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KW 42 / 2009: Epidemiologische Informationen

Dengue-Fieber in Italien aus dem Senegal
Im Krankenhaus Spallanzani, dem Krankenhaus für hoch kontagiöse Erkrankungen in Italien, liegt ein Patient mit einem hämorrhagischen Fieber. Der Patient war aus dem Senegal nach Italien zurückgekehrt und dort an einem hämorrhagischen Fieber erkrankt. Zur Differenzialdiagnose standen u.a. neben Malaria, Gelbfieber, Rift Valley Fieber, Krim Kongo Fieber und Leptospirose. Mittlerweile konnte die Erkrankung als Dengue-Fieber (Serotyp 3) diagnostiziert werden. Der Patient war in der Region Louga, im Nordwesten des Senegals, unterwegs gewesen.

Aus dem Senegal werden aktuell vermehrt Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. Reisende in den Senegal sollten daher ein individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 16. Oktober 2009).

Mumps in Großbritannien

Im Osten Englands sind in diesem Jahr bereits mehr als 460 Erkrankungsfälle von Mumps aufgetreten, ein Anstieg um das mehr als Dreifache zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Betroffen sind insbesondere Schüler und Studenten. Deshalb wurden nun alle Studenten in den Universitäten aufgerufen, ihren Impfschutz gegen Mumps (und Masern) überprüfen zu lassen und ggf. den Immunschutz mit einer zweiten Impfung zu vervollständigen. Schüler und Studenten, die einen Aufenthalt in England planen, sollten vor Antritt der Reise ihren Immunschutz überprüfen (ProMED, 14. Oktober 2009).

Pilzvergiftung in der Ukraine

In der Ukraine sind vier Personen mit Pilzvergiftung in Krankenhäuser eingewiesen worden. Die Pilz-Sammelsaison läuft nun. Erfahrungsgemäß steigt nun die Zahl der Patienten mit Pilzvergiftung sprunghaft an. Die Pilzart, die bei den Patienten zur Vergiftung führte, wurde nicht genannt. Grundsätzlich sollten Reisende keine Pilze im Straßenverkauf kaufen. Pilze sollten ausschließlich in guten Restaurants verzehrt werden (ProMED, 14. Oktober 2009).

Östliche Pferdeenzephalitis in den USA
Im US-Bundesstaat Rhode Island ist wiederum ein Pferd an der Östlichen Pferdeenzephalitis erkrankt und verendet. Es handelt sich um den zweiten Erkrankungsfall dieser durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion in Rhode Island in diesem Jahr. Der zweite Erkrankungsfall bei einem Pferd impliziert, dass es aktuell eine stärkere Virusaktivität in der Stechmücken-Population gibt. Bisher sind keine Menschen an der Infektion in Rhode Island erkrankt. Die Gesundheitsbehörden empfehlen, dass Personen in ländlichen Gebieten mit erhöhten Stechmücken-Populationen und Aktivitäten im Freien eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen sollten (ProMED, 14. Oktober 2009).

Meningokokken-Meningitis in Neuseeland

In der Mid Central Region der Nordinsel Neuseelands sind in den letzten Wochen sechs Jugendliche an Meningokokken-Meningitis erkrankt. In Neuseeland zirkulierte bis 2005 ein besonderer Stamm von Meningokokken des Serotyps B. Mittels einer Impfung gegen den lokalen Meningokokken-B-Stamm konnte die Erkrankung weitgehend eingedämmt werden. Die aktuell erhöhte Aktivität ist durch einen anderen Typen der Serogruppe B verursacht. Die Gesundheitsbehörden weisen nun die Bevölkerung auf die erhöhte Aktivität bei Jugendlichen hin. Im Fall von entsprechenden Symptomen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Meningokokken werden insbesondere durch enge Kontakte (Haushaltskontakte) übertragen. Reisende mit Kontakten zu erkrankten Patienten sollten eine Chemoprophylaxe durchführen. Die verfügbaren Impfungen bieten keinen Schutz gegen den zirkulierenden Meningokokken-Serotyp (ProMED, 13. Oktober 2009).

Cholera in Ostafrika
In mehreren ostafrikanischen Ländern wird eine Cholera-Aktivität beobachtet. In der ugandischen Hauptstadt Kampala sind drei Patienten an der Cholera verstorben. Mindestens 13 Menschen mit Cholera sind in Krankhäuser eingewiesen worden. Im Norden Tansanias sind innerhalb einer Woche mindestens 12 Menschen an der Cholera verstorben. Insgesamt ist von mehr als 600 Erkrankungsfällen die Rede. Am stärksten betroffen ist der Handeni Distrikt im Nordosten der Region Tanga. In Mosambik sind fünf Mitglieder einer Familie innerhalb weniger Tage an der Cholera verstorben. Der Ausbruch fand in der nordöstlichen Provinz von Cabo Delgado statt. In einem Distrikt-Krankenhaus in Cabo Delgado wurden in diesem Jahr bereits mehr als 100 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden. Im Mutomo Distrikt in der Ostprovinz Kenias sind mindestens sieben Menschen an der Cholera verstorben, mindestens 200, nach anderen Informationen mehr als 1.100 Menschen, an der Cholera erkrankt. Reisende in die ostafrikanische Region sollten alle Empfehlungen der individuellen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene peinlich beachten (ProMED, 9. Oktober 2009).

Cholera in Westafrika
Aus dem Norden Kameruns wird ein Cholera-Ausbruch gemeldet. An der Grenze zu Nigeria sind mindestens 15 Menschen an der Infektion verstorben. Die Zahl der Infizierten wurde nicht näher genannt. Als Infektionsquelle werden Reisende aus Nigeria genannt, die die Infektion aus den dortigen epidemischen Regionen nach Kamerun einschleppen. Im Osten Nigerias werden Cholera-Ausbrüche aus mehreren Regionen berichtet. U.a. in den Bundesstaaten Taraba, Adamawa, Jigawa und Borno sind teilweise Hunderte von Menschen erkrankt und Dutzende an der Cholera verstorben. Die Gesundheitsbehörden Kameruns versuchen nun, durch die Verteilung von sauberem Wasser die Infektion in der Region einzudämmen. Reisende in den Norden Kameruns und in den Osten Nigerias sollten aktuell die Empfehlungen der individuelle Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene strikt befolgen (ProMED, 9. Oktober 2009).

Cholera in der Demokratischen Republik Kongo
Auch aus dem Kongo wird eine Cholera-Epidemie gemeldet. Betroffen ist die Provinz Süd-Kivu. Dort sind nach offiziellen Angaben mehr als 7.000 Menschen an der Cholera erkrankt, mindestens 82 Menschen sind bisher an der Infektion verstorben. Die Cholera breitet sich in den Distrikten der Provinz einschließlich der Provinz-Hauptstadt Bukavu weiter aus. Reisende in die Demokratische Republik Kongo und in den Osten Nigerias sollten aktuell die Empfehlungen der individuelle Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene strikt befolgen (ProMED, 9. Oktober 2009).

West Nil-Virus in Italien
In Italien wurden in diesem Jahr bereits 16 neurologische Erkrankungsfälle durch West Nil-Infektionen diagnostiziert. Die Zahl der Erkrankungen ist damit rund doppelt so hoch wie im Vergleichzeitraum des Vorjahres. Es zeigt sich eine Tendenz der Ausbreitung von Ost nach West. Betroffen sind insbesondere die Provinzen Veneto, Emilia-Romagna und die Lombardei. West Nil-Virus zirkuliert im Rahmen eines Naturzyklus zwischen Stechmücken und Vögeln. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt fast ausschließlich durch Stechmücken. Reisende in die genannten Provinzen sollten in Regionen mit erhöhten Stechmücken-Populationen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 9. Oktober 2009).

Hepatitis A in Australien
Im australischen Bundesstaat Victoria konnte der seit einigen Wochen beobachtete Hepatitis A-Ausbruch jetzt auf halbgetrocknete Tomaten zurückgeführt werden. Die Gesundheitsbehörden haben nun eine Warnung an die Bevölkerung ausgegeben, aktuell keine entsprechenden Tomaten ausschließlich in gekochtem Zustand (z.B. in Pizza, Quiche Lorraine) zu verzehren. Auch die Gaststätten und Pizzerien wurden darauf aufmerksam gemacht, aktuell entsprechende Tomaten ausschließlich gekocht in den Verzehr zu geben. Die genaue Epidemiologie des aktuellen Ausbruchs ist immer noch nicht ganz klar. Reisende sollten sich augenblicklich an die Empfehlungen zum Verzehr von halb getrockneten Tomaten halten (ProMED, 9. Oktober 2009).

Brucellose in Russland
Im russischen Distrikt Voronezh sind mindestens zehn Bauern an Brucellose erkrankt. Als Infektionsquelle konnten insgesamt 52 Tiere identifiziert werden, die von einem einzigen Gehöft ohne vorherige veterinärmedizinische Kontrolle in den Handel gebracht worden waren. Zum aktuellen Ausbruch wurden keine weiteren Angaben zum Erreger, zu den übertragenden Tieren oder zur Form der Erkrankung im Menschen gemacht. Reisende in die genannte Region sollten aktuell jeden direkten Kontakt zu Nutztieren oder den Verzehr von (Milch-)Produkten von diesen Tieren vermeiden (ProMED, 12. Oktober 2009).

Venezolanische Pferdeenzephalitis in Belize

Aus dem mittelamerikanischen Belize werden insgesamt acht Ausbrüche der Venezolanischen Pferdeenzephalitis gemeldet. Es handelt sich jeweils um einzelne Erkrankungsfälle bei Pferden. Betroffen sind acht Gehöfte mit insgesamt 12 erkrankten Pferden und bisher vier Todesfällen bei Pferden. Menschliche Erkrankungsfälle sind bisher nicht bekannt. Aufgrund der weiteren Verbreitung der Ausbrüche scheint es sich um eine generell erhöhte Aktivität in der gesamten Region zu handeln. Auch über den verursachenden Virus-Subtypen wurden keine Angaben gemacht. Reisende nach Belize sollten aktuell Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED; 12. Oktober 2009).

Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in Pakistan aus Saudi-Arabien

Bei einem pakistanischen Fahrer, der in Saudi-Arabien gearbeitet hatte, wurde bei seiner Rückkehr ein hämorrhagisches Fieber festgestellt. Als Diagnose konnte Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber diagnostiziert werden. Der Patient war vorher schon in einem Privat-Krankenhaus in Saudi-Arabien therapiert worden. Der genaue Infektionsort, die Infektionsquelle und der genaue Übertragungsweg in Saudi-Arabien sind unklar. Reisende nach Saudi-Arabien und in den gesamten Mittleren Osten sollten Maßnahmen zum Schutz vor Zecken ergreifen und direkten Kontakte mit Nutztieren oder deren Blut möglichst vermeiden (ProMED, 11. Oktober 2009).

Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Jamaika
In einem Kindergarten und einer Vorschule in St Andrew auf der karibischen Insel Jamaika ist jeweils ein Erkrankungsfall von Hand-Fuß-Mund-Krankheit aufgetreten. Daraufhin hat die Schulleitung jetzt die gesamte Schule geschlossen. Nach inoffiziellen Angaben sind noch weitere Schüler mit der Infektion gesehen worden. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch Coxsackie-Viren oder Enteroviren verursacht. Die Übertragung erfolgt direkt (fäkal-oral) oder indirekt durch mit Viren kontaminierte Gegenstände. Die Infektion gilt als hochinfektiös und kann in epidemischer Form auftreten. Reisende in epidemische Regionen sollten insbesondere auf eine peinlich durchgeführte Händedesinfektion achten (12. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in Indien
Im indischen Bundesstaat Madhya Pradesh breitet sich Dengue-Fieber weiter aus. In diesem Jahr sind bereits mehr als 300 Menschen an der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion erkrankt. Mindestens neun Menschen sind an der Infektion verstorben. Täglich werden allein im Gandhi Medical College in Bhopal 10 bis 15 Neuinfektionen eingewiesen. Die Klinik ist nach Aussagen der Leitung voll von Dengue-Patienten. Über den oder die zirkulierenden Virustyp(en) wurden keine Aussagen gemacht. Reisende in den indischen Bundesstaat Madhya Pradesh sollten auch in den Städten ganztägig Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 12. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in Bangladesch
In Bangladesch und insbesondere in der Hauptstadt Dhaka steigt die Aktivität des Dengue-Fiebers. Innerhalb eines Tages wurden mehr als 300 Patienten in Dhaka neu diagnostiziert. Informationen zum/zu den zirkulierenden Serotypen sind nicht verfügbar. Als Ursache für den Anstieg der Erkrankungen werden der einsetzende Monsun und die dadurch zunehmenden Brutmöglichkeiten für Stechmücken genannt. Reisende nach Bangladesch sollten auch in den Städten ganztägig Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 12. Oktober 2009).

Dengue-Fieber in der Dominikanischen Republik
In der dominikanischen Republik ist ein siebenmonatiges Baby am Dengue Hämorrhagischen Fieber verstorben. Es handelt sich um den dritten Todesfall einer Dengue-Infektion auf dem Inselstaat innerhalb von 2 Wochen. Nach inoffiziellen Angaben werden in den letzten Tagen vermehrt Kinder mit Dengue-Fieber in Krankenhäuser eingewiesen. Angaben über das Ausmaß des Ausbruchs oder der Dengue-Fieberaktivität wurden jedoch von offizieller Seite nicht mitgeteilt. Betroffen scheint jedoch insbesondere die Region Cibao im Norden der Insel zu sein. Reisende in die Dominikanische Republik und insbesondere in den Norden des Inselstaats sollten ganztägig Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 12. Oktober 2009).



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