KW 13 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Milzbrand in Südafrika
In der südafrikanischen Provinz Nordkap sind mehrere Tiere, darunter Haus- und Wildtiere an einem Milzbrand-Ausbruch verstorben. Es wurden keine näheren Angaben zur Zahl der erkrankten, bzw. verendeten Tiere oder der betroffenen Tierarten gemacht. Die lokalen Veterinärbehörden haben nun Experten aus dem Krüger-Nationalpark angefordert, die sie bei der Bekämpfung des Ausbruchs unterstützen. In Südafrika werden immer wieder Ausbrüche bei Haustieren (Rinder, Schafe, Ziegen) und Wildtieren (Antilopen, Zebras, Gnus, Elefanten) beobachtet. Reisende in der Region, insbesondere auch in den Nationalparks sollten sich von allen kranken Tieren oder von Tierkadavern fernhalten und jeden direkten Kontakt vermeiden (ProMED, 27. März 2008).

Dioxin-Kontamination in Büffel-Mozzarella in Italien
In der Nähe von Neapel wurden Kontaminationen von Dioxin im dort produzierten Büffel-Mozzarella entdeckt. Als Ursache für die Kontamination wird Futter vermutet, das durch die zunehmenden unkontrollierten Müllablagerungen in der Region um Neapel in zunehmendem Maße kontaminiert wurde und aufgrund seiner Fettlöslichkeit über die Büffelmilch ausgeschieden wird. Das genaue Ausmaß der Kontamination ist unklar. Die italienischen Gesundheitsbehörden wurden aufgefordert, die Kontamination aufzuklären, da ansonsten ein Exportverbot in der Europäischen Union drohen könnte. Bis zur genauen Klärung des Ausmaßes der Kontamination sollte auf den Verzehr von Büffel-Mozzarella aus der Region von Neapel verzichtet werden (ProMED, 27. März 2008).

Tsutsugamushi-Fieber in Taiwan
Auf der Insel Taiwan sind in 2008 schon 61 Fälle von Tsutsugamushi-Fieber bekannt geworden. Im Rahmen eines Ausbruchs sind 7 Jugendliche erkrankt, nachdem Sie an einem Ausflug an einen Fluss in der südlichen Provinz Kaohsiung teilgenommen hatten. Ein Patient ist an der Rickettsien-Infektion an Multi-Organversagen verstorben, wobei eine deutlich höhere Dunkelziffer vermutet wird. Der Erreger des Tsutsugamushi-Fiebers ist Orienta tsutsugamushi. Er wird von Milbenlarven übertragen, die sich insbesondere in bestimmten Gras-Vegetationstypen aufhalten und dort durch Abstreifen auf den Menschen gelangen. Die Symptomatik reicht von fieberhaften Allgemeininfekten bis hin zu hämorrhagischen Manifestationen mit Gerinnungsstörungen und dadurch bedingtem Multiorgan-Versagen. Bei Reisenden mit entsprechender Symptomatik sollte immer auch dieses akute Fieber ausgeschlossen, bzw. bei dringendem Verdacht therapiert werden (ProMED, 26. März 2008).

Hepatitis C bei Indianern in den USA
Zwei epidemiologische Untersuchungen bei amerikanischen Ureinwohnern in Reservaten im US-Bundesstaat Montana erbrachte eine 6fach über dem Durchschnitt liegende Durchseuchung mit Hepatitis C Virus. Als Ursache für diese starke Erhöhung der Durchseuchung wird der Gebrauch von intravenösen Drogen genannt, der bei den Ureinwohnern häufig zu sein scheint. Jedoch gehen die Gesundheitsbehörden von einer erhöhten Hepatitis C-Rate auch bei der jüngeren weißen Bevölkerung des Bundesstaats aus, da auch hier ein erhöhter Anteil von Drogenmissbrauch zu verzeichnen ist. Reisende sollten möglichst keinen Kontakt von Körperflüssigkeiten (Blut, Geschlechts-Sekrete) mit der dortigen Bevölkerung haben (ProMED, 25. März 2008).

Japan Enzephalitis bei US-Reiserückkehrer aus Südostasien
In Seattle im US-Bundesstaat Washington ist ein Grundschüler an der Japan Enzephalitis erkrankt. Der 9jährige Schüler war mit seinem Vater im Januar in Vietnam und Kambodscha unterwegs. Aktuell leidet der Junge noch an Lähmungen, an Tremor und an Wortverständnis- und Wortfindungsstörungen. Der Zustand wird jedoch nicht mehr als lebensbedrohlich angesehen. Es ist unklar, ob und in welchem Ausmaß der Patient neurologische Restschäden behalten wird. Die Japan Enzephalitis wird selten bei Reisenden beobachtet, jedoch manifestiert sich nur schätzungsweise jede 100. bis 500. Infektion klinisch, so dass die Infektionsrate bei Reisenden deutlich höher sein dürfte. Das Japan Enzephalitis-Virus wird durch Stechmücken der Gattung Culex übertragen. Reisenden, die sich länger in Südostasien aufhalten oder die ein erhöhtes Risiko eines Kontakts mit Stechmücken aufweisen, sollten eine Impfung vor Reiseantritt durchführen (ProMED, 26. März 2008).

Östliche Pferdeenzephalitis in Florida
Im US-Bundesstaat Florida sind in diesem Jahr schon 9 Pferde an der Östlichen Pferdeenzephalitis erkrankt. Dies sind 50% der Gesamtzahl aller Fälle des Vorjahres. Üblicherweise beginnt die Aktivität des Virus erst im Mai, deshalb warnen die lokalen Gesundheitsbehörden jetzt vor einer bevorstehenden zunehmenden Aktivität mit der Gefahr menschlicher Erkrankungen. Die Form der Enzephalitis wird von Stechmücken übertragen. Sie gilt mit einer Letalität von bis zu 60% als die gefährlichste der amerikanischen Enzephalitis-Formen. Aktuell sollten Reisende nach Florida in Regionen mit hohen Stechmückenpopulationen eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 24. März 2008).

Tollwut in Kalifornien aus Mexiko
In Kalifornien ist ein 16jähriger Junge an Tollwut verstorben. Der Junge infizierte sich vermutlich während eines Aufenthalts in Mexiko und war nach Rückkehr in Santa Barbara in Kalifornien erkrankt und verstorben. Es handelt sich um den ersten menschlichen Tollwut-Fall in Santa Barbara seit mehr als 80 Jahren. Aktuell ist unklar, welches Tier der Überträger des Tollwut-Virus ist. In Mittelamerika wird die Tollwut meist durch Hundebisse auf den Menschen übertragen, während in den Fällen in den USA in erster Linie Fledermäuse, Waschbären und Stinktiere Überträger sind. Reisende nach Mexiko und den gesamten mittel- und südamerikanischen Bereich sollten jeden direkten Kontakt mit streunenden Hunden oder auffälligen Wildtieren vermeiden. Bei einem Kontakt sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bei Reisen mit erhöhtem Risiko eines Tierkontakts sollte eine präexpositionelle Tollwut-Impfung vor Reiseantritt durchgeführt werden (ProMED, 25. März 2008).

Lassa Fieber in Nigeria
In Universitätsklinikum des nigerianischen Bundesstaats Ebonyi sind innerhalb weniger Tage 2 Ärzte verstorben. Weitere Untersuchungen haben nun ergeben, dass beide Ärzte am Lassa Fieber verstarben. Genauere Informationen zur Infektionsquelle und zum Übertragungsweg auf die verstorbenen Mediziner konnten bisher nicht gegeben werden. Lassa Fieber ist von Patienten auf das medizinische Personal durch Blut oder bluthaltige Sekrete oder Exkrete übertragen werden. Weiterhin ist die Übertragung durch große Tröpfchen über den Respirationstrakt belegt. Jedoch kann auch eine Übertragung durch die natürlichen Vektoren, Ratten der Art Mastomys natalensis, nicht ausgeschlossen werden. Reisende nach Westafrika sollten jeden direkten Kontakt mit Patienten mit hämorrhagischem Fieber und mit der häufig vorkommenden genannten Rattenart vermeiden (ProMED, 24. März 2008).

Salmonellen in Melonen aus Honduras
In den USA und Kanada sind rund 60 Erkrankungsfälle von Salmonellose aufgetreten. Ursache ist Salmonella enterica Serotyp Litchfield. Als Infektionsquelle konnten Melonen aus Honduras identifiziert werden, die ein Importeur nach USA und Kanada importiert hatte. Die amerikanische Landwirtschaftsbehörde hat jetzt eine entsprechende Warnung ausgegeben. Reisende nach Honduras sollten die allgemeinen Empfehlungen zur Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 23. März 2008).

Tollwut in New Mexiko, USA
In den Carlsbad Höhlen, einer bekannten und viel besuchten Natursehenswürdigkeit im US-Bundesstaat New Mexiko, hat ein Fuchs eine Besucherin angegriffen und in das Bein gebissen. Die Behörden gehen davon aus, dass der Fuchs tollwütig war. Auch in Grant County sind in diesem Jahr schon 4 Füchse und 1 Haushund und in Catron County 8 Füchse und 1 Luchs Tollwut positiv gefunden worden. Diese Zahlen weisen auf eine erhöhte Tollwut-Aktivität in der gesamten Region hin. Reisende nach New Mexiko und in die gesamte genannte Region sollten jeden direkten Kontakt mit Wildtieren vermeiden und im Fall eines direkten Kontakts sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 23. März 2008).

Hochresistente Tuberkulose in England aus Somalia
In Großbritannien ist erstmals ein Patient mit einer hochresistenten Tuberkulose diagnostiziert worden. Es handelt sich um einen Patienten, der aus Somalia mit der Infektion nach England zurückkehrte. Der Patient wird aktuell auf einer Isolierstation in einem Glasgower Krankenhaus therapiert. Unter hochresistenten Tuberkulosebakterien werden Stämme verstanden, die gegen die beiden Tuberkulostatika der ersten Wahl, (INH, Rifampin), gegen die Antituberkulostatika der 2. Wahl (Fluorchinolone) und gegen mindestens ein Tuberkulostatikum der 3. Wahl (Capreomycin, Kanamycin, Amikacin) resistent sind. Die Übertragung erfolgt durch aerogene Infektion. Die Form der Tuberkulose ist bisher vor allem bei HIV-Patienten in Südafrika bekannt geworden. Reisende nach Afrika sollten direkte Kontakte mit Erkrankten möglichst minimieren und nach direkten Kontakten mit Patienten ggf. eine Untersuchung durchführen lassen (ProMED, 23. März 2008).

Dengue Fieber in Australien aus Indonesien
Die australischen Gesundheitsbehörden stellen einen starken Anstieg der importierten Dengue Fieber-Erkrankungsfälle bei Reiserückkehrern aus Indonesien fest. Während im letzten Jahr bei 54 australischen Reiserückkehrern ein Dengue Fieber diagnostiziert worden waren, liegt die Zahl der allein im Januar 2008 beobachteten Erkrankungsfälle bei 16. Ein Großteil der Reisenden kehrte dabei aus Indonesien (Bali) zurück. Auch aus Thailand, Singapur, Indien und weiteren südostasiatischen Ländern werden eingeschleppte Fälle gemeldet. Reisende in die genannte Region sollten einen ganztägigen individuellen Stechmücken-Expositionsschutz durchführen (ProMED, 25. März 2008).

Dengue Fieber in Mexiko
In Mexiko wird insbesondere in den Touristenzentren Cancun, Acapulco, und Puerto Vallarta, aber auch auf der atlantischen Seite in der Gegend von Vera Cruz vermehrte Dengue Fieber-Aktivität festgestellt. Aktuell wurden im Jahr 2008 schon rund 1.400 Dengue-Fälle diagnostiziert, davon mehr als 300 als hämorrhagische Manifestationsformen. Reisende nach Mexiko und insbesondere in die klassischen Touristenzentren Mexikos sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 22. März 2008).

Dengue Fieber in Brasilien
Auch im zentralen brasilianischen Bundesstaat Amazonien wird eine hohe Dengue Fieber-Aktivität berichtet. Betroffen ist hier vor allem die Stadt Manaus, während nach den offiziellen Angaben das Hinterland von Manaus bisher nicht betroffen ist. Aktuell sind 2 Todesfälle bei Kindern aufgetreten. Die genaue Zahl der Erkrankten wurde jedoch nicht mitgeteilt. Reisende nach Brasilien, auch nach Amazonien und vor allem bei Aufenthalten in Manaus, sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 22. März 2008).



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