KW 27 / 2010: Epidemiologische Informationen

Rotz in BahrainIn Bahrain sind mindestens zwei Kamele am Rotz verendet. Es handelt sich um eine Tierseuche, die insbesondere bei Pferden, aber auch Kamelen zum Tode der Tiere durch granulomatöse Infektionen in parenchymatösen Organen führen kann. Die Übertragung des Erregers, Burkholderia mallei, erfolgt durch direkte Kontakte zwischen den Tieren. Nach nicht-offiziellen Informationen trat die Infektion in den vergangenen Wochen auch bei einer Reihe von weiteren Kamelen und Pferden auf, die aus Saudi-Arabien importiert worden waren. Auch beim Menschen können entsprechende Infektionen auftreten.
Für Menschen besteht nur bei direktem Kontakt mit erkrankten Tieren eine Infektionsgefahr. Entsprechende Kontakte sollen daher vermieden werden (ProMED, 4. Juli 2010).
Giardiasis in NeuseelandIn Teilen Neuseelands wird in den letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Meldungen von Fällen mit Giardiasis verzeichnet. Im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres wurden im ersten Quartal 2010 mit 555 Erkrankungsfällen rund 20% mehr Erkrankungsfälle gemeldet. Dieser Trend setzte sich im zweiten Quartal fort. Allein in der ersten Juni-Woche wurden in der Region von Wellington 10 neue Erkrankungsfälle diagnostiziert. Die Ursache für den Anstieg der Erkrankungszahlen ist bisher nicht geklärt. Die Behörden empfehlen dringend vor dem Zubereiten von Nahrungsmitteln die Hände sorgfältig zu waschen, Wasser vor dem Verwenden für Nahrungsmittel mindestens eine Minute abzukochen und sich an die weiteren Empfehlungen der individuellen Hygiene zu halten (ProMED, 2. Juli 2010).
Milzbrand in den USAIm Uvalde County im US-Bundesstaat Texas ist mindestens ein Fall von Milzbrand bei einem Weißwedelhirsch aufgetreten. Bei Nachfrage bei den Rangern der betroffenen Region wurden offiziell Erkrankungsfälle bei Tieren geleugnet. Unter vorgehaltener Hand wurde von verendeten Pferden, Rinderbullen, Schafen und Hirschen gesprochen. Es ist davon auszugehen, dass in der betroffenen Region aktuell eine deutlich erhöhte Aktivität von Milzbrand unter Wild- und Haustieren herrscht. Experten gehen von einem Sistieren der Übertragung mit dem Einsetzen von Regen aus. Reisende in die betroffene Region sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED, 2. Juli 2010).
Amerikanische Pferde-Enzephalitiden in VenezuelaIn Venezuela sind in diesem Jahr bereits rund 300 Fälle von Venezolanischer und Östlicher Pferdeenzephalitis diagnostiziert worden. Davon waren 13 Fälle bei Menschen aufgetreten, die restlichen Fälle bei Pferden und Eseln. Sieben Erkrankungsfälle bei Menschen waren durch die Venezolanische Form und sechs Erkrankungsfälle durch die Östliche Form der Pferdeenzephalitis verursacht. Betroffen sind die Bundesstaaten Bolivar, Zulia, Lara, Trujillo und Miranda. Beide Formen werden von Alphaviren verursacht, die von Stechmücken übertragen werden. Während für das Virus der Östlichen Form Vögel den natürlichen Wirt darstellen, sind dies für die venezolanische Form Nagetiere. Die hohen Fallzahlen beider Erkrankungen bei unterschiedlicher Ökologie weist auf eine hohe Stechmücken-Aktivität hin. Reisende in die genannten Regionen sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED; 3. Juli 2010).
Milzbrand in KirgisienIn Kirgisien sind mindestens 13 Menschen mit Verdacht auf Milzbrand in Kliniken eingewiesen worden. Die Erkrankungen traten in den Distrikten Suzak und Nooken in der Region Jalal-Abad auf. Die genauen Infektionsquellen wurden nicht mitgeteilt. Experten im Land gehen von einer Reihe von natürlichen Herden im gesamten Land, insbesondere jedoch im Süden des Landes aus. Reisende in die genannte Region sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten oder verendeten Tieren vermeiden. Fleisch unbekannter Herkunft soll grundsätzlich nur in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED; 3. Juli 2010).
Milzbrand in KanadaIn den kanadischen Northwestern Territories sind etwa 80 Kilometer südöstlich der Ortschaft Fort Resolution mindestens acht Bisons am Milzbrand verendet. Die Kadaver der verendeten Tiere sind über einen Umkreis von etwa acht Kilometer im Tiefland des Sklavenflusses verstreut. In der betroffenen Region wurden in den vergangenen Jahren mehrere Ausbrüche bei den dort beheimateten Bisons beobachtet. Die Region ist sehr abgelegen, so dass eine Gefahr für Reisende nicht besteht. Trotzdem gelten für alle Nordamerika-Reisenden in die großen Nationalparks und Weidegebiete des Kontinents, dass alle Maßnahmen zum Schutz vor Milzbrand eingehalten werden sollen (ProMED, 3. Juli 2010).
Zeckenenzephalitis in KroatienIn Kroatien sind in diesem Jahr bereits 11 Personen an Zeckenenzephalitis erkrankt. Davon sind aktuell sieben Patienten in Krankenhäusern. Nach den Angaben der Behörden verlaufen sechs der aktuellen sieben Erkrankungsfälle ungewöhnlich schwer und werden unter intensivmedizinischen Bedingungen betreut. Die FSME-Gebiete Kroatiens liegen im Norden des Landes. Es handelt sich um die westliche Form der FSME wie in Mitteleuropa und als Überträger fungiert der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Reisende in den Norden Kroatiens mit Kontakt zur Natur sollen über eine gültige FSME-Impfung verfügen (ProMED; 3. Juli 2010).
Malaria in IndienDie Behörden der indischen Millionenstadt Bombay (Mumbai) melden eine deutlich erhöhte Aktivität der Malaria. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum traten in diesem Jahr fast ein Drittel mehr Patienten auf. Insgesamt ist in diesem Jahr von rund 1.200 Fällen die Rede. An einem Tag wurden in den Kliniken der Stadt 44 Fälle von Malaria gezählt. Bisher sind mindestens zwei Menschen an der Malaria verstorben. Reisende sollen auch in der Stadt Bombay über die aktuelle Situation informiert werden und die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) beachten (ProMED, 3. Juli 2010).
Malaria in MalaysiaEntlang des Flusses Baram in der malaysischen Provinz Sarawak auf der Insel Borneo sind innerhalb von wenigen Tagen mindestens fünf Menschen an Malaria tertiana (Plasmodium vivax) erkrankt. In den betroffenen Dörfern leben mehrere tausend Menschen, die jetzt befürchten, an der Malaria zu erkranken. Die Behörden haben nun ein Gesundheits-Team in die betroffene Region gesandt, um die Situation zu untersuchen. Reisende in die betroffene Region sollen die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) beachten (ProMED, 5. Juli 2010).
Trichinose in MexikoGesundheitsbehörden des mexikanischen Bundesstaats Oaxaca warnen die Bevölkerung vor dem Verzehr von nicht ausreichend gegartem Schweinefleisch. Die Veterinärbehörden haben in den Schweinezuchtbetrieben einen hohen Anteil von Fleisch entdeckt, die mit Trichinen infiziert sind. Infiziertes Fleisch konnte auf mehreren Fleischmärkten entdeckt werden. Reisenden wird empfohlen Schweinefleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren. Fleischwaren aus rohem oder halbrohem Schweinefleisch sollten möglichst gemieden werden (ProMED, 5. Juli 2010).
Dengue-Fieber in der Dominikanischen RepublikIn der Dominikanischen Republik sind in diesem Jahr bereits mehr als 4.000 Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Davon sind mehr als 1.400 Fälle seit Mai registriert worden. 600 Patienten zeigten Zeichen eines hämorrhagischen Verlaufs und sieben Patienten, davon sechs Kinder, sind am Dengue-Fieber verstorben. Allein in Santiago werden täglich mehr als 20 Patienten mit Dengue-Fieber in Krankenhäusern aufgenommen. Reisende in die Dominikanische Republik sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Dengue-Fieber in Französisch-GuayanaAus dem südamerikanischen Französisch-Guayana wurden seit Jahresbeginn mehr als 6.300 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber diagnostiziert. 155 Erkrankungsfälle mussten aufgrund der Schwere der Erkrankung in Krankenhäusern behandelt werden. 33 Fälle davon zeigten ein hämorrhagisches Dengue-Fieber, ein Patient ist bisher am Dengue-Fieber verstorben. Reisende nach Französisch-Guayana sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Dengue-Fieber in MartiniqueSeit März dieses Jahres sind auf der Karibikinsel Martinique mehr als 5.300 Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Allein innerhalb einer Woche im Mai wurden 1.340 Erkrankungs-Verdachtsfälle registriert. Die Erkrankungszahlen in diesem Jahr haben die Zahl der gesamten letzten epidemischen Periode des Jahres 2005/2006 erreicht. Bisher sind zwei Todesfälle durch Dengue-Fieber aufgetreten. Reisende nach Martinique und die benachbarten Inseln sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Dengue-Fieber in ThailandDie thailändischen Gesundheitsbehörden berichten, dass in der ersten Hälfte des Jahres mehr als 26.000 Erkrankungsfälle durch Dengue-Fieber gemeldet wurden. Besonders betroffen ist der zentrale Teil Thailands (rund 10.000 Fälle), gefolgt vom Süden (ca. 7.000 Fälle), vom Nordosten (6.500 Fälle) und dem Norden (rund 3.000 Fälle). Rechnet man die Bevölkerungsdichte mit ein, so ist der Süden mit einer Inzidenz von 40/100.00 am schwersten betroffen, gefolgt von der Zentralregion mit 27/100.000. Reisende nach Thailand und insbesondere in die südliche und die zentrale Region sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Dengue-Fieber in MalaysiaMalaysia meldet seit Jahresbeginn mehr als 23.500 Erkrankungsfälle, ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Bisher sind 80 Menschen verstorben. Dies bedeutet allerdings einen Anstieg der Todesfälle um 25% gegenüber dem Zeitraum des Vorjahres. Die Behörden sehen eine Tendenz, dass die Erkrankungsfälle schwerer verlaufen als in früheren Jahren. Reisende nach Malaysia sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Dengue-Fieber in MyanmarIn der Region der Stadt Yangon traten in den ersten fünf Monaten bereits mehr als 900 Erkrankungsfälle durch Dengue-Fieber auf. Mindestens sechs Menschen sind an der Infektion bisher verstorben. Die Gesundheitsbehörden gehen von einem weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle aus, da die Monsun-Saison erst im Juni begonnen hat und etwa vier Monate andauert. Neben dem Distrikt Yangon sind vor allem die Distrikte Bago, Sagaing, Ayeyawaddy, Mon und Mandalay vom Dengue-Fieber betroffen. Reisende nach Myanmar sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Juli 2010).
Milzbrand in IndienIm indischen Bundesstaat Westbengalen sind mindestens sieben Menschen am Milzbrand erkrankt. In dem betroffenen Distrikt Murshidabad ist der Milzbrand bei mindestens sechs Rindern festgestellt worden. Es handelt sich durchwegs um die Form des Hautmilzbrands. Die Infektion erfolgte durch die Handhabung von infiziertem Fleisch. Milzbrand ist in Indien und insbesondere auch in Westbengalen weit verbreitet. Es kommt immer wieder zu kleineren Ausbrüchen bei Haus- und Wildtieren, da in Indien die Nutztiere nicht routinemäßig gegen Milzbrand geimpft werden. Reisende nach Indien sollen jeden direkten Kontakt zu erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED, 7. Juli 2010).
Pest in MyanmarIn der Region von Yangon im südostasiatischen Myanmar ist eine nicht näher spezifizierte Zahl von Personen an der Pest erkrankt. Es handelt sich bei allen Patienten um die klinische Form der Beulenpest. Nach offiziellen Informationen ist keiner der Patienten verstorben. Die Behörden gehen von einer Übertragung durch Ratten und deren Flöhen aus. Reisende nach Myanmar sollen jeden direkten Kontakt mit Nagetieren oder mit Nagetier-Kadavern vermeiden (ProMED, 7. Juli 2010).
Cholera in Papua-NeuguineaIn der Zentralprovinz Neuguineas sind am aktuell herrschenden Cholera-Ausbruch bereits knapp 1.000 Menschen an der Cholera erkrankt. Am heftigsten sind die Dörfer Waiori und Wanigela betroffen, in denen 80 der gemeldeten knapp 1.000 Fälle auftraten. Bisher sind nach unbestätigten Berichten mindestens acht Menschen an der Cholera verstorben. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist unklar. Mittlerweile werden auch Verdachtsfälle aus Madang gemeldet. Reisende nach Papua-Neuguinea sollen die Empfehlungen der allgemeinen und persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 7. Juli 2010).
Cholera in VietnamAus mehreren Teilen Vietnams werden Erkrankungs- und Todesfälle gemeldet. Im Distrikt Don Hai in der Mekong Delta-Provinz sind zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren erkrankt. Aus der Region werden zehn weitere Fälle und Verdachtsfälle gemeldet. Im Norden Vietnams sind mindestens 18 Menschen an der Cholera erkrankt. Nach den Angaben der Behörden zeigt der aktuell zirkulierende Bakterienstamm eine höhere Virulenz als die Stämme der letzten Jahre. Reisende nach Vietnam sollen die Empfehlungen der allgemeinen und persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 7. Juli 2010).
Cholera in ThailandIn Thailand wurden in der ersten Jahreshälfte rund 1.000 Erkrankungsfälle von Cholera gezählt. Mindestens fünf Menschen sind bisher an der Infektion verstorben. Dabei wurden in der Südregion mehr als 500 Fälle gezählt, in der Nordregion 280 Fälle, in der Nordwestregion 170 Fälle und in der Zentralregion 30 Fälle. Mittlerweile werden auch Cholera-Ausbrüche aus mehreren Flüchtlings-Lagern an der Grenze zwischen Thailand und Myanmar gemeldet. Die Fallzahlen entsprechen etwa denen des letzten größeren Ausbruchs der Cholera in Thailand im Jahr 2007. Die Behörden weisen die Bevölkerung darauf hin, die Empfehlungen der allgemeinen und persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 7. Juli 2010).
Aflatoxin in KeniaIn der Eastern Province von Kenia sind acht Personen an eine Vergiftung mit Aflatoxinen erkrankt. Die Vergiftungsquelle stellt Mais dar, der in der Region produziert und dann gelagert war. Der Mais war mit Schimmelpilzen kontaminiert, die die Toxine bildeten. Nach Untersuchungen enthielt rund die Hälfte der untersuchten Maissäcke Aflatoxine in mehr als der zehnfach erlaubten Konzentration. Aflatoxine können, in größeren Mengen aufgenommen, akut zu Leberschädigung führen. Sie gelten als wichtiger Co-Faktor für die Entstehung von Leberzellkarzinomen. Reisende sollen vorsichtig sein beim Verzehr von Mais aus lokaler Produktion (ProMED, 8. Juli 2010).
Östliche Pferdeenzephalitis in FloridaIn Polk County im Zentrum des US-Bundesstaats Florida wurde eine Warnung an alle Bewohner ausgesprochen, nachdem innerhalb weniger Tage zwei Pferde an der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion verendet waren. Die Behörden erwarten weiterhin eine hohe Aktivität von Stechmücken, da der Regen der letzten Zeit zu idealen Brutmöglichkeiten für Stechmücken führte. Alle Bewohner werden aufgefordert, Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchzuführen (ProMED; 8. Juli 2010).
Pest in den USAIm US-Bundesstaat Kalifornien wurde ein Zeltplatz geschlossen, nachdem bei einem Eichhörnchen dort die Pest nachgewiesen worden war. Der Alamos-Zeltplatz liegt im Angeles National Park. Für die nächsten 10 Tage darf er nicht betreten werden. In dieser Zeit werden Nagerbauten mit Insektiziden begast, um die Flöhe zu töten. Das Beispiel erinnert daran, dass im gesamten Westen der USA, einschließlich der Rocky Mountains, mit Pest-Herden gerechnet werden muss. Reisende in diese Region sollen daher jeden direkten Kontakt mit Nagetieren vermeiden und Maßnahmen ergreifen, dass Nagetiere nicht durch Nahrungsreste (Futter!) in die Nähe von Menschen angelockt werden (ProMED, 8. Juli 2010).
Brucellose in KasachstanIm Distrikt Zerendinskaya, im kasachischen Bezirk Aqmola, sind mindestens 19 Menschen an Brucellose erkrankt. In der Region wurden bereits im Mai Brucellose-Fälle bei Tieren nachgewiesen. Die Veterinär- und Gesundheitsbehörden teilten nicht mit, um welche Form des Erregers es sich handelte und durch welche Tiere die Infektion übertragen wurde. Es ist davon auszugehen, dass es sich um Brucella melitensis-Fälle handelt und dass Schafe und/oder Ziegen die Überträger sind. Reisende in die gesamte zentralasiatische Region müssen mit Brucellose bei Haustieren rechnen und sollten daher möglichst keine unbehandelte Milch und Milchprodukte verzehren (ProMED, 7. Juli 2010).
Botulismus in den USAIn den USA müssen mehrere Produktionschargen von weißem Thunfisch zurückgerufen werden, nachdem es zu einem Verpackungsfehler gekommen war. Es handelt sich um Dosen des Produkts „Chicken of the Sea“ der Firma Tri-Union Seafoods. Die entsprechenden Chargen-Nr. sind am Boden eingraviert. Die Haltbarkeit ist mit 02/10/2014 angegeben. Bisher sind keine Erkrankungsfälle aufgetreten. Die Dosen wurden in zehn verschiedenen Bundesstaaten (New York, Colorado, Maine, Wisconsin, Indiana, Oregon, Kalifornien, Utah, Nebraska, Pennsylvania) in den gesamten USA verkauft. Es handelt sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Reisende, die entsprechende Produkte erworben haben, sollten diese nicht verzehren (ProMED, 8. Juli 2010).
Zeckenenzephalitis in RusslandIn Russland sind in diesem Jahr bereits sieben Menschen an der russischen Form der Zeckenenzephalitis verstorben. Dies entspricht der Zahl der Todesfälle des gesamten Vorjahres. Insgesamt scheint die Zahl der Zecken-Enzephalitis-Fälle gegenüber dem Vorjahr abzunehmen. Es ist unklar, ob es sich um eine höhere Virulenz des Erregers oder um eine verzerrte Meldung (nur der schwersten Erkrankungsfälle) handelt. Weiterhin muss der gesamte Taigabereich Russlands bis an den Pazifik als endemisches Gebiet für Zeckenenzephalitis betrachtet werden. Reisende in die Taigaregion mit Aktivitäten in der Natur sollen über einen ausreichenden Schutz gegen FSME verfügen. Nach dem aktuellen Kenntnisstand sind die westlichen FSME-Impfstoffe auch gegen die russischen Virustypen wirksam (ProMED, 26. Juni 2010).
Masern in TaiwanIn Taiwan wird ein größerer Ausbruch von Masern befürchtet, nachdem mehrere Studenten einer Universität in Taipeh an Masern erkrankt sind. Diese hatten im Zeitraum der Infektiosität mit bis zu 1.500 Menschen potentielle Kontakte. Insgesamt wurden in diesem Jahr 12 Erkrankungsfälle diagnostiziert, wovon sechs Fälle importiert und sechs Fälle autochthon aufgetreten sind. Reisende nach Taiwan sollen über einen ausreichenden Masern-Immunschutz (zweimalige Impfung oder dokumentiert durchgemachte Infektion) verfügen (ProMED, 25. Juni 2010).