KW 25 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Mumps in Kanada
In der kanadischen Provinz British Columbia treten weiterhin Erkrankungsfälle von Mumps auf. Hauptsächlich betroffen ist die Ortschaft Chilliwack im östlichen Fraser Valley. Aktuell sind mindestens 47 Erkrankungsfälle aufgetreten. Es handelt sich um den größten Mumps-Ausbruch seit mehr als 10 Jahren. Die Behörden empfehlen allen Bewohnern des betroffenen Tals und der Provinz, ihren Impfstatus überprüfen und ggf. auffrischen zu lassen. Reisende nach Kanada uns insbesondere in die genannte Provinz sollten ebenfalls vor Reiseantritt den Impfstatus überprüfen lassen und ggf. eine Mumps-Impfung durchführen (ProMED, 16. Juni 2008).

Weltweite Poliomyelitis-Situation
In diesem Jahr sind der WHO bereits 558 Poliomyelitis-Fälle gemeldet worden. Der Überwiegende Teil, 524 Fälle, traten in bekannten endemischen Ländern auf, 34 Erkrankungsfälle wurden aus endemischen Ländern in Poliomyelitis-freie Länder importiert. Die vier Länder, in denen die Poliomyelitis weiterhin autochthon vorkommt, sind Indien (258 Fälle), Nigeria (247 Fälle), Pakistan (11 Fälle) und Afghanistan (8 Fälle). Der Rest verteilt sich auf einzelne Erkrankungsfälle in 10 verschiedenen, hauptsächlich afrikanischen Ländern. Dies bedeutet insgesamt mehr als eine Verdopplung der Erkrankungsfälle im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Weiterhin gelten Afrika und Mittelasien als Polio-endemische Regionen. Reisende in diese Regionen sollten über einen ausreichenden Polio-Impfschutz verfügen (ProMED, 16. Juni 2008).

Milzbrand in Indien
Aus weiteren Bundesstaaten Indiens werden Ausbrüche von Milzbrand gemeldet. Betroffen ist diesmal der Bundesstaat Karnataka im Südwesten Indiens. Aktuell sind mindestens 11 Hausrinder betroffen. Die Infektionsquelle stammt möglicherweise aus dem Boden, da Kadaver von Milzbrand-infizierten Tieren bisher im Erdboden vergraben wurden. Grundsätzlich gilt, dass der Milzbrand in weiten Teilen Indiens endemisch vorkommt. Reisende sollten jeden Kontakt mit kranken Haustieren oder mit deren Kadavern vermeiden. Rind- und Schaffleisch sollten nur gut durchgegart verzehrt werden (ProMED, 14. Juni 2008).

Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in Kasachstan
Im Distrikt Kizilordinskaya im zentralasiatischen Kasachstan ist ein Fall mit Krim-Kongo Hämorrhagischem Fieber aufgetreten. Der Patient liegt in ernstem Zustand in einem Krankenhaus in der Region. Infektionsquelle und Übertragungsweg für den Patienten sind unklar, doch ist von einem Kontakt mit infizierten Zecken oder infiziertem Vieh auszugehen. Das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber kommt in weiten Teilen Vorder- und Zentralasiens vor. Es wird durch Zecken, insbesondere der Gattung Hyalomma, übertragen, die sich an verschiedenen Haustieren (u.a. Rinder, Ziegen, Kamele) finden. Reisende in die genannten Regionen sollten jeden Kontakt mit Zecken vermeiden und Maßnahmen zum Expositionsschutz treffen (ProMED, 14. Juni 2008).

Zecken-Fleckfieber in Brasilien

Im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo sind innerhalb weniger Tage Menschen am Brasilianischen Fleckfieber verstorben, das durch Zecken übertragen wurde. Es handelt sich dabe um eine Variante der Rocky Mountain Fleckfieber. Betroffen ist die Stadt Platina im Bundesstaat Sao Paulo, etwa 400 Kilometer entfernt von der Hauptstadt des Bundesstaats. Als Überträger werden insbesonders die Zeckenarten Amblyomma americanum und Amblyomma cajennense genannt. Reisende nach Brasilien und insbesondere in die genannte Region im Bundesstaat Sao Paulo sollten alle Maßnahmen zum Schutz vor Zecken durchführen (ProMED, 13. Juni 2008).

Leishmaniose in Kenia
Seit April dieses Jahres sind in den Provinzen Isiolo und Wajir im Nordosten Kenias mehr als 65 Menschen an der viszeralen Leishmaniose (Kala-azar) erkrankt. Mindestens 5 Patienten sind bisher verstorben. Betroffen sind insbesondere Kinder im Alter < 5 Jahren. Als einen wichtigen Grund nennen die Gesundheitsbehörden den schlechten Ernährungszustand insbesondere der Kinder in der betroffenen Region, der zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Die Erreger der viszeralen Leishmaniose, Leishmania donovani und Leishmania infantum, werden von verschiedenen Sandmücken übertragen. Insbesondere in der Trockenheit kommt es immer wieder zu Ausbrüchen der Erkrankung. Reisende in die betroffenen Regionen sollten daher Maßnahmen zum Schutz vor Sandmücken ergreifen (ProMED, 13. Juni 2008).

Cholera in Uganda
In mehreren Regionen im Osten Ugandas ist die Cholera ausgebrochen. Innerhalb von nur 10 Tagen erkrankten im Distrikt Butaleja mindestens 36 Personen, mindestens 4 der Patienten verstarben bisher. Weiterhin sind mindestens 3 Menschen im Distrikt Mbale an der Cholera verstorben. Die Zahl der Erkrankten dort ist unklar. Als Ursache für Ausbrüche wird die aktuell in der Region herrschende Trockenheit in der Region genannt. Diese zwingt die einheimische Bevölkerung, zunehmend verseuchtes Wasser zu trinken. Reisende in die genannte Region sollte alle Empfehlungen zur Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 18. Juni 2008).

Cholera in Afghanistan
In der südlichen afghanischen Provinz Kandahar sind mindestens 130 Menschen an der Cholera erkrankt. Der Ausbruch betrifft insbesondere die Stadt Spin Bolar an der Grenze zur Provinz Belutschistan. Betroffen sind dort rund 800 Familien, die ihr Trinkwasser aus einem Fluss holen, der vermutlich kontaminiertes Wasser führt. Daneben wird auch über eine erhöhte Zahl von Durchfallerkrankungen in der gleichen Region berichtet. Aufgrund der instabilen politischen Verhältnisse handelt es sich nicht um eine Reiseregion. Ggf. aus beruflichen Gründen sich in der Region befindliche Personen sollten die Empfehlungen zur Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene befolgen (ProMED, 18. Juni 2008).

Cholera in Südafrika
Im südafrikanischen Distrikt Mpumalanga sind mindestens 13 Menschen an der Cholera erkrankt. Zwei der Patienten sind verstorben. Es handelt sich ausnahmslos um illegale Goldminenarbeiter, die in der aufgelassenen Goldmine von Sheba nach Gold suchen. Als Infektionsquelle wird Grundwasser in den aufgelassenen Minenstollen vermutet. Das Beispiel zeigt, dass in Südafrika auch Teile des Grundwassers mit verschiedenen Keimen, u.a. Choleraerregern kontaminiert sein kann. Reisende sollten die Hinweise zur Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 18. Juni 2008).

Dengue Fieber auf den Philippinen
Verschiedene Teile des Inselstaats der Philippinen werden aktuell von Dengue Fieber-Ausbrüchen heimgesucht. In der Großregion der Hauptstadt Manila hat sich in den ersten 5 Monaten die Zahl der Erkrankungen zum gleichen Zeitraum des Vorjahres verdoppelt. Insgesamt wurden dort mehr als 630 Erkrankungsfälle und 5 Todesfälle registriert. In der Provinz Negros Occidental wird ebenfalls ein ungewöhnlicher Anstieg der Dengue-Erkrankungsfälle beobachtet. Betroffen sind hier u.a. die Städte Bago City, Silay City und Talsay City. Über die Situation in den anderen Landesteilen liegen keine Informationen vor. Reisende auf die Philippinen und insbesondere in die genannten Regionen sollten während des Aufenthalts eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 18. Juni 2008).

Dengue Fieber in Indonesien
Allein in den beiden Monaten April und Mai sind in der indonesischen Hauptstadt Djakarta mehr als 1000 neue Erkrankungsfälle an Dengue Fieber aufgetreten. Im Süden der Provinz Kalimantan auf der Insel Borneo wurden mehr als 260 Erkrankungsfälle registriert. Über die geographische Verbreitung und Aktivität in anderen Regionen Indonesiens, insbesondere die viel besuchten Touristeninseln Bali und Flores, liegen keine Daten vor. Reisende in die genannten Regionen sollten vor Reiseantritt über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und die Möglichkeiten des Stechmücken-Expositionsschutzes einhalten (ProMED, 18. Juni 2008).

Dengue Fieber in Brasilien

Dengue-Infektionen grassieren weiterhin in verschiedenen Teilen Brasiliens. Im Bundesstaat Minas Gerais sind Ärzte beunruhigt aufgrund der schweren Verlaufsformen, die in diesem Jahr dort auftreten. Im Bundesstaat Ceara wurden im Jahr 2008 schon mehr als 25.000 Erkrankungsfälle registriert. Dies entspricht der Gesamtzahl an Erkrankungsfällen des Vorjahres. Am stärksten betroffen ist die Stadt Fortaleza mit über 16.000 Erkrankungsfällen. Im Bundesstaat Bahia haben in der Stadt Itabuna 2 Todesfälle an Dengue Hämorrhagischem Fieber zu Unruhe unter der Bevölkerung geführt. Auch hier sind ansteigende Erkrankungszahlen zu vermelden mit aktuell mehr als 900 Erkrankungsfällen in diesem Jahr. Reisende nach Brasilien sollten alle Empfehlungen der Stechmücken-Expositionsprophylaxe befolgen (ProMED, 18. Juni 2008).



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