KW 28 / 2010: Epidemiologische Informationen

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Milzbrand in der Elfenbeinküste
Im Nordosten der Elfenbeinküste sind fünf Menschen an Milzbrand verstorben. Die Zahl der Erkrankungen ist unbekannt. Die Infektionsquelle wird bei infizierten und/oder verendeten Rindern gesehen. In der gesamten betroffenen Region finden sich rund 100.000 Rinder. Die Infektion kann sich daher weiter ausbreiten. Reisende in den Nordosten der Elfenbeinküste sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Haus- oder Wildtieren oder deren Kadavern vermeiden und Fleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED; 16. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Florida

Serologische Untersuchungen haben ergeben, dass auf den Key West-Inseln im Süden Floridas mindestens 1.000 Menschen mit Dengue-Viren infiziert waren. Insgesamt waren bei einer serologischen Untersuchung 5% der untersuchten Seren als positiv gefunden worden. Insgesamt waren allerdings nur 14 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden. Es handelt sich um die ersten autochthonen Fälle von Dengue-Fieber in den USA seit 70 Jahren. Aktuell ist die Situation unklar, inwieweit Dengue-Viren noch zirkulieren. Reisende sollen bei hohen Stechmücken-Populationen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 16. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Mexiko

In den mexikanischen Bundesstaaten Jalisco und San Luis Potosi nimmt die Zahl der Dengue-Fieber-Erkrankungsfälle zu. Die Zahl der wöchentlichen Erkrankungen in Jalisco hat sich seit Ende Juni um ca. 50% erhöht. Die Gesamtzahl der Erkrankungsfälle in Jalisco hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 160% erhöht. Besonders betroffen sind hier die Küstenregionen um die Gemeinden Puerto Vallarta, Chiuatlan und Tomatlan. In der Region von Huasteca im Bundesstaat San Luis Potosi traten innerhalb wenigen Wochen rund 600 Erkrankungsfälle auf. Reisende in die genannten Bundesstaaten Mexikos sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 16. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Brasilien

Brasilien meldet in diesem Jahr bereits mehr als 730.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber. Diese Zahl bedeutet eine Zunahme von 120% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres 2009. 80% der Erkrankungsfälle werden in sieben brasilianischen Bundesstaaten gezählt: Acre, Mato Grosso do Sul, Rondonia, Goias, Mato Grosso, Minas Gerais und Sao Paulo. Reisende in die genannten Bundesstaaten sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 16. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Sri Lanka

In Sri Lanka sind im Jahr 2010 mehr als 18.600 Erkrankungsfälle aufgetreten. 132 Menschen sind bisher an schweren Verlaufsformen oder Komplikationen des Dengue-Fiebers verstorben. Nähere Daten wurden nicht mitgeteilt. In Deutschland werden zunehmend Erkrankungsfälle bei Reiserückkehrern aus Sri Lanka diagnostiziert. Reisende nach Sri Lanka sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber auf den Philippinen
Die Philippinen melden in diesem Jahr bereits mehr als 25.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber. Dies bedeutet einen Anstieg von 40% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs. 190 Patienten sind bisher an schweren Verlaufsformen von Dengue-Infektionen verstorben. Besonders betroffen sind die Regionen Central Luzon, Socsargen, Southern Tagalog, National Capital Region, Central Visayas und Davao. Erkrankungsfälle kommen aber über das gesamte Land verbreitet vor. Reisende, insbesondere in die genannten Regionen, sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Vietnam

Die Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber in der Provinz Binh Duong im Süden Vietnams nehmen seit den letzten Wochen deutlich zu. Insgesamt ist von mehr als 17.000 Erkrankungsfällen durch Dengue-Infektionen die Rede. Betroffen ist praktisch das gesamte Land mit Hotspots in Zentral-Vietnam und im zentralen Hochland Vietnams. Reisende, insbesondere in den Süden und in die genannte Provinz, sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15./16. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Thailand

Die thailändischen Gesundheitsbehörden berichten, dass in diesem Jahr bereits mehr als 33.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber diagnostiziert wurden. Dies bedeutet einen Anstieg der Erkrankungsfälle um 60%. Bisher sind mindestens 33 Patienten an Dengue-Infektionen verstorben. Rund ein Drittel der gemeldeten Fälle stammen aus der Zentralregion, gefolgt von der Südregion der Nordost- und der Nordregion. Reisende nach Thailand sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Myanmar
Aus verschiedenen Teilen des südostasiatischen Staats Myanmar werden Dengue-Fieberausbrüchen gemeldet. Besonders betroffen ist aktuell die Stadt Naypyidaw, in der das Militärhauptquartier der Streitkräfte des Landes stationiert ist. Aktuell werden zunehmend Erkrankungsfälle bei Soldaten und ihren Familienmitgliedern registriert. Es ist eine Änderung der betroffenen Altersgruppen zu bemerken, weg von Kindern hin zu Erwachsenen. Reisende nach Myanmar sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Meningokokken-Meningitis in Mexiko

Im mexikanischen Bundesstaat Baja California sind innerhalb weniger Wochen mehr als 20 Erkrankungsfälle von Meningokokken-Infektionen aufgetreten. Die pädiatrischen Patienten werden im Tijuana General Hospital behandelt. Es wurden keine Informationen zum verursachenden Serotyp mitgeteilt. Damit ist nicht klar, ob es sich um einen durch Impfung präventablen Serotypen handelt. Reisende mit Haushaltskontakten und insbesondere mit Kontakten zu Kindern in der Region Tijuana sollen ggf. eine Meningokokken-Impfung vor Reiseantritt durchführen (ProMED; 15. Juli 2010).

Pilzvergiftung in China
Aus der chinesischen Provinz Yunnan konnte ein Pilz als Ursache für bis zu 400 Fälle von plötzlichem Herztod verantwortlich gemacht. Der Pilz wird in China als „Kleiner Weißer“ bezeichnet. Es handelt sich um kleine helle Fruchtkörper eines Pilzes der Gattung Trogia. Diese sind zu  klein für den Verkauf, werden aber von der Bevölkerung in Yunnan verzehrt. Chinesische Wissenschaftler konnten nun aus den Pilzen mindestens drei kardiotoxische Substanzen nachweisen, die für plötzliche Herztode verantwortlich gemacht werden. Reisende in die chinesische Provinz Yunnan sollen keine kleinen weißen Pilze verzehren ProMED, 15. Juli 2010).

Östliche Pferdeenzephalitis in den USA
Die US-Bundesstaaten Florida und Louisiana melden erneut Fälle von Östlicher Pferdeenzephalitis bei Pferden. Im County Okeechobee wurde die Virusinfektion bei zwei Pferden diagnostiziert. Ein weiterer Erkrankungsfall bei einem Pferd wurde im Collier County nachgewiesen Es handelt sich bereits um den dritten Erkrankungsfall bei einem Pferd in diesem County. Jackson County meldet zwei Erkrankungsfälle bei Pferden. Im US-Bundesstaat Louisiana verendete ein Pferd in St. James Parish an der durch Stechmücken übertragenen Infektion. Brooks County im US-Bundesstaat Georgia meldet zwei Erkrankungsfälle bei Pferden. Reisende in den Süden und Osten der USA sollen bei hohen Stechmücken-Populationen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe insbesondere in der Dämmerung durchführen (ProMED, 14./16. Juli).

Escherichia coli-Infektionen in den USA
In den US-Bundessaaten Colorado und New York sind insgesamt fünf Erkrankungsfälle von Hämolytisch-urämischem Syndrom aufgetreten. Als Infektionsquelle konnte abgepacktes Bisonfleisch der Sorte Great Range all Natural Ground Bison der Firma Rocky Mountain Natural Meats of Henderson, Colorado identifiziert werden. Die Herstellerfirma hat mittlerweile 33 Tonnen des Fleisches zurückgerufen. Reisende, die entsprechendes Fleisch gekauft haben, sollen dieses nicht verzehren (ProMED; 9. Juli 2010).

Masern in Australien aus Südafrika
Ein Reisender aus Südafrika ist nach seiner Rückkehr nach Australien an Masern erkrankt. Die Infektion erfolgte in Südafrika entweder in Kapstadt oder in Rustenberg. Der Patient war als Kind gegen Masern (vermutlich nur einmal) immunisiert worden. Aktuell herrscht in großen Teilen des südlichen und östlichen Afrika ein Masern-Ausbruch. Reisende nach Afrika sollen vor Reiseantritt ihren Masern-Immunstatus überprüfen und ggf. komplettieren (ProMED, 9. Juli 2010).

Milzbrand in der Mongolei
Aus dem im Norden der Mongolei an Russland angrenzenden Imag (Provinz) Selenge wird ein Milzbrand-Ausbruch gemeldet. Nachdem sechs Rinder, zwei Pferde, je ein Schaf und eine Ziege am Milzbrand verendet sind, wurden nun mehr als 5.000 Haustiere gegen Milzbrand geimpft. Bisher wurden sieben Milzbrand-Verdachtsfälle bei Menschen entdeckt. Drei der Fälle konnten als Milzbrand bestätigt werden. Reisende in die Provinz Selenge in der Mongolei sollen direkte Kontakte mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED; 9. Juli 2010).

Rift Valley Fieber in Namibia
Der Rift Valley Fieber-Ausbruch in Namibia breitet sich weiter aus. Mittlerweile wurden Erkrankungsfälle bei Tieren auf sechs weiteren Farmen nachgewiesen. Die Gesamtzahl der betroffenen Farmen steigt somit auf 14. Betroffen sind die Regionen Erongo, Karas und Hardap. Bisher wurden bei Tieren 67 Erkrankungsfälle registriert. Menschliche Erkrankungsfälle traten in Namibia aktuell bisher nicht auf. Reisende nach Namibia sollen in den genannten Regionen Maßnahmen zur individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen und tierische Produkte nur nach entsprechender Vorbehandlung verzehren (ProMED; 10. Juli 2010).

Aflatoxin in Tansania
In der tansanischen Stadt Arusha sind mindestens 45 Hunde an akuter Vergiftung durch Aflatoxine verendet. Als Infektionsquelle wird kontaminierter Mais vermutet, der in die Hundenahrung gemischt worden war. Der Ursprung des kontaminierten Maises konnte bisher nicht geklärt werden. Menschliche Erkrankungsfälle wurden bisher nicht bekannt. Reisende in die Region Arusha sollen augenblicklich vorsichtig sein beim Verzehr von Speisen aus Mais unklarer Herkunft (ProMED, 11. Juli 2010).

Campylobacter-Infektionen in den USA

Im US-Bundesstaat Colorado sind in der Region von Boulder mindestens 30 Menschen an Infektionen mit Campylobacter jejuni erkrankt. Als Infektionsquelle wurde Ziegenmilch einer ökologisch geführten Farm identifiziert. Die Milch wird direkt von der Ziegenfarm an die Haushalte geliefert. Grundsätzlich sollte man vorsichtig sein beim Verzehr von unbehandelter Ziegenmilch (ProMED, 11. Juli 2010).

Japan-Enzephalitis in Indien
Im indischen Bundesstaat Manipur konnte als Ursache des Enzephalitis-Ausbruchs jetzt das Japan-Enzephalitis-Virus identifiziert werden. Bei 24 von 27 Erkrankungsfällen konnte diese Infektion nachgewiesen werden. Insgesamt ist augenblicklich von mindestens 100 Patienten die Rede. Mindestens 15 Patienten sind an der Infektion verstorben. Reisende mit längeren Aufenthalten im genannten Bundesstaat oder mit Aktivitäten mit erhöhter Stechmücken-Exposition sollen ggf. Eine Impfung gegen Japan-Enzephalitis eine individuelle Stechmücken –Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 12./14. Juli 2010).

Japan-Enzephalitis in Taiwan aus China

In Taiwan wurden im aktuellen Jahr bereits 14 Erkrankungsfälle von Japan-Enzephalitis diagnostiziert. Einer der Erkrankungsfälle wurde außerhalb des Landes währen deines Aufenthalts in der chinesischen Provinz Guangdong erworben. Der Reisende war zu einer Geschäftsreise in der chinesischen Provinz unterwegs. Reisende in die chinesische Provinz Guangdong oder nach Taiwan sollen bei Aktivitäten mit erhöhter Stechmücken-Exposition eine Japan-Enzephalitis-Impfung und eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 13. Juli 2010).

Influenza-Situation in Mittelamerika

In Mittelamerika steigen die Erkrankungsfälle von Influenza an. Panama meldet einen steilen Anstieg insbesondere von Erkrankungsfällen durch Viren vom pandemischen H3N2-Subtyp. Nikaragua meldet einen beginnenden Rückgang der Erkrankungsfälle, ebenso wie Kolumbien. Für diese beiden Länder gehen Experten vom Überschreiten des Ausbruchsscheitels aus. Reisende mit entsprechenden Risikofaktoren oder Impfindikation sollen bei Reisen in die genannten Länder über eine ausreichende Immunität gegen Influenza verfügen (ProMED, 12. Juli 2010).

Psittakose in Argentinien
In der argentinischen Provinz Jujuy sind möglicherweise bis zu 13 Menschen an der Psittakose erkrankt. Für vier Erkrankungsfälle konnte die Diagnose bereits bestätigt werden, neun weitere Erkrankungsfälle sind aktuell in der diagnostischen Untersuchung. Eine gemeinsame Infektionsquelle konnte bisher nicht entdeckt werden. Auch ist unklar, ob die übertragenden Vögel aus einer Quelle stammen. Reisende nach Jujuy sollen augenblicklich Kontakt mit Vögeln oder deren Exkrementen meiden (ProMED; 12. Juli 2010).

Milzbrand in Schottland
Nachdem jetzt für den Verlauf von einer Woche keine weiteren Erkrankungsfälle bei Drogenabhängigen in Schottland auftraten, wurde jetzt ein neuerlicher Erkrankungsfall gemeldet. Damit erhöht sich die Zahl der Milzbrand-Infektionen bei Drogenabhängigen in Schottland auf insgesamt 47. 13 Patienten sind an der Infektion bisher verstorben. Die Behörden gehen davon aus, dass weiterhin kontaminiertes Heroin im Umlauf ist. Reisende Drogenabhängige sollen unter allen Umständen die Verwendung von in Schottland oder England gekauftem Heroin vermeiden (ProMED; 13. Juli 2010).

Milzbrand in der Slowakischen Republik
Die Veterinärbehörden der Slowakischen Republik haben die Welt-Landwirtschaftsorganisation über einen Ausbruch von Milzbrand informiert. Betroffen sind sieben Tiere aus einer Herde von insgesamt 120 Tieren in der Region von Presov. In der Region waren seit Jahrzehnten keine Erkrankungsfälle von Milzbrand bei Tieren mehr aufgetreten. Für Reisende besteht kein erhöhtes Infektionsrisiko, soweit direkter Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern in der Region vermieden wird (ProMED; 13. Juli 2010).

Paralytische Schalentier-Vergiftung in den USA

Der östliche US-Bundesstaat Maine meldet eine Algenblüte im Altantischen Ozean. Damit besteht die Gefahr des Auftretens des Paralytischen Schalentier-Syndroms. Die Algenblüte zieht sich entlang der Küste bis nach Kanada. Es handelt sich um Rotalgen der Art Karenia brevis (früher Gymnodinium brevis). Von den Algen ausgeschiedene Neurotoxine reichern sich in Schalentieren an. Der Verzehr kann zu Lähmungen und zum Tod führen. Auch die Aufnahme durch Aerosole über die Schleimhäute kann zu Vergiftungserscheinungen bis hin zum Tod führen. Reisende sollen in Regionen mit Rotalgenblüte daher den Strand meiden. Kommerziell angebaute Schalentiere bergen kein Risiko, da diese ständig untersucht werden (ProMED, 14. Juli 2010).

Masern in Sambia

Das im südlichen Afrika gelegene Land meldet im Rahmen des aktuellen Masern-Ausbruchs bereits mehr als 3.000 Erkrankungsfälle und mindestens 62 Todesfälle durch die Virusinfektion. Die Nationalen Impfanstrengungen werden durch die starken Regenfälle der letzten Wochen sehr behindert, da verschiedene Regionen aktuell nicht über Land erreichbar sind. Weiterhin ist damit mit einer teilweise nicht-immunen Bevölkerung und weiteren Masern-Infektionen zu rechnen. Reisende nach Sambia sollen über einen ausreichenden Masernschutz (dokumentiert durchgemachte Infektion oder zweimalige Impfung) verfügen (ProMED, 14. Juli 2010).

HIV-Infektion und Hepatitis B in Indien
Im indischen Bundesstaat Rajasthan wurden vermutlich mehr als 20 Kinder mit HI-Virus, Hepatitis C-Virus oder mit beiden Viren infiziert. Die Kinder weisen eine Thalassämie auf, die mit Bluttransfusionen therapiert wird. Davon waren vermutlich Blutkonserven kontaminiert. Ein ähnliches Ereignis war schon vor zwei Jahren in der gleichen Region aufgetreten. Das Beispiel zeigt, dass in entsprechenden Ländern nicht mit eine lückenlosen Testung und Überwachung von Blut und Blutprodukten gerechnet werden kann. Reisende mit entsprechenden Grunderkrankungen oder mit erhöhtem Verletzungsrisiko sollen entsprechende Regionen oder zumindest Aktivitäten mit erhöhtem Verletzungsrisiko vermeiden (ProMED, 14. Juli 2010).

Malaria in Indien
Im Distrikt Thrissur des indischen Bundesstaats Kerala wird eine langsame kontinuierliche Zunahme der Malariafälle registriert. In diesem Jahr sind bereits 82 Erkrankungsfälle durch Malaria aufgetreten. Überwiegend wird Plasmodium vivax nachgewiesen. Bei fünf Patienten wurde eine Malaria tropica, z.T. mit einer Doppelinfektion mit Plasmodium vivax festgestellt. Die meisten Erkrankungsfälle scheinen von Arbeitern aus anderen indischen Bundesstaaten (Orissa, West-Bengalen, Bihar) eingeschleppt worden zu sein. Ein autochthoner Vermehrungszyklus bei Stechmücken kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Reisende nach Kerala sollen die Malaria-Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin beachten und ggf. eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 14. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Puerto Rico

Die puertoricanischen Gesundheitsbehörden warnen die Bevölkerung vor der schwersten Dengue-Epidemie in der Geschichte der Karibik-Insel. Die Regenfälle der letzten Wochen, zusammen mit den feucht-schwülen Temperaturen, haben ideale Brutbedingungen für Stechmücken geschaffen. Nach Angaben der Behörden sind in diesem Jahr bereits mindestens vier Menschen an Dengue Hämorrhagischem Fieber verstorben. Die Zahl der gemeldeten Erkrankten wurde nicht mitgeteilt. Reisende nach Puerto Rico sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber auf der Dominikanischen Republik
Der Präsident der Ärztekammer der Dominikanischen Republik hat den Gesundheitsminister des Inselstaats gebeten, den nationalen Dengue-Epidemie-Notstand auszurufen. Besonders betroffen sind die Provinzen Duarte, San Cristobal, San Jose de Ocoa und Santo Domingo. In einigen Städten ist aktuell kein Krankenhausbett frei. Bis zum 11. Juli dieses Jahres waren mehr als 4.500 Erkrankungsfälle gemeldet worden. Davon verliefen mehr als 530 Fälle als hämorrhagisches Fieber. Reisende in die dominikanische Republik sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Honduras

In Honduras wurden im ersten Halbjahr 2010 bereits mehr als 14.000 Fälle von Dengue-Fieber gezählt. Mehr als 500 Fälle zeigten schere hämorrhagische Verlaufsformen. Es sind bisher 16 Menschen am Dengue-Fieber verstorben. Dies sind vier Todesfälle mehr als im gesamten Vorjahr. Da die Krankenhausbetten im gesamten Land durch Patienten mit Dengue-Fieber belegt sind, ist die medizinische Versorgung im gesamten massiv eingeschränkt. Patienten können weder in öffentlichen noch in privaten medizinischen Einrichtungen noch versorgt werden. Besonders betroffen sind die Provinzen Franzisco Morazan, El Paraisocomayagua, Olancho und Cortes. Es wurde der nationale Dengue-Notstand ausgerufen. Reisende nach Honduras sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Venezuela

Bis einschließlich der 24. Kalenderwoche sind in Venezuela knapp 50.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Rund 4.500 Fälle verliefen als hämorrhagisches Fieber. Dies bedeutet einen Anstieg der gemeldeten Fälle um mehr als 80% gegenüber dem Vorjahr. Reisende nach Venezuela sollen vor Reiseantritt über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Singapur

In Singapur wurden in diesem Jahr bereits 69 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert. Die überwiegende Zahl der Erkrankungen trat bei Bauarbeitern auf. Es konnten drei Areals mit Dengue-Virusübertragung identifiziert werden: Cairnhill Rise/Circle, Cairnhill Road Anthony Road/Monk’s Hill Road. Die genannten Areale im Stadtgebiet werden nun ständig auf Stechmücken-Brutplätze kontrolliert. Reisende nach Singapur sollen sich von den genannten Regionen möglichst fernhalten und/oder eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 15. Juli 2010).



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