Epidemiologische Informationen

Hier erhalten Sie aktuelle Informationen über weltweite Infektionserkrankungen. Die epidemiologischen Informationen werden wöchentlich vom Virologen Dr. Dobler zusammengestellt.

KW 11 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Tollwut in Frankreich
In 3 Departments in Frankreich sind bei Haushunden Fälle, bzw. vermutete Fälle von Tollwut aufgetreten. Die französischen Veterinärbehörden haben darauf Tollwut-Warnungen an die Bevölkerung der 3 Departements Gers, Grandpuits (Seine-et-Marne) und Calvados (Lisieux) ausgegeben. Frankreich gilt als Tollwut-frei. Ausgangspunkt der Tollwut-Erkrankungen war ein aus Marokko importierter Hund. Ein Hund hatte Kontakt in Gers mit dem Indexhund. Er erkrankte in Grandpuits und verstarb. Ein weiterer Hund hatte wiederum Kontakt in Calvados mit dem Hund aus Grandpuits. Dieser Hund wiederum erkrankte und verstarb im Departement Seine-et-Marne. Das Beispiel zeigt, dass der Import von streunenden Hunden aus Regionen außerhalb Europas mit dem Risiko einer Tollwut

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KW 10 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Hepatitis E in Uganda
Im Norden Ugandas, an der Grenze zum Sudan, wird ein Ausbruch von Hepatitis E berichtet. Das ugandische Gesundheitsministerium teilte mit, dass bisher mindestens 314 Erkrankungsfällen auftraten, 11 davon tödlich verlaufend. Betroffen sind insbesondere Personen im mittleren Alter. Als Risikofaktoren gelten die schlechte Hygiene in der betroffenen Region und die geringe Anzahl von vorhandenen Latrinen, so dass im Durchschnitt eine Latrine auf 120 Personen kommt. Üblicherweise wird das verwendete Gebrauchswasser gechlort. Nach den Angaben gab es zeitweise Versorgungsengpässe mit Chlortabletten, so dass möglicherweise die fehlende Chlorierung des Wassers zum Ausbruch führte. Reisende in die Region von Madi Opei sollten alle Maßnahmen der Nahrungs-

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KW 09 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Bilharziose im Jemen
Im Jemen sind rund 3 Millionen Menschen mit Schistosoma haematobium oder Schistosoma mansoni infiziert. Rund 600.000 Infizierte zeigen chronische Folgen der Infektion. Für Mitte März des Jahres ist ein Bilhaziose-Eradikationstag angekündigt, an dem das Bewusstsein für die Erkrankung erweckt oder gestärkt werden soll. Die Schistosomiasis kann in allen stehenden Gewässern übertragen werden. Dort halten sich die Zerkarien auf und können durch die Haut in den Körper eindringen. Reisende in den Jemen sollten daher jeden direkten Hautkontakt mit stehendem Wasser vermeiden (ProMED, 26. Februar 2008).

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KW 08 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Tollwut in Indonesien
Auf der indonesischen Insel Flores sind in den letzten Tagen 2 Menschen an der Tollwut verstorben. Rund 40 Menschen sind innerhalb weniger Wochen von tollwutverdächtigen oder tollwütigen Tieren gebissen worden. Als Überträger auf der Insel fungieren ausschließlich Hunde. Es handelt sich damit um den urbanen Übertragungstyp der Tollwut. Bis 1998 galt die Bali benachbarte Insel als tollwutfrei. Dann trat eine erste große Epidemie auf. Seither ist die gesamte Insel Tollwut-endemisches Gebiet. Auf der Insel gibt es eine hohe Hunde-Population, da Hunde dort auch an Festtagen als Braten verzehrt werden. Reisende auf Flores sollten bei jedem die Haut penetrierenden oder Schleimhaut kontaminierenden Wunden durch Hunde sofort einen Arzt aufsuchen.

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KW 07 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Gelbfieber in Paraguay
In Paraguay sind Gelbfieber-Erkrankungsfälle in der Provinz San Pedro, im Nordosten der Hauptstadt Ascuncion, aufgetreten. Dies ist umso bedenklicher, als es sich um eine Region handelt, die bisher nicht im sog. endemischen Gelbfieber-Gürtel in Südamerika enthalten war. Bisher gibt es keine näheren Informationen über die geographische Ausbreitung und möglichen Stechmücken-Arten, die am Ausbruch beteiligt sind. In Paraguay sind im Jahr 2008 bisher 5 Fälle von Gelbfieber aufgetreten. Zwei der Fälle traten in San Lorenzo nur rund 20 Km nördlich von Ascuncion auf, so dass jetzt die Befürchtung besteht, dass es sich um die ersten Fälle von urbanem Gelbfieber handelt, die seit Jahrzehnten in Südamerika aufgetreten sind.

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KW 06 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Tollwut in China
In der chinesischen Hauptstadt Beijing ist im Januar 2007 schon mindestens 1 Mensch an der Tollwut verstorben. Es handelt sich um einen Bauern, der einen Schäferhund-Welpen am Straßenrand fand und ihn mit nach Hause nahm. Beim Fang des streunenden Hundes erlitt er mehrere Bisse in den Zeige- und Mittelfinger. Es wurde nur eine Wunddesinfektion und keine Postexpositions-Prophylaxe durchgeführt. 4 Wochen später erkrankte der Bauer an der Tollwut und verstarb. Seit Monaten werden streunende Hunde eingefangen. Trotzdem wurden allein im Jahr 2006 mehr als 140.000 Menschen nach Hundebissen in Krankenhäusern behandelt. Reisende nach China, auch in der Hauptstadt Beijing, sollten jeglichen Kontakt mit Hunden vermeiden (ProMED, 5. Februar 2007).

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KW 05 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Paratyphus B auf Hawaii
Auf Hawaii sind seit Ende Oktober mehr als 32 Erkrankungsfälle von Paratyphus B aufgetreten. Weitere Infektionen mit dem identischen Bakterienstamm wurden in den US-Bundesstaaten Colorado (2 Fälle) und in Kalifornien (1 Erkrankungsfall) diagnostiziert. Als Infektionsquelle in allen Fällen konnte roher Thunfisch aus Hawaii, sog. „ahi“ identifiziert werden, der auch in die beiden genannten US-Bundesstaaten exportiert worden war. Als Erreger wurde Salmonella enterica, Serotyp paratyphi B nachgewiesen. Die molekularbiologischen Untersuchungen ergaben in allen Fällen ein identisches DNA-Muster, was auf eine einzelne Infektionsquelle schließen lässt.

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KW 04 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Malaria tropica in Indien
Eine 55jährige Schwedin ist nach ihrer Rückkehr aus Indien an Malaria tropica erkrankt. Die Patientin hielt sich in den indischen Bundesstaaten Goa und Kerala auf. Vermutlich erfolgte die Infektion während eines Aufenthalts am Candolim Strand in Goa. Goa zählt gemeinsam mit dem Bundesstaat Kerala zu den indischen Bundesstaaten mit sehr geringer Malaria-Übertragung. Eine Chemoprophylaxe wird für touristisch Reisende nicht empfohlen. Allerdings zeigt dieser Erkrankungsfall, dass es unter entsprechenden Bedingungen auch selten zu einer Übertragung kommen kann. Die Erkrankung wurde bei der Patientin erst nach 10 Tagen diagnostiziert. Grundsätzlich sollte bei allen fieberhaften Infektionen nach Aufenthalt in Malariagebieten eine Malaria ausgeschlossen werden (ProMED, 24. Januar 2008).

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KW 03 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Salmonellose bei britischen Reisenden aus Kenia
Mehrere hundert britische Touristen sind im Rahmen eines Aufenthalts in Kenia an gastrointestinalen Infektionen erkrankt. Nach den verfügbaren Daten konnten Salmonellen als Ursache bestätigt werden. Der genaue Serotyp wurde allerdings nicht mitgeteilt. Alle Reisenden verbrachten ihren Aufenthalt im Sun’n Sand Hotel in Kikambala in der Nähe von Mombasa. Der genaue Übertragungsweg und die Infektionsquelle sind bisher nicht geklärt. Nach den Angaben der britischen Behörden sind einige Reisende in Kenia schwer erkrankt. Reiserückkehrer aus Kenia, insbesondere von der kenianischen Küste um Mombasa, mit gastrointestinalen Infektionen sollten auf Salmonellosen untersucht werden (ProMED, 15. Januar 2008).

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KW 02 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Hand-Fuß-Mund-Krankheit in Taiwan
In der taiwanesischen Stadt Kaohsiung ist ein Kind an Komplikationen einer Hand-Fuß-Mund-Krankheit verstorben. Der 18monatige Junge entwickelte am 24. Dezember Fieber mit Exanthem. 2 Tage später wurde er in ein Krankenhaus eingewiesen und verstarb einen Tag später an Lungenödem und Atemversagen. Die 4 Jahre alte Schwester des Patienten entwickelte ebenfalls eine allerdings gutartig verlaufende Symptomatik. Als Ursache konnte Enterovirus Serotyp 71 identifiziert werden. Die taiwanesischen Gesundheitsbehörden haben daraufhin die Bevölkerung aufgefordert, die Empfehlungen der persönlichen Händehygiene streng einzuhalten, da die Enteroviren aktuell auch in der Winterzeit zu zirkulieren scheinen.

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KW 01 / 2008: Epidemiologische Informationen

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Milzbrand in Australien
Im australischen Bundesstaat New South Wales sind zunehmend Farmen unter Quarantäne, da Tiere am Milzbrand versterben. Aktuell sind mindestens 9 Farmen betroffen. Mindestens 36 Rinder sind am Milzbrand verstorben. Damit hat sich die Zahl der infizierten Farmen innerhalb einer Woche fast verdoppelt und die Zahl der verstorbenen Rinder verdreifacht. Experten vermuten, dass der Ausbruch noch über eine Zeit weitergehen wird, da die klimatischen Verhältnisse noch für einige Zeit günstig für das Auftreten von Milzbrand sein werden. Reisende in New South Wales, die Kadaver von Rindern sehen, sollten jeden Kontakt mit den toten Tieren vermeiden (ProMED, 27.12.2007/4.1.2008).

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