KW 35 / 2008: Epidemiologische Informationen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDF

Östliche Pferdeenzephalitis in Kanada
In der kanadischen Provinz Ontario ist ein Pferd an der Östlichen Pferdeenzephalitis erkrankt. Es handelt sich um eine ungewöhnlich weit im Norden des amerikanischen Kontinents aufgetretene Erkrankung. Entsprechende Fälle sind zwar in Ontario beschrieben worden, gelten jedoch als extrem selten. Nach Auskunft der Gesundheitsbehörden besteht keine akute Gefahr für Menschen. Der Erreger, ein Alphavirus, zirkuliert zwischen ornithophilen Stechmücken und Vögeln. Nur ausnahmsweise kommt es durch Stechmücken-Stiche zum Übersprung des Virus auf Pferde und noch seltener auf den Menschen. Allerdings wird in diesem Jahr auch in Teilen der USA eine erhöhte Aktivität beobachtet. Reisende im gesamten Osten Nordamerikas sollten bei hohen Stechmücken-Populationen Maßnahmen der individuellen Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 24. August 2008).

Tollwut in den USA
Der Tollwutfall eines Pferdes, das vor Ausbruch der Symptomatik auf einer Messe im US-Bundesstaat Missouri präsentiert wurde, erinnert daran, dass jedes warmblütige Tier an der Tollwut erkranken kann  und der Erreger auch auf den Menschen übertragen werden kann. Personen, die direkten Kontakt mit dem Tier hatten, werden nun von den Behörden kontaktiert und eine mögliche Postexpositionsprophylaxe geprüft. Im US-Bundesstaat South Carolina ist eine streunende Katze positiv auf Tollwut getestet worden. Die Katze war mehrere Monate auf einer Insel im Süden des Bundesstaats beobachtet worden und dort auch von Bewohner gefüttert worden. Nachdem sie neurologische Symptome zeigte, stellte ein Tierarzt Tollwut fest. Alle Personen, die mit der Katze in Kontakt kamen, werden nun postexpositionell geimpft. Eine Postexpositionsprophylaxe ist bei Hautpenetrierenden Verletzungen oder bei Schleimhautkontakten durchzuführen. Die entsprechende Vorgehensweise kann den Empfehlungen der STIKO entnommen werden. Reisende sollten grundsätzlich Kontakte zu unbekannten Haus- oder Wildtieren mit auffälligem Verhalten vermeiden (ProMED, 24. August 2008).

Masern im Sudan
Innerhalb von 4 Tagen sind im Süden des Sudan mindestens 22 Menschen an Masern verstorben, mindestens 80 Erkrankungsfälle wurden registriert. Betroffen ist insbesondere der sudanesische Bundesstaat Ober-Nil. Bei den registrierten Fällen handelt es sich nur um die in Krankenhäusern betreuten Fälle. Zum genauen Ausmaß des Ausbruchs und zum Impfstatus in der betroffenen lokalen Bevölkerung sind bisher keine verlässlichen Informationen verfügbar. Eine Ausbreitung in die südlich angrenzenden Länder ist nicht auszuschließen. Die Masern-Impfung gehört zu den Grundimmunisierungen. Die reisemedizinische Beratung stellt eine gute Möglichkeit dar, den Immunschutz gegen Masern zu überprüfen und ggf. entsprechend den Empfehlungen zu ergänzen (ProMED, 22. August 2008).

LaCrosse Enzephalitis in den USA
Im US-Bundesstaat Wisconsin sind 2 Personen an LaCrosse Enzephalitis erkrankt. Ungewöhnlicherweise handelt es sich bei beiden Erkrankten um Erwachsene, während die manifeste Erkrankung üblicherweise nur bei Kindern zu beobachten ist. Beide Erkrankte kommen aus dem Polk County, jedoch von verschiedenen Teilen des County und scheinen damit nicht in Zusammenhang zu stehen. Dies bedeutet eine erhöhte Aktivität des LaCrosse Virus im Polk County und evtl. anderen Teilen des US-Bundesstaats. LacCrosse Enzephalitis-Virus wird durch hauptsächlich in Wäldern brütende Stechmücken übertragen. Allerdings ist auch die anthropophile Aedes albopictus ein effizienter Überträger. Die Gesundheitsbehörden empfehlen augenblicklich, in allen Regionen mit hohen Stechmückenpopulationen im Mittleren Westen der USA eine Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchzuführen (ProMED, 22. August 2008).

„Charmak“ in Afghanistan
Eine Erkrankung der Leber hat in der westafghanischen Provinz Gulran mindestens 10, nach anderen Quellen 17 Menschen getötet. Bis zu 190 Menschen sind erkrankt. Es handelt sich um die lokal als „Charmak“ bezeichnete Erkrankung, eine Vergiftung, die durch mit Samen von Alkaloid-produzierenden Pflanzen kontaminiertem Weizen übertragen wird. Die Alkaloide der Klasse der Pyrrolizidine sind hitzestabil und verursachen die sog. veno-okklusive Lebererkrankung, die mit starker Aszitesbildung einhergeht und ggf. zum Tod führen kann. Die Übertragung erfolgt in der Hauptsachen durch Brot aus kontaminiertem Weizen. Afghanistan ist augenblicklich kein  Reiseland. Eine Gefahr besteht ggf. für Reisende mit beruflicher Tätigkeit (z.B. technische und soziale Zusammenarbeit) (ProMED, 24. August 2008).

Cholera in Benin
Im westafrikanischen Benin hat ein Cholera-Ausbruch seit Juli mindestens 1 Todesopfer und 90 Erkrankungsfälle verursacht. Betroffen scheinen insbesondere die Hauptstadt Cotonou und die am Fluss Ouémé gelegenen Gebiete zu sein. Ursache für die hohe Aktivität sind die augenblicklichen Überschwemmungen. Nähere Informationen sind bisher nicht verfügbar. Reisende in die genannte Region sollten alle Empfehlungen der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene strikt befolgen (ProMED, 26. August 2008).

Rocky Mountain Fleckfieber in den USA
Im US-Bundesstaat Illinois sind mindestens 7 Menschen am Rocky Mountain Fleckfieber erkrankt. Der Tod eines der Patienten erfordert noch die Bestätigung. Alle 7 Fälle traten im Hardin County auf. Weitere Erkrankungsfälle sind in der Diagnostik, so dass die Zahl noch steigen könnte. Rocky Mountain Fleckfieber ist eine Rickettsiose, die durch Zecken (Dermacentor andersoni) übertragen wird. Die Erkrankung kann unbehandelt eine Letalität bis zu 25% aufweisen und gilt als eine der gefährlichsten Rickettsiosen weltweit. Das Auftreten von 7 Erkrankungsfällen in einem County weist auf eine deutlich erhöhte Aktivität der Zecken hin. Reisende in den mittleren Westen der USA und insbesondere in den Bundesstaat Illinois sollten bei Aktivitäten in der Natur Maßnahmen zum Schutz vor Zecken (Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 26. August 2008).

Masern in Frankreich
In mehreren Schulen im zentralen Osten Frankreichs wird ein Masernausbruch beobachtet. In Pouilly-en-Auxois sind 43 von insgesamt 147 Mädchen im Alter von 6 bis 18 Jahren erkrankt. Auch an anderen Schulen wurden Erkrankungsfälle berichtet. Die bisherigen Untersuchungen ergaben, dass es sich überwiegend (> 90%) um nicht geimpfte Kinder und Jugendliche handelt. Aufgrund von internationalen Kontakten könnten Erkrankungsfälle auch in anderen Ländern (England, Belgien, Kanada, Luxemburg) auftreten. Die Masernimpfung zählt zu den Grundimmunisierungen. Reisende sollten grundsätzlich über einen entsprechenden Immunschutz verfügen. Insbesondere sollte aktuell auch der Immunschutz von Schülern bei Austausch nach Frankreich überprüft werden (ProMED, 26. August 2008).

Tularämie in den USA
Im US-Bundesstaat Nevada ist der erste Erkrankungsfall einer menschlichen Tularämie seit 50 Jahren diagnostiziert worden. Überträger scheint die kranke Katze der Erkrankten zu sein. Dieser musste nach einem Tierarztbesuch Tabletten verabreicht werden und dabei scheint es zu einem Biss in den Finger gekommen zu sein. Klinisch handelt es sich damit um eine ulzeroglanduläre Form der Tularämie. Das eigentliche Reservoir der Tularämie-Erreger stellten Nagetiere dar. Diese können jedoch, ähnlich wie bei der Pest, auch Haustiere (z.B. Katzen) infizieren und diese können den Erreger auf den Menschen übertragen. Tularämie-Fälle (ebenso wie die Pest), die durch Haustiere auf  den Menschen übertragen wurden, weisen auf eine erhöhte Aktivität des Erregers in den Nagetieren hin. Reisende in den US-Bundesstaat Nevada sollten jeden direkten Kontakt zu Wildnagern vermeiden (ProMED, 26. August 2008).

Azaspirazid-Vergiftung in den USA aus Irland
In kommerziellen Muschelprodukten des irischen Herstellers Bantry Bay Seafoods wurde in den USA das Toxin Azaspirazid nachgewiesen, nachdem mindestens 2 Menschen in Washington State erkrankt waren. Das Toxin kann durch Kochen nicht zerstört werden und verursacht nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchkrämpfe), die 2 bis 3 Tage andauern können. Die amerikanischen Behörden warnen vor dem Genuss der Muschelprodukte der Firma mit Ablaufdaten vom Januar bis  November 2009 (ProMED, 26. August 2008).

Milzbrand in Kanada
Die Milzbrand-Aktivität in Kanada ist weiterhin auf hohem Niveau und breitet sich weiterhin aus. Aktuell wird über an Milzbrand verendete Bisons im Prince Albert Nationalpark in der Provinz Saskatchewan berichtet. Dieser Ausbruch führte zur Sperrung von Teilen des Nationalparks. Nach den Angaben der Parkverwaltung besteht kein Risiko für Parkbesucher. Reisende und Besucher des Parks und der anliegenden Regionen sollten jeden direkten Kontakt mit verendeten Wild- oder Haustieren und deren Kadavern vermeiden (ProMED, 27. August 2008).

Kardiopulmonales Hantavirussyndrom in Paraguay
In der Region La Patria im Norden Paraguays sind aktuell 9 Menschen an Infektionen mit Hantaviren erkrankt sein. 4 Patienten sind bisher verstorben. Nach den Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde können möglicherweise weitere 50 Menschen infiziert und in der Inkubationszeit sein. Über den Virustyp wurden keine Angaben gemacht. Als Übertragungswege wird die Reinigung von Übernachtungshütten genannt. Weiterhin scheint die Abholzung des Regenwaldes eine wichtige Rolle zu spielen, da hierdurch die Nager aufgrund des fehlenden Schutzes zunehmend die Behausungen der Menschen aufsuchen. Reisende nach Paraguay und auf den gesamten amerikanischen Kontinent sollten jeden direkten und indirekten Kontakt mit Nagetieren vermeiden (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber in Pakistan
In der pakistanischen Hafenstadt Karachi wird weiterhin eine hohe Dengue Fieber-Aktivität registriert. Innerhalb von 24 Stunden wurden 5 neue Erkrankungsfälle in unterschiedlichen Teilen der Stadt in Krankenhäuser eingewiesen. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist unklar. Vermutlich ist die Hauptaktivität auf den Süden des Landes konzentriert. Reisende nach Pakistan und auch die angrenzenden Regionen Indiens sollten eine individuelle Expositionsprophylaxe zum Schutz vor Stechmücken-Stichen durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber in Indien
Aus Teilen Indiens wird eine bis zu dreifach höhere Dengue Fieber-Inzidenz berichtet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Betroffen sind u.a. die Hauptstadt Delhi und der Bundesstaat Punjab im Norden des Landes. Allerdings ist mit Dengue Fieber-Aktivität im gesamten Subkontinent, mit Ausnahme der Hochgebirgsregionen im Norden, zu rechnen. Auch aus den Nachbarländern (Pakistan, Bangladesh) werden Ausbrüche gemeldet. Reisende nach Indien sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber auf den Philippinen
Aus verschiedenen Teilen des südostasiatischen Inselstaats Philippinen werden Dengue-Ausbrüche gemeldet. In der Stadt Calasiao in der Region Pangasia, auf der Hauptinsel Luzon, wurde jetzt von den Gesundheitsbehörden die Situation offiziell als Ausbruch erklärt. Auch in der Provinz Negros Oriental ist ein Ausbruch aufgrund einer hohen aktuellen Dengue-Aktivität zu verzeichnen. Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden lassen sich Ausbrüche im Gegensatz zu früher nicht mehr vorhersagen, da die Wetterbedingungen im Jahresverlauf zunehmend variabel sind. Reisende auf die Philippinen sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber auf Taiwan
In der Taiwanesischen Hauptstadt Taipeh sind in den letzten Tagen mindestens 13 autochthone Erkrankungsfälle von Dengue Fieber aufgetreten. Die Gesundheitsbehörden fordern nun alle Bewohner der betroffenen Regionen der Stadt und ihrer Umgebung auf Maßnahmen zur Bekämpfung von Stechmücken zu ergreifen und die städtischen Bekämpfungstrupps zu unterstützen. Zuwiderhandlungen werden mit hohen Geldbußen bestraft. Reisende nach Taiwan sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber auf Sumatra, Indonesien
Von der indonesischen Insel Sumatra wird eine deutlich erhöhte Dengue Fieber-Aktivität beobachtet. In den ersten 3 Wochen des Monats August wurden 70 Erkrankungsfälle in der Stadt Tanjungbalai diagnostiziert. Die Bewohner der betroffenen Region werden von den zuständigen Behörden angehalten, Maßnahmen zur Bekämpfung der hohen Stechmücken-Populationen durchzuführen. Reisende in die genannte Region sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber im Süd-Pazifik
Aus verschiedenen Inselgruppen im Südpazifik werden Dengue Fieber-Ausbrüche gemeldet. Betroffen sind u.a. Tonga, Neu Kaledonien und Kiribati. Die Gesundheitsbehörden haben nun eine Warnung für die Fidschi-Inseln ausgegeben, da aufgrund der zentralen Lage des Inselstaats für den Reiseverkehr in der Region immer wieder Reisende aus anderen Inselgruppen nach der Einreise mit Dengue Fieber diagnostiziert werden. Aktuell sind keine autochthonen Fälle auf Fidschi bekannt. Reisende in die Inselwelt des Südpazifik sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Dengue Fieber auf Trinidad und Tobago
Von den beiden Südamerika vorgelagerten Inseln Trinidad und Tobago werden in den letzten Tagen vermehrt Dengue Fieber-Erkrankungen registriert. Nach den Angaben der Gesundheitsbehörden handelt es sich um die in dieser Jahreszeit übliche Aktivität auf den beiden Inseln. Betroffen sind verschiedene Teile der Inseln. Reisende nach Trinidad und Tobago sollten in Gebieten mit Stechmücken-Aktivität die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. August 2008).

Krim Kongo Hämorrhagisches Fieber in Afghanistan
In der afghanischen Provinz Herat sind 5 Menschen am Krim Kongo Hämorrhagischen Fieber erkrankt, 2 davon sind verstorben. Betroffen sind insbesondere Personen, die täglich mit Haustieren zu tun haben (Metzger, Schäfer, Jäger). Die Übertragung erfolgt durch Zecken oder durch den direkten Kontakt mit virushaltigem Blut infizierter Tiere. Auch Patienten können über virämisches Blut die Erkrankung auf medizinisches Personal übertragen (nosokomiale Übertragung). Reisende nach Afghanistan sollten grundsätzlich Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenexposition durchführen und jeden direkten Kontakt zu Tieren oder deren Blut vermeiden (ProMED, 27. August 2008).

Masern in Kanada
In der kanadischen Provinz British Columbia breitet sich der Mumps-Ausbruch weiter aus. Betroffen ist insbesondere die Region des Fraser Valley. Mittlerweile sind mehr als 200 Menschen erkrankt. Einzelfälle traten westlich bis in die Vorstädte von Vancouver auf. Der Ausbruch nahm seinen Ursprung von der Provinz Alberta aus, wo mehr als 300 Menschen erkrankten. Die Gesundheitsbehörden warnen vor gemeinsamen Gebrauch von Trinkflaschen, Gläsern, Zigaretten, Blasmusikinstrumenten u.ä., da das Mumps-Virus mit Speichel ausgeschieden und übertragen wird. Weiterhin gilt, dass alle Reisenden nach Kanada und insbesondere in die westlichen Provinzen über eine Mumps-Immunität (Impfung oder natürliche Infektion) verfügen sollten (ProMED, 27. August 2008).

Pest in den USA
Im US-Bundesstaat Connecticut ist ein 18 jähriger Jugendlicher an Beulenpest erkrankt. Die Infektion erfolgte vermutlich in Wyoming, wo der Erkrankte bis einige Tage vor Erkrankungsbeginn im Rahmen eines Jugendcamps an Wegbauarbeiten in Nationalparks, u.a. auch im Yellowstone Nationalpark mitwirkte. Allerdings wurde an verschiedenen Stellen gearbeitet, so dass die Gesundheitsbehörden den genauen Infektionsort nicht mehr bestimmen konnten. Große Teile des Westens der USA gelten als potentiell pestendemische Gebiete. Infektionen erfolgen durch Kontakt mit Nagetieren, die infizierte Flöhe tragen oder durch Infektion von Haustieren (Katzen), die die Infektion über Aerosol auf den Menschen übertragen können. Reisende in die Nationalparks des Westens der USA sollten alle Maßnahmen ergreifen um einen direkten Kontakt mit Kleinnagern oder deren Kadavern zu vermeiden (ProMED, 27. August 2008).

Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Singapur
In Singapur sind innerhalb einer Woche mehr als 550 Personen an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt. Damit ist die Inzidenz für eine Epidemie fast erreicht.  Ein Patient ist bisher an der durch Enterovirus Serotyp 71 verstorben. Betroffen sind in allererster Linie Klein- und Schulkinder. Die Übertragung erfolg hauptsächlich direkt oder über kontaminierte Gegenstände als Schmierinfektion. Reisende nach Singapur sollten daher strikt alle Empfehlungen der persönlichen Händehygiene durchführen und einhalten (ProMED, 27. August 2008).

Syphilis in den USA
In Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana ist die Zahl an Syphilis-Erkrankungen in den ersten 3 Monaten des Jahres 2008 deutlich angestiegen. Es wurden in diesem Zeitraum mehr Erkrankungsfälle diagnostiziert als im gesamten Vorjahr. Die Gründe dafür sind nicht ganz klar, allerdings lag Indianapolis schon im Jahr 1999 an der nationalen Spitze des Landes bzgl. der Syphilis-Inzidenz. Verschiedene Aktionen in Bars und Homosexuellen-Treffs führten zu einem deutliche Rückgang der Erkrankung. Aktuell dürfte es sich wieder um einen Anstieg aufgrund nachlassender Aufmerksamkeit für sexuell übertragene Erkrankungen sein. Reisende nach Indianapolis, insbesondere mit homosexuellen Aktivitäten, sollten vor Reiseantritt über die erhöhte Infektionsgefahr informiert werden und Schutzmaßnahmen vor Ansteckung ergreifen (ProMED, 27. August 2008).



© 2012 by Dr. Frühwein & Partner | created by nerd-d-sign, ska-design & Maximusweb