KW 14 / 2010: Epidemiologische Informationen

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Zeckenenzephalitis in Russland
Die russischen Behörden des Distrikts Swerdlowsk informieren ihre Bevölkerung, dass in den nächsten Tagen mit dem Beginn der Zeckenaktivität in der Region gerechnet werden muss. Damit steigt das Infektionsrisiko für FSME und Borreliose an. Besonders hingewiesen wird in diesem Zusammenhang auf den sog. Elterntag (13. April), an dem in Russland traditionell die Gräber der verstorbenen Eltern besucht werden. In den Friedhöfen besteht, wie in der gesamten Natur des Taigagürtels Russlands, von Mitte April an ein erhöhtes Zecken-Expositionsrisiko. Nachdem in den letzten Jahren immer wieder vereinzelte Fälle von russischen Frühjahr-Sommer-Enzephalitis bei Reiserückkehrern aus Russland diagnostiziert wurden, sollten alle Reisenden nach Russland, die Aktivitäten in der Natur planen, eine FSME-Impfung durchführen lassen. Die in Deutschland verfügbare Impfung schützt auch vor den russischen Virustypen (ProMED, 2. April 2010).

Tollwut in Russland

Die Veterinärbehörden der russischen Provinz Nishni Novgorod planen eine Tollwut-Impfaktion bei Tieren. Dort wurde in den ersten drei Monaten des Jahres mit 45 tollwütigen Tieren eine um das Doppelte erhöhte Zahl von tierischen Infektionen im Vergleich zum Vorjahr beobachtet. Die Tiere hatten u.a. in vier Fällen Kontakt mit Menschen und in 11 Fällen mit Haustieren, was zu entsprechenden Post-Expositions-Maßnahmen führte. Nun sollen rund 2.000 Rinder, 8.000 Hunde und mehr als 5.500 Katzen in der Region gegen Tollwut geimpft werden. Reisende nach Russland sollten jeden direkten Kontakt mit Tieren vermeiden, insbesondere wenn diese unbekannt sind und/oder ein auffälliges Verhalten an den Tag legen. Reisende mit einem erhöhten Risiko von Tierkontakten sollten eine Präexpositionsprophylaxe vor Reisenantritt durchführen (ProMED, 2. April 2010).

Kassava-Vergiftung in der Demokratischen Republik Kongo
Die Zahl der an der als „Konzo“ bezeichneten Erkrankung ist in der Demokratischen Republik Kongo im Jahr 2009 gegenüber dem Vorjahr um rund 35% angestiegen. Insgesamt wurden mehr als 15.000 Erkrankungsfälle bekannt. Dabei handelt es sich um eine Vergiftung durch nicht ausreichend zubereitete Kassava-Wurzeln. Das verantwortliche Gift in der Wurzel ist Linamarin, das bei nicht ausreichender Wässerung (mehrere Tage in warmen Wasser) im menschlichen Körper in Cyanid verstoffwechselt wird. Die Symptome nach Genuss beginnen plötzlich mit Zittern, Krämpfen und Schwäche in den Beinen. Es besteht eine Falltendenz. Auch Sprach- und Sehrstörungen, sowie Parästhesien werden beschrieben. Reisende nach Afrika und Südamerika (Maniok) sollten die Kassava-Wurzel möglichst meiden oder nur nach ausreichender Vorbehandlung verzehren (ProMED, 2. April 2010).

Milzbrand in Namibia
Aus dem Etosha Nationalpark im Norden Namibias wird ein Milzbrand-Ausbruch gemeldet. Danach sollen innerhalb der letzten 2 Monate rund 100 Zebras und rund 20 Springböcke am Milzbrand verendet sein. Dies entspricht der Gesamtzahl im Jahr 2009, das ebenfalls schon als ungewöhnlich Milzbrand-aktiv beschrieben worden war. Die Behörden gehen von einer weiteren Zunahme der Aktivität im Nationalpark aus. Reisende nach Namibia und insbesondere in den Etosha Nationalpark sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten oder verendeten Wild- und Haustieren vermeiden (ProMED, 2. April 2010).

Hantavirus Kardiopulmonales Syndrom in Chile
In der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile ist ein 28jähriger Mann mit einer lebensbedrohlichen Form eines durch das Andes-Virus verursachten Hantavirus Kardiopulmonalen Syndroms in ein Krankenhaus eingewiesen worden. Die Infektion erfolgte jedoch in den südlichen Landesteilen, wo der Mann im Rahmen eines Hilfseinsatzes bei der Aufräumung der Erdbebenschäden half. Ein genauer Ort wurde nicht angegeben. Die Gesundheitsbehörden warnen die Bevölkerung jeden direkten oder indirekten Kontakt mit Nagetieren zu vermeiden. Insbesondere sollten Gebäude, die längere Zeit verschlossen waren, vor Betreten mindestens eine Stunde gelüftet werden und die Böden immer nass mit Wasser und Chlorbleiche gewischt werden (ProMED, 2. April 2010).

Hantavirus Kardiopulmonales Syndrom in Bolivien

In der in den bolivianischen Anden gelegenen Provinz Arce, im Department Tarija sind in diesem Jahr bereits sechs Verdachtsfälle von Hantavirus Kardiopulmonalem Syndrom aufgetreten. Davon konnte bisher ein Fall bestätigt werden, für zwei weitere liegen die diagnostischen Ergebnisse noch nicht vor. Die Behörden haben nun eine Kampagne gestartet, in der sie der Bevölkerung Hantaviren und deren Bekämpfung in das Bewusstsein holen wollen. Jeder direkte oder indirekte Kontakt mit Nagetieren sollte vermieden werden. Insbesondere sollten Gebäude, die längere Zeit verschlossen waren, vor Betreten mindestens eine Stunde gelüftet werden und die Böden immer nass mit Wasser und Chlorbleiche gewischt werden (ProMED, 2. April 2010).

Masern in Deutschland
In der deutschen Bundeshauptstadt wird seit Januar dieses Jahres ein Masern-Ausbruch berichtet. Insgesamt ist bisher von 62 Erkrankungsfällen die Rede, während im gesamt letzten Jahr in Berlin 59 Fälle bekannt wurden. Der Indexfall konnte identifiziert werden, er war ungeimpft. Die Infektion wurde vermutlich im Rahmen einer Reise nach Indien erworben und kam hier zum Ausbruch. Betroffen sind dabei insbesondere Schüler einer Waldorfschule, die zum Teil ungeimpft sind. Die Behörden haben daraufhin alle nicht geimpften Schüler vom Unterricht suspendiert. Grundsätzlich sollte jeder in Deutschland eine ausreichende Masern-Immunität (zweimalige Impfung, durchgemachte Infektion) aufweisen. Die reisemedizinische Vorsorge stellt eine Gelegenheit dar, den Masern-Immunschutz zu überprüfen und bei Bedarf zu vervollständigen (ProMED, 1. April 2010)

Milzbrand in Indonesien

In einem zur Stadt Mandai gehörenden Ort im Distrikt Maros im Süden der Insel Sulawesi ist der Milzbrand ausgebrochen. Nach offiziellen Angaben sind drei Menschen verstorben, während ein vierter infizierter Bewohner behandelt wird. Drei der Opfer hatten sich vermutlich nach dem Schlachten einer infizierten Kuh und dem Verzehr ihres Fleisches infiziert und waren am Darmmilzbrand verstorben. In dem Ort waren vor wenigen Wochen schon Fälle von Milzbrand bei Rindern aufgetreten. Reisende nach Südostasien sollten grundsätzlich jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch nur in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 6. April 2010).

Dengue-Fieber in Vietnam

In einigen Regionen Vietnams wird eine deutlich erhöhte Dengue-Virusaktivität beobachtet. Während die Gesamtzahl der an Dengue-Fieber Erkrankten seit Jahresbeginn landesweit um 28% zurückgegangen ist, wurden insbesondere in nördlichen Regionen, z.B. in der Provinz Da Nang, ein Anstieg um das Zehnfache im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres beobachtet. Betroffen vom starken Anstieg der Erkrankungsfälle sind insbesondere der Norden und die Mitte des Landes, während in den klassischen Verbreitungsgebieten im Süden die Zahl der Erkrankten rückläufig zu sein scheint. Reisende nach Vietnam sollen vor Reiseantritt über die aktuelle epidemiologische Situation informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. April 2010).

Dengue-Fieber auf den Komoren
Auf den im Indischen Ozean vor Westafrika gelegenen Komoren scheint das Dengue-Fieber ausgebrochen zu sein. Die Gesundheitsbehörden berichten von mindestens sieben Erkrankungsfällen, während zwei weitere Fälle noch bestätigt werden müssen. Die Behörden gehen damit von einem Ausbruchsgeschehen aus und warnen alle Bewohner, Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken zu ergreifen und insbesondere Mücken-Brutplätze in und um Gebäude zu zerstören. Es wurde nicht mitgeteilt, welche Insel(n) betroffen sind und um welchen Dengue-Virus-Serotyp es sich handelt. Auf den Komoren treten immer wieder Dengue-Epidemien auf. Reisende auf die Komoren sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. April 2010).

Dengue-Fieber in Argentinien

Aus Argentinien wird ein Dengue-Ausbruch gemeldet. Betroffen scheint insbesondere die Provinz Buenos Aires mit der gleichnamigen Hauptstadt. Nach den aktuellen Meldungen ist Dengue-Virus vom Serotyp 1 dafür verantwortlich. Bisher wurden 21 bestätigte Erkrankungsfälle gezählt. Davon kommen 16 aus der Hauptstadt, vier Fälle aus Empedrado und ein Fall aus Esquina. In Buenos Aires ist insbesondere der Stadtteil San Martin betroffen, wo die meisten der Erkrankungsfälle herstammen. Reisende in die genannten Städte, bzw. Stadtteile sollen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. April 2010).

Dengue-Fieber in Paraguay
In Paraguay befürchten die Gesundheitsbehörden eine weitere Ausbreitung des Dengue-Fiebers. Bisher wurden mehr als 2.500 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Allein in der Hauptstadt wurden mehr als 340 Verdachtsfälle und rund 80 bestätigte Fälle gezählt. Die Gesundheitsbehörden befürchten eine weitere Ausbreitung, bzw. Neueinschleppung im Rahmen der an den Osterfeiertagen durchgeführten Reisen innerhalb des Landes und in angrenzende Länder mit Dengue-Aktivität. Reisende nach Paraguay sollen über das aktuell erhöhte Infektionsrisiko vor Reiseantritt informiert werden und bei Stechmücken-Exposition eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. April 2010).

Leptospirose in Argentinien

In der argentinischen Provinz Entre Rios sind seit Jahresbeginn mindestens 48 Menschen an Leptospirose erkrankt. Nach Angaben der Behörden könnte die Zahl der Erkrankten jedoch noch bis zu viermal höher liegen. Nach dem Tod eines jungen Mannes warnen die Behörden nun die Bewohner, Maßnahmen zum Schutz vor Leptospirose zu ergreifen. Aktuell sind weite Landstriche aufgrund starker Regenfälle und über die Ufer tretenden Flüssen überschwemmt. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch direkten Hautkontakt mit von Nagetieren, Hunden oder Schweinen kontaminiertem Wasser. Reisende in die argentinische Provinz Entre Rios sollten jeden direkten Kontakt mit Oberflächenwasser vermeiden und entsprechende Maßnahmen zum Schutz ergreifen (ProMED, 5. April 2010).

Artemisinin-Resistenz in Thailand

Nach behördlich bisher nicht bestätigten Informationen breitet sich in Thailand an der Grenze zu Myanmar ein Stamm von Plasmodium falciparum aus, der gegen Artemisinin eine verringerte Empfindlichkeit aufweist. Damit könnte das zur Therapie verwendete



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