KW 23 / 2008: Epidemiologische Informationen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDF

Salmonellose in den USA
Aus mehreren US-Bundesstaaten wird ein Ausbruch mit Salmonellen gemeldet. Es handelt sich um den ansonsten seltenen Salmonellen-Serotyp Saintpaul. Als Infektionsquelle konnten Tomaten identifiziert werden. Seit April des Jahres konnte bei mindestens 57 Personen dieser Salmonellen-Serotyp diagnostiziert werden. Am meisten betroffen sind die US-Bundesstaaten Texas und New Mexiko. Aber auch aus den Bundesstaaten Arizona, Colorado, Idaho, Illinois, Indiana, Kansas, Utah, Virginia und Wisconsin werden einzelne Erkrankungsfälle gemeldet. Aktuell ist die genaue geographische Ausbreitung noch unklar. Auch zur Herkunft der Tomaten wurden bisher keine Angaben gemacht. Reisende aus den USA mit entsprechender gastrointestinaler Symptomatik sollten auf Salmonellen untersucht werden. Reisende in die USA sollten augenblicklich vorsichtig bei Verzehr von Tomaten sein (ProMED, 5./6. Juni 2008).

Leptospirose in Sri Lanka
Auf der Insel Sri Lanka sind möglicherweise bis zu 10.000 Menschen an Leptospirose erkrankt. Es ist von mehr als 500 Todesfällen die Rede. Genauere Informationen zum verursachenden Serotyp, zu tierischen Überträgern (Nagetiere) oder zu den ökologischen Bedingungen, die zum Ausbruch führten, wurden keine weiteren Angaben gemacht. Als Folge der aktuellen hohen Aktivität der Infektion weigern sich die Bauern, die Felder zu bestellen, da hier anscheinend ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht. Reisende nach Sri Lanka sollten jeden direkten Kontakt mit Nagetieren oder direkten Haut- und Schleimhautkontakt mit Erde von überschwemmten Regionen oder mit Süßwasser vermeiden (ProMED, 5. Juni 2008).

West Nil Fieber in Puerto Rico
Wie erst jetzt bekannt wurde, konnten im Juli des letzten Jahres bei drei Blutspendern in Puerto Rico mittels Polymerase-Kettenreaktion das West Nil-Virus nachgewiesen werden. Alle drei positiven Spender kamen aus der Nähe der Hauptstadt San Juan, hatten die Region in der Vergangenheit nicht verlassen und gaben insbesondere keine Auslandsaufenthalte an. Über die geographische Verbreitung und die Aktivität des Virus gibt es keine genauen Daten. Reisende nach Puerto Rico sollten über das potentielle Infektionsrisiko und Möglichkeiten der Stechmücken-Expositionsprophylaxe informiert werden (ProMED, 6. Juni 2008).

Botulismus in Italien
In einer in Italien hergestellten Trüffelsauce wurde Botulismus-Toxin nachgewiesen. Es handelt sich um Salsa tartufata bianca, hergestellt am 3. Mai und haltbar bis Dezember 2009. Aktuell scheint es nicht zu menschlichen Erkrankungsfällen gekommen zu sein. Es handelt sich um eine Rückrufaktion der Herstellerfirma, die das Toxin im Rahmen von Qualitätsuntersuchungen nachweisen konnte. Reisende sollten genanntes Produkt nicht verzehren (ProMED, 2. Juni 2008).

Q Fieber in den USA

Im US-Bundesstaat Iowa sind in den letzten Wochen gehäuft menschliche Erkrankungsfälle von Q Fieber aufgetreten. Ein genauer Übertragungsmechanismus und die vermuteten Vektoren sind bisher nicht identifiziert. Die lokalen Gesundheitsbehörden warnen daher vor direktem Kontakt mit Rindern oder Schafen und vor allem mit deren Nachgeburten, die große Mengen des Erregers enthalten können. Bei Reiserückkehrern aus den USA (und besonders dem Bundesstaat Iowa) mit Symptomen einer Pneumonie sollte auch ein Q Fieber ausgeschlossen werden (ProMED, 2. Juni 2008).

Dengue Fieber im Jemen
Im Südosten der jemenitischen Hauptstadt Sana'a ist eine Dengue Fieber-Epidemie ausgebrochen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden der Gesundheitsbehörden sind in der Provinz Shabwa mehr als 1.000 Personen am Dengue Fieber erkrankt. Nach anderen Quellen sind allein innerhalb von 2 Tagen mehr als 500 Erkrankung- bzw. Verdachtsfälle aufgetreten. Über die aufgetretenen Verlaufsform oder die übertragenden Vektoren wurden keine Aussagen gemacht. Reisende in den Jemen und insbesondere in die genannte Provinz sollten über das Infektionsrisiko und Möglichkeiten der Expositionsprophylaxe informiert werden (ProMED, 4. Juni 2008).

Dengue Fieber in Guyana
Im südamerikanischen Guyana wurde die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen, nachdem sowohl in der Küstenregion als auch in der Hauptstadt Georgetown und vor allem an der guyanisch-brasilianischen Grenze immer wieder Dengue-Fälle diagnostiziert werden. Die Gesundheitsbehörden empfehlen der Bevölkerung den Gebrauch von imprägnierten Mosquitonetzen zum Schlafen. Reisende nach Guyana sollten über das aktuelle Infektionsrisiko und Möglichkeiten der Expositionsprophylaxe informiert werden (ProMED, 4. Juni 2008).

Milzbrand in Indien
Im indischen Bundesstaat Orissa sind mehr als 20 Personen und eine nicht näher genannte größere Zahl von Tieren am Milzbrand erkrankt. Mindestens 2 Patienten sind am Milzbrand verstorben. Im Mai waren mehrere Kühe und Ziegen am Milzbrand erkrankt. Die Dorfbewohner hatten die kranken Tiere geschlachtet und deren Fleisch verzehrt. Somit scheint es sich z.T. um Darmmilzbrand zu handeln, der durch Verzehr nicht ausreichend gegarten Fleisches von an Milzbrand erkrankten Tieren übertragen wird. Nach den Bundesstaaten Andrah Pradesh, Karnataka, West Bengalen und Tamil Nadu ist Orissa der Bundesstaat mit der fünftgrößten Zahl von Milzbranderkrankungen. Reisende nach Indien sollten generell jeden direkten Kontakt zu kranken Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED, 4. Juni 2008).

Cholera in Pakistan

In der pakistanischen Provinz Sindh, im Südosten des Landes, ist ein Cholera-Ausbruch im Gange. Das genaue Ausmaß und die Zahl der Patienten, bzw. von Todesfällen wurde nicht genannt. Von 18 untersuchten Patienten konnte in 8 Patienten der Choleraerreger nachgewiesen werden. Reisende nach Pakistan und auch in das angrenzende Indien sollten alle Empfehlungen der persönlichen Hygiene und der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene befolgen (ProMED, 3. Juni 2008).

Cholera in Kenia
In der kenianischen Provinz Nyanza im Südwesten des Landes sind mindestens 3 Menschen an der Cholera verstorben. Ein unbekannte Zahl von Personen ist an der Infektion erkrankt. In der genannte Region führte vor einigen Monaten ein Cholera-Ausbruch zu mehr als 60 Todesfällen und vermutlich tausenden von Erkrankungsfällen. Nähere Angaben über Gründe für das erneute Auftreten der Cholera wurden nicht genannt. Auch die genaue geographische Verbreitung des Ausbruchs wurden keine genauen Angaben gemacht. Reisende in die genannte Region Kenias sollten alle Empfehlungen der persönlichen Hygiene und der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene befolgen (ProMED, 3. Juni 2008).

Cholera in Guinea-Bissau
In einem Fischerdorf im westafrikanischen Staat sind mehrere Cholera-Fälle aufgetreten. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden scheint der Ausbruch bisher sehr lokalisiert zu sein. Bisher ist von mehr als 50 Erkrankungsfällen und 2 Todesfällen die Rede. Erkrankungsfälle scheinen auch im benachbarten Guinea aufgetreten zu sein, so dass eine Einschleppung durch die Fischer angenommen wird. Reisende in die westafrikanische Region sollten alle Empfehlungen der persönlichen Hygiene und der Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene befolgen (ProMED, 3. Juni 2008).



© 2012 by Dr. Frühwein & Partner | created by nerd-d-sign, ska-design & Maximusweb