Fieber-Ausbruch. Auch auf den benachbarten Inseln wird eine erhöhte Dengue-Aktivität registriert, so dass auf den gesamten Inseln der Antillen-Gruppe aktuell mit einer Übertragung des Dengue-Virus gerechnet werden muss. Reisende in die Karibik und insbesondere auf die Antillen sollten Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (Expositionsprophylaxe durchführen(ProMED, 4. November 2008).

Dengue Fieber in Indonesien
Auf der indonesischen Insel Sulawesi wird ein drastischer Anstieg von Dengue-Erkrankungen registriert. Die Behörden sprechen von einem Ausbruch. Allein im September wurden in der zentralsulawesischen Stadt Poso 20 Erkrankungsfälle im das lokale Krankenhaus eingewiesen. Aktuell werden Bekämpfungsmaßnahmen durch Versprühen von Insektiziden vorgenommen um die Stechmücken-Populationen zu reduzieren. Reisende auf die indonesische Insel sollten über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und ganztägig Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 4. November 2008).

Trypanosomiasis in Tansania
Ein 63jähriger amerikanischer Jagd-Tourist ist während eines Aufenthalts in Nord-Tansania an der akuten Form der Schlafkrankheit erkrankt. Die Infektion erfolgte entweder in der Nähe der ruandischen Grenze oder in einem Wildgebiet südlich der Verbindungsstraße von Ngara nach Kigoma. Der Patient präsentierte sich klinisch mit 2 Ulzera am linken Bein und mit einer moderaten Parasitämie. Mittlerweile wurde der Patient nach Dar es Salaam geflogen und eine Therapie begonnen. Reisende sollten grundsätzlich auf das Risiko einer Schlafkrankheit in Ostafrika hingewiesen werden und über Möglichkeiten zur Prophylaxe (helle lange Kleidung, Repellentien auf unbedeckter Haut) informiert werden. (ProMED, 3. November 2008).

Pilzvergiftung in Georgien
Im zentralasiatischen Georgien sind aktuell mehr als 50 Menschen an Pilzvergiftung erkrankt. Mindestens 3 Kinder sind bisher verstorben. Insgesamt wurden in den ersten 10 Monaten des Jahres mehr als 100 Fälle von Pilzvergiftung diagnostiziert. Gründe für diesen ungewöhnlichen Anstieg der Erkrankungszahlen wurden nicht genannt. Auch die Art(en) des/der verantwortlichen Pilze wurden nicht genannt. In verschiedenen Teilen der ehemaligen Sowjetunion steigen im Herbst die Erkrankungszahlen an Pilzvergiftungen an, da die Menschen in die Wälder gehen und dort Waldfrüchte und Pilze als zusätzliche Nahrungsquelle sammeln. Reisende sollten aktuell grundsätzlich beim Verzehr von Pilzen vorsichtig sein (ProMED, 3. November 2008).

Östliche Pferdeenzephalitis in Kanada

Auf einer Emu-Farm in der kanadischen Provinz Ontario sind innerhalb weniger Tage 20 von 28 Emus an Östlicher Pferdeenzephalitis erkrankt und verstorben. Emus gelten als hochempfänglich für das durch Stechmücken übertragene Virus. Ausbrüche ähnlich dem aktuellen wurden schon mehrmals in der Vergangenheit berichtet. Ungewöhnlich ist das relativ weit nördliche Auftreten des Virus in diesem Jahr. Die Übertragung der Östlichen Pferdeenzephalitis erfolgt in erster Linie durch ornithophile Stechmückenarten, die nur selten Blut am Menschen saugen. Dennoch sollten Regionen insbesondere in Sumpfgebieten mit hohen Stechmücken- und Vogelpopulationen gemieden werden, bzw. eine Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchgeführt werden (ProMED, 2. November 2008).

Norovirus-Infektion aus Frankreich

In den letzten Wochen wird eine auffällige Häufung von Norovirus-Infektionen im Zusammenhang mit Wallfahrten nach Lourdes in den französischen Pyrenäen beobachtet. Insgesamt ist von mindestens 90 primären Erkrankungsfällen und weiteren 100 sekundären Fällen die Rede. Die Erkrankungen wurden in den Niederlanden, in Irland, in Italien und Frankreich registriert. Der genaue Übertragungsweg oder die Übertragungswege sind unklar. Noroviren gelten als hochinfektiös und werden direkt oder indirekt fäkal-oral übertragen. Große Menschenansammlungen erleichtern die Übertragung entscheidend. Reisende nach Lourdes sollten alle Empfehlungen der persönlichen Hygiene strikt befolgen (ProMED, 31. Oktober 2008).



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