KW 26 / 2010: Epidemiologische Informationen

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Masern in Sambia
Seit dem 15. Juni ist die Zahl der Masern-Erkrankten in Sambia von rund 800 auf 1.600 erhöht. Mitte Juni waren an die WHO 33 Todesfälle durch Masern gemeldet worden. Die aktuelle Zahl der Masern-Verstorbenen wurde nicht mitgeteilt, dürfte jedoch mittlerweile schon jenseits der Zahl 50 liegen. Betroffen sind in erster Linie Kinder und Jugendliche. Eine ähnliche Situation zeigt sich in benachbarten Ländern und im gesamten süd- und ostafrikanischen Raum. Reisende in die gesamte Region sollen über einen ausreichenden Immunschutz (zweimalige Impfung oder dokumentiert durchgemachte Infektion) verfügen (ProMED, 29. Juni 2010).

Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in Afghanistan

Pakistanische Gesundheitsbehörden melden einen Ausbruch des Krim-Kongo Hämorrhagischen Fiebers in der Provinz Helmand, im Grenzgebiet zu Pakistan. Die pakistanischen Quellen berichten von mindestens sieben Erkrankungsfällen auf afghanischer Seite. Bisher wird nicht von nach Pakistan importierten Erkrankungsfällen (z.B. in Flüchtlingslagern) berichtet. Allerdings befürchten die Behörden entsprechende Einschleppungen nach Pakistan und in andere Regionen Afghanistans. Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber wird durch Zwecken oder direkten Kontakt mit Virushaltigem Blut oder Teilen von Schlachttieren (Schafe, Ziegen) übertragen. Reisende in die genannte Region sollen Maßnahmen zum Schutz vor Zeckenstichen (individuelle Expositionsprophylaxe) durchführen und jeden direkten Kontakt mit Haustieren oder daraus gewonnenen Materialien vermeiden (ProMED, 29. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Mexiko
Im mexikanischen Bundesstaat Jalisco hat sich die Zahl der Dengue-Fieber-Infizierten in diesem Jahr im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres rund vervierfacht. Von den insgesamt rund 500 Erkrankten zeigen 77 Patienten die klinische Manifestation des Dengue Hämorrhagischen Fiebers. Die Behörden schätzen jedoch, dass die Zahl der Erkrankten deutlich höher liegt. Bisher wurde von rund 2.000 Verdachtsfällen mit klinischer Symptomatik berichtet. Davon wurden rund 500 Fälle bestätigt. Reisende in den genannten mexikanischen Bundesstaat sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Venezuela

Die Regierung Venezuelas hat das gesamte Landesgebiet zum Dengue-endemischen Gebiet erklärt. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als 41.000 Erkrankungsfälle registriert. Davon verliefen 4.100 Fälle mit hämorrhagischen Manifestationen. Innerhalb nur einer Juni-Woche wurden rund 3.400 Erkrankungsfälle gemeldet. Dies bedeutet einen Anstieg um das Fünffache zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die am heftigsten betroffenen Bundesstaaten sind Tachira, Miranda, Merida, Capital District und Zulia. Reisende in alle Regionen Venezuelas sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Brasilien
Der brasilianische Bundesstaat Minas Gerais meldet in diesem Jahr bereits knapp 200.000 Erkrankungen an Dengue-Fieber. Von den insgesamt 110 hämorrhagischen Manifestationsformen sind 17 verstorben. 29 Todesfälle waren indirekt durch Komplikationen im Rahmen einer Dengue-Fieber-Infektion verursacht. 61 Todesfälle stehen im Verdacht, durch Dengue-Fieber verursacht zu sein und werden noch untersucht. Im Bundesstaat Algoas traten bisher rund 26.000 Erkrankungsfälle auf. Gegenüber den 3.000 Erkrankungsfällen des letzten Jahres handelt es sich um eine Verneunfachung der Erkrankungsfälle. Reisende in alle Regionen Venezuelas sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Argentinien
Die argentinischen Behörden melden in Argentinien seit Jahresbeginn rund 2.000 Erkrankungsfälle. Die meisten davon (rund 880 Fälle) werden aus der Provinz Misiones im Norden des Landes registriert. Weitere betroffene Provinzen sind Chaco, Salta, Santa Fe und Santiago de Estero. Dort traten jeweils meist deutlich weniger als 100 Erkrankungsfälle auf. Die Behörden hoffen, dass mit dem Einsetzen einer kühleren Witterung die Übertragung durch die Reduktion der Stechmücken-Populationen deutlich verringert wird, allerdings ist der genaue Zeitraum bisher nicht klar. Daher sollen Reisende in die genannten Provinzen, insbesondere im Norden des Landes, weiterhin eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Kolumbien
Die kolumbianische Provinz Huila meldet in diesem Jahr bereits rund 4.000 Erkrankungsfälle an Dengue-Fieber. Elf Patienten sind an dessen hämorrhagischen Manifestationen in der Provinz verstorben. Aus dem gesamten Land werden in diesem Jahr bereits 110 Todesfälle von Dengue-Fieber gemeldet. Die Gesamtzahl der Erkrankungen in Kolumbien wurde nicht mitgeteilt. Es ist davon auszugehen, dass im gesamten Land, in Höhen bis rund 2.000 Meter, mit einer Dengue-Virus-Übertragung zu rechnen ist. Reisende nach Kolumbien sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Dengue-Fieber in Indonesien
Die Bemühungen der Gesundheitsbehörden der Region Ost-Jakarta, in der indonesischen Provinz Banten auf der Insel Java, konnten bisher die Zahl der Denuge-Erkrankten nicht entscheidend senken. Von den 65 Gemeinden der Region konnte bisher keine Gemeinde als Dengue-frei erklärt werden. Die Hälfte besitzt den Status eines möglichen Dengue-Gebiets („yellow zone“) und die andere Hälfte wurde zum Dengue-endemischen Gebiet („red zone“) erklärt. Bisher wurden mehr als 4.600 Erkrankungsfälle registriert. Am schwersten betroffen sind die Distrikte Durensawit, Cakung, Jatingeara, Pulodagung und Kramatjati mit jeweils mehr als 400 bis 900 registrierten Erkrankungsfällen. Reisende auf die Insel Java und insbesondere in den Großraum Jakarta sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Östliche Pferdeenzephalitis in Panama
Der Ausbruch der Östlichen Pferdeenzephalitis scheint sich in Panama auszubreiten. Mittlerweile ist von insgesamt 17 Erkrankungsfällen und einem Todesfall die Rede. Weitere 63 Personen befinden sich unter Beobachtung, wobei unklar ist, ob diese Personen klinische Symptome einer Enzephalitis oder eines fieberhaften Infekts zeigen. Die meisten Erkrankungsfälle traten in der Provinz Darien auf, im Süden Panamas an der Grenze zu Venezuela. Nach wie vor fehlt allerdings die endgültige Bestätigung, dass es sich um die Östliche Pferdeenzephalitis handelt. In einem früheren Bericht war auch von der venezolanischen Pferdenzephalitis die Rede. Reisende in die Provinzen Darien und Panama sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 27. Juni 2010).

Ciguatera auf den Philippinen
In der philippinischen Provinz Iloilo sind 22 Menschen an einer Ciguatera-Vergiftung erkrankt. Die Erkrankten berichteten über den Verzehr von lokalen Fischen mit dem Namen „maya-maya“. Es wird vermutet, dass diese Fische durch den Verzehr von Algen (Dinoflagellaten) das Toxin aufnehmen und in ihrem Körper anreichern. Der Verzehr kann bei entsprechend hohen Toxindosen im Fisch zu Vergiftungserscheinungen führen. Diese manifestieren sich in Übelkeit, Erbrechen und v.a. einer Umkehr der Sensorik (z.B. Warm-Kalt-Umkehr). Weiterhin werden Muskelschwäche, Schwindel und Hautjucken berichtet. Reisende sollen momentan auf den Verzehr von „maya-maya“-Fisch und auch von anderen, Fische jagenden Fischen (z.B. Makrelen, Barakudas) verzichten (ProMED, 27. Juni 2010).

Östliche Pferdeenzephalitis in den USA

Nachdem vor wenigen Tagen eine Aktivität des Virus der Östlichen Pferdeenzephalitis im County St. Johns US-Bundesstaat Florida in Hühnerküken nachgewiesen werden konnte, werden nun aus dem Clay County erste Erkrankungsfälle bei Pferden gemeldet. Betroffen sind augenblicklich zwei Pferde. Die zuständigen Behörden warnen, dass die eigentliche Stechmücken-Saison mit Hauptaktivität noch bevorsteht. Sie empfehlen allen Bewohnern der betroffenen Counties eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe, insbesondere während der Dämmerung, sowie das Entfernen jeglicher Brutmöglichkeiten um Wohnungen, um die Populationen der Stechmücken niedrig zu halten und ein individuelles Expositionsrisiko zu minimieren (ProMED, 27. Juni 2010).

Shigellose in den USA

Aus dem County Allegheny im US-Bundesstaat Florida wird ein Ausbruch mit Shigellose gemeldet. Während eine erhöhte Shigellen-Aktivität seit Ende des Jahres 2009 festgestellt worden war, haben die gemeldeten Fallzahlen in den letzten Wochen dramatisch zugenommen. Insgesamt wurden bisher 97 Erkrankungsfälle diagnostiziert, verglichen mit einem Dutzend Erkrankungsfällen im gesamten Vorjahr. Betroffen sind vor allem Kindertagesstätten. Die Gesundheitsbehörden des Bundesstaats weisen auf die Bedeutung des Händewaschens für eine Eindämmung der Ausbreitung der Shigellose hin. Aufgrund der geringen Infektionsdosis kann der Erreger auch direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Reisende, insbesondere mit Kindern nach Pennsylvania sollen möglichst strikte individuelle Händehygiene-Maßnahmen durchführen (ProMED, 26. Juni 2010).

Keuchhusten in Neuseeland
In der Stadt Kaikoura, im Nordosten der neuseeländischen Südinsel, sind seit April 15 Kinder am Keuchhusten erkrankt, darunter auch ein Säugling im Alter von unter einem Jahr. Die Behörden gehen davon aus, dass weitere Erkrankungsfälle auftreten, die jedoch nicht als Keuchhusten erkannt und damit nicht gemeldet werden. Die Keuchhusten-Impfung ist in Deutschland eine allgemein empfohlene Impfung. Sie sollte mindestens einmal im Erwachsenenalter verabreicht werden. Reisende auf die Südinsel Neuseelands sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko vor Reiseantritt informiert werden und ggf. ihr Keuchhusten-Immunstatus aufgefrischt werden (ProMED, 26. Juni 2010).

Milzbrand in Kasachstan
Im Rahmen eines Milzbrand-Ausbruchs in der Provinz Pavlodar, im Nordosten Kasachstans, ist ein weiterer Patient am Milzbrand verstorben. Die Gesamtzahl der infizierten Patienten liegt mittlerweile bei zehn. Sie werden in Krankenhäusern behandelt. 80 Personen hatten möglicherweise Kontakt mit infiziertem Fleisch und werden momentan antibiotisch präexpositionell behandelt. Ursache des Ausbruchs war das Schlachten eines am Milzbrand erkrankten Stiers. Der schlachtende Bauer war ebenfalls erkrankt und an der Infektion verstorben. Reisende in den Nordosten Kasachstans sollen jeden direkten Kontakt mit erkrankten Haustieren oder mit Kadavern solcher Tiere vermeiden. Fleisch soll augenblicklich nur in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED, 26./29. Juni 2010).

Keuchhusten in den USA

Aus dem US-Bundesstaat Kalifornien wird ein Keuchhusten-Ausbruch gemeldet. Mit in diesem Jahr bereits mehr als 900 gemeldeten Erkrankungen stammt jeder fünfte Keuchhustenfall in den USA aus Kalifornien. In diesem Jahr sind bereits fünf Säuglinge (alle im Alter unter 3 Monaten) am Keuchhusten verstorben. Während in den gesamten USA die in diesem Jahr gemeldete Zahl an Erkrankungen etwa um 20% zurückging, gehen die Gesundheitsbehörden davon aus, dass in Kalifornien die höchste Zahl an Erkrankungen seit 50 Jahren in diesem Jahr erreicht wird. Reisende nach Kalifornien sollen über einen ausreichenden Immunschutz gegen Keuchhusten verfügen (ProMED, 26. Juni 2010).

Tollwut in Indien

Im indischen Bundesstaat Haryana sind in den letzten Wochen vermehrt Patienten mit Tierbissen in Krankenhäuser eingewiesen worden. Im allgemeinen Krankenhaus in Panchkula werden aktuell täglich fünf bis sechs Patienten mit Tierbissen versorgt und eine Tollwut-Postexpositionsprophylaxe durchgeführt. Im Monat Mai waren mehr als 100 Patienten postexpositionell behandelt worden. Die Behörden rechnen mit einem weiteren Anstieg der Tierbisse während der anstehenden Monsunzeit. Die Behörden warnen nun die Bevölkerung, dass neben streunenden Hunden auch Katzen und wilde Affen das Virus übertragen können. Reisende sollen grundsätzlich direkten Kontakt mit Tieren möglichst vermeiden (ProMED, 29. Juni 2010).

Pilzvergiftung in der Ukraine

Mit dem fortschreitenden Sommer werden in der Ukraine zunehmend Erkrankungsfälle durch Pilzvergiftung beobachtet. Insgesamt ist seit Jahresbeginn von mindestens 44 Erkrankten mit Vergiftungen die Rede, wovon neun Patienten verstorben sind. Es wurden keinen näheren Angaben zu den Pilzarten gemacht, die für diese hohe Todesrate verantwortlich sind. Im Sommer und Herbst nimmt die Zahl der Pilzvergiftungen zu, da die Menschen in die Wälder gehen und dort für den eigenen Verzehr Pilze Sammeln. Reisende in die Ukraine sollen grundsätzlich keine Pilze aus Straßenverkauf kaufen und auch möglichst nicht selbst Pilze zum Verzehr sammeln (ProMED, 30. Juni 2010).

Tollwut in Russland
In der russischen Provinz Samara, im Süden des europäischen Teils Russlands, ist ein Mann an der Tollwut verstorben. Die Infektion erfolgte während des Ausweidens eines geschossenen Fuchses, der unerkannt an Tollwut erkrankt war. Die Gesundheitsbehörden sind sehr besorgt über die zunehmende Zahl von Personen mit Tierbissen oder Tierkontakten, die zur Tollwutprophylaxe in Polikliniken eingewiesen werden. Reisende nach Russland sollen grundsätzlich jeden direkten Kontakt mit Tieren vermeiden, insbesondere wenn diese ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag legen (ProMED, 30. Juni 2010).

Japan-Enzephalitis-Verdacht in Indien
Im indischen Bundesstaat Manipur sind mindestens acht Menschen an Enzephalitis erkrankt. Die Behörden haben den dringenden Verdacht, dass es sich um Japan-Enzephalitis handelt. Allerdings steht die endgültige Diagnose noch aus. Die Behörden befürchten nun eine Ausbreitung der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion über die Grenze des Bundesstaats nach Myanmar. Reisende in die genannten Regionen Indiens und Myanmars sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen. Bei längeren Aufenthalten soll ggf. eine Aktivimpfung gegen Japan-Enzephalitis durchgeführt werden (ProMED, 30. Juni 2010).

Östliche Pferdeenzephalitis in den USA

Im US-Bundesstaat Florida sind seit Beginn der Übertragungssaison der Östlichen Pferdeenzephalitis 16 Pferde an der Infektion verendet. Allerdings melden die Veterinärbehörden einen tendenziellen Anstieg, da allein in der letzten Juniwoche sieben Erkrankungsfälle bei Pferden zur Meldung gelangten. Damit können die Behörden eine Intensivierung des Übertragungszyklus nicht ausschließen. Die Behörden empfehlen den Bewohnern Maßnahmen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe, die insbesondere in der Dämmerung zur Anwendung gelangen sollen (ProMED, 30. Juni 2010).

Influenza H1N1 in Indien
In mehreren Bundesstaaten Indiens wird eine Zunahme der Influenza-Erkrankungs- und Todesfälle registriert. Nach Angaben der Behörden liegt der Grund im Auftreten der (kälteren und feuchten) Monsunzeit. Innerhalb von nur zehn Tagen waren in Indien 17 Todesfälle an Influenza H1N1 gemeldet worden. Die Gesamtzahl von Erkrankungsfällen wird mit mehr als 33.000 angegeben. Besonders betroffen sind die Bundesstaaten Kerala und Maharashtra. Reisende nach Indien und insbesondere in die genannten zwei indischen Bundesstaaten sollen bei entsprechender Impfindikation vor Reiseantritt eine Influenza-Impfung mit einem Impfstoff mit H1N1 durchführen (ProMED, 30. Juni 2010).

Rift Valley Fieber in Botswana

Botswana meldet an die Welt-Veterinär-Organisation (FAO) einen Ausbruch von Rift Valley Fieber. Der Ausbruch ereignet sich im Südosten des Landes. Betroffen sind zwei abortierende Rinder aus einer Herde von sieben Rindern. Daneben wurden keine Symptome bei vier Ziegen bemerkt, die ebenfalls zusammen mit den Rindern gehalten werden. In der Ausbruchsregion gibt es große Stechmücken-Populationen, während die Tiere extensiv auf großen Weiden gehalten werden und somit ein Kontakt mit infizierten Vektoren leicht möglich ist. Reisende in den Südosten Botswanas sollen in Gebieten mit hohen Stechmücken-Populationen eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 30. Juni 2010).

Masern in Russland
Aus der Amur-Region und aus der Autonomen Russischen Republik Buriatien werden Masern-Ausbrüche gemeldet. In der Amur-Region im Fernen Osten Russlands sind mindestens 78 Personen erkrankt. Angaben über das Alter der Patienten wurden nicht gemacht. Aufgrund des Ausbruchs wurden in der betroffenen Region rund 46.000 Menschen gegen Masern geimpft. Aus der buriatischen Hauptstadt Ulan Ude werden mindestens 17 Fälle gemeldet. Hier wurden mehr als 800 Kinder nach Kontakt mit Masernerkrankten bei nicht vollständiger Masern-Immunisierung geimpft. Reisende sollen grundsätzlich über einen Masernschutz (zweimalige Impfung oder dokumentiert durchgemachte Infektion) verfügen (ProMED, 29. Juni 2010).

Chikungunya-Fieber auf Reunion
Seit dem erneuten Auftreten des Chikungunya-Fiebers auf der zu Frankreich gehörenden Insel Reunion im März dieses Jahres sind mindestens 94 Personen an der durch Stechmücken übertragenen Virusinfektion erkrankt. Bei weiteren 28 Patienten zeigt sich die typische klinische Symptomatik, allerdings steht die diagnostische Bestätigung noch aus. Die Erkrankungsfälle konzentrieren sich insbesondere auf den Nordwesten der Insel. Auf der übrigen Insel wurden bisher nur von sporadischen Erkrankungsfällen berichtet. Reisende nach Reunion sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED; 2. Juli 2010).

Hantavirus Kardiopulmonales Syndrom in Chile
In der chilenischen Region O’Higgins ist ein 13jähriger Junge an Hantavirus Kardiopulmonalem Syndrom erkrankt. Der Patient liegt mit intensivmedizinischer Betreuung (Beatmungsgerät) in kritischem Zustand in einem Krankenhaus. Die Infektion erfolgte in der häuslichen Umgebung des Jugendlichen in der Gemeinde Chimbarongo. Die betroffene Region liegt rund 250 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile. Seit Beginn des Jahres wurden in der genannten Region sieben Fälle des durch das Andes-Virus hervorgerufenen Krankheitsbildes diagnostiziert. Zwei der sieben Patienten sind an der Infektion verstorben. Andes-Virus wird durch die Langschwanz-Zwergreis-Ratte (Oligoryzomys longicaudatus) übertragen. Reisende in die gesamte Andenregion Chiles und Argentiniens sollen jeden direkten Kontakt zu Nagetieren oder deren Exkrementen vermeiden (ProMED, 2. Juli 2010).

Oropouche-Fieber in Südamerika
In der Amazonien-Region Perus wird eine erhöhte Aktivität des Oropouche-Virus beobachtet. Allein in der Region der Gemeinde Saint Martin sind mehr als 280 Menschen an der durch Gnitzen (Culicoides paraensis) übertragenen Virusinfektion erkrankt. Auch aus anderen Ländern im Amazonas-Einzugsgebiet (Brasilien, Ekuador) und Südamerikas (Trinidad und Tobago, Panama) wird eine erhöhte Aktivität gemeldet. Hierzu sind allerdings bisher keine genauen Erkrankungszahlen verfügbar. Oropouche-Fieber verläuft mit einer ähnlichen Symptomatik wie Dengue-Fieber. Möglicherweise wird eine Teil der Oropouche-Infektionen fälschlich als Dengue-Fieber und umgekehrt diagnostiziert. Reisende in den gesamten Amazonas-Raum sollen eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Juli 2010).

Masern in Frankreich
Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich mehr als 2.000 Erkrankungsfälle von Masern gemeldet. Diese Zahl liegt deutlich höher als die Zahl der Masernfälle für das gesamte Jahr 2009 (1544 Fälle). Besonders betroffen sind die Regionen der Stadt Lille und der Stadt Bordeaux. Allerdings berichten die Behörden über erhöhte Fallzahlen in vielen Städten Frankreichs. Grundsätzlich sollen alle Bewohner Deutschlands über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern verfügen. Aufgrund des erhöhten Infektionsrisikos in Teilen Frankreichs sollen Reisende nach Frankreich vor Reiseantritt informiert werden und ggf. ein Masern-Immunschutz vervollständigt werden (ProMED, 2. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Indonesien
Die Gesundheitsbehörden der Insel Bali gehen weiterhin von einer erhöhten Dengue-Fieberaktivität aus. Besonders betroffen ist die Region von Denpasar. Die aktuelle Dengue-Fieber-Saison wird als eine der heftigsten der letzten Jahre bezeichnet. Während in normalen Jahren die Aktivität im Mai absinkt, bleibt sie aktuell über den Juni hinaus auf hohem Niveau bestehen. Reisende nach Bali sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Mayotte
Auf dem französischen Übersee-Department Mayotte im indischen Ozean sind seit Jahresbeginn 49 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert worden. Von diesen Erkrankungsfällen waren 23 Fälle autochthon in Mayotte erworben, 20 Fälle waren aus benachbarten Inseln (Komoren) eingeschleppt, die restlichen Erkrankungsfälle sind in der Untersuchung oder es liegen keine Daten vor. Alle Erkrankungen verliefen unter der Klinik eines klassischen Dengue-Fiebers. Reisende nach Mayotte sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Honduras

In Honduras sind in diesem Jahr bereits mehr als 10.700 Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Davon sind mehr als 450 Fälle mit hämorrhagischer Symptomatik verlaufen und mindestens zehn Patienten sind verstorben. Nach Angaben der Behörden stirbt aktuell täglich ein Patient an einer Dengue-Infektion. In den Krankenhäusern der Hauptstadt Tegucigalpa müssen aktuell eigene Stationen in Zelten eingerichtet werden, um die Zahl von Patienten noch aufnehmen zu können. Reisende nach Honduras sollen vor Reiseantritt über das hohe Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Juli 2010).

Dengue-Fieber in Puerto Rico
Die Karibik-Insel meldet eine erhöhte Dengue-Aktivität. Bisher wurden in diesem Jahr bereits mehr als 230 Erkrankungsfälle registriert. 22 Erkrankungen verliefen hämorrhagisch und zwei Patienten sind bisher an Dengue-Fieber-Infektionen verstorben. Die weitere Entwicklung der Dengue-Virusaktivität wird von den Experten als kritisch bewertet. Reisende nach Puerto Rico sollen vor Reiseantritt über das hohe Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 2. Juli 2010).



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