KW 41 / 2009: Epidemiologische Informationen

Dengue-Fieber in HondurasNeben anderen mittelamerikanischen Ländern meldet nun auch Honduras einen Dengue-Fieberausbruch. Allein im Lehrkrankenhaus der Hauptstadt wurden innerhalb von 3 Tagen 2 Erwachsene und 8 Kinder mit Dengue-Fieber behandelt. Als Grund für den Anstieg der Virusaktivität werden die starken Regenfälle der letzten Tage und Wochen genannt, die optimale Brutbedingungen für Stechmücken verursachen. Die Bevölkerung wird aufgefordert, alle Eiablage-Möglichkeiten in der Umgebung menschlicher Behausungen zu entfernen.
Reisende nach Honduras sollten einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 5. Oktober 2009).
Dengue-Fieber in VietnamIn Vietnam wurden seit Jahresbeginn bereits mehr als 58.000 Fälle von Dengue-Fieber diagnostiziert. Dies bedeutet einen Anstieg um 25% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. 44 Menschen sind in diesem Jahr bereits an Dengue-Virusinfektionen verstorben. Insbesondere im Norden des Landes ist ein Anstieg der Erkrankungsfälle um das Achtfache gegenüber dem Vorjahr zu beobachten. Reisende nach Vietnam sollten einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 5. Oktober 2009).
Östliche Pferdeenzephalitis in KanadaIn der kanadischen Provinz Nova Scotia ist ein zweiter Fall der Östlichen Pferdeenzephalitis bei einem Pferd aufgetreten. Der Erkrankungsfall ereignete sich auf der Prinz Edward Insel. Der Fall spricht für eine deutlich höhere Viruszirkulation bei den Stechmücken der Provinz, als bisher angenommen. Die Östliche Pferdeenzephalitis gilt als die schwerste Form der Pferdeenzephalitiden in Amerika. Reisende nach Nova Scotia sollten in Regionen mit hohen Stechmücken-Populationen einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 4. Oktober 2009).
Chikungunya-Fieber in IndienIm indischen Bundesstaat Orissa, an der Ostküste Indiens, breitet sich das Chikungunya-Fieber weiter aus. Innerhalb weniger Tage erkrankten hunderte Bewohner von vier Ortschaften. Viele der Patienten klagen über andauernde Arthralgien, vorzugsweise in den Kniegelenken. Als Überträger ist Aedes aegypti anzunehmen. Reisende in den genannten Bundesstaat sollten einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 3. Oktober 2009).
Masern in SüdafrikaIn der südafrikanischen Provinz Gauteng, in der Region von Johannesburg und Pretoria, steigt die Zahl von Masern-Erkrankungen an. Während im August noch 99 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden waren, waren es im September rund 250 Erkrankungsfälle. Betroffen sind Patienten im Alter von 2 Monaten bis 54 Jahre. In Südafrika herrscht eine durchschnittliche Impfdurchseuchung von rund 83%. Die Masern-Impfung ist allgemein empfohlen für alle Bewohner Deutschlands. Die reisemedizinische Beratung stellt eine gute Möglichkeit dar, um den Immunschutz gegen Masern zu überprüfen und ggf. zu komplettieren (ProMED, 2. Oktober 2009).
Chikungunya-Fieber in MalaysiaIn der malaysischen Provinz Sarawak breitet sich Chikungunya-Fieber weiter aus. Während im Vorjahr 2008 keine Erkrankungsfälle nachweisbar waren, wurden in diesem Jahr bereits knapp 400 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Die Behörden beobachten eine weitere Ausweitung des Verbreitungsgebiets in der malaysischen Provinz. Chikungunya-Virus wird von Stechmücken, vordringlich Aedes aegypti, übertragen. Reisende nach Sarawak sollten einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 2. Oktober 2009).
Trichinose in Frankreich aus KanadaIn Frankreich wurden innerhalb weniger Wochen fünf Erkrankungsfälle von Trichinose registriert. Epidemiologische Untersuchungen ergaben, dass alle fünf Patienten einer Gruppe von Reisenden angehörten, die mit einem Segelschiff an der sog. nordamerikanischen Ost-West-Passage von den Aleuten-Inseln bis nach Grönland teilnahmen. Als wahrscheinliche Infektionsquelle konnten Grizzley-Steaks identifiziert werden, die bei einem Aufenthalt in einer Inuit-Ortschaft auf Victoria Island, Nunavut, verzehrt worden waren. Wildtierfleisch im Norden Kanadas ist häufig mit Trichinen infiziert. Reisende in den Tundren und Waldregionen Nordamerikas sollten Wildfleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED; 8. Oktober 2009).
Ebola-Fieberverdacht im SudanIm Süden des Sudan, im westlichen Bundesstaat Bahr-el-Ghazal, im Grenzgebiet zur Demokratischen Republik Kongo, sind mindestens 23 Menschen an einem bisher nicht identifizierten hämorrhagischen Fieber erkrankt. Es ist von Duzenden Erkrankten die Rede. Experten befürchten, dass es sich um einen Ausbruch mit Ebola-Fieber handeln könnte. Die bisher verfügbaren Informationen stammen von Mitgliedern der südsudanesischen Armee. Genaue Informationen sind daher bisher nicht verfügbar. Es handelt sich nicht um eine reisemedizinisch erschlossene Gegend. Reisende, die aus beruflichen Gründen in die Region unterwegs sind, sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten Menschen und mit Flughunden und deren Exkretionen vermeiden (ProMED, 8. Oktober 2009).
Chikungunya-Fieber in IndonesienIm Distrikt Padang Sidempuan im Norden Sumatras wird in mindestens 18 Dörfern eine Chikungunya-Virusübertragung beobachtet. Genaue Erkrankungszahlen sind nicht bekannt. Allerdings teilten die Gesundheitsbehörden mit, dass in einigen der Dörfer fast die gesamte Bevölkerung erkrankt ist. Chikungunya-Fieber scheint sich in Sumatra auszubreiten, da im Frühjahr des Jahres bereits ein Ausbruch im Süden der Insel zu verzeichnen war. Reisende nach Sumatra sollten einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 2. Oktober 2009).