KW 12 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Gelbfieber in Brasilien
In Brasilien werden neben den Gelbfieber-Fällen an der Grenze zu Paraguay jetzt auch 2 autochthone Erkrankungsfälle im brasilianischen Bundesstaat Parana gemeldet. Es handelt sich um die ersten Erkrankungsfälle in diesem Bundesstaat seit mehr als 40 Jahren. Im Jahr 1966 wurden die letzten Erkrankungsfälle gemeldet. Einer der beiden Patienten ist an der Infektion verstorben. Beide Erkrankten waren Holzfäller, die rund 400 Kilometer westlich der Hauptstadt des Bundesstaats Curitiba infiziert worden waren. Aktuell werden alle Bewohner der betroffenen Region geimpft. Die Region liegt an der brasilianischen Seite gegenüber der argentinischen Provinz Misiones, in der augenblicklich ebenfalls Gelbfieber-Fälle auftreten. Reisende in den betroffenen Bundesstaat sollten über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen (ProMED, 20. März, 2008).

Cholera in Vietnam
In den 3 nordvietnamesischen Provinzen Hanoi, Hai Phong und Ha Tay sind mindestens 17 Menschen an der Cholera erkrankt. Als Infektionsquelle wurde Gemüse genannt, das von lokalen Märkten stammte. Nach Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden werden Gemüse von den produzierenden Bauern weiterhin mit menschlichen Fäkalien gedüngt in Ermangelung von künstlichem Dünger. Weiterhin werden verschiedene Wasserquellen untersucht, um evtl. Trinkwasser als Infektionsquelle auszuschließen. Reisende in die genannten Provinzen im Norden Vietnams sollten alle Empfehlungen der persönlichen Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene strikt befolgen (ProMED, 21. März 2008).

Tularämie in Thailand
Aus Thailand wird ein tödlich verlaufender Fall von Tularämie gemeldet. Diese auch als Hasenpest bezeichnet Infektion wird von Zecken, Insekten (Stechmücken, Bremsen) oder durch direkten Kontakt mit infizierten Nagetieren (Hasen, Mäusen) auf den Menschen übertragen. Bisher ging man davon aus, dass die Erkrankung ausschließlich in den gemäßigten Breiten vorkommt. In tropischen Regionen war die Infektion bisher unbekannt. Es werden zwei Spezies des Erregers Francisella tularensis unterschieden. Dabei gilt die in Nordamerika auftretende Unterart Francisella tularensis subsp. tularensis (Typ A) als deutlich virulenter als der in Europa und Asien vorkommende Unterart Francisella tularensis subsp. holarctica. Bisher ist unklar, um welche Subspezies es sich im thailändischen Fall handelt. Das aktuelle Risiko für Reisende ist als sehr gering einzustufen, es sollte grundsätzlich jeder Kontakt zu wilden Nagetieren vermieden werden (ProMED, 18. März 2008).

Influenza in Hongkong
In Hongkong wurden alle Kindergärten und Grundschulen geschlossen, nachdem immer mehr Kinder und Beschäftige von Schulen an Influenza erkrankten. Aktuell sind mindestens 23 Schulen betroffen und mehrmals 180 Personen erkrankt. 3 Kinder sind an Infektionen des Respirationstrakts verstorben. Die vermutete Diagnose einer Influenza-Infektion muss hier noch virologisch bestätigt werden. Als Erreger konnte das Influenza-Virus des Serotyps A und Subtyp H1N1 identifiziert werden. Aktuell wird Reisenden nach Hongkong eine Influenza-Impfung dringend empfohlen (ProMED, 15. März 2008).

Brucellose in Russland
Im Distrikt Odintsovo in der Region Moskau ist in einer Schafsherde die Brucellose ausgebrochen. Nach den Angaben der Veterinärbehörden wurden die Schafe unter Umgehung der gültigen veterinärmedizinischen Bestimmungen aus der Region Volgograd nach Odintsovo importiert. Bisher wurden keine menschlichen Erkrankungen in Zusammenhang mit dem Ausbruch in der Schafsherde gemeldet. Der Besitzer und dessen Familienmitglieder befinden sich allerdings in medizinischer Betreuung und engmaschiger Kontrolle. Reisende nach Russland sollten grundsätzlich möglichst jeden Kontakt zu Tieren vermeiden und tierische Produkte nur in gut aufbereitetem Zustand verzehren (ProMED, 17. März 2008).



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