KW 44 / 2009: Epidemiologische Informationen

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Hand-Fuß-Mundkrankheit in Russland
In der russischen Stadt St. Petersburg wird seit Wochen ein Ausbruch von Hand-Fuß-Mund-Krankheit beobachtet. Die Erkrankung tritt immer wieder in Kindergärten und Schulen auf. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist unklar. Die Ausbreitung der durch das Enterovirus Serotyp 71 verursachten Infektion wird dadurch gefördert, dass viele Ärzte die Infektion nicht erkennen und häufig als ein allergisches Ekzem falsch diagnostizieren. Betroffen sind aktuell in erster Linie Klein- und Schulkinder, jedoch können auch Erwachsene an der Infektion erkranken.

Reisende nach St. Petersburg sollten augenblicklich peinlich die persönlichen Hygienemaßnahmen, insbesondere häufiges Händewaschen, befolgen (ProMED, 24. Oktober 2009).

Cholera in Papua-Neuguinea
In der Provinz Morobe in Papua-Neuguinea ist die Cholera ausgebrochen. In der Provinzstadt Lae an einem einzigen Tag sechs Erkrankungsfälle in ein medizinisches Behandlungszentrum eingewiesen worden. Weitere Erkrankungsfälle wurden in den folgenden Tagen eingewiesen. Die Gesundheitsbehörden geben als Grund für das Auftreten und die hohe Zahl von Erkrankungsfällen die mangelnde Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene in der Bevölkerung an. Die Bewohner der Provinz kehrten zu althergebrachten Sitten zurück, nachdem die meisten Hilfsorganisationen die Provinz Morobe verlassen hatten. Für Reisende gilt ein geringes Risiko. Allerdings sollten sie die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser und Nahrungsmittelhygiene berücksichtigen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Cholera in Tadschikistan
Aus der tadschikischen Stadt Kublyar wir dein Cholera-Ausbruch gemeldet. Es ist von insgesamt sieben Patienten die Rede, drei davon sind verstorben, der Zustand der vier weiteren Patienten wird als ernst bezeichnet. Weitere Informationen zur Infektionsquelle sind nicht bekannt. In der Stadt war schon im Juni 2009 ein Choleraausbruch registriert worden, nachdem das Leitungswasser mit Abwasser kontaminiert worden war. Reisende in die Stadt Kublyar sollten die Empfehlungen der individuellen Trinkwasser und Nahrungsmittelhygiene berücksichtigen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Mumps in den USA
In der amerikanischen Stadt New York sind seit Ende August mindestens 57 Menschen an Mumps erkrankt. Die meisten Erkrankten sind Schulkinder zwischen 10 und 15 Jahren, allerdings wurde die Infektion schon bei Säuglingen und bei Personen < 40 Jahre diagnostiziert. Als Indexfall konnte ein Kind identifiziert werden, dass nach einem Aufenthalt in England an Mumps erkrankt war und die Infektion in den New Yorker Stadtteil Brooklyn eingeschleppt hatte. Dort breitete sich die Infektion seither aus. Reisende nach New York und insbesondere nach Brooklyn sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Mumps (durchgemachte Infektion oder Impfung) verfügen (ProMED, 24. Oktober 2009).

Masern in Irland
Die irischen Gesundheitsbehörden geben eine Warnung aus, dass Schulkinder, die zum Schüleraustausch an eine irische Schule kommen oder längere Zeit bei Gasteltern wohnen, über einen ausreichenden Masern-Immunschutz verfügen sollten. Ausbruchsgeschehen werden aktuell im Süden, Südwesten und Westen der Insel beobachtet. Seit Januar dieses Jahres sind in Irland 60 Erkrankungsfälle an Masern aufgetreten, zwölf Patienten mussten in Krankenhäuser eingewiesen werden. Damit sind bis zum aktuellen Zeitpunkt des Jahres schon mehr Erkrankungsfälle aufgetreten als im gesamten Vorjahr. Reisende und insbesondere Schüler, die nach Irland für längere Zeit gehen oder die Haushaltskontakte zur dortigen Bevölkerung planen, sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern (durchgemachte Infektion oder Impfung) verfügen (ProMED, 24. Oktober 2009).

Trichinose in Russland
In der russischen Provinz Kemerovo in West-Sibirien sind mindestens fünf Menschen an Trichinose erkrankt. Es handelt sich um Bewohner eines Ortes. Als Infektionsquelle konnte geräuchertes Bärenfleisch identifiziert werden. Aktuell ist die Bärenjagdzeit in Sibirien und allein in der Provinz Kemerovo werden jährlich bis zu 160 Bären erlegt. Die Gesundheitsbehörden warnen daher aktuell alle Bärenjäger, das Fleisch vor dem Verzehr durch einen Veterinär beschauen zu lassen. Auch hohe Temperaturen, wie sie beim Räuchern allerdings meist nicht erreicht werden, töten Trichinenlarven ab. Reisende, sollten in Russland Bärenfleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 24. Oktober 2009).

Pilzvergiftung in der Ukraine
In der Ukraine treten aktuell vermehrt Fälle von Pilzvergiftungen bei Menschen auf. In der aktuellen Pilzsaison werden Pilze von Straßenverkäufern verkauft. Diese Straßenverkäufe stellen nach Auskunft der Gesundheitsbehörden die größte Gefahr dar. So wurden in der Stadt Melitopol fünf Menschen nach Genuss gerösteter Pilze in die Intensivstation einer Klinik eingeliefert. Die verursachende Pilzart konnte bisher nicht sicher ermittelt werden. In der Provinz Lugansk wurden ebenfalls 5 Menschen mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhäuser eingewiesen. Eine Patientin ist mittlerweile an der Vergiftung durch die sog. „Todeskappe“ verstorben. Reisende in die Ukraine sollten keine Pilze bei Straßenverkäufern kaufen und diese verzehren (ProMED, 24. Oktober 2009).

Melioidose in Spanien aus Gambia
Bei einem Reiserückkehrer aus Gambia in Westafrika mit multiplen Abszessen in der Oberschenkel-Muskulatur und in der Milz und mit Fieber und Bluthusten wurde eine Melioidose diagnostiziert. Der Patient hatte einen Diabetes mellitus als Grunderkrankung. Nach Ausschluss einer Tuberkulose wurde aus dem Abszesseiter Burkholderia pseudomallei identifiziert, der Erreger der Melioidose. Dies ist insofern ein ungewöhnlicher Befund, da die Melioidose bisher kaum oder gar nicht bei Menschen in Afrika diagnostiziert wurde, sondern vor allem bei Patienten aus Südostasien und Australien bekannt ist. Der Erreger ist ein Bakterium, dass sich im Boden aufhält und nach Kontakt mit der Haut oder Einatmen von bakterienhaltiger Erde vor allem bei immunsupprimierten Patienten schwere fieberhafte Infektionen, Pneumonien und granulomatöse Abszesse der Haut und der inneren Organe verursacht. Die antibiotische Therapie ist schwierig und langwierig. Bei abszedierenden Infektionen bei Reiserückkehrern sollte grundsätzlich an die Möglichkeit einer Melioidose gedacht werden. Reisende mit Grunderkrankungen, die eine Immunsuppression bedingen, sollten vorsichtig sein bei direktem Hautkontakt mit Bodenerde (ProMED, 26. Oktober 2009).

Leptospirose auf den Philippinen
Auf den Philippinen spitzt sich die Situation bezüglich des aktuellen Leptospirose-Ausbruchs weiter zu. Innerhalb der ersten drei Wochen im Oktober wurden rund 2.000 Erkrankungsfällen in den überschwemmten Regionen der Hauptstadt Manila und von Rizal registriert. Rund 170 Menschen sind bisher an der Leptospirose verstorben. Die Gesundheitsbehörden gehen von einem weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle in den kommenden Wochen aus. Die Überschwemmungen waren durch den Tropensturm Ondoy verursacht worden. Die Leptospirose wird von chronisch infizierten Nagetieren mit deren Urin in die Umgebung ausgeschieden. Bei Hautkontakt oder Verschlucken von kontaminiertem Wasser kann eine Infektion erfolgen, die sich als fieberhafter Infekt oder Meningitis, Hepatitis oder Nephritis mit Todesfolge manifestieren kann. Reisende auf die Philippinen sollten jeden Kontakt mit stehenden Gewässern in den Überschwemmungsgebieten vermeiden (ProMED, 26. Oktober 2009).

Masern in Südafrika
In der südafrikanischen Provinz Gauteng, mit der Metropole Johannesburg, breiten sich die Masern weiter aus. Aktuell ist von mehr als 1100 Erkrankungsfällen in Südafrika die Rede, davon wurden mehr als 90% in der Provinz Gauteng diagnostiziert. Bisher sind mindestens vier Todesfälle zu verzeichnen, darunter drei Kinder im Alter von 7 Monaten bis 4 Jahre und eine 56jährige Frau. Nach dem Ausbruch der Virusinfektion in einem Gefängnis in Johannesburg erkrankten bisher mehr als erkrankten als 30 Insassen. Reisende nach Südafrika und insbesondere in die Provinz Gauteng und Johannesburg sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern (durchgemachte Infektion oder Impfung) verfügen (ProMED, 26. Oktober 2009).

Milzbrand in Kirgisien
Ein 32 Jahre alter Bewohner eines Dorfes in der Region von Jalalabad wurde mit Symptomen von Milzbrand in ein Krankenhaus eingewiesen. Weitere 43 Familien im Wohnort des Patienten wurden unter medizinische Beobachtung gesetzt und werden von medizinischen Teams betreut. Über die Infektionsquelle, den Infektionsweg und die klinische Manifestationsform der Erkrankung beim Patienten wurden keine Aussagen getroffen. In der genannten Region Kirgisiens ist der angehende Winter nicht mehr typisch für Milzbrand-Erkrankungen, die insbesondere in trockenen heißen Sommern beim Vieh auftreten. Grundsätzlich sollten Reisende in der gesamten zentralasiatischen Region jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermeiden und Fleisch ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 27. Oktober 2009).

Influenza H1N1-Oseltamivir-Resisitenz in Taiwan
Taiwan meldet den zweiten Fall eines gegen das Medikament Oseltamivir resistenten H1N1-Influenza-Virus. Der Patient war aufgefallen, da er trotz Oseltamivir-Therapie eine Verschlechterung seiner Symptomatik aufwies. Weiterführende Untersuchungen ergaben eine Mutation im Neuraminidase-Gen das zu einem Austausch einer Aminosäure führt und den Virusstamm gegen Oseltamivir, jedoch nicht gegen Zanamivir resistent macht. Insgesamt ist dies bereits der zweite Nachweis einer Oseltamivir-Resistenz bei einem Patienten in Taiwan. Weltweit wurden bisher 39 Fälle von Oseltamivir-Resistenzen dokumentiert, die alle die identische Aminosäure-Mutation im Neuraminidase-Protein aufweisen. Reisende mit Kontakt zur einheimischen Bevölkerung in Südostasien sollten ggf. eine Impfung gegen H1N1 vor Reisebeginn durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in Venezuela
In Venezuela wurden seit Beginn des Jahres mehr als 35.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert. Diese Zahl entspricht bereits zum aktuellen Zeitpunkt der des Vorjahres. Das Gesundheitsministerium leitet nun Schritte zur Bekämpfung der Stechmücken und der durch sie übertragenen Virusinfektion ein. Nachdem bisher Vernebelung von Insektiziden ohne entsprechende Zerstörung von Brutplätzen keine Wirkung zeigte, versuchen die Gesundheitsbehörden nun die Bevölkerung auf mögliche Brutplätze von Stechmücken aufmerksam zu machen mit der Bitte, diese zu zerstören. Reisende nach Venezuela, auch in die Städte, sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in Nicaragua
Im mittelamerikanischen Staat Nicaragua sind bis Mitte Oktober rund 1.900 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert worden. Davon verliefen 51 als hämorrhagisches Fieber und mindestens acht Patienten sind an der Virusinfektion bisher verstorben. Betroffen sind in erster Linie Kinder und Jugendliche im Alter bis zu 15 Jahren. Die meisten Erkrankungsfälle traten bisher im Hauptstadt-Distrikt Managua auf, allerdings sind auch die übrigen Landesteile zunehmend betroffen. Reisende nach Nicaragua, auch in die Städte, sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in der Dominikanischen Republik
In der Dominikanischen Republik sind in diesem Jahr bereits mehr als 3.800 Erkrankungsfälle des Dengue-Fiebers aufgetreten. Damit sind aktuell schon mehr als 1.000 Fälle mehr registriert als im gesamten Vorjahr 2008. Die Zahl der schweren hämorrhagischen Verlaufsformen hat sich mit 238 bereits mehr als verdoppelt. Bisher sind 27 Patienten an der Infektion verstorben. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums finden sich in oder um ca. 70% der Behausungen auf der Insel Stechmücken-Brutplätze. Reisende in die Dominikanische Republik, auch in die Touristenregionen, sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Dengue-Fieber auf den Kapverdischen Inseln
Auf den vor Westafrika liegenden Kapverdischen Inseln ist das Dengue-Fieber ausgebrochen. Es wurden mehrere autochthone Fälle der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion durch das Pasteur-Institut in Dakar bestätigt. Verursacher ist Dengue-Virus des Serotyps 3, das aktuell auch in anderen Teilen Westafrikas endemisch vorkommt. Das Ausmaß des Ausbruchs ist aktuell unklar. Die diagnostizierten Patienten stammten aus den beiden Gemeinden Praia und Maio. Als Überträger des Virus konnte Aedes aegypti identifiziert werden. Reisende auf die Kapverdischen Inseln sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in Vietnam
Fälle von Dengue-Fieber nehmen augenblicklich in Vietnam stark zu. Innerhalb von nur einem Monat wurden aus 55 der insgesamt 63 vietnamesischen Provinzen mehr als 17.000 Erkrankungsfälle gemeldet. Insgesamt wurden damit in diesem Jahr rund 75.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber in Vietnam registriert. Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als 15% im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres. Am heftigsten von dem aktuellen Ausbruch betroffen ist die Hauptstadt Hanoi. Dort wurden in diesem Jahr bereits mehr als 8.000 Erkrankungsfälle gezählt. Dies bedeutet eine Zunahme im Vergleich zum Vorjahr um das Fünfzehnfache. Reisende nach Vietnam, und insbesondere auch in die Städte, sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Murines Fleckfieber in den USA
In Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien sind innerhalb von drei Monaten acht Menschen an Murinem Fleckfieber erkrankt. Im gesamten Jahr 2008 wurden dagegen nur zwei Erkrankungsfälle registriert. Die Übertragung der Rickettsien erfolgt durch Flöhe, in erster Linie dem Rattenfloh Xenopsylla cheopis. Das Reservoir wird vor allem in Ratten gesehen, deshalb kommt die Erkrankung vorwiegend in Küstenregionen vor. Der plötzliche und ungewöhnliche Anstieg der durch Rickettsia typhi verursachten Infektion ist bisher ungeklärt. Aktuell ist das Ausmaß der erhöhten Aktivität unklar, da die Infektion häufig mild und atypisch verlaufen kann. Reisende nach Long Beach, Kalifornien sollten aktuell direkten Kontakt mit Nagetieren oder einen Aufenthalt an Orten, die mit Nagetieren, v.a. Ratten, infestiert sind, vermeiden und ggf. ein Repellens verwenden (ProMED, 26. Oktober 2009).

Tollwut in den USA
Ein Bewohner des südlichen US-Bundesstaats Indiana ist an Tollwut erkrankt und verstorben. Es handelt sich um den zweiten Erkrankungsfall in Indiana seit 50 Jahren. Der Übertragungsweg und die übertragende Tierart sind unbekannt. Der Patient hatte über keine Tierkontakte in den Wochen vor Erkrankungsbeginn berichtet. Die Charakterisierung des isolierten Tollwut-Virus ergab einen Fledermaus-Virustyp. Es ist daher anzunehmen, dass die Infektion durch den direkten, möglicherweise unbemerkten Kontakt mit einer Fledermaus (evtl. nachts) erfolgte. Reisende mit direkten Kontakten zu Fledermäusen sollten sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 28. Oktober 2009).

Tollwut in Ghana
In der Stadt Bolgatanga, im Nordosten des westafrikanischen Landes Ghana, sind innerhalb von fünf Tagen sechs Menschen an Tollwut verstorben. Weitere zwei Patienten sind in kritischem Zustand. Die lokale Bevölkerung ist aufgrund dieser hohen Zahl von Erkrankungen extrem verängstigt. Als Überträger werden streunende Hunde vermutet, die insbesondere Kinder angreifen und verletzen. In Afrika werden schätzungsweise jährlich bis zu 25.000 Menschen mit Tollwut infiziert. Reisende nach Afrika und aktuell vor allem auch nach Ghana sollten jeden direkten Kontakt mit Hunden vermeiden und bei jedem direkten Biss-Kontakt sofort einen Arzt aufsuchen. Bei Aufenthalten mit erhöhtem Risiko von Tierkontakten sollte ggf. eine präexpositionelle Tollwut-Impfung durchgeführt werden (ProMED, 29. Oktober 2009).

Chikungunya-Fieber in Indien
Im indischen Bundesstaat Karnataka sind mindestens 20 Menschen am Chikungunya-Fieber erkrankt. Es handelt sich um den ersten Bericht von Chikungunya-Fieber in Karnataka seit Juni dieses Jahres. Dies bedeutet, dass wohl das verursachende Virus weiterhin in der Region zirkuliert und zu menschlichen Erkrankungen führt. Reisende in den indischen Bundesstaat sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 31. Oktober 2009).

Diphtherie in Haiti
In Haiti sind innerhalb der letzten vier Wochen 11 Menschen an Diphtherie erkrankt. Die Patienten stammen aus drei verschiedenen Provinzen. Damit ist die Vorraussetzung einer Diphtherie-Epidemie erfüllt. Über die Erkrankten liegen keine weiteren Informationen (Alter, Geschlecht, Impfstatus) vor. Fünf der 11 Erkrankten sind verstorben. Die extrem hohe Letalitätsrate legt den Verdacht nahe, dass weitere, milder verlaufende Infektikonen stattfinden, die nicht zur Diagnose gelangen. Insgesamt ist die Situation aufgrund des nicht vorhandenen Meldewesens unklar. Reisende nach Haiti sollten in jedem Fall über einen Immunschutz gegen Diphtherie verfügen (ProMED, 31. Oktober 2009).



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