KW 19 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Milzbrand in Peru
Im peruanischen Supe-Distrikt sind 3 Personen am Milzbrand erkrankt. Es handelt sich um 2 Arbeiter im Schlachthaus und ein 9jähriges Kind. Alle 3 Erkrankten zeigten die klinische Form des Hautmilzbrands. Als Infektionsquelle konnte ein Rind identifiziert werden, mit dem alle drei Erkrankten direkten Kontakt hatten. Die beiden ersten Erkrankungsfälle durch Schlachtung und das Kind im Rahmen der Vorbereitung der Eingeweide der Kuh. Große Teile Südamerikas gelten als endemisch für Milzbrand. Reisende in die gesamte Reigon sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten Haus- und Wildtieren, bzw. deren Kadavern, vermeiden. Fleisch sollte ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehrt werden (ProMED; 8. Mai 2008).

Botulismus in Russland

In verschiedenen Teilen Russlands werden vermehrt Fälle von Botulismus gemeldet. Betroffen sind u.a. die Regionen von Moskau, Rostov, Buriatien und Samara. Als Ursache konnten in den meisten Fällen selbst hergestellte Konserven von Pilzen oder Fisch identifiziert werden. Die erhöhte Zahl von gemeldeten Fällen wird von den Behörden als Hinweis für den zunehmenden Verbrauch der im letzten Jahr hergestellten Konserven gewertet. Reisende nach Russland sollten keine selbst hergestellten Konserven, insbesondere Pilz- oder Fischkonserven, verzehren (ProMED, 8. Mai 2008).

Cholera in Myanmar
Im Irrawaddy Delta in Myanmar sind, im Zusammenhang mit den Überschwemmungen durch einen Zyklon, die ersten Fälle von Cholera aufgetreten. Betroffen sind die beiden Städte Bogalay und Laputta. Insbesondere in Bogalay ist eine unbekannte Zahl von Personen an der Cholera verstorben. Ursache für den Ausbruch ist der Mangel an sauberem Trinkwasser. Die Bewohner der überfluteten Regionen verwenden unbehandeltes Flusswasser der überfluteten Regionen als Trinkwasser, da sauberes Trinkwasser bisher immer noch nicht verfügbar ist. Reisende in die überfluteten Regionen sollten alle Empfehlungen der persönlichen und Trinkwasserhygiene befolgen und insbesondere nur abgekochtes oder behandeltes Wasser trinken (ProMED, 8. Mai 2008).

Mumps in England
In der Londoner Kingston University sind 5 Studenten an Mumps erkrankt. Bei weiteren 20 Studenten wurde die Verdachtsdiagnose geäußert. Die Universitätsleitung hat nun an alle Studenten eine email geschickt mir der Aufforderung, sich gegen Mumps impfen zu lassen, falls eine Immunität nicht besteht oder bekannt ist. Bisher wurden mehr als 140 Mumps-Impfungen durchgeführt. Die Mumps treten, ebenfalls wie die Masern, in England gehäuft auf, nachdem die Impfung vor einigen Jahren in Verruf geraten war, für Autismus verantwortlich zu sein. Reisende nach England und insbesondere Studenten an Universitäten oder Colleges sollten eine Immunität aufweisen (ProMED, 8. Mai 2008).

Krim-Kongo Hämorrhagisches Fieber in der Türkei

In der Türkei sind innerhalb einer Woche 5 Menschen an Krim-Kongo Hämorrhagischem Fieber verstorben. Die Erkrankungsfälle traten in Anatolien auf. Die Touristenregionen im Süden der Türkei an der Mittelmeerküste sind bisher nicht betroffen. Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch Zecken. Die Gesundheitsbehörden warnen daher die gefährdete Bevölkerung eindringlich, gesaugte Zecken mit den Fingern zu entfernen oder zu zerquetschen. Bei Reisen nach Türkei und insbesondere in die nördlichen und zentralen Landesteile sollte jeder Kontakt mit Zecken vermieden werden. Bei intensivem Kontakt mit der Natur sollten Maßnahmen der Expositionsprophylaxe zum Schutz vor Kontakt mit Zecken durchgeführt werden (ProMED, 8. Mai 2008).

Hand-Fuß-Mund-Krankheit in China

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit breitet sich weite über China und Teile Südost-Asiens aus. In der ehemaligen portugiesischen Kolonie Macao wurden jetzt ebenfalls rund 80 Verdachtsfälle registriert. Insgesamt werden aus China bisher mehr als 4.500, nach anderen Informationen schon mehr als 12.000 Erkrankungsfälle und mindestens 22 Todesfälle gemeldet. Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch verschiedene, eng verwandte Enteroviren verursacht. Haupterreger in der aktuellen Epidmie in China scheint das Enterovirus Serotyp 71 zu sein. Die Übertragung erfolgt direkt (fäkal-oral) oder indirekt über kontaminierte Gegenstände. Besonders betroffen sind Kinder. Reisende nach China und in die südostasiatische Region sollten alle Maßnahmen der persönlichen Hygiene strikt befolgt werden (ProMED, 5./7. Mai 2008).

Gelbfieber in Peru

In Peru sind in der letzten April-Woche 2 Fälle von Gelbfieber aufgetreten. Eine Erkrankung wurde in der Provinz Loreto, eine weitere Erkrankung in der Provinz Tocache diagnostiziert. In beiden Fällen handelt es sich nach Angaben der Gesundheitsbehörden um sporadische Fälle vom silvatischen Übertragungstyp. Entsprechende Fälle treten endemisch im Regenwald-Bereich Perus auf. Reisende in die Regenwald-Regionen Perus sollten über einen Impfschutz gegen Gelbfieber verfügen (ProMED, 6. Mai 2008).

Gelbfieber-Impfempfehlungen für Ekuador
Die ekuadorianischen Gesundheitsbehörden haben im März neue Empfehlungen zur Gelbfieber-Impfung bei Reisen im Land veröffentlicht. Danach sollten alle Reisenden in die Provinzen im Amazonas-Becken (Morona-Santiago, Napo, Orellana, Pastaza, Sucumbios und Zamora-Chinchipe) einen Impfschutz gegen Gelbfieber aufweisen. Bisher mussten Reisende aus Gelbfieber-endemischen Ländern eine gültige Gelbfieber-Impfung aufweisen. Die nationalen Empfehlungen wurden auch vom den amerikanischen Gesundheitsbehörden in ihre Rieseempfehlungen aufgenommen. Reisende nach Ekuador sollten die entsprechenden Empfehlungen beachten (ProMED, 6. Mai 2008).

Pest in Colorado
In Boulder Counter im US-Bundesstaat Colorado ist in einer Präriehund-Kolonie die Pest ausgebrochen. Die offiziellen Behörden haben nun Schilder aufgestellt, um Personen vor einem direkten Kontakt mit den Tieren und damit einer potentiellen Infektion zu verhindern. Reisende in den Westen der USA und insbesondere in Regionen mit bekanntem Pest-Vorkommen sollten jeden direkten Kontakt mit Nagetieren (Mäusen, Hörnchen, Präriehunden) vermeiden. Jede Annäherung an tote Nagetiere kann zum Übergang von mit Bakterien infizierten Flöhen auf den Menschen führen und stellt damit eine Infektionsgefahr dar. Die beste Möglichkeit der Expositionsprophylaxe besteht im Meiden jedes direkten Kontakts mit Nagern (ProMED, 6. Mai 2008).

Masern in Peru
Aus Peru wird ein Fall von Masern gemeldet. Der 19jährige Patient hatte die Infektion aller Wahrscheinlichkeit nach in Indien erworben und war über London und Miami nach Lima zurückgekehrt. Dort war er an Masern erkrankt. Das Beispiel zeigt, dass die Masern zunehmend an reisemedizinischer Bedeutung gewinnen. Die reisemedizinische Beratung stellt eine gute Möglichkeit dar, den Masern-Impfschutz zu überprüfen und bei Bedarf durchzuführen, bzw. zu ergänzen. Dies sollte auch im Hinblick auf den Masern-freien Status von Nord- und Südamerika gesehen werden, wo Reisende, wie im vorliegenden Fall, immer wieder Ausgangspunkt von Einschleppungen und kleinen Ausbrüchen werden (ProMED; 6. Mai 2008).

Masern-Ausbruch in den USA

Im US-Bundesstaat Washington sind aktuell mindestens 9 Menschen an Masern erkrankt. Ein Ausbruch mit 8 Erkrankten ereignete sich seit Ende März in einer Familie der Generation Church, die nach einem Kirchentreffen erkrankten, so dass dieses Treffen als Ausgangspunkt des Ausbruchs angesehen wird. Nun erkrankte eine weitere Person an den Masern, die nicht zu der genannten Familie gehört, jedoch im gleichen Ort wohnt. Die Behörden können jetzt nicht mehr ausschließen, dass es ich um einen über die Familie hinaus gehenden Ausbruch handeln könnte. Aktuell wurden alle Veranstaltungen der Schule, an der die Studentin eingeschrieben ist, abgesagt. Reisende in die USA sollten einen Immunschutz gegen Masern aufweisen. Studenten und Schüler, die in den USA eine Universität oder Schule besuchen wollen, müssen eine Masern-Immunität nachweisen (ProMED, 6. Mai 2008).

Tuberkulose in Kuwait

In Kuwait wurde der Verkauf von offener, unbehandelter Kuhmilch verboten, nachdem bei einigen Kühen Tuberkulose nachgewiesen werden konnte. Auch unbehandelte Produkte aus lokalem Rindfleisch wurden aus den Regalen der Geschäfte entfernt. Das Ausmaß der Durchseuchung mit Tuberkulose in den Rinderbeständen ist unklar. Aktuell werden die Bestände und Produkte der Bestände auf Tuberkulose getestet. Bis zur weiteren Abklärung sollten Reisende auf den Verzehr unbehandelter Milch und von Rindfleischprodukten in Kuwait verzichten (ProMED, 4. Mai 2008).

Tollwut in Argentinien
In Buenos Aires ist erstmalig seit 27 Jahren ein Tollwut-Fall bei einem Tier diagnostiziert worden. Die Katze spielte am 15. März mit einer Fledermaus. 2 Wochen später zeigt die Katze ein auffälliges Verhalten. In den nachfolgenden Tagen wurden mehrere Menschen von der Katze gebissen, darunter der Besitzer (15jähriger Junge), sein Vater und 2 Tierärzte. Nach dem Tod der Katze wurde eine Tollwut diagnostiziert. Die Charakterisierung des Virus zeigte, dass es sich um ein Fledermaus-Tollwutvirus handelte. Die Behörden gehen davon aus, dass die Katze sich an der Fledermaus infiziert hatte. Das Beispiel zeigt, dass auch nach Abwesenheit der Tollwut für Jahre die Tollwut auftreten kann. Jeder die Haut oder Schleimhäute penetrierender Tierkontakt sollte, soweit es sich um ein unbekanntes oder nicht ausreichend geimpftes Tier handelt, die Durchführung einer Postexpositions-Prophylaxe zur Folge haben (ProMED, 5. Mai 2008).



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