KW 03 / 2010: Epidemiologische Informationen

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Pandemische Influenza in China
Die chinesischen Gesundheitsbehörden haben eine Warnung an ihre Bevölkerung ausgegeben. Danach sollen Reisende, die während des traditionellen chinesischen Neujahrsfests Reisen planen, vorher eine Impfung gegen die pandemische Form der Influenza (H1N1-Influenza, „Schweinegrippe“) durchführen zu lassen. Diese Empfehlung gilt insbesondere für Risikopersonen (Schwangere, Kinder, ältere Personen, stark übergewichtige Personen und Patienten mit Grunderkrankungen). Erfahrungsgemäß steigt im Zeitraum des chinesischen Neujahrsfests die Zahl der Infektionen des Respirationstrakts stark an, da es zu einer landesweiten Verschleppung der Virusstämme durch die Reisenden kommt. Reisende aus Deutschland, die in der angegebenen Zeit nach China reisen, sollten ggf. eine entsprechende Impfung durchführen lassen, wenn sie einer der Gruppen angehören, für die die Impfung empfohlen wird (ProMED, 16. Januar 2010).

Legionellose in Frankreich
Seit Weihnachten sind sieben Patienten mit Legionellose in das Universitätsklinikum der südfranzösischen Stadt Nizza eingewiesen worden. Der Ursprung der Infektionen wird aktuell untersucht. Im Verdacht steht ein Kühlturm einer Fabrik, aber auch schlecht gewartete Klimaanlagen können Infektionsquelle für Legionellose-Ausbrüche sein. Reiserückkehrer von der französischen Riviera und insbesondere aus Nizza mit Fieber und anhaltendem Husten sollten augenblicklich auch auf Legionellose untersucht werden, da eine verspätete oder falsche Therapie der Legionellose mit einer Letalität bis zu 15% einhergehen kann (ProMED, 16. Januar 2010).

Kawasaki-Syndrom in Vietnam
In der vietnamesischen Hauptstadt Ho Chi Minh-Stadt wird augenblicklich ein ungewöhnlicher Anstieg von Patienten mit Kawasaki-Syndrom beobachtet. Betroffen sind ausschließlich Kinder unter 5 Jahren. Es handelt sich um eine schwere fieberhafte Erkrankung Extremitätenschwellung, Exanthem, Lymphknotenschwellung, Konjunktivitis und Hautdesquamation. Als Komplikationen können Aneurysmen oder Dilatation der Koronararterien auftreten.  Die Ursache ist unbekannt, jedoch wird seit langem eine infektiöse Ursache vermutet. Aus Südostasien zurückkehrende Kleinkinder mit entsprechender Symptomatik sollten zur weiteren Abklärung stationär eingewiesen werden (ProMED, 16. Januar 2010).

Masern in Namibia
Nur fünf Monate nach dem Auftreten des ersten Masernfalls in der namibischen Region Kunene sind mittlerweile mehr als 1.000 Patienten mit der Virusinfektion diagnostiziert worden. Mittlerweile nimmt die Zahl der wöchentlich neu diagnostizierten Erkrankungsfälle ab. Die lokalen Gesundheitsbehörden gehen davon aus, dass der Gipfel des Ausbruchs damit überschritten ist. Reisende nach Namibia sollten vor Reisenantritt ihren Masern-Immunstatus überprüfen und ggf. vervollständigen (ProMED; 18. Januar 2010).

Milzbrand in Argentinien
In der argentinischen Provinz Buenos Aires sind auf einem Gehöft vier Rinder an Milzbrand verendet. Die Mutter des Besitzers hatte direkten Hautkontakt mit den Kadavern der Rinder und entwickelte Hautmilzbrand. Daraufhin wurde an allen Personen, die mit den Kadavern in direkten Kontakt gekommen waren, eine Antibiotika-Prophylaxe durchgeführt. Milzbrand tritt immer wieder vereinzelt oder in kleinen Ausbrüchen bei den Viehherden der argentinischen Pampa auf. Reisende in dieser Region sollten jeden direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder mit Tierkadavern vermeiden (ProMED, 19. Januar 2010).

Hantavirus-Kardiopulmonales Syndrom in Chile
In der chilenischen Region von Araucania ist ein 24jähriger Junge am Hantavirus Kardiopulmonalen Syndrom erkrankt. Nach Auskunft der Krankenhaus-Ärzte besteht keine Lebensgefahr mehr für den Patienten, er befindet sich auf dem Weg der Besserung. In der identischen Region sind schon mehrere entsprechende Erkrankungsfälle aufgetreten. Es wird vermutet, dass es sich um Infektionen mit dem Andes-Virus handelt, das von der Langschwanz-Reisratte übertragen wird. Die Behörden raten dringend, jeden direkten Kontakt mit Nagetieren zu vermeiden und Maßnahmen zum Schutz vor einer Infestation von Gebäuden und Räumlichkeiten mit Nagetieren zu ergreifen (ProMED; 19. Januar 2010).

Masern in Simbabwe
Der Masern-Ausbruch in Simbabwe scheint sich weiter zu verschlimmern. Aktuell ist von mehr als 1.00 Erkrankungsfällen und mindestens schon 42 Todesfällen die Rede. Die Zahl der Neuerkrankungen scheint weiterhin anzusteigen, so dass die Gesundheitsbehörden vor Ort von einer weiteren Verschlimmerung des Ausbruchs ausgehen. Am schlimmsten betroffen ist die Hauptstadt Harare mit allein rund einem Drittel aller Erkrankungsfälle. Betroffen sind vor allem, aber nicht ausschließlich, Mitglieder einer religiösen Sekte, die Impfungen ablehnen. Reisende nach Simbabwe sollten vor Reisenantritt ihren Masern-Immunstatus überprüfen und ggf. vervollständigen (ProMED; 18. Januar 2010).

Dengue-Fieber in Malaysia
Im malaysischen Bundesstaat Sarawak sind im vergangenen Jahr mehr als 4.500 Erkrankungsfälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Dies bedeutet eine Verdreifachung im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres 2008, als 1527 Fälle gemeldet worden waren. Am stärksten betroffen waren die Distrikte Miri, Kuching, Sibu, Sri Aman und Sarikei. Experten rechnen weiterhin mit einer hohen Aktivität des Dengue-Fiebers in Sarawak. Reisende nach Malaysia und insbesondere nach Sarawak und in die genannten Distrikte sollten daher eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 19. Januar 2010).

Dengue-Fieber in Indonesien
In mehreren Regionen Indonesiens wird eine hohe Dengue-Fieber-Aktivität beobachtet. In Ost-Kalimantan sind im neuen Jahr bereits 176 Patienten erkrankt und zwei Patienten am Dengue-Fieber verstorben. In Ost-Java waren es in diesem Jahr bereits 141 Erkrankungsfälle. Experten erwarten auch hier einen weiteren Anstieg der Erkrankungsfälle in Indonesien. Reisende nach Indonesien, insbesondere nach Kalimantan und Java und in die genannten Distrikte sollten daher eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 19. Januar 2010).

Dengue-Fieber in Sri Lanka
In der Region Jaffnar im äußersten Norden des Inselstaats Sri Lanka sind im Dezember 2009 rund 300 Menschen, im Januar 2010 bisher schon mehr als 350 Erkrankungsfälle, an Dengue-Fieber erkrankt. 15 Menschen sind im genannten Zeitraum am Dengue-Fieber verstorben, davon 13 Kinder. Die Behörden haben  nun ein Bekämpfungsprogramm in der betroffenen Region initiiert. Reisende nach Indonesien, insbesondere nach Kalimantan und Java und in die genannten Distrikte sollten daher eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 19. Januar 2010).

Dengue-Fieber in der Karibik
Aus mehreren Inseln in der Karibik wird eine hohe Dengue-Fieber-Aktivität berichtet. In Guadeloupe wird seit Ende Dezember ein starker Anstieg der gemeldeten Fälle und Verdachtsfälle beschrieben. Allein innerhalb einer Woche im Januar wurden in Guadeloupe 260 Verdachtsfälle registriert. In Saint Martin dagegen scheint der Gipfel der Aktivität erreicht zu sein. Nach mehr als 200 Erkrankungsfällen in der ersten Januarwoche waren es in der zweiten Woche des Monats nur rund 100 Fälle. Auf der Insel Saint Barthelemy war nach einem ersten Gipfel im November 2009 ein Abfall der Fälle gegen Ende Dezember und ein erneuter Anstieg im Januar beobachtet worden. Damit ist auf dieser Insel die epidemische Schwelle im Januar wieder überschritten. Reisende in die Karibischen Inseln und insbesondere auf die genannten Inseln sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 19. Januar 2010).

Dengue-Fieber in Brasilien
Im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso ist die Zahl der Dengue-Fieberfälle im Januar um 20% gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres angestiegen. Insgesamt wurden seit Jahresbeginn bereits 1.350 Fälle registriert. Bisher wurden im Bundesstaat Mato Grosso 26 Fälle von Dengue Hämorrhagischem Fieber mit mindestens vier Todesfällen durch Dengue-Fieber berichtet. Reisende in den Bundesstaat Mato Grosse sollten eine ganztägige individuelle Stechmücken-Expositionsprophylaxe durchführen (ProMED, 19. Januar 2010).

Tollwut in den USA
Im New Yorker Central Park wurden innerhalb der letzten zwei Wochen mindestens acht Waschbären mit Tollwut gefunden. Im vergangenen Jahr waren insgesamt zwölf tollwütige Waschbären gefundne worden. In den Jahr 2001 bis 2008 war dagegen jeweils nur bei einzelnen Waschbären im Central Park eine Tollwut diagnostiziert worden. Damit ist seit letztem Jahr ein Anstieg der Tollwut-Aktivität um das mindestens Zehnfache zu verzeichnen. Die hauptsächliche Tollwut-Aktivität findet sich insbesondere im Norden des Parks zwischen der 80. und 110. Strasse. Reisende nach New York sollten jeden direkten Kontakt mit Waschbären vermeiden und im Fall eines solchen Kontakts unverzüglich einen Arzt aufsuchen (ProMED, 22. Januar 2010).

Hämorrhagisches Fieber mit Renalem Syndrom in Russland
Die Erkrankungsfälle von Hämorrhagischem Fieber mit Renalem Syndrom sind im Distrikt Yaroslavl, nördlich von Moskau, stark angestiegen. Aktuell wurden im Januar bereits sieben Neuerkrankungen diagnostiziert. Die epidemische Situation wird von den Behörden als aktuell ernst eingeschätzt. Die Nagerpopulation ist aufgrund des milden Winters und der aus finanziellen Gründen reduzierten Nagerbekämpfung stark angestiegen. Damit suchen die Nager in der kalten Jahreszeit zunehmend menschliche Behausungen auf und es kommt verstärkt zu Infektionen. Reisende in die genannte Region sollten Maßnahmen zum Schutz vor Nagetieren treffen und jeden Kontakt mit Nagern oder deren Exkreten und Sekreten vermeiden (ProMED, 21. Januar 2010).



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