KW 10 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Hepatitis E in Uganda
Im Norden Ugandas, an der Grenze zum Sudan, wird ein Ausbruch von Hepatitis E berichtet. Das ugandische Gesundheitsministerium teilte mit, dass bisher mindestens 314 Erkrankungsfällen auftraten, 11 davon tödlich verlaufend. Betroffen sind insbesondere Personen im mittleren Alter. Als Risikofaktoren gelten die schlechte Hygiene in der betroffenen Region und die geringe Anzahl von vorhandenen Latrinen, so dass im Durchschnitt eine Latrine auf 120 Personen kommt. Üblicherweise wird das verwendete Gebrauchswasser gechlort. Nach den Angaben gab es zeitweise Versorgungsengpässe mit Chlortabletten, so dass möglicherweise die fehlende Chlorierung des Wassers zum Ausbruch führte. Reisende in die Region von Madi Opei sollten alle Maßnahmen der Nahrungs- , Trinkwasser- und persönlichen Hygiene peinlichst befolgen (ProMED, 4. März 2008).

Typhus auf den Philippinen
Innerhalb eines Monats sind mehr als 1.400 Personen mit Symptomen von Typhus in der Provinz Laguna rund 60 km südlich der Hauptstadt Manila in Krankenhäusern und Ambulatorien behandelt worden. Die Stadt Calamba erklärte jetzt den Notstand. Als Infektionsquelle und Übertragungsweg wird kontaminiertes Wasser angesehen. Nach Angaben von Krankenhausärzten steigt die Zahl der Erkrankungsfälle noch weiter an, so dass am Tag bis zu 100 neue Patienten mit entsprechender Symptomatik in den Krankenhäusern vorstellig werden. Reisende nach Calamba und in die Region Laguna sollten all Maßnahmen der Nahrungs-, Trinkwasser- und persönlichen Hygiene strikt befolgen. Ggf. sollte eine Typhus-Impfung vor Reiseantritt durchgeführt werden (ProMED, 5. März 2008).

Nipah Virus-Infektionen in Bangladesch

In den Distrikten von Marikganj und Rajbari, etwa 50 km nordwestlich der Hauptstadt Dhaka, sind mindestens 8 Menschen an Infektionen mit dem Nipah Virus verstorben. Mindestens 5 weitere Personen sind an Infektionen durch das von Flughunden ausgeschiedene Virus erkrankt. Die Gesundheitsbehörden warnen daher keine von Flughunden angefressenen Früchte zu verzehren. Auch der Genuss von aus entsprechenden Früchten hergestellten Säften, insbesondere aus Palmfrüchten und Datteln, sollte nicht getrunken werden. Nipah Virus verursacht beim Menschen eine Enzephalitis mit einer Letalität von etwa 40%. Reisende in die betroffene Region sollten jeden direkten Kontakt mit Flughunden vermeiden. Datteln und Palmfrüchte und daraus hergestellte Fruchtsäfte sollten nicht gegessen, bzw. getrunken werden (ProMED, 3. März 2008).

Poliomyelitis in Indien
In Indien wurden 2008 bisher 106 Fälle von Poliomyelitis diagnostiziert. Die Erkrankungen wurden bisher ausschließlich durch den Serotyp 3 verursacht. Mittlerweile wurde jetzt bei einem Erkrankten aus Dehli der Serotyp 1 identifiziert, zum ersten Mal wieder seit 2006. Der Serotyp 1 gilt als höher infektiös und virulenter als der Serotyp 3. Nach den Angaben der Website „Polioeradikation“ (http://www.polioeradication.org) zeigt sich aktuell in Indien ein Anstieg der Erkrankungsfälle im Vergleich zum Zeitraum des letzten Jahres, so dass die Gesundheitsexperten von einem Anstieg der Polio-Aktivität in Indien ausgehen. Als Bundesstaat mit der höchsten Aktivität gilt Bihar. Darum werden dort verstärkte Anstrengungen unternommen, um die Erkrankung einzudämmen. Reisende nach Indien sollten in jedem Fall über einen Impfschutz gegen Poliomyelitis verfügen (ProMED, 3. März 2008).

Cholera in Myanmar

Im Osten des südostasiatischen Staates Myanmar sind mindestens 61 Personen an Cholera erkrankt. Die betroffene Region wird von der sog. New Mon State Party kontrolliert und bezeichnet sich selbst als eigenständigen Staat. Die Erkrankungsfälle konzentrieren sich auf die Stadt Ananbon. Nach den Angaben der lokalen Gesundheitsbehörden sind nur wenige Kenntnisse zur Hygiene und Gesundheit in der hauptsächlich aus Flüchtlingen bestehenden Bevölkerung vorhanden. Dies führt immer wieder zu Ausbrüchen gastrointestinaler Infektionen. Reisende in die betroffene Region sollten alle Empfehlungen der Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene befolgen (ProMED, 5. März 2008).

Dengue Fieber in Trinidad

In Trinidad sind im Jahr 2008 bisher mehr als 100 Erkrankungsfälle von Dengue Fieber aufgetreten. Die Erkrankungsfälle traten über die gesamte Insel auf, es konnte kein Epizentrum des Ausbruchs identifiziert werden. Ein Grund für die erhöhte Aktivität des Dengue Virus auf der Insel scheint die Errichtung nicht genehmigter Wohnbauten zu sein. Zur Wasserversorgung wird dabei Regenwasser in großen Fässern gesammelt, die ideale Brutplätze für die übertragenden Stechmücken darstellen. Reisende nach Trinidad sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. März 2008).

Dengue Fieber in Peru
In den peruanischen Distrikten Loreto, La Libertad und Ucayali wurde der Dengue Fieber-Notstand ausgerufen, nachdem im Jahr 2008 bisher mehr als 1.400 Menschen an der durch Stechmücken übertragenen Infektion erkrankt sind. Am schwersten betroffen ist der Distrikt Loreto, der rund 60% aller Dengue Fieber-Fälle des Landes meldet. Reisende in die Regenwaldregionen Perus sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. März 2008).

Dengue Fieber in Vietnam
In Vietnam sind im Jahr 2008 bisher mehr als 4.000 Erkrankungsfälle von Dengue Fieber aufgetreten. Dies bedeutet einen deutlichen Anstieg der Fälle im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres. Betroffen sind insbesondere die zentralen und südlichen Provinzen des Landes. Ungewöhnlich ist die hohe Zahl von Erwachsenen, die im Rahmen der diesjährigen Aktivität betroffen sind. Erwachsene stellen etwa die Hälfte aller Erkrankungsfälle. Reisende in die zentralen und südlichen Provinzen des Jahres sollten die Empfehlungen der individuellen Stechmücken-Expositionsprophylaxe befolgen (ProMED, 6. März 2008).

Dengue Fieber auf den Philippinen
Von der philippinischen Provinz Negros Oriental wird eine deutlich erhöhte Dengue Virus-Aktivität gemeldet. Während in den ersten 8 Wochen des Jahres 2007 101 Erkrankungsfälle diagnostiziert wurden, sind es im gleichen Zeitraum dieses Jahres 174 Erkrankungen. In Negros Oriental ist, wie auch in anderen südostasiatischen Ländern ein drei- bis vierjähriges zyklisches Auftreten des Dengue Fiebers zu beobachten. Die Gründe hierfür sind nur unvollständig verstanden. Reisende nach Negros Oriental und auf den gesamten philippinischen Archipel sollten eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. März 2008).

Chikungunya Fieber in Sri Lanka
Nachdem bisher nur eine Zirkulation von Chikungunya Virus auf Sri Lanka vermutet wurde, da Reisende von anderen Inseln erkrankt waren, wird jetzt erstmals auch eine offizielle Bestätigung eines Ausbruchs gemeldet. Aktuell ist von mindestens 150 bestätigten Erkrankungsfällen auf der Insel die Rede. Betroffen scheint vorwiegend die Provinz Sabaragamuwa zu sein, die östlich der Hauptstadt Colombo gelegen ist. Genaue Informationen über das Ausmaß des Ausbruchs und seine geographische Ausbreitung fehlen jedoch. Reisende nach Sri Lanka sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Prophylaxe durchführen (ProMED, 7. März 2008).



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