KW 08 / 2010: Epidemiologische Informationen

Tollwut in den USAIm New Yorker Central Park werden weiterhin Fälle von Tollwut bei Waschbären nachgewiesen. Seit September wurden dort mehr als 35 Waschbären mit Tollwut gefunden. Die Parkbehörden beginnen nun mit einer Impfaktion um die Waschbären-Population sowie auch die Bevölkerung um den Central Park und Upper Manhattan vor der Virusinfektion zu schützen. Auch aus anderen US-Bundesstaaten wird eine erhöhte Tollwut-Aktivität in Waschbären berichtet, so in Baldwin County im US-Bundesstaat Alabama und in Camden County im US-Bundesstaat Alabama.
Die Gesundheitsbehörden der entsprechenden Bundesstaaten weisen weiterhin die Bevölkerung darauf hin, jeden direkten Kontakt mit Waschbären und deren Kadavern zu vermeiden und grundsätzlich Tiere mit auffälligem, insbesondere aggressivem Verhalten zu vermeiden. Haustiere sollten gegen Tollwut geimpft sein (ProMED, 17./20. Februar 2010).
Hepatitis E in IndienIn Shimla, der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Himachal Pradesh, sind innerhalb der letzten vier Wochen mehr als 160 Menschen an Hepatitis E erkrankt. Innerhalb eines Tages wurden bis zu 12 Patienten in private und öffentliche Krankenhäuser eingewiesen. Als Infektionsquelle wurde kontaminiertes Wasser identifiziert. Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde die Kontaminationsquelle lokalisiert und mittlerweile gestoppt. Reisende nach Indien und Südostasien sollten generell die allgemeinen Empfehlungen der Trinkwasser- und Nahrungsmittelhygiene beachten (ProMED, 19. Februar 2010).
Influenza-Impfstoff-Zusammensetzung 2010/2011Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Influenza-Impfstoff-Zusammensetzung für die nördliche Halbkugel für die kommende Influenza-Saison 2010/2011 bekannt gegeben. Danach müssen die verwendeten Impfstoffe eine H1N1-Komponente des California-Typs ("Schweine-Influenza"), eine H3N2-Komponente (Isolat des Jahres 2009) und eine Influenza b-Komponente (Brisbane-2008-ähnlich) enthalten. Damit wird es für die kommende Influenza-Saison keinen eigenen Impfstoff für die sog. Epidemische Influenza mehr geben. Die Komponente wird in den allgemeinen Influenza-Impfstoff integriert. Insgesamt werden damit zwei der drei Komponenten im Vergleich zum Impfstoff der aktuellen Saison geändert (ProMED, 19. Februar 2010).
Leptospirose in AustralienDie australischen Gesundheitsbehörden warnen vor dem Auftreten von Leptospirose. Mittlerweile sind nicht mehr nur die männlichen Erntearbeiter gefährdet. Die Erkrankung tritt aktuell verstärkt in Queensland bei Erntearbeitern auf Bananenfarmen und auf Zuckerrohrplantagen auf. Aufgrund der aktuellen Situation sind auch Touristen zunehmend gefährdet, insbesondere jüngere Rucksacktouristen, die mit kontaminiertem Wasser, bzw. lehmiger Erde in Kontakt kommen können. Reiserückkehrer aus Australien mit einem fieberhaften Infekt sollten auf Leptospirose untersucht werden, da eine frühzeitige Therapie lebensrettend sein kann. Reisende nach Queensland sollten direkten Haut-, bzw. Schleimhautkontakt mit Wasser oder wasserhaltiger Erde vermeiden (ProMED, 19. Februar 2010).
Cholera in Süd-Korea aus IndonesienAus Süd-Korea wird der erste Fall von Cholera im Jahr 2010 gemeldet. Es handelt sich um einen Reisenden, der sich vorher in Indonesien Jakarta und Bali aufgehalten hatte. Der genaue Infektionsort ist unklar. Es handelt sich um Vibrio cholerae‚O1, Biotyp Ogawa. Reisende nach Indonesien und auch in die dortigen Touristengebiete sollen die allgemeinen Trinkwasser- und Hygieneempfehlungen beachten (ProMED, 26. Februar 2010).
Cholera in KambodschaAus dem südostasiatischen Kambodscha wird eine erhöhte Cholera-Aktivität gemeldet. Die genaue Zahl der Erkrankungen und die geographische Ausbreitung der Erkrankung in Kambodscha sind unbekannt. In den letzten beiden Wochen waren in der Hauptstadt Phnom Penh täglich zwischen drei und fünf positive Proben aus medizinischen Einrichtungen diagnostiziert worden. Reisende nach Kambodscha sollen die allgemeinen Trinkwasser- und Hygieneempfehlungen beachten (ProMED, 26. Februar 2010).
Cholera in AngolaAus der angolanischen Provinz Benguela, im zentralen Westen des Landes, wird ein Cholera-Ausbruch gemeldet. In der dritten Februarwoche wurden sieben Fälle von Cholera diagnostiziert, davon verstarben zwei Patienten. Das genaue Ausmaß der Infektion ist unklar, Fälle wurden bisher aus dem Distrikt-Krankenhaus von Bocoio gemeldet. Infektionsquelle ist kontaminiertes Wasser. Reisende in die genannte angolanische Provinz sollen die allgemeinen Trinkwasser- und Hygieneempfehlungen beachten (ProMED, 26. Februar 2010).
Cholera in SimbabweIm Distrikt Mwenezi, in der südwestlichen Provinz Masvingo, sind mindestens neun Menschen an Cholera verstorben, mindestens weitere acht Patienten sind aktuell in Behandlung. Nach Angaben der lokalen Behörden scheint sich die Cholera in der Region weiter auszubreiten, das genaue Ausmaß des Ausbruchs ist allerdings nicht bekannt. Reisende in die genannte Provinz sollen die allgemeinen Trinkwasser- und Hygieneempfehlungen beachten (ProMED, 26. Februar 2010).
Q-Fieber in den NiederlandenAuf zwei weiteren Farmen in den Niederlanden wurde erstmals Q-Fieber bei Ziegen diagnostiziert. Eine der beiden Farmen mit mehr als 1.100 Ziegen liegt in Lunteren in der Provinz Gelderland. Die zweite Farm mit mehr als 850 Tieren liegt in der Gemeinde Koggenland in der Provinz Zuidermeer. Es handelt sich um das erste Auftreten des Q-Fiebers beim aktuellen Ausbruch in der Provinz Zuidermeer. Damit bleiben allein Friesland und Zeeland bisher frei von Q-Fieber. Reisende in die Niederlande sollen jeden direkten Kontakt mit Ziegen vermeiden und aufgrund der hohen Infektiosität - auch als Aerosol - Ziegenfarmen grundsätzlich nicht betreten (ProMED, 21. Februar 2010).
Tollwut in ArgentinienIn der argentinischen Provinz Misiones sind vier Rinder und ein Pferd an Tollwut erkrankt und verendet. Als Überträger konnten sog. Vampir-Fledermäuse (Desmodes rotundus) identifiziert werden. Das Vieh wird auf der Weide in der Nacht von den Fledermäusen angeflogen und mit den scharfen Zähnen angeritzt. Das austretende Blut wird aufgeleckt. Im Speichel finden sich Substanzen, die die Gerinnung des Bluts hemmen. Die Tollwut-Viren werden mit dem Speichel und ggf. mit dem Kot ausgeschieden und infizieren so die Rinder, bzw. Pferde. Auch andere Warmblüter und Menschen können infiziert werden und erkranken. Veterinär-Experten vermuten, dass weitere Tiere erkranken und verenden werden, da große Kolonien von Fledermäusen in ihren Schlafplätzen aufgefunden wurden und empfehlen dringend, alle Weidetiere gegen Tollwut zu impfen. Reisende nach Misiones sollten während der Nacht nicht im Freien campieren oder schlafen (ProMED, 22. Februar 2010).
Milzbrand in SchottlandDer Milzbrandausbruch unter iv-Heroinabhängigen in Schottland fordert weitere Erkrankungen und Opfer. Mittlerweile wurden insgesamt 24 infizierte Patienten gemeldet und davon 10 Todesfälle. Der letzte Erkrankungsfall ereignete sich in Dumfries & Galloway. Es handelt sich um den ersten Fall eines Milzbrands in dieser Region, so dass von einer weiteren Ausbreitung des kontaminierten Rauschgifts in Schottland auszugehen ist. Die Gesundheitsbehörden warnen Drogenabhängige eindringlich vor dem Erwerb und der Anwendung von im Umlauf befindlichen Heroin (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in MalaysiaIm malaysischen Bundesstaat Penang wurden von den Gesundheitsbehörden aktuell vier Hotspots mit Dengue-Fieberübertragung identifiziert: Air Itam, Realu und zwei Regionen in Batu Uban. Die Behörden geben nun eine Warnung an alle Bewohner der genannten Regionen aus, dass Patienten mit Fieber zur sofortigen Behandlung in der nächsten Klinik aufsuchen sollen. Reisende nach Penang sollten generell eine ganztägige Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in IndonesienIn verschiedenen Teilen Indonesiens wird aktuell über eine erhöhte Dengue-Fieberaktivität berichtet. Auf der Insel Java sind in der im Osten gelegenen Stadt Kediri innerhalb der letzten Wochen mehr als 100 Menschen erkrankt und mindestens zwei Kinder an der Infektion verstorben. In der westjavanischen Stadt Bekasi sind innerhalb der ersten beiden Wochen im Februar bereits knapp 100 Patienten mit Dengue-Fieber behandelt worden. Dort wird ein Anstieg der Aktivität aufgrund der anhaltenden Regenzeit erwartet. Auf der indonesischen Insel Bali wird im größten Krankenhaus, dem Sanglah Central Hospital, mittlerweile bei mehr als der Hälfte der täglich aufgenommenen Patienten Dengue-Fieber diagnostiziert. Auch dort wird ein weiterer Anstieg der Virusaktivität erwartet. Reisende nach Indonesien und insbesondere nach Java und Bali sollen über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in Sri LankaIn Sri Lanka wurden seit Beginn des Monats Februar im Distrikt Jaffna bereits rund 500 Erkrankungsfälle und im Distrikt Gampaha seit Jahresbeginn bereits mehr als 800 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber registriert. Die nationalen Gesundheitsbehörden sprechen von einem alarmierenden Anstieg der Erkrankungsfälle, insbesondere in diesen beiden Distrikten des Inselstaats. Landesweit wurden bisher bereits mehr als 6.600 Erkrankungsfälle seit Jahresbeginn gemeldet. Reisende nach Sri Lanka sollten über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in Amerikanisch-SamoaAus der pazifischen Inselgruppe Amerikanisch-Samoa wird ein Dengue-Fieberausbruch gemeldet. Im Januar waren insgesamt 42 Erkrankungsfälle registriert worden, ein Anstieg gegenüber dem Dezember um mehr als das Doppelte. Auf Amerikanisch-Samoa herrscht weiterhin Regenzeit, so dass mit einem Ansteigen der Stechmücken-Populationen und der Dengue-Aktivität zu rechnen ist. Über den verursachenden Dengue-Virustyp sowie die übertragende Stechmückenart wurden keine Angaben gemacht. Reisende nach Amerikanisch-Samoa sollten über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in SüdamerikaAus vielen Ländern Südamerikas wird eine erhöhte Dengue-Aktivität gemeldet. Bisher wurden Infektionen mit Dengue-Viren mindestens 2 Millionen Erkrankungsfälle und 37 Todesfälle zugeschrieben. In Kolumbien wurden bisher rund 15.000 Erkrankungen und 18 Todesfälle diagnostiziert. Brasilien meldet das erstmalige Auftreten eines Dengue-Virus vom Serotyp 1 seit mehr als 10 Jahren. Am meisten betroffen sind die Bundesstaaten Gioiana (25.000 Fälle, 5 Todesfälle), Mato Grosse (15.500 Erkrankungsfälle, 8 Todesfälle), Mato Grosso do Sul (15.000 Erkrankungsfälle, 2 Todesfälle) und Brasilia (1.400 Erkrankungsfälle, 2 Todesfälle). Paraguay wurde in einen Dengue-Fieber-Alarmzustand versetzt, nachdem hier mehr als 1.500 Infektionen diagnostiziert worden waren. In Argentinien wurden bisher knapp 500 Erkrankungsfälle gemeldet. Betroffen ist hier insbesondere die Provinz Misiones, an der Grenze zu Brasilien und Paraguay. Bolivien untersucht aktuell mehr als 800 Verdachtsfälle in den Regionen an der Grenze zu Brasilien. Dort sind mindestens sechs von neun Departements betroffen. Ekuador berichtet über rund 1.800 Erkrankungsfälle, davon 45 mit schwerem hämorrhagischen Verlauf. Nähere Angaben zum geographischen Auftreten wurden hier nicht gemacht. Für Peru sind keine offiziellen Zahlen verfügbar, allerdings wird von einem Ausbruch im Norden des Landes berichtet. Im Belen-Krankenhaus in der Trujillo wurden bisher rund 20 bestätigte und mehr als 30 weitere Verdachtsfälle untersucht und behandelt. Reisende in die gesamt tropische und subtropische südamerikanische Region müssen aktuell mit dem Auftreten von Dengue-Fieber rechnen und sollten Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Dengue-Fieber in ZentralamerikaIn Zentralamerika wird augenblicklich ein Anstieg der Erkrankungsfälle, insbesondere in Costa Rica (426 Patienten) und in Nikaragua (180 Erkrankungsfälle), beobachtet. In San Salvador (rund 1.300 Erkrankungsfälle) wird ein Anstieg der Erkrankungsfälle um fast das Zehnfache gegenüber dem Vorjahr gemeldet. Allein in Mexiko (bisher rund 700 Erkrankungsfälle) wurde ein Abfall der Erkrankungsfälle im Vergleich zum Vorjahr um ca. 30% berichtet. Die Gesundheitsbehörden führen dies auf die umfangreichen Stechmücken-Bekämpfungsmaßnahmen zurück, die aktuell in gefährdeten Regionen des Landes durchgeführt werden. Reisende in die genannten Länder Mittelamerikas sollten aktuell Maßnahmen zum Schutz vor Stechmücken (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 22. Februar 2010).
Tollwut in ThailandIn der thailändischen Hauptstadt Bangkok ist eine Tierhändlerin an Tollwut verstorben. Sie hatte Hundewelpen aus Chiang Mai nach Bangkok transportiert, um sie dort auf einem Wochenendmarkt zu verkaufen. Der Hundebiss wurde von einem dreijährigen Rottweiler verursacht, der kurze Zeit später verendet. Auch weitere 8 Welpen waren vermutlich gebissen worden und an Tollwut verendet. Die städtischen Behörden haben nun 400.000 Impfköder beschafft, um ein Ausbreiten der Virusinfektion in der städtischen Hunde- und Katzenpopulation zu verhindern. Reisende werden eindrücklich aufgefordert, jeden direkten Kontakt mit streunenden Hunden und Katzen zu vermeiden und auch keine entsprechenden Tiere aufzunehmen (ProMED, 23./26. Februar 2010).
Milzbrand in SimbabweIn der Ortschaft Mwenezi, in der Provinz Masvingo, sind innerhalb weniger Tage mehr als 50 Rinder an Milzbrand verendet. Bisher wird nicht über menschliche Erkrankungsfälle berichtet. Die Provinz Masvingo besitzt eine Schlüsselstellung für die Produktion von Rindern und Rinderprodukte in Simbabwe. Damit herrscht Angst vor einem weiteren Ausbreiten des Milzbrands in der Region. Es werden augenblicklich Impfstoffe für Rinder beschafft, um die dortigen Rinderpopulationen zu impfen. Reisende sollten jeden direkten Kontakt zu Rindern oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 23. Februar 2010).
Milzbrand in ArgentinienIn der Provinz Buenos Aires, in der Nähe des Laguna de Sauce Grande, wurde bei vier Rindern einer frei grasenden Herde Milzbrand festgestellt, nachdem die Tiere aus völliger Gesundheit plötzlich verendet waren. Nach lokalen Angaben war dort seit 30 Jahren kein Milzbrand mehr beobachtet worden. Der Infektionsweg ist unklar. Milzbrand tritt immer wieder auf, wenn im Boden enthaltene Sporen durch heftige Regenfälle an die Oberfläche gespült werden und dort von den grasenden Tieren aufgenommen werden. Reisende sollten jeden direkten Kontakt zu Rindern oder Tierkadavern vermeiden und Fleisch ausschließlich in gut durchgegartem Zustand verzehren (ProMED, 23. Februar 2010).
Norovirus auf Kreuzfahrtschiff in KaribikAuf einem Kreuzfahrtschiff der Reederei Celebrity Cruises wird ein Ausbruch mit Gastroenteritis beobachtet. Insgesamt sind 300 von 1.800 auf dem Schiff befindlichen Personen erkrankt. Aufgrund der hohen Zahl von Patienten wurde zusätzliches medizinisches Personal auf das Schiff eingeflogen. Es wird vermutet, dass es sich um einen Norovirus-Ausbruch handelt, wobei die finale Diagnose noch aussteht. Norovirus-Ausbrüche waren in den letzten Jahren immer wieder auf Kreuzfahrtschiffen beobachtet worden. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde hat die Häufigkeit jedoch in den letzten Jahren abgenommen. Reisende auf Kreuzfahrtschiffen sollten jedoch die allgemeinen Hygiene-Maßnahmen besonders beachten und häufig die Hände desinfizieren (ProMED, 23. Februar 2010).
Kongenitale Syphilis in BrasilienIm brasilianischen Bundesstaat Ceara wird eine starke Zunahme der kongenitalen Syphilis beobachtet. Während im Jahr 2008 13 Fälle diagnostiziert wurden, waren im Jahr 2009 insgesamt 217 Fälle einer kongenitalen Syphilis diagnostiziert worden. Im Jahr 2010 sind bisher bereits 2 Fälle der Treponemeninfektion von der Mutter auf das Neugeborene übertragen worden. Die Ursachen für diesen Anstieg sind unklar. Allerdings sind im überwiegenden Teil der Bevölkerung keine Kenntnisse zur Übertragung der Infektion und zu Möglichkeiten der Vermeidung vorhanden. Grundsätzlich sollte daher jeder Intimkontakt mit Einheimischen nur geschützt stattfinden (ProMED, 24. Februar 2010).
Malaria in KambodschaIn Kambodscha hat man im letzten Jahr einen deutlichen Anstieg der Malaria-Fälle registriert. Während im Jahr 2008 rund 58.000 Erkrankungsfälle diagnostiziert worden waren, wurden im Jahr 2009 mehr als 80.000 Fälle nachgewiesen. Als Ursachen für diesen Anstieg werden u.a. das frühe Einsetzen des Monsun-Regens, die zunehmende Migration der Bevölkerung in bewaldete Regionen und die abnehmende Wirksamkeit von Artemisinin-Präparaten in der Region genannt. Reisende, insbesondere in die Mekong-Region Kambodschas, sollten eine Chemo- und Expositionsprophylaxe entsprechend den Empfehlungen der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft durchführen (ProMED, 23. Februar 2010).
Masern auf den PhilippinenIn der Stadt Tarlac nördlich von Manila, auf der Hauptinsel Luzon, sind mindestens sieben und möglicherweise bis zu 16 Personen an Masern erkrankt. Es handelt sich um Jugendliche im Alter zwischen sieben und 16 Jahren, die nach deren Impfangaben gegen Masern geimpft worden waren. Damit handelt es sich vermutlich um Impfversager. Im ganzen Land wurden innerhalb von zwei Monaten fast 700 Erkrankungsfälle registriert. Die meisten dieser Fälle sind allerdings ungeimpft. Betroffen sind die Provinzen Manila, Cavite, Quezon und Lanao del Sur. Die Behörden empfehlen Patienten mit Masern-Verdacht zu isolieren und insbesondere nicht mit ungeimpften Kindern (Neugeborenen, Säuglingen) in Kontakt zu bringen. Reisende auf die Philippinen sollten grundsätzlich einen Schutz gegen Masern aufweisen (ProMED, 23./24. Februar 2010).
Tollwut in IsraelIn Israel sind seit Jahresbeginn bereits 10 Hunde mit Tollwut diagnostiziert worden. Es handelt sich um streunende Hunde, die mittlerweile auch die seltenen Rot- und Dammhirsche in Israel bedrohen. Bisher allerdings wurde die Tötung streunender Hunde in Israel nicht erlaubt. Zoologen befürchten jedoch ein weiteres Umsichgreifen der Infektion, wenn den streunenden Hunden nicht Einhalt geboten wird. Reisende nach Israel sollten jeden direkten Kontakt mit streunenden Hunden oder Katzen vermeiden und im Fall eines entsprechenden Kontakts sofort einen Arzt aufsuchen (ProMED, 25. Februar 2010).
Chikungunya-Fieber in IndonesienDie Gesundheitsbehörden haben in der Provinz Lampung, im Süden der Insel Sumatra, eine Warnung vor Chikungunya-Fieber ausgesprochen, nachdem im dortigen Bakauheni-Distrikt mehr als 120 Erkrankungsfälle an Chikungunya-Fieber innerhalb weniger Tage auftraten. Die Ursache für den Ausbruch wird ein Anstieg der Aedes aegypti-Populationen genannt, die sich in den dortigen Kakao-Plantagen stark vermehren konnten. Seit Dezember 2009 wurden in der Provinz bereits mehr als 12.000 Fälle von Chikungunya-Fieber diagnostiziert. Reisende nach Sumatra sollten aktuell über das erhöhte Infektionsrisiko informiert werden und eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 25. Februar 2010).
Gelbfieber in KamerunIm Distrikt Bandjoun, im Westen Kameruns, sind drei Menschen am Gelbfieber erkrankt. Alle drei Patienten sind am Gelbfieber verstorben. Eine serologische Untersuchung in der betroffenen Wohnregion der drei Patienten erbrachte bisher keine weiteren serologischen Hinweise für menschliche Infektionen. Im Jahr 2009 wurde aufgrund eines Gelbfieber-Ausbruchs eine Impfkampagne durchgeführt und dabei rund 7,5 Millionen Menschen geimpft. Die aktuell betroffenen Distrikte von Banjoun und Fatun waren damals nicht mit geimpft worden. Dieses Beispiel zeigt, dass mit dem Gelbfieber in seinen Verbreitungsgebieten in Afrika überall zu rechnen ist. Reisende nach Kamerun müssen eine gültige Gelbfieber-Impfung bei der Einreise vorweisen (ProMED, 25. Februar 2010).
Rift Valley Fieber in SüdafrikaAus der Provinz Free State in Südafrika wird ein Rift Valley Fieber-Ausbruch bei Schafen gemeldet. Das Auftreten der Erkrankung wurde durch abortierende Schafe offenbar. Das genaue Ausmaß der Aktivität ist bisher nicht klar. Menschliche Erkrankungsfälle traten bisher nicht auf. Rift Valley Fieber wird durch Stechmücken übertragen. Auch tierische Produkte virämischer Nutztiere können das Virus übertragen. Reisende nach Free State in Südafrika sollten augenblicklich einen ganztägigen Stechmücken-Schutz (individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe) durchführen (ProMED, 25. Februar 2010).
Meningokokken-Meningitis in AfrikaIm so genannten Meningitis-Gürtel in Afrika südlich der Sahara hat die Meningokokken-Aktivität in diesem Jahr deutlich früher als gewöhnlich eingesetzt. Betroffen sind die Länder südlich der Sahara von Ghana bis nach Äthiopien. Hohe Erkrankungszahlen zeigen sich momentan in Burkina Faso, Togo, Tschad und Ghana. Über den verursachenden Serotyp wurden keine Aussagen gemacht, allerdings ist von einem epidemischen Stamm der Serotypen A oder W auszugehen. Reisende in den Meningokokken-Gürtel sollten augenblicklich bei Haushaltskontakten mit Einheimischen einen Immunschutz gegen die Serotypen A und W aufweisen (ProMED, 23./25. Februar 2010).