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KW 43 / 2009: Epidemiologische Informationen

Leptospirose auf den Philippinen
Teile der Philippinen, allen voran auf der Hauptinsel Luzon und der Metro-Region Manila, wurden von den philippinischen Gesundheitsbehörden zum Ausbruchsgebiet einer Leptospirose-Epidemie erklärt. Aktuell ist allein in der Metro-Region Manila von knapp 2.000 diagnostizierten Erkrankungsfällen zwischen dem 1. und 15. Oktober die Rede. Knapp 100 Menschen sind bisher an der Infektion bereits verstorben. Der oder die verursachenden Leptospira-Arten wurden nicht genannt.

Der Ausbruch wird mit den starken Regenfällen der letzten Wochen in Zusammenhang gebracht. Dabei fiel im Rahmen des Tropensturms „Ondoy“ innerhalb von neun Stunden die Regenmenge eines ganzen Monats. Große Teile der betroffenen Regionen sind weiterhin überschwemmt. Die Infektion der Menschen erfolgt durch direkten Kontakt mit dem Bakterien-kontaminierten Überschwemmungs-Wasser. Reisende auf die Philippinen sollten aktuell die Gebiete mit Überschwemmungen und v.a. jeden direkten Hautkontakt mit Wasser vermeiden (ProMED, 16./19./23. Oktober 2009).

Tollwut in Israel
In Israel sind in diesem Jahr bereits 39 Fälle von Tollwut bei Tieren aufgetreten. Betroffen sind insbesondere die Golan-Höhen und West-Galiläa. Aktuell wurden Fälle bei einer Kuh und einem Esel berichtet. Die überwiegende Zahl der Infektionen findet sich bei Hunden. Es scheint sich jedoch in erster Linie um einen sylvatischen Übertragungszyklus zu handeln. So wurden im Norden Israels innerhalb einer einzigen Nacht neun Menschen von tollwütigen Schakalen attackiert. Die eigentliche Naturherd scheint damit bei diesen Wildtieren liegen, die immer wieder auch Haustiere infizieren. Reisende nach Israel sollten aktuell jeden direkten Kontakt mit Haustieren mit auffälligem Verhalten und mit jeglichen Wildtieren vermeiden. Im Fall eines entsprechenden Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 18. Oktober 2009).

Tollwut in Bali, Indonesien
Die Tollwut breitet sich weiter auf der indonesischen Ferieninsel Bali aus. Während bisher Fälle bei Mensch und Tier ausschließlich aus dem Südosten und Osten der Insel beobachtet wurden, treten jetzt auch erste Fälle bei Hunden im Norden der Insel auf. Bisher galten die dort liegenden Städte Uhud und Gianyar noch als gering gefährdet. Möglicherweise beruhen die Erkrankungsfälle im Norden auf dem Transport von Hunden aus dem endemischen Süden für den Verzehr in Restaurants. Auf Bali wird eine urbane Übertragungsform der Tollwut (hauptsächliche Übertragung durch verwilderte Hunde) beobachtet. Reisende nach Indonesien und insbesondere Bali sollten jeden direkten Kontakt mit Hunden und mit Tieren (z.B. Affen) mit auffälligem Verhalten vermeiden. Im Fall eines entsprechenden Kontakts sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 18. Oktober 2009).

Botulismus in den USA aus Russland
In den USA wurde von der zuständigen Behörde (Food and Drug Association) eine Warnung vor dem Verzehr von gesalzenem Hering ausgegeben, der nicht ausgenommen ist. Botulismusbakterien werden insbesondere in den inneren Organen von Fischen nachgewiesen. Entsprechende Produkte werden landesweit vertrieben. Die FDA riefen nun gesalzenen Hering der Firma TGF Production LLC in entsprechenden Produkten zurück, nachdem nachgewiesen wurde, dass die Heringe teilweisen nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben behandelt worden war. Grundsätzlich sollten Reisende nach Russland auch gesalzene Heringe und anderen gesalzene Fisch nur in sauber behandeltem Zustand ohne Eingeweidereste verzehren (ProMED, 20. Oktober 2009).

Hepatitis A in Russland
Im Bezirk Ryazan (Ryanzansk Oblast) südlich von Moskau sind 20 Schulkinder an Hepatitis A erkrankt. Als eine mögliche Ursache wurde das Trinkwasser identifiziert, das in der gesamten Region von einer schlechten Qualität ist. Insgesamt melden die Ärzte und Gesundheitsbehörden der gesamten Region einen Anstieg der Hepatitis A-Erkrankungsfälle. In diesem Jahr sind bereits mehr als 250 Erkrankungsfälle im Ryazansk Oblast gemeldet worden. Reisende nach Russland und vor allem in den genannten Oblast sollten eine Immunität gegen Hepatitis A (Impfung oder natürliche Infektion) verfügen oder sich vor Reiseantritt impfen lassen (ProMED, 21. Oktober 2009).

Chikungunya-Fieber-Verdacht in Vietnam
In der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi werden vermehrt fieberhafte Infektionen beobachtet, die nach der klinischen Symptomatik ähnlich dem Dengue-Fieber verlaufen, jedoch in den entsprechenden diagnostischen Untersuchungen negativ reagieren. Die Gesundheitsbehörden gehen nun davon aus, dass es sich um Chikungunya-Fieber handelt, wobei die endgültige Diagnose bisher noch aussteht. Im laufenden Jahr wurden bereits rund 7.000 Menschen mit fieberhaften Infektionen in Krankenhäuser eingewiesen. Diese Zahl liegt um das Vierzehnfache höher als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Reisende nach Vietnam und insbesondere in die Metro-Region Hanoi sollten einen wirksamen Mückenschutz (individuelle Expositionsprophylaxe) durchführen ((ProMED, 22. Oktober 2009).

Milzbrand in Uganda
Im von Touristen zunehmend häufig besuchten Queen Elizabeth National Park in Uganda ist das Geheimnis der Milzbrand-Übertragung zwischen Flusspferden gelöst. Mittlerweile wurde in einem aktuellen Ausbruch geklärt, dass die Tiere sich bei Knappheit von pflanzlichen Nahrungsmitteln auch kannibalistisch von verstorbenen Artgenossen vermehren. Dadurch nehmen sie über kontaminierte Eingeweide den Erreger auf und erkranken danach selbst am Darm-Milzbrand. Reisende nach Uganda und insbesondere auch in den genannten Nationalpark sollten sich grundsätzlich von allen Tierkadavern fernhalten (ProMED, 21. Oktober 2009).

Chikungunya-Fieber in Indien
Im indischen Bundesstaat Tamil Nadu sind vermutlich Tausende von Patienten an fieberhaften Infektionen erkrankt. Bei einem Teil der Patienten wurden Infektionen mit dem Chikungunya-Virus nachgewiesen. Die Situation eskalierte, als mehr als 1.200 Patienten zum Regierungs-Krankenhaus zur Behandlung kamen. Aufgrund der begrenzten Bettenkapazitäten mussten die Patienten wieder weggeschickt werden. Allerdings waren die Patienten aufgrund der Schmerzen nicht mehr in der Lage das jeweilige Krankenhaus in umliegenden Dörfer zu erreichen. Reisende nach Tamil Nadu sollten aktuell einen individuellen Stechmücken-Expositionsschutz durchführen (ProMED, 21. Oktober 2009).

Milzbrand in Indien
Im indischen Bundesstaat Orissa sind rund zwei Drittel der 30 Distrikte endemisch für Milzbrand. Aufgrund der sozialen Struktur der dort lebenden Bevölkerungsgemeinschaften und auch religiöser Lehren werden Haustiere trotz Erkrankung verzehrt. Erkrankungen bei Menschen werden nicht therapiert, so dass sich häufig schwerste und tödliche Verlaufsformen entwickeln. Reisende nach Orissa sollten grundsätzlich jeden direkten Kontakt zu kranken Haustieren oder deren Kadavern vermeiden. Fleisch sollte ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED, 21. Oktober 2009).



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