KW 17 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Hepatitis E in China (Hongkong)
In Hongkong sind seit Jahresbeginn 45 Fälle von Hepatitis E bekannt geworden. Dies bedeutet fast eine Verdopplung der Erkrankungszahlen im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bisher konnte keine gemeinsame Infektionsquelle identifiziert werden. Die Fälle sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt, so dass nicht von einem epidemischen Auftreten gesprochen werden kann, sondern von einer erhöhten generellen Aktivität auszugehen ist. Die Hepatitis E wird gehäuft in den Winter- und Frühjahrsmonaten beobachtet. Die Übertragung erfolgt fäkal-oral, insbesondere durch kontaminiertes Wasser und Nahrungsmittel. Die Chinesischen Gesundheitsbehörden warnen daher die Bevölkerung, alle Maßnahmen der persönlichen und Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt zu befolgen. Alle Reisenden nach Hongkong sollten diese Empfehlungen befolgen (ProMED, 16. April 2008).

Rift Valley Fieber in Madagaskar

Aus Madagaskar wird ein Ausbruch mit Rift Valley Fieber gemeldet. Betroffen sind die Regionen Alaotra, Mangoro, Anamalanga, Itasy, Vakinakaratra und Anosy. Bisher ist von 418 Verdachtsfällen und 17 Todesfällen die Rede. Davon sollen 59 Erkrankungsfälle durch virologische Untersuchungen bestätigt sein. Zur Gleichen Zeit wird ein Ausbruch in der Haustierpopulation (Rinder) gemeldet. Rift Valley Fieber wird durch Stechmücken verschiedener Arten übertragen. Bisher werden keine Informationen zum Überträger in Madagaskar gemacht. Reisende nach Madagaskar und insbesondere in die genannten Regionen sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 20. April 2008).

Algenwachstum in Südafrika
Im südafrikanischen Krüger-Nationalpark ist eine ganze Reihe von Tieren an Vergiftung durch Cyanobakterien (Blaualgen) verstorben. Der Ausbruch ereignet sich am Siloweni Damm, einem beliebten Ort zur Tierbeobachtung mit jährlich tausenden Touristen. Es ist die Rede von mindestens 5 toten Zebras und einem toten Nashorn. Im Wasser des Staudamms wurden hohe Konzentrationen des Blaualgen-Toxins nachgewiesen. Die toten Tiere wurden in der Nähe eines beliebten Picknick-Platzes von Parkbesuchern aufgefunden. Aktuell wird der Wasserstand im Staudamm abgesenkt und das Grasland um den Staudamm abgebrannt, um Tierkonzentrationen am Damm zu verhindern. Reisende sollten augenblicklich dort jeden Kontakt mit natürlichem Wasser vermeiden (ProMED, 18. April 2008).

Cholera in Tansania
In der Nähe des Kilimandscharo ist die Cholera ausgebrochen. Es wird von einem Todesfall berichtet. Eine unbekannte Zahl von erkrankten Patienten wird in lokalen Krankenhäusern behandelt. Informationen über das genaue Ausmaß des Ausbruchs sind nicht verfügbar. Insbesondere die Region von Kibosho ist nach inoffiziellen Angaben hart betroffen. Reisende nach Tansania und insbesondere zum Kilimandscharo sollten alle Maßnahmen der persönlichen und Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt befolgen (ProMED, 19. April 2008).

Tollwut in Argentinien
In Argentinien wurden 7 Personen unter Tollwutbeobachtung gestellt, nachdem sie direkten Kontakt zu einem tollwütigem Welpen hatten. Alle Personen wurden postexpositionell geimpft. Der Welpe stammte aus einem Tiergeschäft. Es existieren zwei weitere Welpen, nach denen aktuell noch gesucht wird. Die Infektionsquelle für den Welpen ist bisher unbekannt. Es handelt sich um die ersten Tollwut-Fälle in Argentinien seit 6 Jahren. Reisende nach Argentinien sollten jeden direkten Kontakt zu Wild- oder Haustieren vermeiden und bei einem Schleimhaut- oder Hautpenetrierendem Kontakt sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 19. April 2008).

Milzbrand in USA
Im US-Bundesstaat Minnesota wird von einem sehr frühen Start der Milzbrand-Saison berichtet. Auf einer Farm in Becker County sind 2 Rinder am Milzbrand verstorben. Die Herde von rund 30 Tieren wurde unter Quarantäne gestellt. Es ist bisher unklar, ob kontaminierter Boden oder evtl. kontaminiertes Futter (Heu) zum Ausbruch führte. Die lokalen Gesundheitsbehörden meinen, dass die Überflutungen durch die Schneeschmelze zu einem Ausschwemmen von Milzbrandsporen aus der Tiefe des Bodens führt, wodurch sich die Tiere infiziert haben. Reisende nach Minnesota sollten jeden direkten Kontakt mit Tierkadavern vermeiden (ProMED, 23. April 2008).



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