KW 21 / 2010: Epidemiologische Informationen

Methanol-Vergiftung in UgandaIm Westen Ugandas sind seit April mehr als 100 Menschen an Methanol-Vergiftung verstorben. Als Ursache für die Vergiftung konnte ein selbst hergestelltes, alkoholisches Getränk namens Waragi. Dabei handelt es sich um eine Art Gin, der aus Bananen oder Cassava hergestellt wird. Waragi macht etwa 80% aller in Uganda verkauften alkoholischen Getränke aus. Grundsätzlich sollten Reisende vorsichtig sein beim Verzehr von selbst hergestellten alkoholischen Getränken in Uganda (ProMED, 21. Mai 2010).
Weltweite Situation von InfluenzaIn verschiedenen Teilen der Welt ist eine erhöhte Aktivität der Influenza beobachtbar. In Amerika wird insbesondere auf den karibischen Inseln und in Mittelamerika eine zweite, jedoch etwas schwächeren Welle des pandemischen H1N1-Virus beobachtet. Aus Zentralafrika wird eine erhöhte Influenza B-Virusaktivität registriert. In Südostasien sind aktuell insbesondere in Malaysia und in Singapur Influenza H1N1-Virus und in Bangladesch H1N1- sowie Influenza B-Virus aktiv. In Australien und Neuseeland wird aktuell ein leichter Anstieg der Erkrankungen des Respirationstrakts gesehen. Reisende in die genannten Regionen sollten bei Bestehen einer Impfindikation vor Reiseantritt eine Influenza-Impfung durchführen (ProMED, 22. Mai 2010).
Poliomyelitis in TadschikistanIn Tadschikistan sind seit dem Ausbruch der Poliomyelitis mittlerweile mehr als 400 Verdachtsfälle an Poliomyelitis registriert worden. Davon sind bisher 84 Fälle bestätigt. Zwei Patienten sind bisher nachgewiesen an Poliomyelitis verstorben. Weiterhin sind drei Erkrankungsfälle aus Tadschikistan in Russland aufgetreten und dort diagnostiziert worden. Nach wie vor sollen Reisende nach Tadschikistan und in die russische Grenzregion zu Tadschikistan eine ausreichende Poliomyelitis-Impfung aufweisen (ProMED, 23. Mai 2010).
Paralytisches Schalentier-Syndrom in ChinaDer Ausbruch von Paralytischem Schalentier in China breitet sich aus. Mittlerweile werden 25 zusätzliche Erkrankungsfälle aus zwei Städten auf dem Festland gemeldet. In Guangzhou und in Zhuhai, beides Städte in der Provinz Guangdong, wurden 16 bzw. neun Erkrankungsfälle nachgewiesen. Die Symptome verliefen eher mild, mit Schwäche, verschwommenem Sehen und Schwindel. Die Behörden empfehlen dringend den Verzehr von Kammmuscheln einzuschränken und dann immer nur das Muskelfleisch zu verzehren und die Eingeweide der Muschel sorgfältig zu entfernen (ProMED, 24. Mai 2010).
Echinokokkose in UruguayUntersuchungen bei streunenden Hunden zeigen, dass fünf bis sieben Prozent der Hunde mit Echinococcus granulosus, dem Hunde-Bandwurm, infiziert sind. Gefährdet sind insbesondere Personen mit direkten Kontakten zu Hunden in den ländlichen Regionen, aber auch in der näheren Umgebung von Städten. Insgesamt, schätzen die Behörden, sind mehr als 10.000 Personen gefährdet, sich mit dem Hunde-Bandwurm zu infizieren. Hunde scheiden Bandwurm-Eier mit dem Kot aus. Die Infektion des Menschen erfolgt durch orale Aufnahme von ausgeschiedenen Eiern. In menschlichen Körper entwickeln sich die Eier zu Larven, die dann in der Leber, wo sie eine große Zyste bilden. Reisende nach Uruguay sollten vorsichtig sein bei Kontakt mit Hunden und nach jedem direkten Kontakt die Hände sorgfältig waschen (ProMED, 24. Mai 2010).
West Nil-Virus in Italien In Italien konnte das West Nil-Virus bisher in drei Provinzen im Nordosten des Landes nachgewiesen werden: Lombardei, Veneto und Emilia Romagna. Im Jahr 2009 wurden aus diesen drei Regionen insgesamt 16 Erkrankungsfälle gemeldet, davon bei drei Patienten mit tödlichem Ausgang. In rund 70 Gemeinden in der Lombardei wurde ein Überwachungssystem etabliert, womit die Aktivität des Virus in Vögeln und in Stechmücken überwacht werden soll. Reisende in die genannten italienischen Provinzen sollen bei erhöhter Stechmücken-Aktivität einen persönlichen Mücken-Expositionsschutz durchführen (ProMED, 25. Mai 2010).
Milzbrand in KolumbienAufgrund des Milzbrand-Ausbruchs wurde im kolumbianischen Bundesstaat La Guajira von den Gesundheitsbehörden der Notstand ausgerufen. Die Situation in der betroffenen Stammesregion der Wayuu ist unklar. Nach offiziellen Informationen ist aktuell von drei gesicherten Fällen und zwei Todesfällen die Rede. Nach inoffiziellen Informationen ist allerdings von bis zu 75 Erkrankunfällen die Rede. Aufgrund des Ausnahmezustands wurde das Schlachthaus in der Distrikt-Hauptstadt Riohacha geschlossen. Reisende in die kolumbianische Provinz La Guajira sollten jeden direkten Kontakt mit Tieren oder Tierkadavern vermeiden. Fleisch sollte ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED, 26. Mai 2010).
Masern auf den PhilippinenSeit Beginn des Masernausbruchs in mehreren Regionen der Philippinen wurden rund 1.800 Erkrankungsfälle registriert. Dies bedeutet eine Zunahme der Fälle gegenüber dem Vorjahr um fast das Vierfache. Die Zahl der Todesfälle an Masern stieg von drei auf acht Fälle an. Am schwersten betroffen sind die Distrikte National Capital Region, Calabarzon, Central Luzon und Bicol. Reisende auf die Philippinen sollten über einen ausreichenden Immunschutz gegen Masern (zweimalige Impfung oder dokumentiert durchgemachte Masern-Erkrankung) verfügen (ProMED, 23. Mai 2010).
Dengue-Fieber auf MartiniqueAuf der karibischen Insel Martinique werden aktuell wöchentlich zwischen 35 und 45 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber diagnostiziert. In der ersten Mai-Woche wurde ein Anstieg der Zahl der Erkrankten von rund 340 Fällen registriert, was einer Verdreifachung der zu dieser Jahreszeit üblichen Zahl der Dengue-Fieber-Erkrankungsfälle entspricht. Die Gesundheitsbehörden fordern die Bevölkerung auf, Wasseransammlungen in und um Gebäude als potentielle Brutplätze für Aedes aegypti-Stechmücken zu entfernen. Reisende nach Martinique sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophyalxe durchführen (ProMED, 28. Mai 2010).
Dengue-Fieber in VenezuelaIm west-venezolanischen Bundesstaat Merida sind in diesem Jahr bereits 2.500 Verdachtsfälle und mehr als 270 bestätigte Dengue-Fiebererkrankungen aufgetreten. Davon verliefen 154 Erkrankungsfälle als hämorrhagisches Fieber. Über mögliche Todesfälle wurden keine Angaben gemacht. Besonders betroffen sind die Gemeinden El Vigia, Torondoy, Lagunillas, Ejido und Tabay. Reisende in den venezolanischen Bundesstaat und insbesondere in den Westen dieses Bundesstaats sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Mai 2010).
Dengue-Fieber in VietnamIn Vietnam wurden seit Jahresbeginn bereits mehr als 7.300 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert. Dies bedeutet die zehnfache Zahl der Erkrankungen zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Besonders betroffen ist die Provinz An Giang, wo bereits mehr als 850 Erkrankungsfälle und drei Todesfälle gezählt wurden. Reisende nach Vietnam und vor allem in die genannte Provinz An Giang und die angrenzenden Provinzen sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Mai 2010).
Dengue-Fieber in MalaysiaIn der dritten Woche im Mai wurden in Malaysia mehr als 760 Dengue-Fieber-Erkrankungsfälle registriert. Dies bedeutet eine etwa gleich hohe Zahl im Vergleich zur Vorwoche. Insgesamt wurden in Malaysia seit Jahresbeginn rund 18.000 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber gemeldet. Dies bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr um etwa 10%. Gleichzeit stieg allerdings die Zahl der Todesfälle zum Vergleichszeitraum um 10% an. Reisende nach Malaysia sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 28. Mai 2010).
Östliche Pferdeenzephalitis in den USAAus den USA wird der erste Fall einer Östlichen Pferdeenzephalitis in diesem Jahr gemeldet. Im The Marion County im Bundesstaat Florida ist die durch Stechmücken übertragene Virusinfektion bei einem Pferd diagnostiziert worden. Es handelt sich um einen ungewöhnlich frühen Beginn der Übertragungs-Saison in diesem Jahr. Die östliche Form der Pfderdeenzephalitis gilt als die beim Menschen am schwersten verlaufende Form. Die Letalität kann mehr als 50% betragen. Die Gesundheitsbehörden raten den Bewohnern im betroffenen Gebiet die Anwendung von individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe-Maßnahmen (ProMED, 27. Mai 2010).
Gelbfieber in KamerunAus Kamerun wird ein Fall von Gelbfieber gemeldet. Es handelt sich um eine 16jährige Schülerin, die mit Fieber und Ikterus auffiel, was als Gelbfieber diagnostiziert wurde. Die Erkrankung trat im Südwesten des Landes auf. Im Distrikt Kumba in der Sud Ouest Region Kameruns waren in den letzten 50 Jahren keine Fälle von Gelbfieber aufgetreten, daher war der Distrikt bei Impfaktionen der letzten Zeit ausgespart worden. In der Region Sud Ouest sind im vergangenen Jahr drei sporadische Erkrankungsfälle von Gelbfieber aufgetreten. Daraufhin waren in den betroffenen Distrikten Gelbfieber-Impfaktionen durchgeführt worden. Reisende nach Kamerun benötigen vor der Einreise eine gültige Gelbfieber-Impfung (ProMED, 28. Mai 2010).
Cholera in Papua-NeuguineaIn Papua-Neuguinea sind seit Jahresbeginn in der Hauptstadt 132 Menschen und in der Central Province 117 Menschen an Cholera erkrankt. Bisher wurden fünf Todesfälle gemeldet. Über die Ursache des erneuten Auftretens der Cholera in Papua-Neuguinea wurden keine weiteren Informationen gemacht. Es ist damit unklar, ob es sich um einen erneuten Ausbruch oder um eion Weitersistieren des Ausbruchs des letzten Jahres handelt. Reisende nach Papua-Neuguinea sollen alle Empfehlungen der persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).
Cholera in VietnamAus mehreren Provinzen im Norden und Süden Vietnams wird das Auftreten von Cholera gemeldet. Insgesamt ist von mehr als 130 Erkrankungsfällen die Rede, die seit Jahresbeginn aufgetreten sind. Die Fälle treten u.a. im Mekong Delta und in der Hauptstadt Ho Chi Minh Stadt auf. Als Ursache für die Ausbrüche werden die schlechten hygienischen Verhältnisse der Wasserversorgung genannt. Reisende nach Vietnam sollen die Empfehlungen der persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).
Cholera in IndienIn Indien werden Cholerafälle aus den Bundesstaaten Tamil Nadu und Gujarat gemeldet. Während in Tamil Nadu mehr als 400 Menschen mit Durchfall unter Verdacht auf Cholera gemeldet wurden, sind mindestens vier Menschen an der Cholera verstorben. In Gujarat wurde ein Dorf unter Choleraquarantäne gestellt, nachdem bei mindestens sieben Patienten die Cholera identifiziert und bei weiteren 46 Patienten ein Choleraverdacht ausgesprochen worden war. Reisende nach Indien und insbesondere in die beiden genannten Bundesstaaten sollen die Empfehlungen der persönlichen Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).
Cholera in Hongkong aus SingapurHongkong meldet die ersten beiden Cholera-Erkrankungsfälle in diesem Jahr. Beide Erkrankungsfälle waren importiert. Ein Fall wurde von einer Indienreise importiert. In der Reisegruppe traten bisher keine weiteren Erkrankungsfälle auf. Ein weiterer Erkrankungsfall wurde bei einer Reise nach Singapur erworben. Auch hier wurden bisher keine weiteren Kontaktfälle berichtet. Obwohl die Cholera bei Reisenden eine seltene Erkrankung ist, sollen Reisende in den südostasiatischen Raum und den indischen Subkontinent die allgemeinen Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittehygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).
Cholera in NigeriaIm Federal Capital Territory Niderias sind mindestens 120 Menschen an Cholera erkrankt. Mindestens vier Menschen sind bisher an der Infektion verstorben. Die Behörden drängen die betroffene Bevölkerung, alle Fälle von Cholera zu melden, damit das gesamte Ausmaß des Ausbruchs klar wird. Weiterhin soll sich die in schlechtem Zustand befindliche, allgemeine Wasserversorgung der betroffenen Gemeinden überprüft und ausgebessert, bzw. erneuert werden. Reisende nach Nigeria sollen grundsätzlich alle Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt beachten (ProMED, 25. Mai 2010).
Cholera in UgandaAus mindestens zwei Distrikten in Uganda, Tororo und Moroto, werden Cholera-Ausbrüche gemeldet. Die Zahl der Erkrankten in Tororo wird mit mindestens 50 angegeben, davon sechs Todesfälle, in Moroto sind mindestens 22 Menschen erkrankt und mindestens sechs Patienten verstorben. Als Ursache für das Auftreten des Ausbruchs werden die heftigen Regenfälle genannt, die zu weitläufigen Überschwemmungen führten, die schlussendlich zu einer Schädigung der Wasserversorgung führten. Reisende nach Uganda und insbesondere in die Überschwemmungsregionen sollen die allgemeinen Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittehygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).
Cholera im SudanIm sudanesischen Bundesstaats Northern Bahr el Ghazal wird ein Ausbruch von Cholera registriert. Es ist von mindestens zehn Erkrankungsfällen die Rede, in den meisten Fällen handelt es sich um Kinder. Mindestens 12 weitere Verdachtsfälle werden untersucht. Das betroffene Areal erstreckt sich über eine Strecke von mehr als 30 Kilometern Durchmesser. Mindestens 21 Dörfer sind betroffen mit einer Bevölkerung von mehr als 10.000 Menschen. Damit dürfte die aktuell Zahl von Erkrankungen stark untertrieben sein und sich in den nächsten Tagen noch deutlich erhöhen. Die Behörden gehen von einem heftigen Choleraausbruch aus. Reisende in die genannte Region sollen alle Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt beachten (ProMED, 25. Mai 2010).
Cholera in KeniaAus den beiden kenianischen Provinzen Rift Valley und Coast ist die Cholera ausgebrochen. Mindestens 10 Menschen sind in den beiden Regionen an der Cholera bisher verstorben. Über die Zahl der Erkrankungsfälle wurden keine Aussagen gemacht. Es handelt sich um die ersten Cholerafälle in der Region von Kisumu in der Provinz Rift Valley, der traditionellen Cholera-Region Kenias, seit mehr als einem Jahr. Als Ursache für den Ausbruch werden die heftigen Regenfälle genannt, die zu einer massiven Schädigung und Kontamination der Wasserversorgung führte. Reisende in die genannten Regionen Kenias sollen die allgemeinen Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittehygiene beachten (ProMED, 24. Mai 2010).