KW 22 / 2008: Epidemiologische Informationen

Hepatitis E in UgandaIm Distrikt Kitgum, im Norden Ugandas, erkranken immer mehr Menschen an der Hepatitis E. Aktuell ist von rund 1.800 Erkrankungsfällen die Rede. Die Zahl der Todesfälle stieg innerhalb der letzten Woche von 31 auf 35, dabei hauptsächlich betroffen Schwangere. Damit stieg die Zahl von Erkrankungen und Todesfällen seit der ersten Meldung des Ausbruchs um das Fünf- bzw. Dreifache an. Die Übertragung des Hepatitis E-Virus erfolgt in erster Linie durch kontaminiertes Wasser. Aber auch eine direkte fäkal-orale Übertragung ist möglich. Als Ursache für die starke Virusaktivität sind vor allem die schlechten sanitären und hygienischen Verhältnisse in der betroffenen Region zu nennen, die u.a. durch den Flüchtlingsstrom aus dem Sudan bedingt sind. Reisende nach Uganda und insbesondere in den Distrikt
sollten alle Empfehlungen zur persönlichen und Nahrungsmittel-Hygiene strikt befolgen (ProMED; 29. Mai 2008).
Dengue Fieber in LaosIm südostasiatischen Laos steigt die Zahl der wöchentlichen Erkrankungsfälle von Dengue Fieber seit Jahresbeginn ständig an. Aktuell sind rund 600 Erkrankungsfälle registriert worden. 3 Todesfälle in den Provinzen Champassak (2 Todesfälle) und Saravan (1 Todesfall) traten bisher auf. Als Ursachen geben die Behörden die Zunahme der Niederschläge in den vergangenen Wochen und die Zunahme der Erkrankungsfälle in den benachbarten Ländern an. Reisende nach Laos und in die gesamte südostasiatische Region sollten die Empfehlungen zur individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe beachten (ProMED, 25. Mai 2008).
Dengue Fieber in VietnamIn der Hauptstadt Vietnams Ho Chi Minh Stadt hat sich in diesem Jahr die Zahl der Dengue Fieber-Erkrankungen im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden schon mehr als 3.000 Erkrankungsfälle registriert. Täglich werden nach Angaben des Leiters des städtischen Kinderkrankenhauses zwischen 30 und 60 Erkrankungsfälle eingeliefert. Hauptsächlich sind Kinder betroffen. In den Provinzen des Mekong-Deltas sind im laufenden Jahr schon mehr als 10.000 Erkrankungsfälle gemeldet worden. Reisende nach Vietnam sollten vor Reisebeginn auf das hohe Infektionsrisiko in Teilen des Landes informiert und auf die Möglichkeiten der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe hingewiesen werden (ProMED, 25. Mai 2008).
Dengue Fieber in Hongkong von den MaledivenDie Gesundheitsbehörden Hongkongs melden den 12. Erkrankungsfall von Dengue Fieber in der Stadt. Der Fall wurde importiert aus den Malediven. Vier Reisebegleiter klagten über ähnliche Symptome. Es ist davon auszugehen, dass die Dengue Virus-Situation sich auf den Malediven seit der Meldung des ersten Erkrankungsfalls (Anfang April) sich weiter verschlechtert hat. Reisende auf die Malediven sollten die Maßnahmen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 25. Mai 2008).
Schistosomiasis in MadagaskarInformationen über die Schistosomiasis in Madagaskar zeigen, dass insbesondere die Region Amoron'i Mania als hyperendemisch zu gelten hat. Hier konnte im Jahr 2007 bei rund der Hälfte der gesamten Bevölkerung eine Schistosomiasis nachgewiesen werden. Auch andere Regionen, v.a. Manadriana, Fandriana, Ambositra und Ambatofinandrahana zeigten hohe Erkrankungszahlen. Reisende sollten vor Reisebeginn über das Infektionsrisiko informiert werden und jeden direkten Hautkontakt mit stehenden Süßgewässern vermeiden (ProMED, 25. Mai 2008).
Chikungunya Fieber auf Sulawesi, IndonesienAuf der indonesischen Insel Sulawesi steigt die Zahl der Erkrankungsfälle von Chikungunya Fieber in den letzten Wochen stark an. Bisher wurden mehr als 500 Patienten diagnostiziert. Gleichzeitig werden auch Fälle von Dengue Fieber beobachtet. Ursache für den Anstieg der Erkrankungszahlen der beiden Infektionen ist die ansteigende Stechmücken-Population, insbesondere Aedes aegypti. Reisende nach Sulawesi und die gesamte indonesische Inselwelt sollten vor Reisebeginn über das Infektionsrisiko und Möglichkeiten der individuellen Expositionsprophylaxe beraten werden (ProMED, 28. Mai 2008).
Milzbrand in SimbabweIn Teilen des südafrikanischen Landes Simbabwe wird Milzbrand beobachtet. Betroffen sind vor allem Hausrinder. Über Fälle bei Wildtieren sind bisher keine Daten verfügbar. Ein großer Ausbruch läuft in Matabeleland ab. Diese Region liegt zwischen dem Gokwe Nationalparks und dem Hwange Nationalpark. Aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Situation reisen aktuell kaum Touristen nach Simbabwe. Aufgrund der fehlenden Impfstoffe fürchten Experten, dass sich der Milzbrand innerhalb Simbabwes und über die Landesgrenzen hinaus ausbreitet. Reisende in die Region und angrenzende Regionen sollten daher jeden Kontakt mit kranken Tieren oder Tierkadavern vermeiden (ProMED; 27. Mai 2008).
Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in RusslandDas durch Zecken, hauptsächlich der Gattung Hyalomma übertragene Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber-Virus tritt in weiteren Gebieten im europäischen Teil Russlands auf. Nach Erkrankungs- und Todesfällen in Stavropol und Krai ist jetzt auch ein 11 jähriges Mädchen in der Kalmückischen Autonomen Republik and der Virusinfektion verstorben. Der Zeckenstich wurde während einer medizinischen Untersuchung nicht entdeckt. Insgesamt ist die Zahl der Erkrankungen in diesem Jahr fast doppelt so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das Infektionsrisiko für Reisende scheint bei Kontakt mit der Natur und einem potentiellen Kontakt mit Zecken nicht gering. Deshalb sollten alle Reisenden in den Süden des europäischen Teils Russlands mit Naturkontakt Maßnahmen zum Schutz vor Zecken ergreifen. Insbesondere sollten Zecken nie mit bloßen Fingern angefasst und entfernt werden (ProMED, 29. Mai 2008).