KW 12 / 2010: Epidemiologische Informationen

Cholera in KeniaIm Jahr 2010 gelten 15 Distrikte des ostafrikanischen Landes als endemisches Verbreitungsgebiet der Cholera. Seit Januar 2010 wurden in Kenia mehr als 660 Fälle von Cholera und mindestens 15 Todesfälle gezählt. Die meisten Fälle treten in den drei Provinzen East Province, Coast Province und Rift Valley Province auf. Der Distrikt mit den meisten Erkrankungsfällen ist der Kajiado Distrikt in der Rift Valley Province mit mehr als 175 Erkrankten. Im gesamten Jahr 2009 waren rund 780 Fälle diagnostiziert worden. Die Cholera stellt üblicherweise kein Risiko für den Normalreisenden dar.
Grundsätzlich sollten alle Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittelhygiene von den Reisenden befolgt werden (ProMED, 19. März 2010).
Cholera in MosambikIn Mosambik sind in diesem Jahr bereits mehr als 2.600 Fälle von Cholera aufgetreten. Betroffen sind insbesondere die zentralen Regionen mit der Provinz Zambezia. Dort allein wurden rund 1.200 Fälle und 19 Todesfälle gezählt. Die Provinzen Cabo Delgado (680 fälle/7 Todesfälle), Niasa (543/13), Sofala (241/1) und Nampula (167/1) zählen ebenfalls zu den am schwersten betroffenen Provinzen des Landes. Mittlerweile wird die Infektion aufgrund der starken Regenfälle auch im bisher Cholera-freien Süden des Landes erwartet. Reisende nach Mosambik sollten alle Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 19. März 2010).
Cholera in SambiaInnerhalb von vier Wochen stieg die Zahl der Cholera-Erkrankten in Sambia von rund 240 auf mehr als 560 Fälle um mehr als das Doppelte an. Mindestens 11 Patienten sind bisher an der Infektion verstorben. Insbesondere der Süden des Landes ist während der Regenzeit von Oktober bis März betroffen. Reisende nach Sambia sollten alle Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 19. März 2010).
Cholera in UgandaAus dem Osten des afrikanischen Landes wird ein Cholera-Ausbruch gemeldet. Betroffen ist der Manafwa Distrikt. Auch aus dem angrenzenden Bududa Distrikt werden erste Verdachtsfälle gemeldet, so dass eine Ausbreitung der Cholera in Uganda vermutet werden muss. Konkrete Erkrankungs- oder Todeszahlen sind aufgrund der schlechten Erreichbarkeit der betroffen Region allerdings nicht verfügbar. Uganda wird immer mehr zu einem beliebten Reiseland in Ostafrika. Reisende nach Uganda sollten alle Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 19. März 2010).
Cholera in AngolaIn der im Süden Angolas gelegenen Southern Namibe Provinz sind innerhalb von zwei Tagen mindestens sechs Patienten mit Cholera aufgetreten. Als Ursache für das Auftreten der Erkrankung wird das Fehlen von sauberem Trinkwasser genannt. Das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist unklar. Reisende nach Angola sollten alle Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 19. März 2010).
Rift Valley-Fieber in SüdafrikaDie deutliche Rift Valley-Fieber-Aktivität in Südafrika steigt weiter an und breitet sich aus. Aktuell wurden mindestens 37 Erkrankungsfälle diagnostiziert. 47 Erkrankungsfälle verliefen als fieberhafte Infektionen, zwei Erkrankungsfälle verliefen unter dem Bild eines akuten Leberversagens und hämorrhagischer Symptomatik tödlich. Am schwersten betroffen ist die Free State Province im Zentrum des Landes mit mindestens 41 Erkrankungsfällen. Einzelfälle wurden auch in den Provinzen Eastern Cape, Northern Cape, Gauteng und Mpumalanga beschrieben. Als Ursache für die hohe Aktivität werden die schweren Regenfälle genannt. Molekularbiologisch sind mindestens zwei verschiedene Virus-Subtypen aktuell aktiv. Rift Valley-Fieber wird durch Stechmücken und durch direkten Kontakt mit Blut oder Gewebe infizierter Nutztiere übertragen. Normaltouristen sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen und jeden direkten Kontakt mit Vieh oder unbehandelten Produkten von Nutztieren vermeiden (ProMED, 21./24. März 2010).
Krim Kongo Hämorrhagisches Fieber in SüdafrikaIm Rahmen des aktuellen Rift Valley-Fieber-Ausbruchs wurden auch zwei Fälle von Krim Kongo Hämorrhagischem Fieber nachgewiesen. Bei einem Fall handelt es sich um einen Farmer aus der Free State Province. Der Patient wurde mit einem schweren fieberhaften Allgemeininfekt, einer schweren Hepatitis (Transaminasen-Erhöhung) und Hämorrhagien in ein Krankenhaus eingewiesen. Der zweite Patient aus der Provinz Northern Cape war durch Zecken infiziert worden, an einer schweren Verlaufsform erkrankt und an der Infektion verstorben. Krim Kongo Hämorrhagisches Fieber wird durch Zecken der Gattung Hyalomma und durch Blut und Blut-haltige Gewebe übertragen. Es kann in bis zu 30% tödlich verlaufen. Reisende sollten sich grundsätzlich vor Zecken schützen und jeden direkten Kontakt mit Nutztieren oder deren Geweben vermeiden (ProMED, 21. März 2010).
Dengue-Fieber auf den PhilippinenIn der im Norden gelegenen philippinischen Cordillera Administrative Region ist eine erhöhte Dengue-Fieber-Aktivität aufgetreten. Informationen zur Zahl der Erkrankten sprechen von mehr als 100 Erkrankungsfällen und mindestens zwei Todesfällen durch Dengue-Fieber in den ersten beiden Monaten des Jahres. Als Ursache für den Anstieg der
Erkrankungsfälle und Aktivität des Dengue-Fiebers wird das El Nino-Phänomen und die damit verbundenen Veränderungen des Wetters auf den Philippinen genannt. Reisende in den Norden der Philippinen sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in IndonesienIm Distrikt Malang, im Osten der indonesischen Insel Java, sind in diesem Jahr bereits mehr als 550 Menscher am Dengue-Fieber erkrankt und mindestens fünf Menschen an der Virusinfektion verstorben. Auch im ostjavanischen Distrikt Mojokerto sind mindestens schon vier Menschen am Dengue-Fieber verstorben. Reisende nach Indonesien und hier insbesondere in Ost-Java sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Chikungunya-Fieber in IndonesienNeben dem aktuellen Dengue-Ausbruch sind im Osten der indonesischen Insel Java mindestens 700 Menschen am Chikungunya-Fieber erkrankt. Auch hier sind insbesondere die Distrikte Malang und Mojokerto betroffen. Die Symptomatik des Chikungunya-Fiebers unterscheidet sich nicht von denen des Dengue-Fiebers. Das Chikungunya-Fieber wird ebenfalls wie die Dengue-Viren durch Stechmücken übertragen. Eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe gegen Dengue-Infektionen schützt damit auch vor Chikungunya-Fieber (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in IndienSeit Beginn des Jahres 2010 sind im indischen Bundesstaat Kerala mehr als 270 Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten. In dem im äußersten Südosten des indischen Subkontinents gelegenen Bundesstaat hat die Dengue-Aktivität in diesem Jahr mehrere Monate vor Einsetzen des Monsun-Regens begonnen. Aufgrund der aktuellen Trockenheit in der Region muss das Wasser bis zu einer Woche gelagert werden. Die künstlichen Wasserbehältnisse stellen ideale Brutmöglichkeiten für Aedes aegypti dar, den wichtigsten Überträger der Dengue-Viren. Die Behörden informieren, dass Dengue-Fieber nicht nur in der Regenzeit, sondern ganzjährig in Kerala auftritt. Reisende nach Indien und insbesondere nach Kerala sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber auf den KomorenZwei Wissenschaftler sind nach Aufenthalt auf den Komoren Inseln nach ihrer Rückkehr nach Madagaskar an Dengue-Fieber erkrankt. Bei einem der beiden Patienten konnte Dengue-Virus vom Serotyp 3 nachgewiesen werden. Es handelt sich um die ersten bekannten Erkrankungsfälle von Dengue-.Fieber von den Komoren Inseln seit dem Ausbruch mit Dengue-Virus, Serotyp 1 1993. Insgesamt wird in mehreren Teilen West- und Ostafrikas eine erhöhte Dengue-3-Aktivität beobachtet. Reisende auf die Komoren sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in TansaniaBei zwei Japanern, die nach Aufenthalt in Tansania nach ihrer Rückkehr nach Japan einen fieberhaften Infekt entwickelten, wurde Dengue-Fieber diagnostiziert. Während von einem Reisenden keine näheren Informationen zum Aufenthaltsort in Tansania bekannt sind, hielt sich der zweite Patient ausschließlich in Daressalam auf, so dass die Infektion dort erfolgt sein muss. Es handelt sich um die ersten Fälle von Dengue-Fieber bei Reisenden überhaupt aus Tansania. Als Erreger konnte Dengue-Virus vom Serotyp 3 identifiziert werden mit einer hohen Sequenzhomologie zu einem Dengue-3-Virus aus der Elfenbeinküste. Reisende nach Tansania und v.a. Daressalam sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in HondurasIm mittelamerikanischen Honduras sind in diesem Jahr bereits mehr als 3.100 Menschen am Dengue-Fieber erkrankt. Mehr als 170 Erkrankungen davon verliefen als hämorrhagisches Fieber. Bisher sind vier Todesfälle zu verzeichnen, darunter eine 19jährige Schwangere. Erkrankungen treten im gesamten Land auf. Reisende nach Honduras sollten aktuell eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Fledermaus-Tollwut in SchwedenIn Tomelilla und in Lund, im Süden Schwedens, sind insgesamt acht Fledermäuse mit Antikörpern gegen ein Tollwut-Virus identifiziert worden. In keiner der Fledermäuse, die alle zu der Art der Daubenton'sche Fledermaus (Myotis daubendonii) gehören, konnte jedoch das Virus nachgewiesen werden. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass Fledermäuse im Süden Schwedens mit einem der Tollwut-Viren infiziert sein können. Daher sollte jeder direkte Kontakt mit Fledermäusen vermieden werden und im Fall eines direkten Kontakts mit Fledermäusen ein Arzt aufgesucht werden sollte (ProMED, 19. März 2010).
Chikungunya-Fieber auf MadagaskarIn Mananjary, einer Stadt an der Ostküste der afrikanischen Insel Madagaskar ist das Chikungunya-Fieber ausgebrochen. Es ist von mehr als 2.600 Erkrankungsfällen die Rede. Mittlerweile konnte auch das Virus durch das Pasteur Institut in Antananarivo nachgewiesen und bestätigt werden. Die Region war vor wenigen Wochen erst von einem Wirbelsturm heimgesucht worden. Aktuell wird von offiziellen Stellen bereits eine Abnahme der Zahl der neuen Erkrankungsfälle berichtet. Die Experten berichten, dass sich dadurch entsprechende Mückenpopulationen entwickeln konnten, die nun zum Ausbruch geführt haben. Über das Ausmaß des Ausbruchs existieren keine Informationen. Reisende nach Madagaskar sollten augenblicklich eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23./24. März 2010).
Hantavirus Kardiopulmonales Syndrom in ChileIn der Umgebung der chilenischen Stadt Valparaiso ist ein 28jähriger Mann am Hantavirus Kardiopulmonalen Syndrom erkrankt. Die Infektion war schwer und der Patient musste künstlich beatmet werden. Mittlerweile befindet er sich nach Angaben der behandelnden Ärzte in stabilem Zustand. Es handelt sich vermutlich um eine Infektion mit dem Andes Virus, das durch die Langschwanz-Zwergreisratte (Oligoryzomys longicaudatus) übertragen wird. Die Region von Valparaiso gilt als endemisch für Andes-Virus. Insgesamt wurden hier bisher 12 Erkrankungsfälle beobachtet. Reisende in die genannte Region sollten jeden direkten Kontakt mit Nagetieren oder deren Exkreten/Sekreten vermeiden (ProMED; 23. März 2010).
St. Louis Enzephalitis in ArgentinienIn der argentinischen Region Cordoba ist die St. Louis Enzephalitis ausgebrochen. Bisher wird über neun Infektionen bei Menschen berichtet. Die Zahl der infizierten Pferde ist nicht bekannt. St. Louis Enzephalitis war vor der Invasion des West Nil-Virus in Nordamerika einer der wichtigsten Enzephalitis-Erreger. Die Übertragung des mit dem Japan Enzephalitis-Virus und dem West Nil-Virus nahe verwandten Flavivirus erfolgt über Stechmücken der Gattung Culex. Reisende in die Region Cordoba in Argentinien sollten augenblicklich eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Rotavirus-Impfungs-Rückrufaktion in den USADie amerikanische Nahrungsmittel- und Medikamente-Überwachungsbehörde (FDA, Food and Drug Administration) informiert die amerikanischen Ärzte, augenblicklich auf den Einsatz des Rotavirus-Impfstoffs Rotarix zu verzichten. In dem Impfstoff wurde Nukleinsäure des Porcinen Circovirus Typ 1 gefunden. Dabei handelt es sich um ein für Menschen nicht pathogenes Virus von Schweinen. Über den Weg der Kontamination konnte die Herstellerfirma des Impfstoffs keine Angaben machen. Die Behörden gehen aktuell nicht von einer Gefährdung für Menschen aus, haben aber, bis weitere Untersuchungen vorliegen, eine Aussetzung der Verwendung des Impfstoffs empfohlen (ProMED, 23. März 2010).
Milzbrand in SchottlandVom 19. zum22. März sind zwei weitere Fälle von Milzbrand bei Drogenabhängigen in Schottland aufgetreten. Insgesamt wurden damit beim aktuellen Ausbruch in Schottland und England 27 Erkrankungsfälle diagnostiziert. Die Zahl der Todesfälle ist dahingegen seit einiger Zeit stabil bei zehn Patienten. Das Auftreten weiterer Erkrankungsfälle zeigt, dass immer noch kontaminiertes Heroin im Umlauf ist. Weiterhin gilt, dass IV-Drogenabhängige unter keinen Umständen Heroin anwenden sollten, das in Schottland oder England im Umlauf ist (ProMED, 23. März 2010).
Melioidose in AustralienDie Gesundheitsbehörden des australischen Bundesstaats Northern Territories warnen vor einer deutlich erhöhten Aktivität von Melioidose. Diese bakterielle Infektion wird durch Burkholderia pseudomallei verursacht, die Erkrankung wird auch als Pseudorotz bezeichnet. Es handelt sich um eine schwere lokale oder Allgemeininfektion mit granulomatösen Prozessen in parenchymalen Organen, die besonders bei Personen mit Grunderkrankungen auftreten. Der Erreger ist im Boden verbreitet und wurde vermutlich durch die Regenfälle in den letzten Wochen an die Oberfläche ausgeschwemmt. Aktuell wurden im Northern Territory mindestens 43 Fälle von Melioidose bestätigt. Sechs Patienten sind bisher an der Infektion verstorben. Reisende, insbesondere solche mit Grunderkrankungen (z.B. Diabetes mellitus), sollten daher aktuell jeden direkten Kontakt mit Erde und bei ungeschützter Haut vermeiden (ProMED, 25. März 2010).
Norovirus-Ausbrüche Europa-weitAus mehreren europäischen Ländern, namentlich Großbritannien, Frankreich, Schweden, Norwegen und Dänemark, werden Norovirus-Ausbrüche gemeldet, die durch Austern übertragen wurden. In Großbritannien wurden im Rahmen von mehr als 20 Ausbrüchen mehr als 120 Patienten gezählt. In Norwegen ist von mindestens sechs Ausbrüchen die Rede. Frankreich meldet mindestens sechs Ausbrüche mit 22 Patienten. In Schweden sind mindestens 48 Menschen nach Verzehr von Austern an Norovirus-Infektionen erkrankt. Dänemark meldet 27 Erkrankungsfälle im Rahmen von sechs Ausbrüchen. Die Ausbrüche zeigen, dass Austern, insbesondere in den Wintermonaten, Noroviren aus Abwasser konzentrieren können und so ausreichende Virusmengen enthalten können (ProMed25. März 2010).
Cholera in VietnamIm Distrikt Tay Ho im Norden Vietnams ist eine Frau autochthon an Cholera erkrankt. Nach den bisherigen Informationen handelt es sich bisher um einen einzelnen Fall. Im Norden Vietnams wurden in den Jahren 2008 und 2009 Ausbrüche von Cholera beobachtet. Deshalb kann eine weitere Cholera-Aktivität in der betroffenen Region nicht ausgeschlossen werden. Reisende in den Norden Vietnams sollten daher die Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 25. März 2010).
Cholera in BangladeschIm Distrikt Dhaka in Bangladesch ist aktuell ein heftiger Cholera-Ausbruch in Gang. Innerhalb von zwei Tagen wurden knapp 1.000 Patienten in das Mohakhali Cholera-Krankenhaus eingewiesen. Die Krankenhaus-Leitung spricht momentan von stündlich bis zu 30 Cholera-Erkrankten, die in das Krankenhaus gelangen. Als Infektionsquelle wird kontaminiertes Trinkwasser genannt, das von der öffentlichen Wasserversorgung Dhakas eingespeist wird. Reisende nach Bangladesh und insbesondere nach Dhaka sollten kein unbehandeltes Wasser verwenden oder Speisen ohne inaktivierende Zubereitung verzehren (ProMED, 25. März 2010).
Cholera in IndienIn der indischen Stadt Solapur im Bundesstaat Maharashtra, im zentralen Westen des Subkontinents, ist die Zahl der an Cholera verstorbenen Patienten innerhalb von einer Woche auf 13 gestiegen. Während bisher Erkrankungen vor allem in den Slums des Stadtteils Ashok Chowk auftraten, breitet sich die Cholera nun auf andere Stadtteile aus. Genaue Erkrankungszahlen aus der Stadt und aus der Region sind nicht verfügbar. Reisende in den indischen Bundesstaat und in die Stadt Solapur sollten daher die Empfehlungen der allgemeinen Hygiene und Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene beachten (ProMED, 25. März 2010).
Dengue-Fieber in EkuadorDie Gesundheitsbehörden von Ekuador melden eine erhöhte Dengue-Aktivität. Aktuell ist von knapp 4.000 Patienten die Rede, davon 78 Fälle mit hämorrhagischen Verlaufsformen. Dies bedeutet eine Zunahme der gesamten Erkrankungsfälle um das Dreieinhalbfache im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres. Am stärksten betroffen ist die Provinz El Oro, an der Südküste des südamerikanischen Landes an der Grenze zu Peru, wo rund die Hälfte aller Erkrankungen registriert wurde. Als Ursache für den starken Anstieg der Erkrankungsfälle wird die zunehmend Bau von Gebäuden und die fehlenden stadthygienischen Maßnahmen genannt, die ideale Brutplätze für Stechmücken bereiten, die die Dengue-Fieberviren übertragen. Reisende in den Süden Ekuadors sollten aktuell eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in BrasilienIm Distrito Federal in Brasilien läuft momentan die heftigste je beobachtete Dengue-Epidemie ab. Aktuell ist von mehr als 4.000 Verdachtsfällen die Rede. Innerhalb einer Woche ist die Zahl um mehr als 400 Erkrankungsfälle angestiegen. Insgesamt wurden in diesem Jahr bereits mehr als zehnmal so viele Erkrankungsfälle gezählt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Mindestens zwei, möglicherweise bis zu 11 Patienten sind am Dengue Hämorrhagischen Fieber verstorben. Reisende in den Distrito Federal nach Brasilien sollten aktuell eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in ParaguayIn Paraguay sind im Rahmen des aktuellen Ausbruchs von Dengue-Fieber schon rund 1.200 Menschen erkrankt. Davon sind rund 300 Patienten in Krankenhäusern eingewiesen worden. Bisher sind mindestens drei Patienten am Dengue-Fieber verstorben. Am meisten betroffen ist die Provinz Alto Parana, wo mehr als 500 Menschen erkrankt sind. Reisende nach Paraguay sollten aktuell eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).
Dengue-Fieber in BolivienIn Bolivien melden aktuell sieben der neun Departments des Landes Fälle von Dengue-Fieber. Insgesamt sind mehr als 2.800 bestätigte und Verdachtsfälle gemeldet worden. Bolivien befindet sich weiterhin in einem Dengue-Alarm-Status. Der Epidemie-Status wurde bisher nicht ausgerufen. Im Vergleich zum Jahrhundert-Ausbruch des Jahres 2009 liegen nach Auskunft der Gesundheitsbehörden die Erkrankungszahlen aktuell deutlich niedriger. Reisende nach Bolivien sollten aktuell eine individuelle ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 23. März 2010).