KW 29 / 2010: Epidemiologische Informationen

Tollwut in IndienIm indischen Bundesstaat Goa wurden insgesamt 15 Menschen von einer tollwütigen Kuh attackiert und teilweise verletzt. Die zuständigen Veterinärbehörden stellten bei der Kuh Tollwut fest. Das Beispiel soll erinnern, dass nicht nur Hunde und Katzen die Tollwut übertragen können, sondern dass grundsätzlich jedes Säugetier die Tollwut übertragen kann. Reisende nach Südostasien und vor allem auf den indischen Subkontinent sollen nach jedem direkten Kontakt mit Tieren mit auffälligem Verhalten einen Arzt aufsuchen (ProMED, 20. Juli 2010).
Gelbfieber in der Demokratischen Republik KongoIn der kongolesischen Provinz Oriental, im Norden des Landes, sind vermutlich zwölf Menschen an Gelbfieber erkrankt und mindestens zwei der Patienten verstorben. Die Patienten zeigten die charakteristische klinische Symptomatik von Gelbfieber mit Fieber, Ikterus und Hämaturie. Die Demokratische Republik Kongo liegt im Gelbfieber-Gürtel Afrikas. Es wurde nicht geklärt, inwieweit es sich um einen urbanen oder sylvatischen Übertragungszyklus handelt. Auch die geographische Ausbreitung und das Ausmaß des Ausbruchs sind unklar. Reisende in die Demokratische Republik Kongo sollen grundsätzlich über eine Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 19. Juli 2010).
Poliomyelitis in AngolaIn Angola sind seit Januar 2010 bereits 15 Personen an Poliomyelitis erkrankt. Betroffen sind neben der Hauptstadt Luanda die Provinzen Bie, Bengo, Huambo, Lunda Norte und Lunda Sul. Es handelt sich um den Poliomyelits-Virus Typ 1.Es ist von einer kontinuierlichen Übertragung des Polio-Virus auszugehen. Reisende nach Angola sollen grundsätzlich über einen ausreichenden Poliomyelitis-Impfschutz verfügen (ProMED, 19. Juli 2010).
Milzbrand in UgandaAuf der Insel Buyigi, im Viktoria-See in Zentral-Uganda, sind mindestens fünf Flusspferde am Milzbrand verendet. Damit steigt die Zahl der an Milzbrand erkrankten und verendeten Flusspferde seit Jahresbeginn auf mindestens elf Tiere. Die Veterinärbehörden haben nun die einheimische Bevölkerung vor direktem Kontakt mit Kadavern von Flusspferden und gewarnt. Die Haustiere sollen nicht in Arealen mit Flusspferden weiden. Reisende auf die genannte Insel sollen sich von Flusspferd-Kadavern oder kranken Tieren fernhalten und jeden direkten Kontakt vermeiden (ProMED, 19. Juli 2010).
Milzbrand in den USAAuf der Flying D Ranch im US-Bundesstaat Montana ist ein junger Bison-Bulle am Milzbrand verendet. Der Kadaver wurde nun entdeckt. Es handelt sich um die gleiche Region, in der vor zwei Jahren im Verlauf eines Milzbrand-Ausbruchs fast 300 Bisons verendet sind. Mittlerweile sind die rund 2.500 Bisons auf der Ranch geimpft. Ein Ausbruch des Ausmaßes von 2008 ist daher nicht zu erwarten. Der nun verendete Bulle war zu jung für eine Impfung. Reisende in die genannte Region sollen sich von Bison-Kadavern fernhalten und jeden direkten Kontakt vermeiden (ProMED, 19. Juli 2010).
Japan-Enzephalitis in NepalIn einem Dorf in Zentral-Nepal sind möglicherweise zwei Personen, darunter ein Kind, an der Japan-Enzephalitis verstorben. Es wurden allerdings keine Angaben zur bestätigenden Diagnose der Erkrankung mitgeteilt. Auch über die Zahl weiterer Erkrankter oder das geographische Ausmaß des Ausbruchs sind keine Informationen verfügbar. Reisende in die endemischen Gebiete Nepals sollen grundsätzlich Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) und bei längeren Reisen oder bei Aktivitäten mit einem hohen Stechmücken-Expositionsrisiko eine Japan-Enzephalitis-Impfung durchführen (ProMED, 19. Juli 2010).
Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in RusslandIn Russland sind seit Jahresbeginn mindestens 45 Menschen am Krim-Kongo Hämorrhagischem Fieber erkrankt. Betroffen sind vier Regionen im Süden Russlands: Stavropol (25 Erkrankte), Astrakhan (sechs Erkrankte), Volgograd (drei Erkrankte) und Rostov (elf Erkrankte). Untersuchungen in Stavropol zeigen, dass etwa 5% der Hyalomma-Zecken virusträger sind, nach russischen Angaben ein deutlich höherer Anteil der Zecken im Vergleich zum Vorjahr. Ein häufiger Übertragungsmodus ist das Entfernen und Zerquetschen von Zecken mit den bloßen Fingern. Reisende in die vier genannten Regionen Russlands sollen Maßnahmen zum Schutz vor Zecken (Expositionsprophylaxe) durchführen und Zecken niemals mit der Fingern entfernen (proMED; 18. Juli 2010).
Legionellose in SpanienIn der katalanischen Stadt Valgorguina sind mindestens 43 Bewohner am sog. Pontiac-Fieber, einer milden Form der Legionellose erkrankt. Die Infektion erfolgt - wie bei der schweren Legionellen-Pneumonie - durch kontaminierte Aerosole. Bisher konnte die Infektionsquelle in der spanischen Stadt nicht identifiziert werden. Reisende, die nach einem Besuch in Valgorguina eine milde fieberhafte Allgemeinsymptomatik entwickeln, sollen auf Legionellose untersucht werden (ProMED; 18. Juli 2010).
Pest in PeruIm Distrikt Chocope in der peruanischen Provinz Trujillo ist ein Pest-Ausbruch zu vermelden. Nach den offiziellen Auskünften handelt es sich um Lungepest. Danach ist eine 23 jährige Patienten mit schwerer Pneumonie in eine Klinik mit der Verdachtsdiagnose Influenza eingewiesen worden. Dort haben sich ein Arzt und eine weitere Pflegeperson an der Patientin infiziert. Die Patienten befinden sich in kritischem Zustand. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden handelt es sich um die ersten nachgewiesenen Pestfälle in der Provinz Trujillo. Es ist zu vermuten, dass es sich um die sekundäre Form der Pest-Pneumonie handelt, der eine Beulenpest mit hämatogener Ausbreitung vorausging. Reisende in den peruanischen Bundesstaat Trujillo sollen jeden direkten Kontakt mit Nagetieren und ggf. mit Patienten mit schwerer Pneumonie vermeiden (ProMED, 18. Juli 2010).
Tularämie in den USAIm US-Bundesstaat Colorado wurde bei einer Katze eine Tularämie festgestellt. Die Katze war sowohl im Haus als auch außerhalb des Wohnhauses unterwegs. Es wird vermutet, dass es mit einem erkrankten Nagetier oder einem Nagetierkadaver in Kontakt kam. Die Behörden sind in der Umgebung des Wohnhauses auf der Suche nach einem möglichen Tularämie-Fokus. Die Gesundheitsbehörden weisen die Bewohner der betroffenen Region darauf hin, dass Katzen möglichst nicht in Kontakt mit Wildnagern kommen sollten. Um Wohngebäude sollen alle Nagerverstecke und potentielle Nahrungsquellen für Nagetiere entfernt werden (ProMED, 18. Juli 2010).
Tollwut in den USANew York meldet einen Angriff eines tollwütigen Waschbären gegen einen Menschen. Der Angriff ereignete sich im Central Park in der Nähe der 72. Strasse und Bethesda Fountain. Die betreffende Person wurde, auf einer Bank sitzend, von dem Waschbären attackiert und von hinten in das Bein gebissen. Reisende sollen informiert werden, dass aktuell auch in großen Städten ein Risiko von Tollwut bei Wildtieren und streunenden Haustieren besteht. Bei direkten Kontakten mit Tieren mit ungewöhnlichem aggressivem Verhalten soll sofort ein Arzt aufgesucht werden (ProMED, 18. Juli 2010).
Malaria in IndienIn Bombay sind innerhalb von zwei Wochen knapp 9.000 Fälle von Malaria aufgetreten. Damit liegt Bombay an der Spitze aller indischen Städte bezüglich der Malaria-Inzidenz. Die Behörden teilen mit, dass die meisten Fälle in Stadtteilen des Zentrums von Bombay mit großen Baumaßnahmen auftreten. Ein Großteil der Erkrankten findet sich unter den Bauarbeitern. Im Rahmen der Baumaßnahmen werden die eigentlich vorgeschriebenen gesetzlichen Vorgaben bzgl. der Anwendung von Insektiziden nicht eingehalten, was zu einer Vermehrung von Stechmücken und zur Übertragung der Malaria führt. Zur Form der Malaria wurden keine Angaben gemacht, allerdings muss von Malaria tropica ausgegangen werden. Reisende nach Bombay sollen entsprechend den Vorgaben der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft eine Malaria-Expositions- und Chemoprophylaxe durchführen (ProMED, 18./23. Juli 2010).
Tuberkulose in EnglandSpezialisten des Öffentlichen Gesundheitswesens in London empfehlen eine generelle Impfung aller Säuglinge mit dem BCG-Impfstoff. Besonders betroffen ist London und dort insbesondere die ethnischen Minderheiten, in denen 905 aller Tuberkulose-Fälle auftreten. Insgesamt ist die Zahl der Neuerkrankungen in England im Jahr 2009 die höchste seit 5 Jahren. Aktuell ist eine Inzidenz von 40/100.000 in London erreicht, die zu einer allgemeinen Impfempfehlung für Säuglinge mit der BCG-Impfung führt. Für Personen, die sich mit Säuglingen länger in London aufhalten, sollte ggf. eine entsprechend Impfung diskutiert werden (ProMED; 17. Juli 210).
Influenza A in MittelamerikaAus Panama und Nicaragua wird eine erhöhte Aktivität von Influenza gemeldet. Seit Juni wird ein steiler Anstieg der Erkrankungsfälle mit Respirationstrakt-Symptomatik beobachtet. In den meisten Fällen handelt es sich um Influenza A H3N2. Ein kleiner Anteil der pandemischen Influenza A H1N1 (sog. Schweinegrippe) ist zu verzeichnen. Reisende in die mittelamerikanische Region und insbesondere in die beiden genannten Länder sollen bei vorliegender Indikation eine Influenza-Impfung vor Reiseantritt durchführen (ProMED, 17. Juli 2010).
Tollwut in ItalienDer Norden Italiens meldet eine Alarmierende Zunahme der Fälle von Wild-Tollwut. Während im Jahr 2008 nur neun Fälle registriert worden waren, waren im Folgejahr 69 Fälle und in der ersten Hälfte des Jahres 2010 bereit 199 tollwütige Tiere registriert worden. Daneben wurde auch eine geographische Ausbreitung registriert. Die Schweiz bereitet sich mittlerweile auf ein Eindringen tollwütiger Wildtiere über ihre Landesgrenzen vor. Reisende in den Norden Italiens sollen jeden direkten Kontakt mit Tieren mit auffälligem oder aggressivem Verhalten vermeiden und bei einem entsprechenden Kontakt sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED; 17. Juli 2010).
RSSE in RusslandIm Fernen Osten Russland in der Provinz Primorsky Krai (ehemals Primorye), an der Grenze zu China, sind mindestens zwei Menschen an der Fernöstlichen Form der Zeckenenzephalitis verstorben. Bei beiden Patienten handelte es sich um arbeitslose Männer, die nach Waldfrüchten in den Taigawäldern der Umgebung suchten. Bisher wurde bei 13 von 65 FSME-Verdachtsfällen die Diagnose einer Zeckenenzephalitis bestätigt. Reisende in die gesamte Taigaregion Russlands sollen über einen Immunschutz gegen FSME verfügen (ProMED, 19. Juli 2010).
Keuchhusten in den USAIn mehreren Bundesstaaten der USA wird über eine deutlich erhöhte Keuchhusten-Aktivität berichtet. Im US-Bundesstaat Kalifornien sind bisher 1.337 Fälle diagnostiziert worden. Dies bedeutet einen Anstieg der Inzidenz um das fünffache gegenüber dem Vorjahr 2009. Fünf Säuglinge sind in diesem Jahr bereits an Keuchhusten verstorben. Besonders betroffen ist die Gruppe der Spanischsprechenden Einwanderer. Im US-Bundesstaat Michigan sind mindestens 600 Menschen an Keuchhusten erkrankt. Auch dies bedeutet mehr als eine Verdopplung der gemeldeten Fälle zum Vorjahr. Im US-Bundesstaat Georgia wurden bisher 46 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Die dortigen Gesundheitsbehörden fordern die Bevölkerung auf, die notwendigen Auffrischungen durchzuführen. Reisende in die USA sollen über einen ausreichenden Immunschutz gegen Keuchhusten verfügen (ProMED, 22. Juli 2010).
Hand-Fuß-Mund-Krankheit in ThailandIn der thailändischen Touristen-Metropole Phuket sind in diesem Jahr bereits 70 Kinder an der Hand-Fuß-Mund-Krankheit erkrankt. Die Gesundheitsbehörden fordern nun die Bevölkerung auf, sich der hochinfektiösen Erkrankung bewusst zu sein und ggf. Maßnahmen zum Schutz vor einer Infektion zu ergreifen. Schulklassen mit zwei oder mehr Erkrankungsfällen sollen suspendiert werden. Schulen mit fünf oder mehr Erkrankungsfällen sollen temporär geschlossen werden. Reisende mit Kindern nach Phuket sollen die Händehygiene-Empfehlungen strikt befolgen (ProMED, 21. Juli 2010).
Pandemische Influenza A H1N1 in IndienIn mehreren Bundesstaaten Indiens wird eine deutlich ansteigende Aktivität der pandemischen Influenza A H1N1 ("Schweine-Grippe") beobachtet. Insgesamt werden mindestens 21 Todesfälle durch diese Influenzaform berichtet. Besonders betroffen sind bisher die beiden Bundesstaaten Kerala (acht Todesfälle) und Maharashtra (11 Todesfälle). Aus Gujarat und Dehli wird jeweils ein Todesfall berichtet. Reisende, insbesondere nach Kerala oder nach Maharashtra, sollen bei vorliegender Indikation eine Influenza H1N1-Impfung vor Reiseantritt durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber in der Karibik Mehrere karibische Inselstaaten melden eine hohe Aktivität von Dengue-Fieber. In der Dominikanischen Republik sind mittlerweile mindestens 27 Todesfälle zu beklagen. Hunderte von Soldaten sind mit der Bekämpfung von Stechmücken-Brutplätzen beschäftigt. In Trinidad sind alle Betten in Krankenhäusern mit Dengue-Fieberpatienten belegt. Ein Todesfall ist bisher gezählt worden. Puerto Rico zählt momentan mehr als 6.300 Erkrankungsfälle und mindestens fünf Todesfälle. Nur 1998 war die Zahl der Erkrankungsfälle noch um hundert höher als im Jahr 2010. Reisende auf die genannten und auch die angrenzenden Inseln sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber in MittelamerikaAus mehreren mittelamerikanischen Ländern werden hohe Dengue-Fieberaktivitäten berichtet. In Belize sind insbesondere die Distrikte Cayo und Belize betroffen. Mindestens 350 Verdachtsfälle wurden bisher registriert, darunter mindestens ein Todesfall. In Honduras hat sich die Zahl der Erkrankungen gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Es ist von mindestens 22.000 Erkrankungen und 23 Todesfällen die Rede. Mindestens 6.000 Erkrankungsfälle und 13 Todesfälle werden aus Guatemala berichtet. Costa Rica weist mit rund 12.000 Erkrankungsfällen auf einen Anstieg um das Sechsfache gegenüber dem Vorjahr hin. El Salvador zählte bisher mehr als 6.000 Erkrankungsfälle, Panama mehr als 100 Erkrankungsfälle, was einer Verachtfachung zum Vorjahresvergleich entspricht. Reisende in die gesamt mittelamerikanische Region sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber in KolumbienKolumbien meldet in diesem Jahr mehr als 112.000 Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber. Davon verliefen rund 8.000 Fälle als hämorrhagisches Fieber und 115 Todesfälle sind bisher zu beklagen. Betroffen ist das gesamte Land, wobei eine zunehmende Aktivität in den bisher wenig betroffenen Provinzen (u.a. Atlantico, Sucre) an der Karibikküste beobachtet wird. Reisende nach Venezuela sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber auf den PhilippinenMehrere Provinzen des südostasiatischen Inselstaats Philippinen melden hohe Dengue-Aktivitäten. In Cebu-Stadt ist ein dramatischer Anstieg zu verzeichnen. Rund 550 Erkrankungsfälle und sechs Todesfälle sind seit Jahresbeginn gemeldet worden. Für Nord- und Nordost-Mindanao wurde der Dengue-Fiebernotstand ausgerufen. Die dortigen Provinzen verzeichnen mehr als 8.000 Fälle von Dengue-Fieber und eine Reihe von Todesfällen. In Zamboanga-Stadt wurden mehr als 1.000 Erkrankungsfälle und mindestens neun Todesfälle durch Dengue-Fieberinfektionen registriert. Hier übertrifft die bisherige Zahl der Erkrankungen die Gesamtzahl des Jahres 2009. Reisende auf die Philippinen sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber in MalaysiaIn der malaysischen Provinz Sarawak auf der Insel Borneo werden die Stechmücken-Bekämpfungs-Maßnahmen intensiviert, nachdem die Zahl der Erkrankungs- und Todesfälle in diesem Jahr bereits höher liegen als die Zahlen als die entsprechenden Zahlen des Gesamtjahres 2009. Insgesamt ist von rund 2.500 Erkrankungsfällen und elf Todesfällen die Rede. Reisende nach Sarawak und auf die Insel Borneo sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber in Sri LankaDie Hauptstadt Sri Lankas, Colombo, meldet aktuell stündlich mindestens eine Neuerkrankung von Dengue-Fieber. Auf der gesamten Insel wurden mehr als 20.000 Erkrankungsfälle und mindestens 148 Todesfälle gezählt. Es werden staatliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Stechmücken-Brutplätzen durchgeführt. Reisende nach Sri Lanka sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).
Dengue-Fieber im JemenIn der jemenitischen Provinz Hadramout sind in diesem Jahr bereits mehr als 1.150 Menschen am Dengue-Fieber erkrankt und mindestens zwölf Patienten an der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion verstorben. Innerhalb nur einer Woche kostete die Infektion mindestens sieben Kinder in der Stadt Hajjah das Leben, während im selben Zeitraum mehr als 200 neue Erkrankungsfälle auftraten. Daneben treten Erkrankungsfälle in Aden, in Abyan und in Lahj auf. Einen Grund für die hohe Aktivität sehen saudi-arabische Gesundheitsexperten im völligen Fehlen von diagnostischen Fähigkeiten zum Nachweis des Virus bei virämischen Patienten. Reisende in die genannten Regionen des Jemen sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. Juli 2010).