KW 31 / 2010: Epidemiologische Informationen

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Japan-Enzephalitis in Indien
Im Distrikt Nalbari, im indischen Bundesstaat Assam, wurde erstmals ein vermutlicher Fall von Japan-Enzephalitis nachgewiesen. Ein 74jähriger Mann ist vermutlich an der Enzephalitisform verstorben. Allerdings steht die endgültige Diagnose noch aus. Es würde sich um den ersten jemals in diesem Distrikt nachgewiesenen Fall einer Japan-Enzephalitis handeln. Die Bewohner des Distrikts haben nun eine Impfaktion und eine Veränderung der hauptsächlich auf Schweinezucht basierenden Landwirtschaft gefordert. Das aktuelle Infektionsrisiko ist nicht abschließend einzuschätzen. Reisende in die genannte Region sollen eine Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen und möglichst Aktivitäten mit hohem Expositionsrisiko für Stechmücken vermeiden  (ProMED, 5. August 2010). 

LaCrosse Enzephalitis in den USA

Im US-Bundesstaat Minnesota im mittleren Westen ist der erste Fall einer LaCrosse Enzephalitis aufgetreten. Es handelt sich dabei um einen 6jährigen Jungen im County Caledonia. Der Fall trat vergleichsweise früh im Jahr auf. In Minnesota treten regelmäßig vereinzelt Erkrankungsfälle von LaCrosse-Enzephalitis auf. Im US-Bundesstaat Mississippi ist ebenfalls ein Fall der durch Stechmücken, insbesondere der Art Ochlerotatus (Aedes) triseriatus, aufgetreten. Der letzte Fall einer entsprechenden Enzephalitis im Bundesstaat Mississippi liegt zwei Jahre zurück. Die Erkrankung ist dort selten. Experten gehen von einer hohen Aktivität im Jahr 2010 aufgrund der nassen Witterung der vergangenen Wochen aus, die ideale Brutbedingungen für die Vektoren schaffen. Reisende in den Mittleren Westen der USA sollen eine Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4./5. August 2010).  

Milzbrand in Russland
In der sibirischen Stadt Omsk sind mindestens sechs Menschen am Milzbrand erkrankt. Ein Mann ist an der Infektion verstorben. Als Infektionsquelle konnte Pferdefleisch identifiziert werden, das an eine Herstellerfirma der sibirischen Knödel-Spezialität „Pelmeni“ geliefert worden war. Die mehrere Tonnen schwere Lieferung von Pferdefleisch in mehrere Städte Russlands wurde konfisziert. Die Infektion erfolgte im Rahmen der Verarbeitung des Pferdefleisches durch direkten Kontakt. Insgesamt kamen mehr als 100 Menschen mit dem Fleisch in Kontakt. Alle Patienten stehen nun unter Beobachtung. Entsprechende Produkte scheinen nicht in den Handel und Verkauf gelangt zu sein. Milzbrand kommt in verschiedenen Teilen Russlands endemisch vor. Reisende sollen jeden direkten Kontakt mit Tierkadavern vermeiden (ProMED, 5. August 2010).

Milzbrand in Kanada
Aus den Northeastern Territories Kanadas wird ein Milzbrand-Ausbruch bei Bisons gemeldet. Entlang des Highway 5 wurden zwei tote Bisons entdeckt. Insgesamt wurden in dem weitgehend unbewohnten Areal mindestens 44 tote Bisons gefunden. Ein Hauptfokus liegt in der südlichen Sklavenfluss-Region. Menschliche Erkrankungsfälle wurden bisher nicht beschrieben. In der Region treten regelmäßig in den dortigen Bisonherden Milzbrand-Fälle auf. Reisende in die genannte Region sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Bisons, mit Bisonkadavern oder anderen Tierkadavern vermeiden (ProMED, 30. Juli/5. August 2010).

Pest in Peru
In der peruanischen Provinz Ascope in der Region La Libertat ist die Pest ausgebrochen, bzw. hat sie sich aus der benachbarten Region Trujillo dahin ausgebreitet. Die Region liegt im Nordwesten an der Küste Perus. Bisher sind mindestens 17 Menschen, nach anderen Informationen sogar 31 Menschen, erkrankt. Mindestens ein Patient ist bisher verstorben. Bei mindestens vier Patienten trat eine primäre Lungenpest auf. Der letzte Pestausbruch in Peru datiert aus dem Jahr 1994, als insgesamt 35 Menschen erkrankten. Reisende in die genannten Regionen sollen jeden direkten Kontakt mit Nagetieren und mit Patienten mit Pestverdacht, insbesondere Lungenentzündung (Lungenpest) vermeiden (ProMED, 3./6. August 2010).

Influenza in Neuseeland
In einer Gemeinde im Südosten der neuseeländischen Nordinsel, östlich der Hauptstadt Wellington sind bis zur Hälfte der Schüler einer Schule an der Influenza A H1N1 erkrankt. Die Schule wurde daraufhin geschlossen. Insgesamt wird in Neuseeland eine zunehmende Influenza-Aktivität registriert. Die überwiegende Zahl der gewonnenen Virusisolate gehören der pandemischen Influenza A H1N1 an. Reisende nach Neuseeland mit einer Indikation für die Influenza sollen eine Influenza-Impfung mit einer H1N1-Komponente durchführen (ProMED, 5. August 2010).

Vogel-Influenza in Indonesien

Die indonesischen Gesundheitsbehörden melden einen tödlich verlaufenen Erkrankungsfall von Vogelinfluenza H5N1 aus der Provinz Tangeran in der Provinz Banten. Es handelt sich um den sechsten Erkrankungsfall dieser Influenzaform in diesem Jahr. Fünf der sechs Erkrankungsfälle verliefen tödlich. Auch in Ost-Jakarta wurden mehrere Geflügel-Bestände gekeult, nachdem dort Erkrankungsfälle aufgetreten waren. Der Erkrankungsfall zeigt, dass die Form der Influenza durch den Virustyp A H5N1 weiterhin in der gesamten südostasiatischen Region vorkommen kann. Das Infektionsrisiko ist nur bei intensivem Kontakt mit Geflügel vorhanden. Der durchschnittliche Tourist ist dagegen kaum gefährdet. Reisende sollen einen engen Kontakt mit Geflügel trotzdem möglichst vermeiden (ProMED, 1./4. August 2010).

Chikungunya-Fieber in Myanmar
Aus mehreren Regionen und Provinzen des südostasiatischen Landes Myanmar wird eine deutliche Zunahme der Erkrankungsfälle an Chikungunya-Fieber gemeldet. Betroffen sind die Provinzen von Ayeyarwady, Yangon, Rakhine und Shan. Eine genaue Zahl von Infektionen mit dem durch Stechmücken übertragenen Virus wird nicht genannt. Eine Unterscheidung vom ebenfalls epidemisch auftretenden Dengue-Fieber ist aufgrund der ähnlichen Symptomatik nicht immer möglich. Reisende nach Myanmar und insbesondere in die genannten Provinzen sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 4. August 2010).

Vibrio parahaemoyticus-Infektionen in den USA
Aus dem US-Bundesstaat Washington wird ein Ausbruch mit dem Wasser-Bakterium Vibrio parahaemolyticus gemeldet. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Austern. Untersuchungen zeigen, dass die vor der Küste vor Hoodsport und in der Nähe des Twanoh State Parks gelegenen Austernbänke kontaminiert sind. Deshalb wurden diese Bänke gesperrt. Aktuell sollen damit keine Austern aus kontaminierten Bänken mehr in den Verkauf gelangen. Reisende in die genannte Region im US-Bundesstaat Washington sollen aktuell vorsichtig sein beim Verzehr von Austern aus der Region (ProMED, 3. August 2010).

Antibiotika-resistenter Escherichia coli weltweit
Aus verschiedenen Ländern weltweit wird ein Anstieg eines neuen, Antibiotika-resistenten Stammes von Escherichia coli gemeldet. Es handelt sich dabei um den Stamm ST131 mit einer Resistenz gegen Fluorchinolone und auch gegen alle Klassen von Penizillinen und Cephalosporinen. Die genannte Form der Resistenz wird als Extended-Spektrum Betalaktam-Resistenz (ESBL) bezeichnet. Eine Therapie dieser Stämme ist nur noch mit Antibiotika der Carbapenem-Klasse möglich. Die Stämme traten 2007 erstmals in den USA auf und haben sich über den gesamten nordamerikanischen Kontinent und weiter besonders bei Harnwegsinfektionen und bei Grunderkrankungen des Urogenitaltrakts auftretenden Infektionen werden entsprechende Stämme gehäuft gefunden. Reisende mit therapieresistenten Infektionen durch Escherichia coli sollen auf entsprechende Erreger getestet werden (ProMED, 3. August 2010).

Brasilianisches Zeckenbissfieber in Brasilien
Im Distrikt Hortolandia, im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo, ist ein 14jähriger Junge an Brasilianischem Zeckenbissfieber verstorben. Es handelt sich um eine Rickettsiose, die durch Zecken der Arten Amblyomma cajennense und Amblyomma coperii übertragen wird. Der Erreger ist Rickettsia rickettsii, sehr ähnlich oder identisch dem Erreger des Rocky Mountain Fleckfiebers in Nordamerika. Die Erkrankung tritt in Südamerika und besonders in Brasilien endemisch auf. Sie besitzt, ähnlich dem Rocky Mountain Fleckfieber in Nordamerika, eine hohe Letalität, wenn nicht oder zu spät therapiert wird. Reisende nach Brasilien sollen in Regionen mit Zeckenvorkommen Maßnahmen zum Schutz vor Zecken ergreifen (ProMED; 3. August 2010).

West Nil-Fieber in Israel
In Israel scheint in diesem Jahr eine deutlich erhöhte Aktivität des West Nil-Fiebers vorhanden zu sein. Die Infektion scheint sich auch geographisch in Israel (und über die Grenzen?) auszubreiten. Bisher wurden mindestens zwölf Erkrankungsfälle bestätigt diagnostiziert. Bei zwölf weiteren Verdachtsfällen steht die Bestätigung noch aus. Mindestens eine Patientin ist an einer West Nil-Infektion verstorben. Die meisten Patienten sind im Alter von jenseits der 60 Jahre. Die Infektion verläuft mit zunehmendem Alter schwerer. Reisende nach Israel in Regionen mit erhöhten Stechmücken-Populationen sollen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED; 2. August 2010).

Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Vietnam
In der vietnamesischen Hauptstadt Ho Chi Minh Stadt wird in den letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Erkrankungsfälle von Hand-Fuß-Mund-Krankheit beobachtet. Insgesamt ist von mindestens 340 Erkrankungsfällen allein im Monat Juni die Rede. Seit Jahresbeginn wurden mehr als 1.600 Erkrankungsfälle gemeldet. Die Zahl der Fälle stieg damit im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres deutlich an. Betroffen sind insbesondere Kinder. Die Übertragung erfolgt durch direkte oder indirekte Kontakte („Schmierinfektion“). Reisende nach Vietnam, insbesondere mit Kinder, sollen die Empfehlungen der persönlichen Hygiene strikt beachten und durchführen (ProMED, 2. August 2010).

Paratyphus in Taiwan aus Indien
Mehrere Personen aus Taiwan sind nach Teilnahme an einem Lebenskurs in Varadaiahpalem, Distrikt Chittoor im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh, an Paratyphus erkrankt. Insgesamt sollen an dem Kurs 88 Personen teilgenommen haben. Mehrere Teilnehmer hatten schon während des Kurses in Indien eine Symptomatik entwickelt, ein weiterer Teil nach Rückkehr nach Taiwan. Eine genaue epidemiologische Analyse war allerdings nicht möglich. Reiserückkehrer aus der genannten Region und Teilnehmer eines entsprechenden Kurses mit einer gastrointestinalen oder allgemeinen Fieber-Symptomatik sollen auf Paratyphus überprüft werden (ProMED, 1. August 2010).

Milzbrand in Indien
Aus dem Distrikt Sundergarh des indischen Bundesstaats Orissa wird ein Milzbrand-Ausbruch gemeldet. Mindestens 25 Menschen, darunter mindestens sechs Frauen und vier Kinder, sind an der Infektion erkrankt. Infektionsquelle scheinen an Milzbrand erkrankte Haustiere zu sein, die entweder während der Zubereitung des infizierten Fleisches oder nach Verzehr zu Infektionen führten. Nähere Informationen zur Infektionsquelle und Übertragung wurden nicht mitgeteilt. Reisende in die genannte Region sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch von Wiederkäuern ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 1. August 2010).

Milzbrand in Argentinien
In der argentinischen Provinz Buenos Aires sind auf einer Rinderfarm innerhalb von 2 Wochen mindestens 42 Aberdeen Angus-Rinder an Milzbrand verendet. Bisher traten keine Erkrankungsfälle bei Menschen auf. Reisende sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch von Wiederkäuern ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 1. August 2010).

Gelbfieber in der Elfenbeinküste
Aus der Region von Abidjan in der westafrikanischen Elfenbeinküste wird ein Gelbfieber-Ausbruch gemeldet. Seit Mai dieses Jahres sind dort mindestens 19 Erkrankungsfälle aufgetreten, davon mindestens zwei Erkrankungen tödlich verlaufend. Nach Aussagen der Gesundheitsbehörden mehren sich die Fälle von hämorrhagischen Symptomen. Der letzte Ausbruch von Gelbfieber in der Elfenbeinküste war im Jahr 2009, in der Region von Abidjan im Jahr 2008. Reisende an die Elfenbeinküste müssen bei der Einreise über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 30. Juli 2010).

Rocky Mountain Fleckfieber in Mexiko

Die Gesundheitsbehörden des mexikanischen Bundesstaats Sonora melden einen ungewöhnlichen Anstieg von Erkrankungsfällen von Fleckfieber. Insgesamt ist in diesem Jahr bereits von mindestens 44 Erkrankungsfällen und fünf Todesfällen die Rede. Auch wenn die genaue Form der Rickettsiose nicht genannt wird, nennen die Behörden eine Assoziation mit Hunden und Hundezecken, so dass von Rocky Mountain Fleckfieber ausgegangen werden muss. Dabei handelt es sich um die gefährlichste Form einer Rickettsiose, die unbehandelt oder zu spät behandelt eine Letalität bis zu 20% aufweist. Reisende in die Provinz Sonora in Mexiko sollen eine individuelle Zecken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 30. Juli 2010).

Hantavirus-Infektionen in Deutschland
Im Bundesland Baden-Württemberg wurden im Jahr 2010 bereits mehr als 730 Erkrankungsfälle von Hantavirus-Infektionen an das Robert-Koch-Institut in Berlin gemeldet. Das entspricht etwa dem Hundertfachen des langjährigen Durchschnittswerts. Es handelt sich vermutlich um Infektionen mit Puumala-Virus, das durch die Rötelmaus (Myodes glareolus) übertragen wird. Damit liegt die Rate an Infektionen noch höher als im Jahr 2007, dem Jahr mit der bisher höchsten gemeldeten Zahl von Hantavirus-Infektionen in Deutschland. Reisende nach Baden-Württemberg sollen jeden direkten Kontakt mit Nagetieren oder deren Exkrementen vermeiden. Nager-infestierte Gebäude müssen vor dem Betreten gelüftet werden und dürfen nur nass gereinigt werden (ProMED, 30. Juli 2010).

Tollwut in den USA
Weiterhin wird aus allen Teilen des Landes eine hohe Aktivität von Tollwut gemeldet. Zunehmend mehren sich die Meldungen von Überspringen des Virus von Waschbären, Stinktieren oder Fledermäusen auf Haustiere. Aus mindestens fünf US-Bundesstaaten werden Infektionen bei Katzen berichtet. Im Bundesstaat Tennessee wurde eine Katze durch ein Stinktier infiziert. In New Jersey war ein Mensch, ein Hund und eine Katze von einem tollwütigen Waschbären attackiert und verletzt worden. Im Bundesstaat New York wurde ein Kind von einer verwilderten jungen tollwütigen Katze gebissen. Auch im Bundesstaat Florida wurde eine Bewohnerin von einer tollwütigen Katze mit extrem aggressivem Verhalten gebissen. Im Bundesstaat Virginia kamen zwei Katzen mit einer tollwütigen Fledermaus in einem Raum in Kontakt und wurden daraufhin geimpft. Reisende in den USA, die auffällig aggressiven Katzen begegnen, sollen jeden direkten Kontakt vermeiden und im Fall eines Kontakts sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 28. Juli 2010).

Milzbrand in Uganda
Der Milzbrand-Ausbruch im Queen Elizabeth National Park breitet sich weiter aus. Mittlerweile ist von mehr als 80 Flusspferden und mindestens neun Büffeln die Rede, die am Milzbrand verendet sind. Experten glauben, dass sich die Flusspferde durch Kannibalismus infizieren. Nach anderen Meinungen führt die aktuell hohe Dichte von Flusspferden mit einer damit verbundenen erhöhten Aggressivität gegeneinander im Park zu entsprechenden Ausbruchssituation. Reisende in den genannten Nationalpark sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED, 30. Juli 2010).

Dengue-Fieber auf den Philippinen
Die philippinischen Gesundheitsbehörden melden in mehreren Landesteilen eine stark erhöhte Dengue-Fieber-Aktivität. In der Provinz Negros Occidental hat sich die Zahl der registrierten Erkrankungen mit rund 1.300 Fällen und zehn Todesfällen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verdreifacht. Davao Sur meldet mehr als 700 Erkrankungsfälle, darunter neun Todesfälle. Aus der der Region Aklan werden mehr als 100 Erkrankungsfälle, hauptsächlich aus den dicht bevölkerten Städten, berichtet. Eastern Visayas meldet mehr als 5.000 Erkrankungsfälle mit mindestens 65 Todesfällen. Dies bedeutet in der genannten Region die höchste je gemeldete Erkrankungszahl seit Einführung der Meldung im Jahr 1998. In Nord-Mindanao wurden mehr als 3.300 Erkrankungen registriert, davon 44 Fälle tödlich verlaufend. Auch diese Zahl entspricht einer Verdreifachung der Vorjahreszahlen. Die Behörden von Cebu-Stadt melden einen Anstieg der Erkrankungsfälle um ca. 50% auf nunmehr mehr als 750. Neun Kinder sind in diesem Jahr an der Virusinfektion verstorben. Reisende auf die Philippinen sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5./6. August 2010).

Dengue-Fieber in Malaysia
Die malaysischen Gesundheitsbehörden sind über den Anstieg der Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber besorgt. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als 27.400 Erkrankungsfälle in über 80 Hotspots aus dem gesamten Land gemeldet. Bisher ist von knapp 100 Todesfällen durch Dengue-Virusinfektionen die Rede. Im Bundesstaat Kelantan hat sich die Zahl der Erkrankungen fast verdoppelt, die Zahl der Todesfälle stieg von einem Fall im letzten Jahr auf fünf Todesfälle im laufenden Jahr. Ungewöhnlicherweise sind dabei in erster Linie Erwachsene betroffen. Weiterhin stark betroffen sind Selangor, Johor, Kuala Lumpur und Sarawak. Reisende nach Malaysia sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5./6. August 2010).

Dengue-Fieber in Thailand
Auch aus Thailand werden beunruhigend hohe Zahlen von Dengue-Fieber und Dengue Hämorrhagischem Fieber gemeldet. Betroffen sind hier die südlichen Provinzen und der Nordosten des Landes. Die Provinzen Chantaburi, Trat, Yala, Satun und Tak berichten Inzidenzraten von jeweils mehr als 100/100.000. Aus diesen Provinzen werden auch hohe Inzidenzraten der hämorrhagischen Verlaufsform der Infektion gemeldet. Reisende nach Thailand, auch in die dortigen Touristengebiete, sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5./6. August 2010).

Dengue-Fieber in Vietnam

Dengue-Fieber breitet sich rasch über eine Reihe von vietnamesischen Provinzen im Süden, in Zentral-Vietnam und im zentralen Hochland aus. Als besonders betroffen werden genannt die Provinzen Kien Giang (Süden), Kon Tum (zentrales Hochland) und Quang Tri (Zentralregion). Die Behörden nennen die Unachtsamkeit der Bevölkerung im Umgang mit Wasser und mit Abfall und die sorglose Lagerung von Wasser in offenen Behältnissen als Hauptgründe für die Zunahme der Stechmücken-Populationen und die dadurch bedingte erhöhte Dengue-Virusaktivität. Reisende nach Vietnam und insbesondere in die genannten Regionen, sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5. August 2010).

Dengue-Fieber in der Dominikanischen Republik
Patienten und insbesondere pädiatrische Patienten mit Verdacht auf Dengue-Fieber werden momentan zunehmend in den Notaufnahmen des Landes gesehen und überfüllen die dortigen Wartezimmer. Aktuell ist von rund 5.500 gemeldeten Erkrankungsfällen die Rede. Die Ärztevertreter des karibischen Inselstaats gehen jedoch von weitaus höheren Zahlen aus. Reisende in die Dominikanische Republik und insbesondere in die Touristenregionen sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. August 2010).

Dengue-Fieber auf Martinique
Auch die Karibik-Insel Martinique meldet übervolle Wartezimmer und Krankenhausbetten durch Dengue-Fieberpatienten. Insgesamt ist in diesem Jahr bereits von mehr als 12.000 registrierten Erkrankungsfällen die Rede, 3% der gesamten Bevölkerung. Die Behörden gehen von einem weiteren Anstieg der Fallzahlen aus. Reisende auf die karibische Insel und insbesondere in die dortigen Touristengebiete sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5. August 2010).

Dengue-Fieber in El Salvador
Die Zahl der Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber in dem mittelamerikanischen Staat steigt rapide an. In diesem Jahr wurden bereits rund 6.500 Erkrankungsfälle und 100 Fälle von Dengue Hämorrhagischem Fieber gezählt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind in diesem Jahr rund ein Viertel mehr Erkrankungsfälle zu verzeichnen. Betroffen sind insbesondere die Provinzen La Paz, San Salvador und La Libertad. Reisende in das mittelamerikanische Land sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 5. August 2010).

Dengue-Fieber in der Elfenbeinküste

Nach Angaben des Gesundheitsministers der Elfenbeinküste sind in der Region Abidjan mindestens zehn Menschen am Dengue-Fieber erkrankt, ein Mensch ist an der Infektion verstorben. Weitere Informationen dazu liegen bisher nicht vor. Es herrscht allerdings gleichzeitig ein Gelbfieber-Ausbruch, so dass ggf. ein ähnliches Erkrankungsbild und serologische Kreuzreaktionen zwischen den beiden Flaviviren nicht auszuschließen sind. Reisende in die Elfenbeinküste müssen eine gültige Gelbfieber-Impfung vorweisen und sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. August 2010).

Blaualgen-Plage in den USA
Im US-Bundesstaat Ohio wird über eine Blaualgenplage berichtet. Betroffen ist der größte See des Bundesstaats, Grand Lake, gelegen im Westen. Ein Hund, der im See schwamm ist vermutlich an Blaualgen-Toxinen verendet. Möglicherweise zeigen zehn Personen, darunter der Besitzer des verendeten Hundes, Vergiftungserscheinungen. Die Bevölkerung der am See gelegenen Stadt St. Mary berichtet über große schleimige Algenteppiche, die den gesamten See bedecken. Ursache für die Algenplage ist nach Auskunft der hohe Verschmutzungsgrad des Sees mit Düngemitteln aus der Umgebung, die eingeschwemmt werden. Grundsätzlich sollten sich Reisende von entsprechend mit Algenteppichen verschmutzten Gewässern fernhalten (ProMED, 4. August 2010).



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