KW 06 / 2008: Epidemiologische Informationen

Tollwut in ChinaIn der chinesischen Hauptstadt Beijing ist im Januar 2007 schon mindestens 1 Mensch an der Tollwut verstorben. Es handelt sich um einen Bauern, der einen Schäferhund-Welpen am Straßenrand fand und ihn mit nach Hause nahm. Beim Fang des streunenden Hundes erlitt er mehrere Bisse in den Zeige- und Mittelfinger. Es wurde nur eine Wunddesinfektion und keine Postexpositions-Prophylaxe durchgeführt. 4 Wochen später erkrankte der Bauer an der Tollwut und verstarb. Seit Monaten werden streunende Hunde eingefangen. Trotzdem wurden allein im Jahr 2006 mehr als 140.000 Menschen nach Hundebissen in Krankenhäusern behandelt. Reisende nach China, auch in der Hauptstadt Beijing, sollten jeglichen Kontakt mit Hunden vermeiden (ProMED, 5. Februar 2007).
Gelbfieber in BolivienEin 17jähriger Mann verstarb in einem Krankenhaus in La Paz am Gelbfieber. Die Infektion erfolgte in der Stadt Asunta in der Region Yungas, im Osten der Anden. Es handelt sich um den ersten Gelbfieber-Fall in Bolivien im Jahr 2007. Der Infektionsort ist als Gelbfieber-endemisches Gebiet bekannt. Die Gesundheitsbehörden planen Massenimpfungen in der betroffenen Region. Reisende in die tropischen Regionen Boliviens sollten über eine gültige Gelbfieber-Impfung verfügen mit Dokumentation in einem internationalen Impfpass und einem Impfzeitpunkt mindestens 10 Tage vor Reiseantritt (ProMED, 6. Februar 2007).
Rift Valley Fieber in TansaniaRift Valley Fieber breitet sich in Ostafrika weiter aus. Mittlerweile werden mindestens 2 Todesfälle aus Tansania gemeldet. Die Patienten stammten aus einem Dorf in der nördlichen Arusha-Region. Die Verbreitung und das genaue Ausmaß der Infektion sind augenblicklich unbekannt. Reisende in die betroffene Region sollten daher eine ganztägige Mücken-Expositionsprophylaxe durchführen und jeden Kontakt mit Rindern und Haustieren (v.a. deren Blut und Fleisch) vermeiden (ProMED, 6. Februar 2007).
Dengue Fieber in SüdamerikaIn 3 südamerikanischen Ländern wurde in der letzten Woche eine Dengue-Warnung ausgegeben. Es handelt sich um Paraguay (Regionen Asuncion, Central, amambay, Alto Parana, Cordillera, Guaira), Bolivien (Santa Cruz, Beni) und Brasilien (Mato Grosso). Alle Regionen liegen benachbart. Die genaue Situation mit Zahl der Erkrankten und Ausmaß des Ausbruchs sind aktuell unklar. Reisende in die genannten Regionen und auch daran angrenzende Regionen sollten daher aktuell ganztägig eine Mücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 6. Februar 2007).
Milzbrand in SimbabweIm Nordosten Simbabwes, im Distrikt Ost-Mashonaland, sind in mindestens 3 Dörfern menschliche Erkrankungsfälle von Milzbrand aufgetreten. Die Infektionen erfolgten durch Kontakt mit infizierten Rindern. Vermutlich handelt es sich um Hautformen des Milzbrands. Über die betroffene Region wurde eine Quarantäne verhängt. Damit dürfen dort keine Rinder mehr transportiert werden. Mittlerweile wurden mehrere tausend Rinder geimpft. Allerdings ist das Ausmaß der Infektion auch in der Wildtierpopulation bisher unklar. Reisende in die betroffenen Regionen sollten sich von allen kranken Tieren oder Kadavern fernhalten und jeden direkten Kontakt vermeiden. Fleisch sollte ausschließlich in gut durchgegartem Zustand gegessen werden (ProMED, 6. Januar).
Milzbrand in Victoria, AustralienIm Goulbourn Valley, im australischen Bundesstaat Victoria, sind auf mindestens 2 Farmen Fälle von Milzbrand aufgetreten. Aktuell sind mindestens 29 Rinder verstorben. Aktuell werden mehr als 10.000 Rinder geimpft. Staatliche Veterinäre schließen augenblicklich nicht aus, dass sich der Milzbrand noch weiter ausbreitet. Reisende in das betroffene Tal in Victoria sollten jeden direkten Kontakt mit Rindern vermeiden (ProMED, 7. Februar 2007).
Malaria in JamaikaIn der jamaikanischen Hauptstadt Kingston treten weiterhin Fälle von Malaria tropica auf. Das Ausmaß des Ausbruchs ist weiterhin unklar, deshalb hat jetzt die amerikanische Seuchenbehörde CDC eine Empfehlung für eine Chemoprophylaxe ausgegeben. Danach sollten Reisende, die in Kingston übernachten, eine Prophylaxe mit Chloroquin durchführen. Reisende in andere Regionen Jamaikas sind von dieser Empfehlung nicht betroffen. Aktuell sollte bei Reisen nach Jamaika daher eine besonders intensive reisemedizinische Beratung durchgeführt werden und bei längeren Aufenthalten in Kingston ggf. die Durchführung einer Chemoprophylaxe erwogen werden (ProMED, 9. Februar 2007).
Meningokokken-Infektionen in AfrikaNeben dem Sudan wird ein epidemisches Auftreten der Meningokokken-Meningitis auch aus Uganda und aus Burkina Faso gemeldet. In Uganda ist besonders die Provinz West Nile betroffen, mit seit Beginn des Jahres rund 1.000 Erkrankungsfällen. Aktuell werden dort mehr als 400.000 Menschen geimpft. In Burkina Faso ist von rund 800 Erkrankungsfällen die Rede. Hier wurde der epidemische Grenzwert in den Provinzen Banfora, Batie und Sapouy überschritten. Als Ursache konnten Meningokokken vom Serotyp A identifiziert werden. Aktuell sollten Reisende nach Afrika in den sog. Meningitis-Gürtel über eine Impfung gegen Meningokokken (ACWY) verfügen (ProMED, 7. Februar 2007).
Meningokokken- Meningitis in den Vereinigten Arabischen EmiratenAus dem Arabischen Emirat Dubai wird ein Meningokokken-Meningitis-Ausbruch berichtet. Aktuell sind 4 Schüler der „Our Own Indian School“ erkrankt, die von allen 4 Kindern besucht wird. Über den Erreger wurden keine Information mitgeteilt, es werden jedoch Meningokokken vermutet. Der Serotyp ist bisher nicht bekannt. Aktuell wurden die Eltern aller Schüler der Schule über ein mögliches Infektionsrisiko informiert. Reisende, insbesondere Kinder, nach Dubai sollten bei familiären Kontakten mit Einheimischen über eine Meningokokken-Impfung (ACWY) verfügen (ProMED, 7. Februar 2007).
Poliomyelitis in Afrika und AsienAktuell werden aus dem Tschad (erster Fall seit 2005), aus Kamerun1 Fall), aus Nigeria (7 Fälle aus der Nordprovinz), aus Indien (6 Fälle aus Bihar und Uttar Pradesh) und Pakistan (2 Fälle) berichtet. Die molekularbiologische Charakterisierung der untersuchten Virusisolate ergab weiterhin zwei Hotspots. Die afrikanischen Erkrankungsstämme zeigen hohe Ähnlichkeit mit den in Nigeria zirkulierenden Virus-Wildtypen, während in Asien weiterhin Indien als Ausgangspunkt für Infektionen gilt. Reisende nach Afrika und Asien sollten weiterhin über eine gültige Poliomyelitis-Impfung verfügen (ProMED, 7. Februar 2007).